Geschwisterliebe

Claire saß mit einem Glas Wasser am Küchentisch als Sam hereinkam. Sie hatte eigentlich keine Lust mit Sam zu reden, es reichte ihr schon, dass Alex so merkwürdig war.

„Claire!" Sam setzte sich ihr gegenüber. „Tut mir leid, dass Alex so blöd ist!" Claire schaute erstaunt auf und musste lächeln. Sie mochte Sams Direktheit. „Du kannst doch nichts für Alex Benehmen!"

Sam zuckte mit den Schultern, „Tut mir trotzdem leid. Ich hoffe, dass er zur Vernunft kommt!" „Ich auch!" Claire war überrascht, dass Sam zu ihr hielt.

Sam zögerte, sich war sich nicht sicher wie Claire ihre Worte aufnehmen würde. „Claire, also, wenn du willst…, ich meine, ich…ich bin für das Baby da. Ich wollte zwar eigentlich immer einen großen Bruder, aber ich glaub als große Schwester mach ich mich auch nicht schlecht! Ich kann ihm reiten und Skateboard fahren beibringen."

Claire fiel auf, dass Sam das gleiche unverschämte Grinsen wie Alex hatte. „Ihr!"

Sam hob fragend die Augenbrauen.

„Ihr!" wiederholte Claire. „Es wird ein Mädchen, da bin ich mir ganz sicher! Und das mit dem Skateboard fahren lassen wir lieber sein! Und auch kein Graffiti sprayen!" Claire stand auf und legte Sam lächelnd einen Arm um die Schultern.

Sam blickte zu ihr auf und sagte verschmitzt. „Ok! Dann zeig ich ihr halt wie man Jungs verprügelt!" Claire lachte laut auf „Du bist schon ne Marke!" In diesem Moment kam Alex herein. Sam verschwand schnell aus der Küche.

Nachdem Sam ihn hatte stehen lassen war Alex ziemlich zerdröppelt. Ihm war nicht so ganz klar, was da gerade geschehen war. Sam war glücklich ein Geschwisterchen zu bekommen, zumindest vorerst lies sie keine Eifersucht erkennen. Wenn er ehrlich sein sollte, musste er zugeben, dass ihn das ziemlich froh machte. Die Vorstellung wie Claire und Sam am Tisch sitzen und Alex Junior mit Babybrei füttern zauberte ein Lächeln auf sein Gesicht. Aber so froh er auch war, was fiel Sam ein so mit ihm zu sprechen, etwas Respekt hatte er schon verdient, er war schließlich ihr Vater, da konnte er das ja wohl erwarten! Dennoch, auch wenn er es nicht wahr haben wollte, Sam hatte recht, e sollte sich jetzt um Claire kümmern, um seine Claire und um sein Baby.

In der Küche angekommen stand Alex wie ein begossener Pudel vor Claire und stotterte rum. Claire half ihm auf die Sprünge, „Scheint so als freue sich Sam auf ihre Schwester!"

„Oder Bruder!"

Claire lächelte „Nein, Schwesterchen!"

Alex wurde wieder ernst, „Claire, es tut mir wirklich leid!" Diesmal glaubte sie ihm, aber der Schmerz saß noch tief. „Alex,…"

Er unterbrach sie, „Ich hab Mist gebaut! Aber ich will nicht wieder verpassen wie mein Baby aufwächst. Ich hab es schon mal vermasselt, diesmal will ich es richtig machen. Und vielleicht sind wir irgendwann mal eine echte Familie, du, ich, das Baby und Sam." Seine Augen glänzten hoffnungsvoll.

„Jetzt mach mal halblang. Ich will lediglich, dass du dich um unser Baby kümmerst und das wir Freunde bleiben!" „Natürlich! Alles wieder in Ordnung zwischen uns?" Alex wirkte irgendwie enttäuscht.

„Wird schon wieder!" Claire wusste, dass sie noch etwas brauchen würde um ihm das zu verzeihen, aber die Hauptsache war, dass er wieder zu Vernunft gekommen war. Dennoch würde noch eine Weile vergehen, bis sie ihm wieder vertrauen konnte. „Ich bin froh, dass Sam sich auch auf das Baby freut!"

„Ja, ich glaube sogar, dass es ihr gut tut!" Alex strahlte. „So kann sie etwas Verantwortung übernehmen, und es wird ihr Spaß machen, die große Schwester zu sein!"

Claire merkte wie sehr ihn das belastet hatte, er war so richtig in seine Vaterrolle für Sam hineingewachsen, und würde sie mit seinem Leben beschützen, und in ein paar Monaten würde er das Selbe auch für ihr Baby tun. „Sam übernimmt ja so auch schon Verantwortung. Schau doch wie gut sie hier mitarbeitet. Du kannst stolz auf sie sein! Und sie wird eine super Schwester sein!"

Alex lächelte, Claire war einfach klasse, er wollte mit keiner anderen Frau ein Baby haben. Verlegen schaute er zur Seite, als ob Claire seine Gedanken in seinem Gesicht lesen konnte.

Doch Claire hatte seine Verlegenheit nicht bemerkt. „Es tut mir leid, dass ich dich gestern Nacht mit der Nachricht so überrascht habe. Das war vielleicht nicht der günstigste Augenblick."

„Ist schon okay." Alex schaute sie an und wechselte das Thema. „Was hältst du von Duran?"

Vor der Tür lächelte Tess in sich hinein, die zwei waren einfach zu niedlich miteinander, konnten einfach nicht lange aufeinander böse sein. Liebe ist halt doch was Schönes, aber sooo kompliziert!