After-Show-Party
Am Abend fand zum Abschluss des Tages ein großes Fest statt. Es war eine Bar aufgebaut, an der es Bier und Cocktails sowie Softdrinks gab. Aus Holzbrettern war eine Tanzfläche gezimmert worden, an deren Kopfende sich ein erhöhtes DJ-Pult befand. Beides, Bar und Tanzfläche, wurde mit bunten Lampions beleuchtet. Daneben standen einige Tische mit Stühlen. Etwas Abseits lodert eine großes Feuer, das von der Größe her an ein Osterfeuer erinnerte. Rund herum waren Holzbänke aufgestellt.
Als Sam, Alex und Claire auf den Festplatz kamen, war die Party schon im Gange. Aus den Lautsprechern ertönte der Gesang von Robbie Williams. Alex hatte sich je eine von seinen Mädels rechts, die andere links untergehakt und war rund um zufrieden. Seiner Meinung nach hielt er die beiden hübschesten Frauen der ganzen Party in seinen Armen. Beide hatten schlichte, aber elegante schwarze Stoffhosen an. Claire trug dazu eine dunkelrote Bluse, ihre Haare trug sie offen, sodass sie ihr über die Schultern fielen und ihr schönes Gesicht umrahmten. Sam hatte sich für ein etwas gewagteres Outfit entschieden. Sie ging ganz in Schwarz. Zu der Hose kamen noch ein schwarzer Gürtel mit silberner Schnalle und ein schwarzes Bauchfreies Top. Der silberne Liedschatten und die offenen Haare, die ihr ins Gesicht fielen betonten ihr bezauberndes Gesicht mit den funkelnden blauen Augen.
Alex führte seine zwei Damen zu dem Tisch, an dem schon die anderen saßen und auf sie warteten. „Na, da kommt ja endlich unser Star des Tages!" begrüßte Harry die drei. Sam lächelte ihn an, doch Alex verdrehte die Augen, „Schleimer!... Ich hol uns mal nen Bier!" sagte er und verschwand Richtung Bar. Nachdem sie alle auf Sam's Sieg angestoßen hatten, vertieften sich die Älteren in ein Gespräch, währen Sam, Jodi, Becky und Jake auf die Tanzfläche verschwanden. Harry und Liz verabschiedeten schon bald wieder, nicht aber ohne, dass Harry Sam an sich gedrückt hatte und ihr ins Ohr geflüstert hatte: „Ich bin stolz auf dich!" Sam hatte nur mit einem schüchternen Lächeln ein leises „Danke!" erwidern können. Sie war sich ihrer Gefühle nicht ganz sicher, auf der einen Seite war er ihr Großvater und sie mochte ihn irgendwie schon, aber auf der anderen Seite hatte er sie in der Vergangenheit nicht gerade gut behandelt. Sie blickte ihm nach wie er mit Liz davon ging, und seufzte, dass würde mit der Zeit schon alles werden, Alex und sie hatten sich ja auch aneinander gewöhnt.
Etwas weiter weg saß Alex und beobachtete die Szene misstrauisch von der Ferne. Nick der neben ihm saß bemerkte sein Missfallen und drückte ihm ein Bier in die Hand, „Komm, vergiss es! Trink erstmal einen! Sam lässt sich von ihm schon nicht veräppeln!... Obwohl, sie hat deine Gene…" Nick grinste spitzbübisch. „Hey, nicht frech werden Kleiner!" Alex boxte ihm freundschaftlich in die Seite und schaute ihn dankbar an. Wenn einer verstand was für Bedenken er gegen Harry's Verhalten hatte, dann war es Nick. Sie hatten seit ihrer Kindheit miterlebt, wie Harry drauf war. „Was solls, zur Not hau ich ihm die Rübe ein! Aber jetzt lass uns den Abend genießen!" Alex prostete seinem Bruder zu. Nick schüttelte den Kopf, Alex war unverbesserlich, er wollte immer alles mit den Fäusten klären. Eigentlich hatte er erwartet, dass Alex durch den Umgang mit Sam geduldiger geworden war, aber anscheinend bezog sich das nicht auf seine Reaktionen auf Harry.
Nachdem Harry weg war, wollte Sam etwas für sich sein. Sie hatte an diesem Tag so viel erlebt, dass sie die ganzen Emotionen und Eindrücke noch gar nicht verarbeitet hatte. Sing zu einer der Bänke neben dem Feuer, setzte sich hin und schaute in die lodernden Flammen. In dem Knistern und Knacken des verbrennenden Holzes hörte sie das Getrappel von Pferdehufen, das Rufen der Jockeys, die Anfeuerungsrufe des Publikums… In Gedanken ging sie das Rennen noch mal durch. Plötzlich schreckte sie hoch, jemand hatte ihr die Hand auf die linke Schulter gelegt. Sie blickte auf und schaute in das, von den Flammen erleuchtete Gesicht von Eli. „Mensch, hast du mich erschreckt!" stieß sie erschrocken aus. „Sorry, das wollt ich nicht!" Eli stieg über die Bank und setzte sich neben sie. „War ein aufregender Tag, hm?" fragte er Sam. Die nickte lächelnd, „Ja, das war er. Aber hey, ohne dich besiegt zu haben, hat es nur halb so viel Spaß gemacht zu gewinnen!" antwortete sie schelmisch. „Jaja, ist schon gut! Du bekommst schon noch deine Chance! " stellte Eli fest. Beide schauten in die Flammen, die Hitze brannte auf ihrer Haut. Es war wieder so eine Situation wie damals am Brunnen, keiner wusste was er sagen sollte, aber so unangenehm war die Stille zwischen ihnen gar nicht. Jeder ging seinen Gedanken nach, und war doch nicht allein.
Währenddessen hatte Alex Claire zu einem Tanz überreden können. Zu den Klängen von Lisa Chappell's Desire führte er sie über die Tanzfläche. Sie war so nah bei ihm, er konnte den Hauch von Jasmin riechen, der sie umgab, sanft hielt er ihre zarten Hände. Merkwürdig dachte er sich, er hatte noch nie bemerkt was für weiche Hände sie hatte, wie schaffte sie das bei all der harten Arbeit bloß. Unwillkürlich streichelte er sanft mit seinem Daumen über ihre Finger. Claire lief ein warmer Schauer den Rücken hinunter, hatte Alex gerade ihre Finger gestreichelt? Unsicher blickte sie in seine Augen, und dort meinte sie etwas zu erblicken was sie sich nie erträumt hatte. Seine Augen funkelten sie liebevoll an. Das konnte doch nicht war sein, oder doch? Nein, sie hatte sich bestimmt geirrt. Auch Alex war verwirrt. Was passierte hier? Das war doch seine beste Freundin, die er da in seinen Armen hielt. Aber wenn sie nur seine beste Freundin war, wieso war ihm dann so warm ums Herz? Und wieso hatte sie ihn so angeblickt? Er versuchte den Gedanken abzuschütteln. Da bemerkte er wie Claire mühsam ein Gähnen unterdrückte. Es war ein anstrengender Tag gewesen, besonders für jemanden der schwanger war. „Hey, du bist ja müde!" bemerkte er leise. „Mhm, vielleicht ein bisschen." Gab Claire zu. „Komm ich bing dich zum Hotel!" Alex nahm ihren Arm. „Warte, ich will nur noch schnell Sam gute Nacht sagen, hast du sie irgendwo gesehen?" fragte sie ihn. Alex schaute sich um. „Nein, ich kann sie nirgendwo entdecken. Aber ich denk mal, dass sie dir verzeihen wird, wenn sie ohne gute Nacht Kuss von dir ins Bett muss!" fügte er grinsend hinzu. „Blödmann!" Claire schaute ihn scherzhaft tadelnd an. Sie verabschiedete sich noch von den anderen und lies sich dann von Alex zum Hotel begleiten. Vor ihrer Zimmertür blieben sie stehen. „Das war ein schöner Tag, oder?" Claire schaute Alex an. „Ja, ein sehr schöner!" Alex lächelte. „Ich freu mich so sehr für Sam, sie hat einfach jedes Glück dieser Welt verdient. Ich kann es gar nicht fasse, dass ich 15 Jahre ihres Lebens verpasst hab! Ich werde sie keine Minute mehr aus den Augen lassen!" Claire lachte auf: „Na, ich hoffe doch. Sam wird nicht so begeistert sein, wenn sie ein Date hat, und du ihr ständig hinterher spionierst!" „Sam wird nie ein Date haben. Der Kerl, der mit ihr ausgehen darf, muss erstmal an mir vorbeikommen!" brummelte er mit einem Stirnrunzeln. Claire schüttelte nur lachend den Kopf, „Dann geh mal auf deine Kleine aufpassen! Wer weiß wen sie gerade abschleppt!" „Ich bin ja schon weg! Gute Nacht Claire! Bis morgen früh." Er machte einen Schritt nach vorne und gab ihr einen Kuss auf ihre Haare. „Schlaf gut!" sagte Claire lächelnd und ging in ihr Zimmer. Schnell begab sich Alex auf den Weg zum Festplatz. Er wollte doch mal schauen wo Sam steckte.
Währendessen hatten Sam und Eli wieder zu einem Gespräch gefunden. „Gehst du in Gungellan zur Schule?" fragte Eli. Sam schüttelte den Kopf, „Nein, ich hab schon letzte Sommer meinen Abschluss gemacht. Im Moment arbeite ich auf Drover's…" „Aber du bist doch noch gar nicht so alt!" unterbrach Eli sie. Sam lächelte, „Ich bin 15. Wurde mit 5 eingeschulte und hab dann zwei Klassen übersprungen." Damit war für sie das Thema abgehakt. Sie war zwar immer gerne zur Schule gegangen, aber die Leute dort hatte sie gehasst. Eigentlich war sie nur froh, dass sie da raus war. „Und, was machst du so?" fragte sie neugierig. „Ich geh auf eine Privat-Uni, ungefähr 4 Autostunden von Gungellan." Antwortete er. Jetzt war es an Sam ihn zu unterbrechen, „Aber du bist doch erst…" „17." fiel Eli ein. „Ja, aber ich hab auch eine Klasse übersprungen, und bin jetzt seit 3 Monaten an der Uni."
„Und was studierst du?" fragte Sam interessiert nach. „Der Studiengang nennt sich Farmmanagement und setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Zum einen Betriebswirtschaftslehre, dort lernen wir wie man einen Betrieb kostendeckend und möglichst mit Gewinn führt, dann haben wir etwas Tiermedizin, damit wir auch etwas Ahnung von den Viechern haben, mit denen wir unser Geld verdienen, etwas Agrarwissenschaft und Personalführung. Und dann kann sich jeder noch auf ein Spezialgebiet konzentrieren. Ich hab Pferdezucht und Ausbildung genommen." Gab Eli Auskunft. Sam war beeindruckt. „Wow, das hört sich ja richtig cool an! Aber wie schaffst du das alles? Dur hilfst doch bei der Farm von deinem Dad mit, und Sandstorm trainierst du ja auch noch, oder?" „Ja schon, aber das Programm an der Uni ist extra für Farmerkinder zugeschnitten. Wir haben nur Mittwoch und Donnerstag Uni, dafür den ganzen Tag, von morgens 7:30 Uhr bis abends 20:00 Uhr. Wir können Dienstagabend schon anreisen, und teilen uns dann immer zu viert ein Apartment. Jeder Jahrgang hat nur 20 Studierende, und da man nur 2 Jahre studiert, und man immer zum Halbjahr einsteigen kann, sind wir insgesamt nur 80 Leute. Das ist echt klasse, wir sind ne super Gemeinschaft und verstehen uns total gut. Und das Studium macht auch wahnsinnig viel Spaß!" erzählte Eli ausführlich, ihm gefiel es, das Sam so interessiert war. „Das ist ja echt super! Da kannst du gleichzeitig studieren, und zu Hause arbeiten. Cool!" Sam war regelrecht begeistert. „Das muss ich gleich Alex erzählen!" sagte sie aufgeregt und sprang auf. „Ja, ich müsste auch mal wieder nach meinen Leute schauen!" Eli erhob sich ebenfalls. „War nett mir dir zu quatschen. Vielleicht sehen wir uns ja später noch. Auf der Tanzfläche, oder so…." Eli schaute sie fragend an. Sam nickte lächelnd. „Ja, ist ok! Bis Dann!" rief sie ihm noch zu und machte sich auf den Weg zu Alex.
Der war inzwischen bei ihrem Tisch angekommen, an dem Tess und Nick sich gerade unterhielten. Sie saßen sich gegenüber und konnten die Augen nicht von einander lassen. Sie wussten schon gar nicht mehr worüber sie sich unterhielten als Alex sie unterbrach. „Hey, habt ihr Sam gesehen?" Die beiden schüttelten den Kopf. „Die ist vorhin mit Jodi Richtung Tanzfläche abgezwitschert." Nick deutete zur Tanzfläche. In dem Moment kam Sam angelaufen. „Hallo ihr!" begrüßte sie die drei fröhlich. „Wo warst du denn die ganze Zeit? Ich hab mir schon Sorgen gemacht!" fragt Alex besorgt. Sam runzelte etwas verwirrt die Stirn, „Ich war nur drüber beim Feuer und hab mich mit Eli unterhalten." „Du warst die ganze Zeit mit Eli McNeill zusammen?" Alex passte das gar nicht, er wusste allerdings nicht ob ihn das McNeill störte, oder dass Sam sich mit einem Jungen unterhalten hatte. „He, was soll die Frage, Alex??? Ja, ich war die GANZE Zeit mit Eli zusammen, und wir haben uns prima unterhalten!" Sam störte diese Frage. „Ich will nicht, dass du soviel mit dem Kerl rumhängst. Er ist ein McNeill! Das ist kein guter Umgang für dich!" „Ach, hör doch auf so einen Blödsinn zu reden. Eli ist einfach ein netter Kerl, du kennst ihn ja gar nicht. Und du kannst ich nicht für das verurteilen was sein Vater macht. Das wäre genauso wie wenn man dich nach Harry's Taten beurteilen würde!" Sam wurde langsam wütend. „Sprich nicht so mit mir! Ich mag es nicht wenn du mit ihm rumhängst. Ende der Diskussion!" Alex überfiel eine Angstattacke, das Claire Rechthaben könnte, aber Sam war doch noch viel zu jung. „Pff…" stieß Sam laut aus, nahm ein Schluck von Nick's Bier. Und stampfte davon. Nick und Tess hatten sich verblüfft angeschaut, was war denn in Alex gefahren? Nick schaute ihn an, „Was war denn das gerade?" „Ach, lasst mich doch in Ruhe!" schnaubte Alex und verschwand in Richtung Bar.
Sam war wütend hin und her gelaufen, wieso war Alex auf einmal so komisch? Heute war so ein schöner Tag gewesen, und dann kam er so an! Sie verstand einfach nicht, was sein Problem war. Nach ein paar Minuten war Sam auf der Tanzfläche gelandet und wurde gleich von Jodi in Beschlag genommen. Wie die Wilden tanzten sie bis ihnen die Luft ausging und sie sich lachend an den Rand stellten. Durch das Tanzen war ihre ganze Wut verschwunden. Und mit Jodi war es immer so lustig. Kichernd unterhielten sie sich über die Jungs auf der Tanzfläche und vergaben Noten. Jodi vergab die Höchstnote an einen gut aussehenden jungen Mann, der sich später als Joe vorstellte und sich zu ihnen gesellte. Kopfschüttelnd lauschte er ihrem verrückten Gegacker. Jodi forderte Sam immer wieder auf, auch mal ein paar gute Noten zu vergeben, aber Sam meinte nur lachend: „Ach Jodi, ich bin doch noch zu jung für einen Freund!" „Papperlerpapp, ein bisschen rumknutschen wird auch dir Spaß machen. Glaub mir!" widersprach Jodi energisch. Doch Sam dachte, sie hätte die besseren Argumente auf ihrer Seite: „Schau dich doch mal um, hier sind keine gut aussehenden Männer die tanzen können…. Außer du natürlich, Joe!" sagte sie mit einem Augenzwinkern in Richtung Joe.
In dem Moment erspähten ihre Blicke Eli, der mit einem hübschen Mädchen tanzte. Sam stutzte. Jodi bemerkte ihr Zögern und meinte neckend: „Na, doch jemanden entdeckt!" Sam schüttelte den Kopf, „Nein, nein. Eli und ich haben uns hier nur verabredet gehabt. Mehr nicht!" und so meinte sie es auch, Eli sah zwar nicht schlecht aus, und nett war er auch, wenn auch ein bisschen überheblich, aber ihr Typ war er nicht. „Jaja, wer es glaubt wird seelig!" Jodi glaubte ihr augenscheinlich kein Wort, konzentrierte sich aber glücklicherweise mehr auf Joe, der sie zu einem Tanz aufforderte, und mit ihr auf der Tanzfläche verschwand. Endlich erspähte Eli sie und kam zu ihr rüber. „Na, der große Champion ganz alleine hier?" Sam deutete mit dem Kopf Richtung Jodi, „meine Unterhaltung wurde mir gerade gestohlen." „Ach, da hab ich ne Lösung!" Eli lachte und reichte ihr auffordernd die Hand. Sam nahm sie gerne an und folgte ihm. Der DJ legte gerade Two Steps behind von Def Leppard auf. „Tolles Lied!" Sam wusste nicht so recht was sie sagen sollte. „Ja, das ist es." Schweigend tanzten sie, bis das Lied zu Ende war, es war wieder diese Stille zwischen ihnen, die keinem von beiden unangenehm war. Sie genossen es einfach nichts sagen zu müssen. Als die letzten Töne verklungen waren, führte Eli Sam's Hand zu seinem Mund und hauchte mit einer Verbeugung einen Kuss darauf. „Viele Dank für den Tanz, junge Dame!" Sam hatte Mühe sich das Grinsen zu verkneifen. „Das Vergnügen war ganz auf meiner Seite, der Herr!" Lachend verabschiedeten sie sich von einander.
Als Sam von der Tanzfläche kam, sah sie schon Alex, der die ganze Szene missmutig beobachtete hatte. „Du findest ihn toll, hm?" fragte er kritisch. Sam stöhnte auf, daher wehte also der Wind, in Alex war der Beschützerinstinkt erwacht. „Alex!" sie schaute ihm in die Augen. „Eli ist nur ein Freund, mehr nicht. Okay? Und außerdem," fuhr sie grinsend fort, „ich hab zwar deine Gene, aber das heißt nicht, dass ich so ein Aufreißer bin wie du!" „Hey, werd nicht frech!" Alex nahm sie lachend in den Schwitzkasten. „Woher hast du das schon wieder? Seit du da bist, bin ich doch echt harmlos geworden!" Auch Alex musste grinsen. „Tja, ich hab so meine Quellen…" lachte das hübsche Teenager-Mädchen hin frech an, sie liebte es sich mit Alex zu foppen. „Du Lümmel!... Komm, lass uns Schlafen gehen. Ist mal wieder spät geworden. Bis auf Jodi sind schon alle bei unserem Schlafplatz." Sie machten sie auf den Weg zu ihrem Paddock.
Die anderen lagen wirklich schon in ihren Schlafsäcken und schienen zu schlafen. Als sie nebeneinander lagen kam Alex noch mal auf denn Nachmittag zurück, „Danke, dass du meinem Namen annehmen willst!" Er wusste, dass sich das irgendwie blöd anhörte, aber er wusste nicht wie er es sonst ausdrücken sollte. „Ist schon ok, du bist doch mein Vater, und ich bin jetzt bei dir, also sollte ich auch deinen Namen haben!" sagte Sam lächelnd. „Du weißt gar nicht wie glücklich mich das macht! Ich freu mich total darüber!" bekräftigte Alex noch mal. „Gut, da bin ich aber erleichtert. Ich hatte schon Angst, dass dir das nicht gefällt und das du dagegen bist!" gab Sam zu. „Was für ein Blödsinn! Was sollte ich dagegen haben, dass meine wunderschöne, intelligente und tolle Tochter meinen Namen annimmt?" Alex wunderte sich über Sam's Gedanken. „Nichts!" antwortete Sam grinsend. „Na, siehste!" Alex drückte Sam's Hand und versuchte dann einzuschlafen. Doch Sam betrachtete mal wieder die Sterne, und fragte nach einer Weile so aus dem Blauen heraus. „Du Alex? Bekomme ich einen Hund?" Alex war verwirrt, „Einen Hund? Wie kommst du denn jetzt darauf?" Manchmal verstand er die Gedankengänge seiner Tochter nicht so ganz. „Ich mein so als Siegprämie, oder so…." erklärte Sam. „Du hast doch schon das Preisgeld!" Alex fand die Idee mit dem Hund nicht so gut, Sam hatte schon Hurricane um den sie sich kümmern musste, das reichte seiner Meinung nach an Verantwortung für einen Teenager. „Aber Claire hat auch einen Hund!" sagte Sam etwas trotzig. „Sam! Roy ist ein Arbeitshund. Und außerdem, was ist denn das bitte für eine Begründung? Claire hat auch einen Hund! Du musst doch nicht alles haben was Claire hat!" Alex wollte dieser Schnappsidee von vornherein Einhalt gebieten. „Doch!" kam es halb trotzig, halb lachend von Sam. Sie wollte zwar schon gerne einen Hund, aber sie hatte auch keine Lust heute Nacht mit Alex darüber zu streiten. „Jetzt ist gut Sam, wir reden ein anderes Mal darüber. Schlaf jetzt! Und Träum was Schönes!" „Du auch!" antwortete Sam und drehte sich auf die Seite.
Etwas entfernt lagen Nick und Tess und grinsten sich an, es war einfach süß Vater und Tochter zu zuhören. Sie konnten sich gar nicht mehr vorstellen, wie Alex ohne Sam zu Recht kommen sollte. Sie war sein Ein und Alles.
