Willkommen in dieser Welt
Die folgenden Wochen kamen Sam vor wie in einem Traum, sie hatte zwar noch etwas Ärger von Alex und Claire bekommen, weil sie so lange draußen übernachtet hatte, aber letztendlich waren alle viel zu glücklich um lange verärgert zu sein. Sie genoss es wieder alle vereint auf Drover's zu haben. Alex übernachtete jetzt häufiger bei Claire, während Tess oft die Nacht auf Wilgul verbrachte. Und wie die Wochen so verstrichen kündigte sich auch langsam die Geburt von Claire's Baby an. Sehr zu Claire's Missfallen schienen alle um sie herum nervöser als sie selbst, lediglich Becky und Sam waren noch halbwegs ruhig und sorgten dafür, dass die anfallenden Arbeiten erledigt wurden. U
nd so bekamen die beiden auch nicht mit wie bei Claire eines Mittags die Wehen einsetzten. Claire hielt gerade einen Mittagsschlaf in der Hängematte, die Alex für sie auf der Veranda befestigt hatte, als sie ein plötzlicher Schmerz durchzuckte. Nachdem sie Alex und Tess Bescheid gesagt hatte, verfluchte sie die Rinder, die auf der Nordweide einen Zaun ramponiert hatten und somit die einzigen klar denkenden Menschen auf einen Tagesritt zum Zaun reparieren gezwungen hatten. Alex und Tess überboten sich nämlich mit Panik machen, und Claire war froh, als Nick nach einigen Minuten eintraf und sie ins Krankenhaus fuhr und gleichzeitig ihre Schwester und ihren Freund beruhigte.
Doch es sollte noch eine Weile dauern bis das Baby zur Welt kam. Trotz aller Angebote der Ärzte wollte Claire sich keine Schmerzmittel geben lassen sondern verfluchte stattdessen Gott und die Welt, insbesondere alle Männer und voran Alex Ryan. Der arme Alex wusste gar nicht wie ihm geschah, aber geduldsam lies er auch die schlimmste Beschimpfungen über sich ergehen. Währenddessen waren Becky und Sam von ihrer Runde mit den Pferden wieder auf Drover's angekommen. Nachdem sie den Zettel gelesen hatten, den Meg ihnen in der Küche zurück gelassen hatte „Bei Claire haben die Wehen bekommen. Sind auf dem Weg ins Krankenhaus.", stellten sie fluchend fest, dass die anderen sämtliche Autos mitgenommen hatten. Fragend schauten sich die beiden Mädchen an, Sam grinste: „Na, los satteln wir die Pferde." Als Becky kopfschüttelnd einwandte, „Die sind müde, das können wir ihnen nicht antun." Antwortete Sam nur, „Nimm Eagle, Claire hat bestimmt nichts dagegen, und Hurricane packt das schon!"
Ein paar Stunden später staunte das Krankenhauspersonal nicht schlecht als zwei blonde Mädchen vor das Krankenhaus geritten kamen und zunächst nach Wasser für ihre Pferde fragten. Nachdem sie Hurricane und Eagle versorgt hatten, fragten sich die beiden zu Claire durch und trafen vor der Geburtsstation auf die anderen die müde vom warten gegen die Wand gelehnt auf dem Fußboden saßen. Schweigend ließen sie sich neben Jodi nieder.
Nach einer Weile kam ein strahlender Alex zu ihnen, „Es ist ein Mädchen!" Gratulierend fielen alle ihm um den Hals. „Wie heißt sie denn?" fragte Jodi neugierig. Alex hielt kurz inne, „Keine Ahnung, aber das ist auch egal, Claire wird schon den richtigen Namen aussuchen!" #Dann wandte er sich mit einem Lächeln an Sam, „Möchtest du dein kleines Schwesterchen sehen?"
„Oh ja!" In Sam's Gesicht spiegelte sich die Vorfreude wieder und schnell ging das junge Mädchen mit ihrem Vater mit. Alex führte Sam in ein Zimmer in dem Claire in einem Krankenhausbett liegend ein kleines menschliches Bündel im Arm hielt. Liebevoll schaute Claire von dem Baby in ihrem Armen zu Sam,
„Komm her Sam! Setz dich zu mir!" Vorsichtig setzte Sam sich neben Claire und schaute bewundernd zu ihrer kleinen Schwester. Sanft strich sie ihr mit den Fingerspitzen über das kleine Köpfchen und schaute dann lächelnd zu Claire auf, „Sie ist wundervoll!"
„Ja, das ist sie!" Antwortete Alex an Claire's Stelle vom Fußende des Bettes aus, von wo er seine drei Frauen beobachtete. „Willst du sie auch mal halten?" fragte Claire Sam.
Unsicher nickte das Teenagermädchen. Sie war sich nicht ganz sicher, was wenn sie etwas falsch machte, wenn sie ihrer Schwester weh tat? Aber Claire wischte solche Bedenken mit einer einfachen Geste aus dem Weg. Vorsichtig legte sie das kleine Mädchen ihrer älteren Halbschwester in die Arme. Fasziniert blickte Sam auf das winzige Menschenkind in ihren Armen und ein unheimliches Glücksgefühl durchflutete sie. Jetzt waren sie wirklich eine Familie!
„Wie heißt sie?" wandte Sam sich fragend an Claire. Diese schaute wiederum um Erlaubnis bitten zu Alex, und antwortete nachdem dieser ihr zugenickt hatte: „Sie heißt Charlotte Prudence McLeod-Ryan. Charlotte nach Tess, und Prudence nach meiner Mutter."
Sam und Alex lächelten sich an, Claire hatte den Namen gut gewählt, Tess würde vor Glück und Stolz platzen. Sam schaute wieder auf ihre kleine Schwester, „Hallo Charly, willkommen in dieser Welt!"
