Kapitel 3:

Nachdem alle Schüler eingeteilt waren, erschien das große Festmahl auf den Tischen. Die drei Slytherins fühlten sich gleich etwas wohler. Mit ihnen, waren ca. 10 weitere Schüler

nach Slytherin gekommen. Die meisten von ihnen waren etwas erschrocken, als plötzlich das Essen vor ihnen auf den Tischen stand. Draco warf ihnen erst verwirrte Blicke zu, als

er sich erinnerte, dass das ja bis jetzt noch niemand miterlebt hatte. Damit hörte er auf zu grübeln und seine Mitschüler anzustarren und machte sich über das Essen her.

Natürlich in soweit gesittet, wie es sich für einen Malfoy gehört. Alle drei hatten das Gefühl, dass dies wahrscheinlich das angenehmste Essen war, was sie jemals in der

großen Halle eingenommen hatten. Der Lärmpegel war ein Witz im Vergleich zu dem, was für eine Geräuschkulisse hier sonst herrschte. Mit nur 50 Schülern, die größtenteils

noch viel zu verschreckt und unsicher waren, konnte man es eindeutig besser aushalten, als mit dem, was in ihrer Zeit in dieser Schule herumlief.

Als das Essen beendet war, erhoben sich die vier Gründer am Lehrertisch und Gryffindor räusperte sich.

„Zunächst heiße ich Sie alle auf Hogwarts herzlich willkommen! Sie haben die große Ehre, als erste Schüler diese Schule zu besuchen und ich hoffe, Sie werden uns dabei unterstützen, dieser Schule einen außergewöhnlich guten Ruf zu verschaffen."

erklärte er mit einem Funkeln in den Augen. Draco wurde erschreckender Weise an Dumbledore erinnert. Unwillig schüttelte er den Kopf und lauschte weiter den Worten der

Gründer. Mittlerweile hatte Helga Hufflepuff das Wort ergriffen.

„Da Sie noch sehr wenige Schüler sind, werden wir Sie zunächst nicht in Alterstufen aufteilen, sondern Sie gemeinsam und nur nach Häusern getrennt unterrichten. Wenn wir feststellen, dass einige von Ihnen unterfordert sind, werden wir Ihnen weitere Kurse anbieten."

Nun ergriff Slytherin das Wort. Mit seiner umwerfenden Stimme fuhr er fort.

„Ihre Häuser sind nun Ihre Familie. Sie werden gemeinsam wohnen, gemeinsam lernen und gemeinsam Ihr Haus würdevoll vertreten."

Er blickte hierbei besonders die Slytherins an, die merklich in sich zusammensackten.

„Vielleicht haben Sie die Stundengläser in der Eingangshalle bemerkt. Diese Gläser zeigen den Punktestand der jeweiligen Häuser an. Sie werden Punkte sammeln, wenn Sie im Unterricht gut mitarbeiten. Punkte verlieren Sie, wenn Sie sich im Widerspruch zu unseren Regeln verhalten, bewusst Regeln brechen oder den Unterricht nicht ernst nehmen. Am Ende des Schuljahres bekommt das Haus mit den meisten Punkten einen Pokal, der im nächsten Jahr weitergegeben wird."

Slytherin beendete seine Ansprache und ließ seinen Blick würdevoll noch einmal über die Schüler schweifen. Als letzte ergriff Rowena Ravenclaw das Wort.

„Sollten Sie Probleme oder Fragen haben, wenden Sie sich am besten an ihren Hauslehrer. Natürlich werden aber auch die anderen Lehrer für Sie da sein. Wir werden Sie nun in ihre Gemeinschaftsräume begleiten. Dort finden Sie auch Ihre Schlafsäle. Ihr Gepäck sollte mittlerweile auch dort untergebracht sein. Die Gemeinschaftsräume sind mit Passwörtern gesichert und liegen alle in anderen Teilen des Schlosses. Sie sollten nach Möglichkeit den anderen Häusern ihre Passwörter nicht mitteilen. Nun wünsche ich Ihnen eine gute Nacht und ein erfolgreiches Schuljahr."

Damit machte sie sich auf den Weg zu den Schülern ihres Hauses und führte sie aus der Halle. Auch die anderen Gründer sammelten ihre Schüler ein und machten sich auf den Weg

zu den Gemeinschaftsräumen. Draco, Blaise und Pansy versuchten so unauffällig wie möglich hinter Slytherin herzuschleichen, damit er ja nicht auf die Idee kam, sie zu fragen, wie sie

es geschafft hatten den Gemeinschaftsraum zu finden und zu betreten, wo sie doch das erste Mal an dieser Schule waren. Am Portrait angekommen blieb Slytherin ruckartig stehen,

drehte sich um und verkündete

„Hier ist also Ihr Gemeinschaftsraum. Das Passwort lautet ‚List und Tücke'. Finden Sie sich in zwei Stunden noch mal in der großen Halle ein um Ihre Stundenpläne in Empfang zu
nehmen."

Die drei Zeitreisenden waren froh, dass sie nun endlich das Passwort kannten. Obwohl sich alle drei dachten, dass Slytherin ruhig etwas kreativer hätte sein können.

Die anderen neuen Schüler blickten einfach nur verständnislos auf die Wand vor ihnen.

„Ähm Professor?"

begann eines der Mädchen schüchtern.

„Der Eingang soll ein Portrait sein richtig?"

„Wie wunderbar, dass Sie mir zugehört haben, Miss Aven. Stellt das ein Problem dar?"

„Es ist nur…ich sehe kein Portrait."

Slytherin blickte sie irritiert an. Draco hielt die Luft an und hoffte, dass niemand mitbekam, wie er schlagartig rot wurde. Leise murmelnd nahm er den Illusionszauber von dem

Portrait.

„Wie bitte Miss Aven? Sie sehen kein Portrait? Vielleicht sollten Sie ihre jungen Augen auch zum Einsatz bringen! Ich denke, alle anderen sehen es."

Die Schüler warfen synchron einen Blick auf die Wand und das Mädchen atmete hörbar erleichtert aus.

„Jetzt kann ich es sehen Professor. Ich war wohl grade nur etwas irritiert."

„Es scheint mir so."

grummelte Slytherin, drehte sich um und eilte davon, nicht ohne vorher noch einen berechnenden Blick auf Draco und seine Freunde zu werfen. Der blonde Junge zuckte zusammen

und kletterte dann schnell durch das Portraitloch. Pansy und Blaise beeilten sich, um ihm zu folgen und zögerlich begaben sich auch die anderen Schüler nach drinnen, um dort als

erstes in kollektives Staunen zu verfallen, während sich die drei Zeitreisenden auf den Sofas niederließen und versuchten, sich von den anderen fern zu halten, um nicht ihr mangelndes

Gepäck erklären zu müssen. Den Schlafsaal teilten die beiden Jungs mit nur zwei Mitschülern ihres Alters, während Pansy sogar mit den jüngeren Jahrgängen zusammengesteckt

wurde. Mädchen waren also früher in Hogwarts Mangelware. Als sie alleine im Raum waren, teilte Zabini den anderen seine Beobachtung mit. Pansy ermahnte Draco zur

Vorsicht. Der wiederum dachte sich, dass er sich ja beliebt machen könnte, was er sicher eh in kürzester Zeit wäre, um irgendwie eine Möglichkeit zu finden, wieder zurück zu

gelangen. Bestimmt hatten sie nicht mal Hauselfen und mussten ihre Betten hier selber machen! Er schüttelte sich.

Ein neuer Mitschüler trat aus dem Schlafsaal in den Gemeinschaftsraum und sah zu den dreien herüber. Er war offenbar scharf auf Pansy, denn er starrte sie an. Diese rollte nur

mit den Augen und erhob sich angewidert. Dann zog sie an Malfoys Arm, so dass dieser sich erhob und warf sich selbigem um den Hals. Blaise grinste wissend, als die beiden

den Raum verließen, um schon mal vorzugehen und ein bisschen allein zu sein, wie Pansy ihm über die Schulter zurief. Der fremde Junge nutzte die Gelegenheit und ließ

sich neben Blaise aufs Sofa fallen.

„Sag mal, Du scheinst diese Hermine ja auch schon lange zu kennen."

„Hä?"

Blaise war verwirrt. Woher kannte dieser Typ hier Hermine? Reiste die etwa auch ständig durch die Zeit? Zuzutrauen wäre es ihr ja! Würde er sich von den Gründern unterrichten

lassen, hätte er auch gute Noten! Von seinem Gesprächspartner in die Realität zurück gerissen vernahm er gerade eine Abhandlung darüber, dass Hermine ja bei Gregory gar nicht

gut genug aufgehoben war. Zabini sah ihn entsetzt an.

„Sag mal tickst du noch ganz richtig? Goyle würde nen Teufel tun und sich mit so ner Gryffindor-Hexe einlassen! Außerdem würde sie ihn eh viel zu dämlich finden. Unsere Miss Superschlau hat nämlich nur sehr ausgewählte Anhänger!"

Der Neue riss nun wiederum entsetzt die Augen auf und wich ein wenig von Blaise zurück.

„Sie ist ne Gryffindor?",

fragte er fast ehrfürchtig. Zabini sah ihn an, als wäre der andere Junge massiv geistig beeinträchtigt. Er antwortete betont langsam.

„Ja-wo-sollte-sie-denn-sonst-sein?"

Nun sah der andere Junge aus, als spräche ER mit einem geistig Verwirrten.

„Naja, der Hut hat sie doch nach Slytherin geschickt und ich dachte, der weiß, was er tut, weil er doch verzaubert ist! Auch wenn ich die Sache mit den Häusern noch nicht ganz verstanden habe."

Da packte Blaise die Erkenntnis. Er schlug sich gegen die Stirn, sprang auf und rannte aus dem Raum, in der Hoffnung, schnell die anderen beiden zu finden.

Erstaunlicherweise fand er sie in der Bibliothek. In der hintersten Ecke.

„Bitte sagt mir, dass ihr eine bessere Erklärung habt hier zu sein, als ich gerade in meinem Kopf habe!"

Pansy funkelte ihn wütend an und zeigte auf Draco.

„Herr Oberwichtig hier hat es verbockt!"

Blaise ließ sich auf eines der Kissen fallen und sah die beiden neugierig an. Draco sah stur zur Decke während Pansy geradezu Funken sprühte.

„Falls es euch irgendwie beruhigt und eure Zungen lockert, ich hab auch Mist gebaut. Und zwar nicht zu knapp!"

In knappen Worten fasste er zusammen, was passiert war und sah dann gespannt die beiden anderen an.

Pansy und Draco erwiderten angespannt seinen Blick. Das Mädchen fauchte beide Jungs an:

"Das habt ihr ja toll hinbekommen! Nicht nur, dass Zabini dafür gesorgt hat, dass ihn unser neuer Mitschüler, von dem wir nicht wissen, wie lange wir ihn ertragen müssen, für komplett durchgeknallt hält, nein!!! Draco hat trotz der Vorwarnung sein Gehirn gleich zweimal abgeschaltet!!!"

Mittlerweile war das Mädchen wutentbrannt aufgesprungen und lief hin und her, stets darauf bedacht den Jungs gegen mindestens den Fuß zu treten.

Blaise sah sie immer noch fragend an und sie begann zu erzählen, wie sie mit Draco in den siebten Stock gegangen war um in diesen Raum zu kommen, in dem sich die DA-

Spinner getroffen haben. Draco habe die ganze Zeit von so einem Kabinettding gefaselt, mit dem man an einen anderen Ort gelangen könne, welches ja aber verzaubert werden

müsse, weil man so, wie es gerade ist, nur in die Nokturngasse gelangen könne. Während sie also den Flur auf und ab liefen, und die unterschiedlichsten Wünsche

ausprobierten, bemerkte Pansy einen Schatten und stupste Draco an, der sie allerdings nur wegstieß und ihr lautstark Vorhaltungen darüber machte, was sie zu tun habe um

diesen Raum der Wünsche endlich zu öffnen. Er bemerkte auch nicht, wie jemand aus dem Schatten hervortrat, bis die Gestalt sich räusperte. Malfoy zuckte zusammen und

drehte sich mit einer solchen Geschwindigkeit um, dass Pansy schwindlig wurde. Aber nur kurz, denn auch sie musste ihren Gründervater anstarren. Beide hatten sich noch

nicht daran gewöhnt, dass Salazar leibhaftig vor ihnen stand.

Blaise schnaubte. Dann verpasste er Draco einen Schlag mit der Faust gegen die Schulter.

„Du bist doch echt noch blöder, als ich! Es ist eine Sache, sich vor einem verwirrten Schüler daneben zu benehmen, aber vor…",

er holte tief Luft, "

SalazarSlytherin????"

Pansy schaute angewidert auf die beiden runter.

„Ihr seid BEIDE kaum zum Aushalten mit eurer Ignoranz und Selbstgefälligkeit!"

Sie machte eine Pause, um sich zu beruhigen, geriet aber nur noch mehr in Rage. Sie baute sich vor Draco auf und konnte sich kaum davon abhalten, ihm an die Gurgel zu gehen. In

einer Mischung aus Brüllen und Zischen beendete sie ihre Geschichte mit dem Zusatz, dass Draco versucht hatte, sich bei dem offensichtlich verwirrten Salazar herauszureden, in dem

er anfing von dem dämlichen Kabinett zu faseln.

„Aber dieses UNGLAUBLICH tolle Kabinett STEHT überhaupt noch gar nicht in dieser Schule!!! Und schon mal GAR NICHT in einem WUNSCHRAUM, der erschaffen wurde

vor VIER TAGEN!!!!!!!"

Blaise sprang auf und umklammerte Pansy gerade noch im letzten Moment, bevor sie sich tatsächlich auf Draco stürzte. Der wich zurück, um zumindest der Reichweite ihrer

Beine zu entkommen. Während er so dasaß und die tobende Pansy ansah, die von dem sehr ernst dreinblickenden Blaise festgehalten wurde, musste er plötzlich grinsen. Aus diesem

Grinsen entwickelte sich ein verzweifeltes und hysterisches Lachen. Blaise wurde das zu bunt, also warf er sich die strampelnde Pansy über die Schulter und machte sich auf

den Weg in die Große Halle. Sie hatten einfach schon zu viel angerichtet, als dass sie sich weitere Auffälligkeiten leisten könnten.