Kapitel 7

Wenig später hatten sie endlich das Ende des Waldes erreicht und konnten das vor ihnen liegende Schloss erkennen. Froh, dass sie diesen Trip ohne weitere Umstände überstanden hatten, machten die beiden sich auf den Weg zum See und bereiteten alles für den Zaubertrank vor.

Jetzt, wo sie die Zutaten alle zusammen hatten, würde es kaum eine Stunde dauern um den Trank fertig zu stellen. Blaise übernahm kleinere Aufgabe während Draco den Hauptteil des Trankes zubereitete. Sie arbeiteten schweigend und zügig.

Nach einer halben Stunde tauche Pansy auf. Ihr Verehrer war tatsächlich nur auf einen Spaziergang aus gewesen und war schnell wieder verschwunden, deswegen hatte sie beschlossen zu gucken wie weit die Jungs mit dem Trank waren.

Draco hatte grad die letzte Zutat hinzugefügt, als Pansy sich zu Blaise auf den Boden setzte. „Na Jungs? Wie war euer Waldausflug?"

Blaise und Draco grinsten sich an. „Spannend. Du hast wirklich was verpasst." grinste Blaise. „Ja wir haben einen sehr netten Diceratops getroffen." Ergänze Draco.

„Sind die nicht ausgestorben?" fragte Pansy irritiert. „Ja zu unserer Zeit schon. Aber da sind wir ja nicht, falls du es vergessen haben solltest."

„Achja." Pansy seufzte resignierend. „Was soll's! Was macht unser Trank?"

„Der muss jetzt noch 20 Minuten köcheln, dann sind wir fertig. Ich hab übrigens mal die doppelte Menge gemacht. Wenn wir das Tier erwecken, dann aber auch richtig oder?" Draco strahlte die beiden an.
Seine Freunde warfen ihm skeptische Blicke zu. „Bist du dir sicher, dass das so ne gute Idee ist?" warf Blaise ein.

„Ja vielleicht vertrocknet es dann gleich wieder." Stimmte Pansy ihm zu.

„Ach Quatsch." Draco machte eine wegwerfende Handbewegung. „Viel hilft viel! Ihr kennt das doch. Was soll denn da schon groß schief gehen?" Er wandte sich von den beiden ab und begann seine Zaubertrankutensilien wieder einzupacken.

Die nächsten 20 Minuten erzählten die drei über dies und jenes, bis Draco das Feuer unter dem Kessel löschte und die Wurzel samt Goldfischglas hervorholte. „Na dann testen wir das doch mal, oder was sagt ihr?" Pansy und Blaise nickten zustimmend.

Draco schüttete vorsichtig den Trank in das Glas und stellte es dann in die Mitte. Gespannt starrten nun alle drei auf das Glas.

Nach 5 Minuten hatte sich noch nichts verändert und Pansy seufzte frustriert. „War wohl doch nicht so die super Idee Jungs. Tut mir leid für die Mühe." Draco setzte grade zum Sprechen an als Blaise „Da! Schaut" schrie.

Urplötzlich war Leben in die trockene Wurzel gekommen. „Es funktioniert doch. Es sieht genau aus wie bei den anderen Lackaffen im Kurs. Jetzt sind wir endlich gleich auf." Rief Draco jubelnd aus und Pansy fiel Blaise um den Hals.

Lachend ließen die drei sich zurückfallen und genossen ihren Triumph.
Plötzlich hörten sie nur noch das Klirren eines zerspringenden Glases. In Rekordzeit rafften die drei sich auf und starrten entsetzt auf ihr Projekt.

Die Wurzel hatte sich verformt und eine merkwürdig krakenartige Gestalt angenommen. Außerdem hatte sich Größe mehr als verdoppelt, was wohl dazu geführt hatte, dass das Glas zersprungen war. Das ‚Tier' lag jetzt auf dem Gras und zuckte gelegentlich ein bisschen Es hatte seltsame Tentakel, von denen einer deutlich in einer weißen Spitze endete.

„Scheisse! Was machen wir denn jetzt?" Pansy war aufgesprungen und starrte angewidert auf das Vieh am Boden. „So sollte das bestimmt nicht aussehen." Gab auch Blaise leise zu.
Draco wich etwas zurück und dachte fieberhaft nach.

„Wir müssen es irgendwie wegschaffen." sagte er.
„Wegschaffen? Willst du es in deinem Schlafsaal verstecken oder was?" quietschte Pansy.
„Nein. Nein natürlich nicht. Ich…ich weiß auch nicht. Irgendwo hin, wo es keinem auffällt."

„Der See!" platze Blaise dazwischen. „Wie der See?" Draco sah seinen Freund irritiert an.
„Wir schmeißen es einfach in den See. Da stört es bestimmt keinen."
Pansy atmete erleichtert auf. „Ich find die Idee spitze!"

Blaise zückte seinen Zauberstab und mit einem schnellen ‚Wingardium Leviosa' schwebte das Tier in der Luft und wenige Sekunden später verschwand es mit einem lauten ‚Platsch' im See.
„So das wäre geschafft." Blaise steckte seinen Zauberstab wieder weg und blickte zufrieden in die Runde. „Und was sollen wir unserer hochsympathischen Lehrerin erzählen?" fragte Draco genervt.

„Ach ganz einfach. Wir sagen…ähm…wir besprechen das Projekt doch erst in 6 Wochen und bis dahin sind wir hoffentlich schon wieder in unserer Zeit. Und sonst haben wir noch genug Gelegenheit um uns ne passende Ausrede einfallen zu lassen. Außerdem war es doch deine Idee, die doppelte Menge zu nehmen oder?" antwortete Pansy.

Auf Dracos Wangen zeichnete sich ein leichter Rotschimmer ab und er verkniff sich jeden weiteren Kommentar. Pansy strahlte ihn an, klopfte sich den Staub von den Klamotten und kletterte aus dem Gebüsch.
„Na kommt Jungs. Ich bin müde, lasst uns endlich ins Bett gehen."

Draco reinigte und verkleinerte schnell seinen Kessel während Blaise mit einem Wink seines Zauberstabs die Scherben verschwinden ließ. Dann machten sie sich gemeinsam auf den Weg zum Schloss.

Als sie am nächsten Morgen nichts ahnend zum Frühstück gingen, kam Pansys Verehrer auf sie zu gelaufen. Doch noch bevor Pansy ansetzen konnte, ihn in ihrer typischen Art abzuservieren, lenkte er seine Konzentration schon aufgeregt auf Draco und teilte ihm schnaufend mit, dass Professor Slytherin ihn auf der Stelle sehen wolle.

Dann rannte Zac, nachdem er Pansy noch einen bewundernden Blick geschenkt hatte, wieder weg. Die drei Freunde sahen sich an. Pansys Augen sagten ungefähr etwas wie „oh oh". Draco wirkte irgendwie weggetreten und Blaise murmelte ein „mist".

Dann fasste das Mädchen sich ein Herz und hakte die beiden Jungen unter. „Also auf geht's!"

Draco sah sie verwirrt an. „Aber er wollte mich sprechen, nicht euch!" Pansy rollte mit den Augen. „Oh Draci-Putz! Mach dir mal keine Sorgen, wir verraten auch niemandem, dass du zum Hauslehrer musstest! Und wir sagen auch niemandem, was dort passiert! Aber du kannst da nicht alleine hingehen!"

Das ganze unterlegte Pansy noch mit Geräuschen, die Erwachsene zu machen pflegen, wenn Babys in ihrer Nähe sind. Draco riss sich los und lief zartrosa an. Blaise fragte sich unwillkürlich, ob der Malfoysprössling überhaupt in der Lage war, einer Tomate zu ähneln.

In diesem Moment würde er das wohl nicht herausfinden, weil Draco bereits davon gestürmt war. Pansy erntete einen vorwurfsvollen Blick und musste sich Mühe geben, mit den rennenden Jungs mitzuhalten. Kurz vor dem Flur, in dem sich Salazars Büro befand, bekam Blaise Draco zu fassen und riss ihn zurück.

Womit er nicht gerechnet hatte war, dass Draco es ihm mit einer Ohrfeige danken würde. Verdattert sah Blaise in Dracos glühende Augen. Er hatte das Gefühl, dass Draco es schaffen könnte, ihn mit seinem Blick zu verbrennen, aber er konnte sich auch nicht abwenden.

Das Gefühl ließ sofort nach, als Pansy sich zwischen die beiden jungen Männer stellte und Draco ebenfalls eine Ohrfeige verpasste. Blaise befürchtete das Schlimmste, aber Draco behielt, wie eigentlich immer, die Fassung und zischte Pansy nur mit eiskalter Stimme zu: „Verzieh dich!"

Pansy starrte ihn an. Blaise sah förmlich wie es langsam in ihr zu brodeln begann und die Wut in ihr hoch kochte. Sie war doch sonst nicht so furchtbar aufbrausend?! Blaise machte einen Schritt an ihre Seite und setzte gerade zu ein paar beruhigenden Worten an, als ihn auch schon ein hysterisches „Halt dich da raus!" traf.

Er hatte nicht mal Zeit zu reagieren, als sich die Furie vor ihm auf Malfoy stürzte, ihn zu Boden riss, wie wild auf ihn eintrommelte und ihn dabei unablässig anbrüllte.
Auf Draco hagelten Vorwürfe, Schimpfworte, Beleidigungen und noch mehr Vorwürfe nieder. Das Meiste davon nahm er gar nicht wahr. In ihm breitete sich eine eisige Kälte aus. Er konnte nichts dagegen tun. Er verspürte nur Hass. Gegen alles. Ein kleiner Funken in seinem Kopf formulierte versuchsweise das Wort Freunde, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Draco bemerkte erst gar nicht, dass die Schläge auf ihn nachgelassen hatten. Er hatte das Gefühl, sich selbst unglaublich weit weg zu befinden. Irgendjemand richtete seinen Körper auf. Und dann bekam er etwas zu trinken. Alles wurde schwarz. (Fortsetzung folgt)