Er war nicht überrascht, dass der Bengel es nun wohl doch recht eilig zu haben schien mit dem, was er tat, kaum dass sie ins Bett gefunden hatten, indem dieser rastlos seine Finger über seinen Körper wandern ließ und ihn nur allzu bald von seinem Nachthemd befreit hatte, ohne sich damit aufzuhalten zu besehen, was er da freigelegt hatte oder gar sich selbst ebenso seiner Kleidung zu entledigen. Was ihn jedoch überraschte war, dass diese Bewegungen mitnichten fahriger wurden, im Gegenteil, je länger die kühlen Fingerspitzen über seine Haut wanderten und überall dort, wo sie ihn berührt hatten, eine angenehme Hitze hinterließen, desto ruhiger wurden sie, bis von dem anfänglichen Ungestüm des anderen nichts übrig geblieben war. Nach einer gewissen Zeit begannen diese Berührungen sogar so langsam zu werden, als müsse der Jüngere nun jeden Moment auskosten, als wäre jede einzelne Berührung ein kostbares Ereignis, das um jeden Preis genossen werden musste.
Auch die Küsse, die ihm von Zeit zu Zeit abgerungen wurden und bei denen er, wie auch bei den Berührungen auf seiner Haut, ganz passiv blieb und sie über sich ergehen ließ, wurden, zu Anfang noch ebenso verlangend und ungestüm wie die Berührungen seiner Finger, immer ruhiger, liebevoller, ja beinahe so, als wolle er ihn damit für seine erste Vehemenz um Verzeihung bitten, ihn nun ordentlich verführen und ihnen beiden etwas gutes tun.
Ganz im Gegensatz zu diesem Verhalten stand aber, wie sehr sich der Bengel doch an ihn drückte, so dass er durch die beiden dünnen Lagen Stoff zwischen ihnen doch nur zu gut fühlen konnte, was den anderen um trieb, was das Ziel all dieser Liebkosungen war. Und, auch wenn er sich das kaum eingestehen wollte, musste er doch zugeben, dass es ihm nicht schlecht gefiel, nichts davon. Sein Körper jedenfalls reagierte nur zu freigiebig, zu schnell auf diese Art der Berührungen, begann sich nach Küssen und überhaupt der Wärme des anderen zu sehnen und das auch durch Bewegungen gegen Körper des anderen deutlich zu machen.
Was dem Bengel auch nicht verborgen blieb, ihm gar nicht hätte verborgen bleiben können und wodurch das Grinsen, das noch immer sein Gesicht zierte und nur dann und wann für einen Augenblick verschwand, wenn die Leidenschaft in seinen Augen die Überhand über sein Handeln gewann, nur noch breiter wurde. Doch das störte ihn nun kaum noch. Sollte der Bengel doch glauben, was er wollte, sollte er sich nehmen, was auch immer er wollte, er würde niemals sein Herz erhalten, so sagte er sich in Gedanken, wieder und wieder, wie eine Zauberformel, die ihn vor dem Untergang retten konnte.
Dabei war es längst zu spät, zu spät schon seit er zum Bett gefolgt war, wenn nicht gar schon seit er dieses Zimmer betreten hatte. Die Hände, die nun langsam seinen gesamten Körper erkundet hatten, machten sich nun an seinen Unterhosen, dem letzten Kleidungsstück, das er noch am Leib trug, zuschaffen. Erschrocken zuckte er zusammen, als er das bemerkte und nun suchte er doch wieder eine Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen. Doch sein Körper fühlte sich so schwer an, dass er das kaum zu tun vermochte und was er konnte, das wurde nur mit einem Grinsen aufgefangen, als gäbe es nichts einfacheres. Nur zu bald, trotz dem Versuch der Gegenwehr, lag dann auch die Hose auf dem Fußboden und der Flegel beugte sich keuchend über ihn.
„Hast du nun etwa Angst?", kicherte es bei seinem Ohr. „Du hättest dir doch darüber im Klaren sein müssen, dass ich das hier tun werde."
Eine Hand wanderte an seinem Körper hinab, an einen Ort, wo er die Hand eines anderen niemals hatte spüren wollen. Und doch konnte er nicht umhin zu bemerken, dass es sich gut anfühlte, was der Bengel da tat. So gut, dass er auch ein leises Stöhnen nicht unterdrücken konnte, während er zitternd da lag und betete, dass es schnell vorbei sei. Zumindest war es das, was er versuchte. Sein Körper jedoch, und wenn er ehrlich mit sich war auch er selbst, sehnte sich nach mehr, unendlich viel mehr Berührungen.
Auf die geflüsterte Neckerei, die ihn seinen Ohren kitzelte, wie jeder Hauch, der vom Atem des anderen auf seine verschwitzte Haut fiel, reagierte er mit einem wohligen Schaudern und einem Stöhnen. Je länger es andauerte, je öfter er berührt wurde, je mehr er in Aufregung über all dies geriet, desto weniger wehrte er sich, bis er schließlich, anstatt noch irgendetwas zu tun, dem anderen Einhalt zu gebieten, ihn in allem gewähren ließ und sogar selbst über die Haut des anderen streichelte.
Zu Beginn zitterten seine Finger noch so sehr, dass er kaum in der Lage war, den anderen zu berühren, schon gar nicht ihn so zu berühren, wie dieser es mit ihm tat, viel mehr krallte er sich immer dann, wenn er an einer Stelle berührt wurde, an der es sich besonders gut anfühlte, tief in die Haut, die er eigentlich hatte liebkosen wollen. Es dauerte eine ganze Weile, in der er sich so auf das, was seine Finger berührten, konzentrierte, dass er nur noch am Rande bemerkte, was der andere mit ihm tat. Es fühlte sich so wunderbar weich und warm an, ihn zu berühren, es war so schön, seine Haut, die ebenso verschwitzt war, wie die seinige, zu fühlen, es brachte seinen Plus zum rasen, zu sehen, wie der andere auf die unsicheren Liebkosungen reagierte.
Das Grinsen war ihm von seinen Zügen gewichen und nun spiegelte sein Gesicht nur noch Verlangen und Lust wider, auch wenn in seinen Augen noch mehr lag, etwas ganz anderes, das alles andere mehr und mehr verdrängte, auch wenn er sich keinen Reim darauf machen konnte. Er war doch nur ein Bengel, sagte er sich, da konnte nicht mehr sein als nur diese Gefühle. Und dennoch wünschte er sich, dass er sich das nicht nur einbildete, dass dieses übermächtige Gefühl, das er da zu sehen glaubte, wirklich da sein möge. Denn er glaubte, auch wenn es nur ein kurzes Aufblitzen war, das selbe zu fühlen.
Er würde behaupten, dass es ein Fehler gewesen war, nicht mehr auf das zu achten, was sein Ehemann mit ihm tat, doch in dem Moment, als er sich dessen Berührungen wieder gewahr wurde, genoss er es einfach nur. Es verblüffte ihn, wie sanft der andere vorgehen konnte, wo er doch sonst so wild war. Als dann jedoch sein Ehemann ihm mit einem Finger gegen den After drückte, war er doch überrascht, wie schmerzlich und zugleich schön es sich anfühlte, ganz anders, als alles, was er bisher gefühlt hatte. Für einen kurzen Moment, als er dann den Fremdkörper in sich spürte, verkrampfte er sich und war schon kurz davor, nun doch wieder zu versuchen, seinen Ehemann von sich zu stoßen. Mit einigen Küssen und sanften Berührungen an Brust und Bauch wurde er jedoch von ihm wieder beruhigt, auch, da dieser zumindest für den Moment alle Bewegungen in ihm ruhen ließ und sich darauf beschränkte, ihn zu beruhigen.
„Das muss ich tun", keuchte sein Ehemann in sein Ohr. „Sonst tu ich dir nachher noch mehr weh..." Er war zu sehr von dem fremden Gefühl, von dem er noch immer nicht wusste, wie er damit umgehen sollte, eingenommen um sich zu fragen, woher dieser das wusste. Es war ihm auch gleich, solange es sich nur weiter so gut anfühlen würde. Hätte er noch klar denken können, so hätten ihn diese Gedanken Sicherlich erschreckt, doch im Augenblick war ihm das gleich, so unbeschreiblich gleich.
Als ein zweiter Finger sich seinen Weg in ihn bahnte, stöhnte er laut auf und klammerte sich so fest an seinen Liebsten, wie er nur konnte, ohne noch zu wissen, was er da eigentlich tat. Er wusste nichts mehr, wollte nicht länger wissen, wollte schon gar nicht denken, wollte nur noch fühlen, alle Empfindungen in sich aufnehmen und noch so unendlich viel mehr davon fühlen. Er ließ es einfach mit sich geschehen, dass sein Liebster seine Beine so weit er konnte aus einander drückte, dass er zwischen ihnen liegen konnte, er ließ es auch zu, dass er eines seiner Beine anhob um sich noch ein wenig mehr Platz zu verschaffe. Als sein Liebster jedoch die Finger, die ihn eben noch innerlich so durcheinander gebracht und ihm so viel Lust bereitet hatten, aus ihm herauszog, keuchte er auf und sah mit vor Verlangen ganz verschleiertem Blick zu ihm hoch, dass er gar nichts anders konnte, als zu murmeln: „Gleich!" und ihm durchs Haar zu streicheln.
Es hatte sich alles so gut angefühlt, dass er ganz verdrängt hatte, was noch kommen würde, ja in diesem Falle kommen musste, so sehr, dass er ganz überrascht war, mit einem Male das Glied des anderen erst an seinem Hintern, bald, viel zu bald dann aber schon in sich fühlte und eine Welle aus heißem Schmerz ihn durchzuckte. Der Schrei, den er vor Überraschung und Schmerz nicht mehr unterdrücken konnte, wurde nur allzu bald von den Lippen seines Liebsten erstickt, die seinen Mund mit einem innigen Kuss verschlossen.
An das, was danach geschah, erinnerte er sich kaum noch, er wusste zwar, dass er die ganze Zeit über gestöhnt hatte, auch wusste er, dass es sich gut angefühlt hatte, solange es währte, doch was im einzelnen geschehen war, vermochte er nicht zu sagen. Er erinnerte sich mehr an die Gefühle, die ihn mit sich fortgerissen hatten, als an alles andere. Er wusste noch, dass er sich die ganze Zeit über an seinem Liebsten festgeklammert hatte, ohne genau zu wissen, was er sonst noch tun sollte. Zahllose Male hatten sie sich geküsst, bis sie an ihrem beider Höhepunkt angekommen und danach gemeinsam in die Kissen gesunken waren.
Ab diesem Punkt war es nicht mehr viel, an das er sich erinnerte, doch das bisschen war deutlich klarer, als das zuvor geschehene. Sein Liebster hatte ihn in seine Arme genommen und an sich gezogen, ihm liebevoll durch die Haare gestreichelt, ihn hin und wieder auf die Wange und die Stirn geküsst, bis sie beide schließlich erschöpft eingeschlafen waren.
A/N: *hust* Da haben wir den Grund für das Rating. Nein, ich will das nicht nochmal lesen / Zu alt und damit zu Peinlich. Ich hab das nur für Ichihara-Mina hochgeladen XD
