1x15 Benders

Parkplatzgespräche

Sam saß auf der Motorhaube, den Rücken an der Frontscheibe. Das Tagebuch seines Vaters auf seinem Schoß, die Finger lose zwischen den Seiten.

Das Zirpen der Grillen, dieses giftige Katzenvieh und gelegentlich vorbeifahrende Autos waren seine einzige Gesellschaft auf dem halb verlassenen Parkplatz. Hinter ihm dröhnte Musik aus der kleinen Bar, in der sein Bruder sich immer noch vergnügte.

„Hey Tiger, ich bin etwas zu groß als Beute -…", in Richtung des Tieres, zusammen mit einem belustigten Schnauben, das den wandelnde Muff auf vier Beinen kein bisschen interessierte.

Plötzlich ein leises Mautzen.

„Was denn-…?"

Ein Schlag, Schmerz und dann Dunkelheit.

~sss~


~sss~

Gesucht wird …

„Dad?"

Am anderen Ende war es still, wie immer, wenn diese verfluchte Mailbox sein einziger Gesprächspartner war.

„Ich bin mit Sam in Hibbing, diesem Kaff in Minnesota, du weißt schon-…", ein tiefer Atemzug: „Dad-…", leiser: „Er ist weg."

Stille und eine Hand, die vor Nervosität fast das Handy zerdrückte.

„Sammy ist fort, aber ich werde ihn finden, hörst du? Ich weiß, du warst auch an diesem Fall dran, was immer du raus gefunden hast, hilft mir vielleicht…"

Bitte Dad, ruf an, hilf mir!'

„Mach dir keine Sorgen, ich bekomme das schon hin."

‚Was, wenn ich ihn nicht finde?'

„Bye, Dad."