Diese vier Drabble liegen mir selbst nach Monaten noch recht schwer im Schreiberlingsmagen – ich weiß nicht recht warum, aber hmm … lest selbst ;)


1x20 Dead Men's Blood

Instinkte

Er lag überall in der Luft, dieser feine, kupferne Hauch süßer Verführung.

Laute Musik dröhnte durch zu dünne Wände einer schäbigen Bar mitten im Nichts. Eine Tür öffnete sich und das dunkle Aroma wurde dichter, wie das Bukett eines schweren Rotweins, das die Sinne angenehm vernebelte.

Ihr Hunger war stark, doch war er nichts zu dem der Männer hinter ihr. Ein tiefes, kaum hörbares Knurren hielt sie zurück, zügelte sie – für den Moment.

Die Menschen waren nichts als Futter, schwache Beute für die Jagd.
Doch erst würden sie spielen.

Sie lächelte, als sie den alten Mann am Tresen abschätzend musterte.

~sss~


~sss~

Zu Besuch

„Wir könnten einen Abstecher machen!" Nur nebenbei bemerkt.

„New York – du könntest Sarah besuchen."

Im Hintergrund des kleinen Diners schepperte das Geschirr in der Küche plötzlich sehr laut, bei all dem grübelnden Schweigen.

„Ich weiß nicht Dean, vielleicht eines Tages."

Schau einer an, mein kleiner Bruder wird hübsch rosa, wenn er verlegen ist.

Dein Grinsen sagt alles: Du willst sie -… und nicht nur wiedersehen.

Schüchtern weichst du meinem Blick aus, weißt, dass ich dich zu gut kenne.

Nur aus einem Grund verkneife ich mir den Spruch, der mir auf den Lippen tanzt: Es ist ihr Schatten an deiner Seite.

~sss~


~sss~

Explosiv

Vater und Sohn – Sprengstoff und Zünder.

„Ich sagte: Steig wieder in dieses verdammte Auto!"

„Ich weiß und ich sagte: NEIN!"

Nur fünf Minuten zusammen reichten und alles war wie damals: Einer gab Befehle, ohne sie zu erklären und der andere rebellierte dagegen in einem Sturm der aufgewühlten Emotionen.

Jedes gebrüllte Wort war ein Blick in die Vergangenheit.

„Das ist es, warum ich gegangen bin …"

Und wieder stehe ich dazwischen, wenn sie sich an den Hals gehen. Ob die beiden jemals bemerken, wie ähnlich sie sich sind? In ihrer Wut aufeinander vergessen sie alles um sich herum – sie vergessen mich.

~sss~


~sss~

Verbunden

Wenn ich dich ansehe, sehe ich so viel von Mary vor mir, sehe ihre Stärke und ihren Mut, all ihre Emotionen.

Du blickst kurz zu mir, weichst aus - ruhelos wie ein gefangenes Tier im Käfig versuchst du mir auf deine Art aus dem Weg zu gehen, deine Unsicherheit zu überspielen, zu verstecken.

‚Ich weiß, ich habe zu viel falsch gemacht – ich -…'

Worte liegen mir schwer auf dem Herzen, wollen meine Lippen nicht verlassen.

Ich sehe in dir meinen kleinen Jungen und nicht das, wovor ich mich fürchten sollte.

Du bist meine Familie, ein Stück meiner Seele.

Mein Sohn.