Dumblebore's Trumpf

Die zwei Frauen, die sich solange so um das Leben von Miss Granger bemüht hatten, wichen beiseite und starrten den Schulleiter an. Gemeinsam mit Potter und Weasley hatten sie einen erleichterten Gesichtsausdruck. Offensichtlich dachten sie, dass der Schulleiter gerade einen Turmpf aus dem Ärmel schüttelte. Severus zog seine Brauen zusammen. Es gab keine Heilung für diese Art von Wunden, und wenn doch, wüsste er davon.

Auf einmal griff Dumbledore Severus' Hand und Schnitt mit seinem Zauberstab eine kleine Wunde in die Handfläche, Severus wollte weg zucken, konnte jedoch seine Hand nicht aus dem festen Griff lösen. Ein paar Tropfen Blut fielen auf den goldenen Schleier und verdampften eindrucksvoll mit einem leisen Zischen und ein paar Funken. Es wurden weitere Worte gemurmelt und der Schleier verschwand. Dumbledore sah über seine Brille auf Miss Granger und schien abzuwarten. Jeder hielt den Atem an und wartete was nun passieren würde.

Doch sie wurden alle enttäuscht. Miss Granger lag blass und leblos auf dem Bett. Severus atmete aus und riss seine Hand los. Er sah den Schulleiter fragend an, dieser starrte jedoch immer noch auf das Krankenbett. Nach einigen Momenten wandte er sich ab und seufzte. „Es tut mir leid, Harry, Ron." Er blickte in die niedergeschlagenen Gesichter und suchte nach Worten des Trostes. Weasley weinte und vergrub sein Gesicht schluchzend in seine Hände. Harry schritt vorsichtig auf das Bett zu, als ob er sich wappnen müsste für den Anblick. Er nahm die leblose Hand von Miss Granger und hielt sie zu seinem Herzen. Er sah sie an und murmelte ein paar Worte die Severus nicht verstand.

Die zwei Frauen weinten und nahmen Weasley in den Arm. Auch wenn Severus es nie zugeben würde, er verspürte eine gewisse Trauer. Die Welt hatte gerade zweifellos eine der klügsten Magier verloren, die sie je beheimatete. Er zeigte seine Anerkennung niemals, jedoch verspürte er bei jeder von Miss Grangers Leistungen Bewunderung. Sie meisterte die Hänseleien und den Neid der anderen mit Bravour und ließ sich nicht aufhalten. Jedoch hatte sie etwas, was Severus nie hatte. Freunde, die immer zu ihr hielten. Severus blickte ein letztes mal auf Miss Granger und dachte mit einer gewissen Wehmut an die unzähligen male, als sie seine Nerven strapaziert hatte. Wie immer hatte er seinen Gesichtsausdruck perfekt unter Kontrolle und wollte sich gerade abwenden um diesen unbekannten Zauber zu studieren als er ein Zucken bemerkte. Er schritt auf das Bett zu und und auf hob sich der Brustkorb von Miss Granger und senkte sich wieder. Sie lebte. Das Mädchen hatte es geschafft. Potter schrie auf und alle stürmten zum Bett um sich selbst von dem Wunder zu vergewissern. Severus verspürte einen bohrenden Blick auf sich und sah wie Dumbledore ihn anblickte als würde er auf etwas warten. Severus sah ihn fragend an und widmete sich wieder Miss Granger. Der alte Zauberer dürfte wohl etwas verwirrt sein.

Die Wunden heilten langsam und hinterließen rote Linien die sich über das Gesicht, Arme sowie vermutlich Brustkorb von Miss Granger zogen.