Ein Schimmer Hoffnung
Nach und nach schlossen sich die Wunden von Miss Granger. Severus beobachtete diesen Vorgang mit einer gewissen Faszination. Er wusste die Schönheit dieses Schauspiels zu schätzen und genoss beinahe den Anblick. Innerlich verspürte er auch eine Freude und Erleichterung, dass das Mädchen überlebt hatte. Dies würde er natürlich niemals zugeben.
Als der Prozess abgeschlossen war, konnte man die Spannung und die Erwartungen die in der Luft lagen förmlich spüren. Alle starrten gespannt auf den starren Körper und warteten auf irgendeine Regung, auf irgendeinen Hinweis, dass der Zauber gänzlich Erfolg hatte. Nur Dumbledore blickte hin und wieder über seine Brille in Richtung Severus. Er musterte ihn so eindringlich, als ob er viel mehr gespannt war, was mit Severus als mit Miss Granger passieren würde. Severus konnte sich darauf keinen Reim machen. Er musste herausfinden, was es mit dem Fluch auf sich hatte- und zwar schleunigst.
Miss Granger begann flach zu atmen, so unscheinbar, dass wenn man nicht genau hinsah, es nicht bemerken würde. Die Gruppe atmete erleichtert auf. Mcgonagall widmete sich umgehend Potter und seinem Anhang. „Nun, ich denke es ist Zeit uns zu erzählen, was bei Merlins Bart im Wald passiert ist." Dabei bugsierte sie die zwei in Richtung Ausgang. Zwar war ihnen deutlich ein Widerwillen ,ihre Freundin zu verlassen, anzumerken, jedoch wagten sie nicht sich gegen die Professorin zu wehren. Mit leiser Stille murmelte Potter etwas von „Zutaten, Vollmond, Lichtung" Mehr konnte Severus nicht verstehen. Als sie außer Hörreichweite waren, sah er zu Dumbledore. Dieser schien ihn weiterhin zu mustern.
Severus zog in gewohnter Marnier eine Braue eindrucksvoll hoch und sah ihn mit einem Blick an, der sonst im Klassenzimmer seinen Platz fand. Dumbledore schmunzelte über Severus' Versuch ihm wie seinen Schülern Angst einzujagen und wandte seinen Blick wieder Miss Granger zu. Diese zeigte bis auf die flachen Atemzüge keine Regung. „Würdet Ihr mir nun gütigerweise sagen, was für Zauber gerade das Leben von Miss Gryffendor gerettet hat?" Severus erachtete den Zustand von Miss Granger als stabil genug um sie, auch wenn sie es nicht hören würde, zumindest ein wenig zu schikanieren. Er wartete ungeduldig auf eine Antwort. Dumbledore faltete seine Hände und sah das Mädchen mit fast einer Ehrfurcht an.
Was Severus nicht wusste, auch Dumbledore wusste nicht so recht , was für einen Zauber er soeben bewirkt hatte. Dies spielte jedoch in diesem Moment auch keine Rolle. Miss Granger lebte- und nur darauf kam es an. Harry brauchte sie, ohne sie sah er kaum eine Hoffnung.
„Nun Severus ich muss dich leider enttäuschen, ich kann dir nur das Buch geben indem ich ihn gefunden habe. Vielleicht wirst du schlauer daraus als ich, dann kannst du mich Aufklären." Mit diesem Satz legte er das alte und zerflederte Buch in Severus Hände und widmete sich wieder Miss Granger. Severus nahm das Buch vorsichtig und studierte es sogleich. Seine Faszination war voll und ganz auf diese Buch gelenkt. Er versuchte den Schriftzug zu entziffern. Die Runen waren ausgeblichen und kaum sichtbar. Mit einem letzten Blick auf Miss Granger wandte er sich um und machte sich schnellen Schrittes in Richtung Kellergewölbe.
