Ungewisse Konsequenzen
Severus stand im Büro des Schulleiters, umringt von Portaits die ihn interessiert beobachteten. Er räusperte sich und setzte seine durchdachte Rede an. „Ich verlange zu erfahren, was für ein Zauber das war. Ich verlange zu erfahren, was mit mir passiert! Ich habe jedes Recht darauf und ich weigere mich auch nur eine Sekunde länger für Sie oder sonst wem mein Leben aufs Spiel zu setzen."
Dumbledore blickte ihn ernst an und legte seinen Kopf schief als würde er überlegen. „Der Junge meint es ernst!" rief eines der Portraits. Severus schenkte ihm keine Beachtung. Schließlich war der Junge ein Mann über 30 war. Er stemmte seine Hände in seine Seiten ,wartete und verlor schließlich seine Geduld. „Nun?"
„Wie es scheint, hat dir das Buch nicht weitergeholfen." Severus wandte seinen Blick ab und ballte die Faust. Sein Unvermögen das Buch selbst zu entziffern ärgerte ihn mehr als er zugeben wollte. Er zwang sich seinen Ärger zu unterdrücken. „Nein, Professor Babbling ist immer noch mit einzelnen Phrasen beschäftigt." „Hast du ihr das Buch gegeben?" „Nein natürlich nicht." Severus rollte die Augen.
„Also verspürst du doch eine Veränderung?" Dumbledores Augen glitzerten. Severus wich seinem Blick aus. „Und wenn schon."
„Also hat es funktioniert." „Was hat funktioniert?" Severus verlor allmählich die Geduld.
„Nun, so wie ich das Buch verstanden habe, hat Miss Granger dank eines alten Blutzaubers überlebt. Dieser wirkt nur in den ersten Stunden nach dem Biss. Ich muss zugeben, angesichts der Situation wusste ich mir nicht anders zu helfen. Das Mädchen hätte diesen Angriff nie überlebt und Harry hätte eine wichtige Stütze verloren." Severus seufzte innerlich. Warum musste es immer um den Jungen gehen. „Durch dein Blut, wurde eine Verbindung zwischen euch aufgebaut. Die Ausmaße dieser Verbindung sind mir nicht bekannt. Daher konnte ich auch niemanden anderen dem Risiko aussetzen."
Severus war wie erstarrt. Er nahm die Worte des Schulleiters auf und spielte sie in seinem Kopf immer wieder ab. Es war ihm völlig verständlich warum Dumbledore sein Blut und nicht das von Potter oder Weasley genommen hatte, jedoch behagte ihm nicht, dass nicht einmal Dumbledore den Ausgang dieser Geschichte kannte. Es war nicht seine Art so etwas Unüberlegtes zu tun, jedoch hatte er, wie er gesagt hatte, keine andere Wahl. Severus wusste um die Wichtigkeit von Hermine. Sie war das Hirn des Trios, die gute Seele. Ohne sie hätten die zwei keine Chance auch nur einen Tag zu überleben.
„Es tut mir leid, dass ich dir auf deine Frage keine Antwort geben kann. Alles was jetzt kommt, ist neu. Für alle." Dumbledore sah Severus abwartend an. Dieser jedoch behielt wie immer seine Mimik derartig unter Kontrolle, dass seine Gedanken ein Geheimnis blieben.
Insgeheim fragte sich Severus, ob Hermine dasselbe fühlte wie er. Oder ob er erneut mit einem unerwiderten Gefühl leben müsste.
„Nun denn. Ich werde Professor Babbling aufsuchen und mir ihre Erkenntnisse anhören. Schulleiter." Severus deutete eine Verbeugung an und verschwand. Dumbledore sah ihm lange nach. Er wusste, was passiert ist, musste passieren. Dennoch hoffte er für Severus, dass die Konsequenzen seines Zaubers ihn nicht noch einmal das Leid und die Verzweiflung einer unerwiderten Liebe bescheren würden.
Miss Granger hüllte sich ebenfalls in Schweigen. Sie sprach keine Sekunde von dem Professor.
Die Zukunft der beiden blieb ein Rätsel.
Dennoch war er zuversichtlich. Hermine besaß den Feinsinn und das weiche Herz um Severus' Fehler zu verzeihen. Sie würde ihn nicht im Stich lassen. Er hoffte nur, dass Severus nicht zu blind war um diese Chance zu sehen und den Mut hatte sie auch zu ergreifen.
