Vertrauen
Das Gewirr der Stimmen war bis in den letzten Winkel des Fuchsbaus hörbar. Bei dem Thema Severus Snape hatte jeder eine Meinung und scheute sich nicht diese lautstark kund zu tun. Während Remus und Harry für Vertrauen in Dumbledore plädierten, weigerte Ron strikt auch nur einen Funken Gutes in Severus zu sehen. Harry berichtete immer wieder von seinen Erlebnissen mit Dumbledore in der Höhle, dem Fluch und dem Ring. Remus unterstützte ihn so gut er konnte und schloß schließlich seine Rede schwermütig mit der Schlussfolgerung ab, dass der Orden sich kein Misstrauen in eigene Mitglieder leisten könne.
„Ich weiß es ist schwierig, aber wir müssen unser Vertrauen in Dumbledore beibehalten. Ohne Vertrauen sind wir nichts. Moodys Verlust sollte uns vor Augen führen wie verwundbar wir sind."
„Moody ist gestorben weil dieser Gnom ihn verraten hat. Genauso wie Dumbledore gestorben ist weil ihn Snape verraten hat. Wie viele Freunde müssen wir noch verlieren?" Ron war außer sich. Er konnte nicht verstehen warum dieses Thema überhaupt zur Debatte stand.
„Dumbledore wäre so oder so gestorben. Seine Hand war schwarz vor Fäulnis! Er hatte Snape darum gebeten um seine Position bei Voldemort zu festigen!"
„Aber Snape ist nicht bei Voldemort, er steht vor unserer Tür!"
„Mit Hermine!"
„Lass Hermine aus dem Spiel, ich will gar nicht wissen was er ihr eingeflößt hat, dass sie ihm nachrennt wie ein Hund."
„Ron, du warst in der Nacht dabei. Du hast den Zauber von Dumbledore gesehen. Außerdem erinnere ich mich noch gut daran WARUM Hermine angegriffen wurde!"
Harry erschrak. Er bereute seine Aussage sobald sie seinen Mund verlassen hatte. Ron sank in sich zusammen und starrte auf den Boden vor sich. Harry wollte sich entschuldigen aber Remus viel ihm ins Wort. „Es bringt jetzt nichts sich zu streiten. Wir müssen eine Entscheidung treffen die das beste für den Orden und die Zukunft ist! Ich sage, wenn wir schon nicht Severus vertrauen, vertrauen wir auf Dumbledore."
Es herrschte betretene Stille. Tonks atmete tief ein und stimmte Remus zu. Er sah sie liebevoll an und drückte ihre Hand. Man konnte ihren Schmerz von Moodys Verlust in ihren Augen sehen.
Nach wenigen Minuten stimmten alle außer Ron Remus zu. Ron starrte noch immer auf dem Boden und sagte nichts. Molly hätte sich um ihn gekümmert, jedoch brauchte George sie weit aus mehr. Dieser lag noch immer verletzt auf der Couch und schlief dank eines Heiltrankes fest und friedlich.
Harry blickte zu Ron hinüber, ihn plagte ein schlechtes Gewissen. Ginny saß neben ihm und drückte leicht seine Hand. „Er wird sich schon einkriegen. Das tut er immer." Ginny versuchte Harry aufzumuntern, dieser war sich tief im inneren jedoch nicht so sicher was seine Zukunft mit Ron und Hermine anbelangte. Es stimmte schon, Ron hatte öfters seine Phasen, jedoch dauerten diese nie allzulange an und das Trio fand immer zusammen. Diesmal war es anders. Harry vermutete, dass Ron seit längerem mehr als Freundschaft für Hermine empfand. Er war sich auch immer sicher, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhte, jedoch veränderte Hermines Verwandlung und Severus neue Rolle in ihrem Leben alles. Harry hoffte inständig, dass die Freundschaft stark genug war um Rons gekränkten Gefühle zu überstehen.
Rasch schrieb er einen Brief an Hermine und schickte die Eule der Weasleys los. Je eher die drei, besser gesagt, die vier beinander waren, desto eher konnten sie mit der Suche beginnen und aufbrechen. Harry hatte ursprünglich vor sich alleine auf die Suche zu machen, jedoch wusste er, dass er ohne Unterstützung von seinen Freunden diese Aufgabe nie bestreiten konnte.
