Severus lag mit Hermine auf einem Polsterhaufen, den Hermine liebevoll ihr Nest nannten, und las ein Buch, von dem er glaubte es könnte ihm Hinweise für Dumbledors Auftrag bringen. Hermine lehnte an seiner Schulter und blätterte ebenfalls in einem Buch.
Sie genoss die Nähe und wurde immer wieder von Severus Duft abgelenkt. Sie las inzwischen zum dritten Mal denselben Absatz, konnte aber immer noch nicht den Inhalt benennen. Schließlich gab sie auf, schloss genüsslich die Augen und gab sich dem Gefühl hin. Sie lauschte seinem gleichmäßigen Atmen und seinem Herzschlag als sie auf einmal die Schwingen eines größeren Vogels vernahm. Alarmiert sprang sie auf und ging zum Fenster. Severus sah verstört auf und verspürte leichten Ärger über den Verlust Hermines Wärme. Hermine war es zwar noch nicht aufgefallen, aber sie gab eine fiebrige Wärme ab, an die sich Severus besonders an kühlen Abenden gewöhnen könnte.
Hermine erkannte die Eule der Weasleys und nahm ihr den Brief mit zittrigen Händen ab. Sie war nervös und aufgeregt. Es war eindeutig Harrys Handschrift, wie versprochen schrieb er ihr. Sie hielt den Brief in den Händen und machte sich bereit. Unweit von ihr stand Severus langsam auf und ging zu ihr.
Ihn durchzogen diverse Gedanken, die er bis jetzt ungestört unterdrücken konnte. Was wenn der Orden ihn ausschloss. Wie sollte er Harry helfen wenn sein ganzes Umfeld gegen ihn war, was wenn Harry sich umentschloss. Was würde sich Hermine fühlen, wenn sie wegen ihm nicht mehr zum Orden gehören würde. Severus spielte nervös mit den Händen und versuchte diese vor Hermine zu verstecken. Diese blickte ihn unsicher an und öffnete auf sein Nicken hin den Brief.
Hermine,
Remus und ich konnten die restlichen Ordensmitglieder von Severus Absichten überzeugen. Ron ist noch skeptisch, aber gut du kennst ja Ron. Er wird sich schon einkriegen. Freue mich auf dich.
Dein Harry
P.s.: Molly besteht darauf, dass du zur Hochzeit kommst.
Hermine atmete erleichtert auf und strahlte Severus an. Dieser konnte nicht anders und erwiderte ihr Lächeln mit einem schiefen Grinsen.
Severus hielt es für das beste nur für die Ordenstreffen den Fuchsbau aufzusuchen. Er wollte nicht unnötigen Zwist provozieren und schlug Hermine vor, sie könne doch beim Fuchsbau wohnen. Insgeheim hoffte er inständig sie würde ablehnen und bei ihm bleiben. Auch wenn er es niemals zugeben würde, er würde sie dermaßen vermissen, dass er sogar ein Haus voller Weasleys in Kauf nahm nur um in ihrer Nähe zu sein.
Hermine lehnte sofort ab. Sie wusste zwar, dass es besser für ihre Freundschaft zu Harry und Ron wäre, würde sie im Fuchsbau bleiben, jedoch ertrug sie kaum den Gedanken daran von Severus getrennt zu sein. Vor allem wenn er alleine hier bleiben würde.
Severus war erleichtert und ließ sich das wie immer nicht anmerken. Er zuckte lediglich die Schultern und murmelte akzeptierende Worte. Hermine beobachtete ihn und bewunderte sein schauspielerisches Talent. Anscheinend wusste er nicht, dass sein Herz bei jeder Berührung und bei jedem Blick schneller schlug. Und dass Hermine das hören konnte. Somit ist seine Fassade komplett zwecklos. Dennoch sie wollte nicht, dass er sich verunsichert fühlte und kommentierte es nicht. Sie war gespannt was die nächsten Tage bringen würden und vor allem, wie Ron jetzt auf sie reagieren würde.
