Hotel Saint Marks Place,
Manhattan, New York

Das Hotel glich einer Absteige, die Fassade bröckelte langsam aber sicher ab und das Balkongeländer sicherte niemanden mehr. Kate blickte das Gebäude entlang und sah die dicken Vorhänge vor den Fenstern. „ Warum sucht man sich so ein Hotel aus?" fragte Ryan neben ihr und schüttelte den Kopf. „ Es ist billig, wie man sieht." Kate lief geradewegs zum Eingang und öffnete die Tür, Ryan hielt diese fest und wartete bis Beckett hinein lief. Das Foyer wurde spärlich durch herunterhängende Leuchten erhellt, einige flackerten erbärmlich vor sich hin. Beckett entdeckte auf einer abgewetzten Couch ein Pärchen, welche unschikaniert herummachten. Als ihr Blick wieder durch die Vorhalle streifte, entdeckte sie die Rezeption. Sie spürte wie Ryan und Castle neben ihr aufholten, Ryan war als erster an dem Tresen. „ Schönen guten Tag. Ich bin Detective Ryan von NYPD und das ist Detective Beckett. Wir hätten ein paar Fragen an Sie." während er sprach lehnte er sich über den Tresen und blickte zu der kleinen Frau herunter. Erschrocken blickte diese zu ihm und sprang von ihrem Stuhl auf, trotzdem war sie nicht größer, Ryan sah wie sie Kate anblickte und versuchte wieder die Aufmerksamkeit zu bekommen. Richard beobachtete das Szenario hinter Kate, erst als die kleine Frau auch ihn anstarrte wurde Ryan langsam aber sicher wütend. „ Würden Sie unsere Fragen beantworten oder wollen Sie lieber ihren Chef holen?" fragte Kevin und lehnte sich tief zu ihr. Ruckartig blickte sie zu ihm und nickte nur, ihre Augen waren soweit geweitet das Castle befürchtet das sie ihr aus den Höhlen kullerten. Kate zog Ryan leicht am Ärmel, damit er nicht mehr die Frau bedrängte. „ Ich werde versuchen ihre Fragen zu beantworten, wenn Sie wollen rufe ich den Eigentümer an, damit er hier her kommt." Kate war überrascht dass die Frau, welche zitterte und nervös umher schaute so gefasst sprechen konnte. Sie sah wie Ryan seinen Notizblock heraus holte und irgendetwas hinein kritzelte. „ Wollen Sie etwas trinken?" fragte die kleine Frau und lief um den Tresen herum. Sie lief ohne zu warten an ihnen vorbei und ging zu einer Tür, schnell folgten Kate, Ryan und Castle ihr. Als sie an dem Pärchen vorbei liefen tippte die Frau die zwei an, verwirrt blickten diese auf. „ Könntet ihr das bitte in einem Zimmer machen." Sie hielt ihnen ein Schlüssel hin, grinsend nahm der Mann diesen und zerrte seine Freundin erregt nach oben. Als beide verschwunden waren zeigte die Frau auf die Couch. „ Setzen Sie sich bitte, wenn sie stehen macht mich das nervös." Kate sah die angeekelten Gesichter von Ryan und Castle und musste grinsen, schnell nahm sie die Aufforderung an und setzte sich. „ Wollen Sie einen Kaffee?" Die drei nickten daraufhin ging die zu der Tür und verschwand. „ Bist du sicher dass die Couch schmutzfrei ist?" fragte Ryan und blickte immer noch angeekelt darauf. „ Ich habe nicht hingeschaut, also setzt euch endlich." Die Männer setzten sich und versuchten nicht weiter umher zuschauen.
Die kleine Frau kam mit einem Tablett zurück und stellte die Tassen auf den schmuddeligen Tisch vor der Couch. „ Leider habe ich keine Milch mehr."
„ Das ist nicht so schlimm Miss." Antwortete ihr Kate und nahm die Tasse, sie versuchte diese nicht anzublicken, doch es fiel ihr schwer. „ Oh, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Sara Newman." Sie nahm einen großen Schluck ihres Kaffee und blickte dabei Kate intensiv an. „ Miss Newman, haben Sie diesen Mann in den letzten Tagen gesehen?" Kate zeigte ihr das Bild von Gabriel Brewster. Sara blickte erschrocken zu dem Mann und drehte sich weg. „ Ja, ich kenne Ihn. Was hat er getan?"
„ Er ist tot, Miss Newman. Er hat hier eingecheckt, stimmt das?"
„ Ja, vorgestern." Sie blickte betrübt auf den Boden. „ War er allein?"
„ Gestern nicht." Castle beugte sich zu ihr. „ Und vorgestern?"
Kate sah wie Sara errötete und weiter auf den Boden starrte. „ Er ist allein hier angekommen."
„ Miss Newman erzählen sie uns bitte alles. Niemand wird davon erfahren." versuchte Kate sie zu beruhigen.
„ Das ist mir jetzt wirklich peinlich. Wir haben mit einander geschlafen, doch gestern wollte ich zu ihm gehen da sah ich wie eine andere Frau zu ihm gegangen ist." Kate war ein wenig verblüfft, damit hatte sie nicht gerechnet. „ Hat er ihnen etwas erzählt, zum Beispiel über seine Frau oder irgendwas anderes?"
„ Seine Frau! Dieser Hurensohn hat gesagt er wäre Single!" Sara sprang wütend auf und ballte die Fäuste. „ Miss Newman, beruhigen Sie sich bitte."
„ Beruhigen, Sie denken jetzt doch das ich mit jedem schlafe der hier eincheckt!" Kate stellte sich hin und fasste die Frau am Arm. „ Sara, das denke ich nicht. Bitte beruhigen Sie sich." Sara blickte ängstlich zu Kate und setzte sich wieder. „ Entschuldigen Sie, aber Tim war in dieser Nacht nicht wie alle anderen, sondern so einfühlsam. Ich dachte er meint es ernst, wenn ich mir das jetzt so überlege war ich verdammt Naiv."
„ Wie nannten Sie ihn gerade?" fragte Ryan. „ Tim Nash. Unter diesen Namen ist er auch hier eingecheckt. Warum?"
„ Ähm, muss man hier keinen Personalausweis vorzeigen?" fragte Richard verwirrt. „ Nein, weil er 50$ als Kaution hinterlassen hat. Wie hieß er wirklich?"
„ Gabriel Brewster." antwortete ihr Kate. „ Miss Newman hat er ihnen vielleicht irgendetwas erzählt?"
„ Was wollen Sie hören Detective Beckett. Er hat mir nichts über sein Leben erzählt, oder sonst etwas. Das einzige was ich sagen kann ist, dass er gestern Besuch von einer Frau hatte. Sie war vielleicht 1.75m groß, blond und verdammt attraktiv."
„ Sie könnten sie nicht einem Zeichner beschreiben, oder?" fragte Ryan und schrieb schnell in seinen Block. „ Nein, wie sie sehen ist es hier nicht gerade hell und um ehrlich zu sein ist es mir auch egal."
„ Können wir das Zimmer sehen oder hat es jemand anderes gemietet?"
Sara Newman sprang wieder auf und schlug sich gegen die Stirn. „ Warum hab ich daran nicht gedacht. Nein er hat das Zimmer für fünf Tage bezahlt. Seine Sachen müssten also noch dort sein."
„ Welches Zimmer?"
„ 23. Moment ich gehe den Zweitschlüssel holen." Geschwind lief sie um die Couch herum und holte den Schlüssel. Kate hatte sich erhoben und wartete auf sie. Sara lief zu dem kleinen Aufzug und drückte den Knopf, Beckett, Castle und Ryan gesellten sich zu ihr und warteten. „ Der Aufzug ist nur für Zwei Personen gedacht. Wer möchte mit mir als erstes nach oben?" fragte Sara und blickte in die Runde. „ Ich." sagte Ryan knapp und hörte das Rumpel des Fahrstuhls. Als dieser endlich ankam lief Sara als erste hinein und drückte auf den Knopf. „ Wir warten oben ." Kate beobachtete wie Ryan ihr unsicher folgte, sie musste sich ein Lachen unterdrücken als der Fahrstuhl losfuhr.
„ Findest du es nicht merkwürdig dass die Zwei miteinander geschlafen haben?" fragte Castle und blickte zu ihr. „ Doch, bis jetzt verstehe ich Gabriel nicht, aber vielleicht finden wir etwas Interessantes in seinem Zimmer." Ein rattern drang zwischen den Türen zu ihnen, als die Fahrstuhltüren sich öffneten. „ Ladies First." Kate betrat den Fahrstuhl und spürte wie er sich leicht absenkte, als Richard ihr folgte amüsiert blickte sie zu ihm, als auch es bemerkte. „ Sag jetzt nichts." Mit einem Ruck setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung, erschrocken griff Richard nach Kates Arm. Das laute Surren machte ihn nervös, ein erneuter Ruck ließ den Fahrstuhl stoppen. Glücklich endlich angekommen zu sein trat Castle heraus und atmete tief ein. „ Rück zu werden wir die Treppe nehmen." Kate klopfte auf seine Schulter: „ Du willst nicht mit mir stecken bleiben?" Castle lächelte sie an und grinste frech. „ Dagegen hätte ich nichts einzuwenden." Ryan und Sara warteten an der gegenüberliegenden Wand, als Kate und Richard zu ihnen traten lief Sara den Gang entlang und blieb an dem Zimmer 23 stehen. „ Miss Newman, bitte gehen sie wieder nach unten, wenn wir etwas brauchen melden wir uns." Ein klein wenig traurig drehte Sara sich um du ging. Kate schloss die Tür auf, schnell trat Ryan hinein und sicherte den Raum.
„ Sauber." rief er als er aus dem Badezimmer zurück kam, Kate und Castle betraten das kleine Zimmer und schauten sich um.
Das Zimmer war verdammt klein, ein Doppelbett blockierte den kleinen Gang an der Wand. Dahinter stand ein alter Fernseher, Kate musste über das Bett um dort hinzukommen. Dort hingegen lag ein Reisekoffer, welcher aufgeklappt und durchwühlt wurde. Kate schlüpfte in ihre Einweghandschuhe und inspizierte den Koffer. Sie holte mehrere Hemden und Hosen heraus, als der gesamte Inhalt auf dem Bett lag spürte sie etwas unter dem Stoff. Ryan und Castle gesellten sich zu ihr und blickten interessiert zu. Kate suchte nach einen versteckten Fach, in der linken Ecke fand sie schließlich den kleinen Riss im Stoff. Sie zog leicht daran wie ein Reißverschluss öffnete sich der Schlitz und enthüllte eine kleine Holzbox. Kate holte diese heraus und stellte sie vorsichtig auf das Bett.
„ Hast du was im Bad gefunden, Ryan?"
„ Nur seine Zahnbürste und verdammt viele Kondome." Kate hatte sich zu ihm gedreht und zog ihre Augenbraue nach oben. „ Ruf bitte die CSU, damit sie das Bettlaken untersuchen. Und warne Miss Newman vor das wir ihre DNS brauchen." Ryan ging aus dem Zimmer, man konnte leise seine Stimme hören als er in das Telefon sprach.
„ Der Mann hatte viel zu tun."
„ Beneidest du Ihn?" fragte Kate. „ Mmmhh, nein. Er ist tot." Beckett richtete sich wieder auf und öffnete die Schatulle. Ein Brief und ein Schlüssel für ein Schließfach zeigen sich. Kate nahm den Brief heraus und öffnete diesen. Ein Bild zeigte Gabriel Brewster in einer prägenderen Situation. „ Jetzt bin ich neidisch." Kate blickte zu ihm und zog wieder ihre Augenbraue nach oben. „ Wegen der Frau?"
„ Was, nein. Aber er ist gelenkig, können wir das auch mal ausprobieren?" Kate verdrehte die Augen und nahm den kleinen Zettel heraus. Warum? Reiche ich dir nicht mehr! Schmore in der Hölle, Gabriel!"
„ Da ist jemand wütend. Denkst du Maya hat das geschrieben?" fragte Richard. „ Ich weiß es nicht. Die CSU muss sich eine Schriftprobe von ihr holen, dann wissen wir mehr."
Schritte hallten durch den Gang der dritten Etage, Kate blickte zur Tür und sah die CSUler dort stehen. „ Hey, bitte untersucht das Bettlaken und die Zahnbürste." Der Angesprochene nickte und zeigte seinen Leuten dass sie loslegen sollten. „ Habt ihr auch die DNA von der Angestellten genommen?"
„ Ja, ihr Kollege hat es uns gesagt." Kate und Richard verabschiedeten sich und warteten auf den Fahrstuhl. Als er endlich ankam stellten sich die Beiden herein. „ Ich würde mich Freuen, wenn der Fahrstuhl jetzt stehen bleiben würde." grinste Castle sie an.
Mit einem Ruck hielten sie im Erdgeschoss, traurig lief Richard raus. Ryan stand währenddessen bei Sara und wartete, als er Kate endlich entdeckte verabschiedete er sich bei ihr und lief zu Beckett.
„ Zurück zum Revier?" Kate nickte auf seine Frage. Als sie das schmuddelige Hotel verließen, bemerkte Richard die klare Luft und atmete befreit ein.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Kate durchsuchte das Revier nach Esposito, er verweilte nicht an seinen Platz genauso wenig im Pausenraum. Sie sah ihn endlich in einen Raum, doch als sie näher kommen wollte, sah sie wie Lanie sich an ihm vorbei drängte und seine Hand streifte. Kate sah das zufriedene Lächeln bei ihrer Freundin, auch Javier grinste über beide Ohren. Als Lanie an ihm vorbei war sah sie Beckett und zwinkerte ihr zu. Esposito entdeckte Kate jetzt auch und lief zu ihr, doch sie und Lanie gingen weg und flüsterten leise. „ Seit wann, Lanie?"
„ Wir waren Essen. Wenn heute nichts dazwischen kommt gehen wir nochmal aus." Kate sah wie Lanie mit ihren Händen spielte. „ Endlich, dass hat aber auch lange gedauert."
„ Das musst du gerade sagen." Gelächter drang an Castle und Ryans Ohr, verwirrt blickten sie zu Kate und Lanie, welche lachend durch das Revier liefen. Ohne Worte gingen sie an den Männern vorbei zum Fahrstuhl, Castle wollte ihnen gerade folgen, als Esposito ihn aufhielt. „ Beckett schafft Lanie nur zum Fahrstuhl."
Die beiden Frauen schafften es ihr Lachen zu unterdrücken, als Kate auf den Knopf drückte und wartete. „ Was war eigentlich heute Morgen mit euch los?" fragte Lanie wieder ernst. „ Rick wollte wissen ob wir zusammen sind."
„ Das hat er dich doch nicht so gefragt, oder?" Lanie riss ihre Augen förmlich auf. „ Doch. Das schlimme daran war das er sich so unsicher war."
„ Habt ihr das geklärt?"
„ Ja." Sie hatten keine Gelegenheit weiter zu reden, denn der Fahrstuhl unterbrach sie. „ Ruf mich an wegen deinem Date." grinste Kate ihr hinterher. Sie vernahm ein klopfen an der Tür und schüttelte immer noch grinsend den Kopf. Als sie wieder bei ihren Männern ankam, blickte sie kurz zu Javier und nickte ihm leicht zu. „ Was hast du herausgefunden?"
„ Maya Brewster hat ein gutes Motiv ihren Mann zu töten."
„ Die Lebensversicherung?" fragte Castle. „ Ja, eine Million Dollar."
„ Woher hat ein Security Mann so viel Geld?" fragte Ryan in die Runde. „ Er hat im Lotto gewonnen, die Hälfte ist für Glücksspiele draufgegangen und den Rest hat er angelegt. Aber das ist nicht das interessanteste."
Kate hatte sich an das Mordfallbrett gestellt und blickte neugierig zu Javier. „ Erzähl schon."
„ Maya war schon zweimal verheiratet gewesen mit Gabriel war es das dritte Mal. Und all ihre Männer sind gestorben."
„Wie?" fragten Kate und Castle gleichzeitig. Javier grinste wieder und heftete zwei weitere Bilder an die Tafel. „ Das sind Norman Kennedy und Ryan Redfield, beide starben durch Lungenversagen. Die damaligen Gerichtsmediziner befanden es als Altersschwäche, wie ihr unschwer erkennen könnt waren die beiden Herren Mitte achtzig. Deshalb sah man die Verbindung nicht. Ich habe Lanie gebeten die Berichte zu lesen und siehe da beide wurden voraussichtlich vergiftet."
„ Lass mich raten Sie hatten viel Geld, oder?" fragte Kate und zog ihre Augenbraue nach oben. „ Insgesamt hat sie 3 Millionen Dollar erbeutet."
„ Haben wir auch Beweise?" fragte Castle und schaute die Bilder an. „ Nein, Sie hat sich auch Männer gesucht welche keine Verwandtschaft haben."
Kate drehte sich zu ihren Detectives: „ Lasst bitte Maya Brewster observieren und recherchiert über Gabriels Verwandtschaft." beide nickten zu ihr und gingen zu ihren Tischen. Kate beobachtete wie Castle die Bilder der Männer anstarrte. „ Was überlegst du?"
„ Warum machen Frauen das. Ist Geld wirklich so wichtig?"
„ Fragst du mich das?" Innerlich selbstverfluchenden blickte er zu Kate und rechnete damit das sie ihn wütend taxierte, doch sie lächelte ihn schief an. „ Nein, ich verstehe nicht dass sie so lügen können, nur wegen Geld."
„ Ich verstehe es auch nicht, Rick. Warum nehmen Männer sich immer jüngere."
„ Oh, doch das kann ich verstehen." Kate zog ihre Augenbraue nach oben und blickte ihn tief in die Augen. „ Ach ja, warum?"
„ Ich würde es nicht tun. Ich bräuchte es auch nicht." Castle zog sie bestimmend zu sich. „ Ich habe die Frau meines Lebens schon gefunden und muss sie auch nicht auswechseln." Kate vergaß dass sie im Revier waren und es war ihr auch egal. Sie nahm stürmisch seinen Kopf und zog ihn leicht zu sich nach unten. „ Ich liebe dich, Rick." Sie küsste ihn zärtlich und drückte ihren Körper näher an seinen, Kate spürte wie Rick sie festhielt. Nach ihrem Kuss vergrub Castle seinen Kopf an ihrer Schulter und knabberte genüsslich an ihrem Ohr. „ Heirate mich, Kate." Castle spürte wie Kate abrupt aufhörte seinen Nacken zu streicheln und sich von ihm wegdrückte. Er sah ihre verblüfften Augen: „ Richard, du weist das ich dich liebe, aber."
„ Aber?" Sie sah seine Unsicherheit und wusste nicht was sie ihm antworten sollte. „ Es ist zu früh."
Richard lächelte zart und küsste sie. „ Wenn ich dir einen Verlobungsring geben würde, würdest du nicht nein sagen. Habe ich das richtig verstanden?"
„Ja." Richard löste sich von ihr und blickte auf ihren Schmollmund. „ Gut, kümmern wir uns jetzt wieder um den Fall."
Als Richard und Kate sich umdrehten sahen sie die grinsenden Gesichter von Ryan und Esposito. „ Wir wollten euch nicht stören, aber wir haben die Familie von Gabriel erreicht. Seine Schwester ist auf dem Weg."
„ Aus Nevada?" fragte Kate verblüfft und blickte auf die Uhr. „ Nein nur Gabriel wohnte dort, eigentlich kommt er aus Connecticut. Seine Eltern sind vor vier Jahren gestorben."
„ Hat Sie gesagt wann sie hier eintreffen wird?"
„ In vielleicht zwei Stunden." Ryan telefonierte währenddessen und legte zufrieden den Hörer zurück. „ Maya wird ab sofort observiert."
„ Gut, Esposito hast du den damaligen Gerichtsmediziner gefunden?"
„ Ja, nur der eine ist gestorben und der Andere war damals noch ein Frischling."
„ Wenn er die Akte durchliest erinnert er sich vielleicht wieder. Rick und ich gehen ihn besuchen, wenn bis dahin die Schwester da ist befragt sie bitte."
Die beiden nickten zufrieden und gingen in den Pausenraum. Kate nahm ihren Autoschlüssel vom Tisch und lief mit Castle zum Fahrstuhl.

State Coroner,
The Office of Chief Medical Examiner,
520 First Avenue, Manhattan
New York

Das Gebäude ging zwischen den hohen Türmen unter. Die Eingangshalle wurde durch die großen Glastüren erhellt, trotzdem wirkte es nicht einladend sowie alle Behördengebäude. Castle blickte sich in der Halle um, Kate ging direkt zum Pförtner und fragte nach Doktor Carl Baldwin. Sie zeigte Richard dass er ihr folgen sollte und lief geradewegs zum Treppenhaus. In der ersten Etage gingen sie einen langen monotonen Gang entlang und hielten schließlich vor der Tür 1.34. Kate klopfte an und wartete nicht darauf hereingebeten zu werden, sondern öffnete einfach die Tür. „ Mister Baldwin, ich bin Detective Kate Beckett NYPD. Und das ist Richard Castle." Dr. Carl Baldwin blickte verdutzt zur den Eindringlingen. „ Was wollen Sie?"
„ Ich habe ein paar Fragen zu einen ihrer Fälle." Kate überreichte ihm die Akte von Ryan Redfield. Carl Baldwin schlug diese auf und las sich seinen eigenen Bericht durch. „ Das war noch in meiner Anfangszeit. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, weil es Altersschwäche war."
„ Erinnern Sie sich vielleicht an seine Frau. Maya Redfield?" Kate reichte ihm das Bild von Maya. „ sie ist jetzt etwas älter, als damals. Leider haben wir kein Bild aus dieser Zeit."
Carl verzog säuerlich sein Gesicht, auf seiner Stirn bildeten sich Runzeln als er überlegte. „ Ja ich erinnere mich an sie. Ihre Trauer hielt sich in Grenzen und sie hätte seine Tochter sein können, wenn nicht sogar Enkel."
„ Haben Sie damals auf eine Vergiftung hin untersucht?"
„ Nein, wieso auch. Seine Krankenakte zeigte das er Probleme mit seiner Lunge hatte." Dr. Baldwin reichte Kate die Akte und das Bild. „ Wir vermuten dass er durch Arsen vergiftet wurde."
„ Nein, das wäre mir sofort aufgefallen." Carl blickte verachtend zu Beckett. „ Vielleicht haben Sie es übersehen, dadurch Sie nur Augen für die Witwe hatten." Kate sah seinen überraschten Ausdruck und fühlte sich bestärkt in ihrer Vermutung. „ Was hat Sie ihnen geboten Mister Baldwin. Hat Sie mit ihnen geschlafen oder Geld gegeben?"
„ Verschwinden Sie! Ich bin nicht bestechlich und habe meine Arbeit richtig gemacht. Raus jetzt!" Kate blickte ihn lächelnd an, Castle öffnete die Tür und wartete bis Kate an ihm vorbei trat, als sie zwischen dem Türrahmen stand drehte sie sich noch einmal um. „ Danke." damit verschwanden sie und ließen einen verzweifelten Carl Baldwin zurück.
„ Wie bist du darauf gekommen?" fragte Richard als sie den langen Gang zurück liefen. „ Er hat sich das Bild nur kurz angesehen. Ich wusste es nicht." Als sie aus dem Gebäude traten, wählte Kate Ryans Nummer. „ Ryan überprüf bitte Dr. Carl Baldwin und lass ihn auch observieren." Als sie aufgelegt hatte schloss Kate das Auto auf und fuhr zurück zum Revier. „ Denkst du er wird Kontakt mit ihr aufnehmen?"
„ Ja, wenn es stimmt. Ich denke er wird mehr Geld von ihr verlangen, damit er weiter lügt."
„ Wollen wir wetten?"
„ Ok."
„ Ich bin dafür dass er kein Geld, sondern Sex von ihr will." Kate blickte belustigt zu ihm. „ Was ist der Einsatz."
„ Na ja Geld brauche ich nicht." Er grinste verschmitzt zu ihr: „ Der Verlierer muss den Gewinner überraschen."
„Abgemacht, denk dir schon mal etwas aus."

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Als Kate und Richard im Revier ankamen sahen sie wie Ryan und Esposito mit einer Frau sprachen. Kate öffnete vorsichtig die Tür und blickte in das verweinte Gesicht von Gabriels Schwester. „ Miss Brewster darf ich Ihnen Detective Kate Beckett und Richard Castle vorstellen." beide setzten sich und blickten mitfühlend zu ihr. „ Julia hat uns gerade erzählt dass ihr Bruder sich von Maya scheiden lassen wollte, weil sie ihn betrogen hat."
„ Haben Sie in letzter Zeit etwas von ihm gehört?" fragte Kate und reichte ihr ein Taschentuch. „ Ich habe ihn gestern in einem Hotelzimmer besucht." Beckett blickte sich die Frau an und schätzte sie auf 1,65m, aber das wichtigste Detail war ihre Haarfarbe. Sie hatte rabenschwarze Haare, somit war sie nicht die Frau, welche Sara Newman gesehen hatte. „ Wann waren Sie bei ihm?"
„ Gegen sechs, wir sind Essen gegangen, danach musste ich wieder nach Hause. Gabriel wollte nicht dass ich ihn zurück fahre. Hätte ich es doch gemacht und wäre noch bei ihm geblieben." Julia begann wieder zu weinen. „ Sie haben keine Schuld daran, Julia. Hat er ihnen etwas über eine andere Frau erzählt?"
„ Nein, warum?" Sie blickte Kate durchdringend an. „ Wir haben eine Zeugenaussage, dass eine blonde Frau ihn besucht hatte."
„ Wenn Sie jemanden verhaften müssen, dann Maya. Sie wollte nur sein Geld und … jetzt hat Sie alles."
„ Ich verspreche Ihnen dass wir alles daransetzen den Mörder ihres Bruders zu finden."
Julia stand langsam auf und lächelte Kate gezwungen an. „ Danke, Detective Beckett. Wenn Sie noch Fragen haben, rufen Sie mich einfach an." Als Julia Brewster gegangen war, standen die Vier wieder an dem Mordfallbrett und starrten es regelrecht an, als ob jeden Moment eine Eingebung kommen würde. „ Haben wir schon etwas über Doktor Carl Baldwin erfahren?" Javier schüttelte den Kopf und blickte auf die Uhr. „ Er wird observiert, bis jetzt hat sich noch keiner gemeldet." Nachdem Esposito auf die Uhr geschaut hatte blickte auch Kate auf ihre. Sie erinnerte sich wieder daran das Lanie und Javier heute ausgehen wollten, deshalb beschloss sie Ryan und ihn nach Hause zu schicken. „ Jungs, geht nach Hause. Wir sehen uns morgen früh in alter Frische." Sie sah das überraschte Gesicht von Ryan und das kleine Lächeln bei Javier, fröhlich pfeifend verließ er das Revier gefolgt von Ryan. „ Was machen wir zwei jetzt?" fragte Castle und wackelte mit seinen Augenbrauen. „ Wollen wir essen gehen?"
„ Ich würde lieber mit dir kochen." Kate nahm sich ihre Jacke, welche auf ihrer Stuhllehne hing und hakte sich bei Richard ein. „ Einverstanden und was gibt es?"
„ Kommt darauf an was noch im Kühlschrank ist." Kate stupste ihn leicht an, danach lehnte sie sich an ihn und beide gingen gemütlich aus dem Gebäude.