Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Der neue Tag hatte ausnahmsweise nicht mit einem vorzeitigen wecken, durch das Handy begonnen. Erleichtert endlich einmal nicht eher auf Arbeit zu sein, betrat Javier das Revier, mehr denn je überraschte es ihn dass alle Anderen schon da waren und niemand ihn rief. „ Hey Esposito, du kommst genau richtig. Wir haben gerade erfahren das Maya Brewster und Carl Baldwin sich getroffen haben." rief Ryan freudestrahlend durch das Büro. Javier beobachtete wie Ryan mit dem Autoschlüssel zu ihm kam, gemeinsam verließen sie das Revier wieder.
„ Wo geht es hin, Ryan?" fragte Javier und blickte aus dem Fenster. „ Zur Gerichtsmedizin."
„ Was, sind Beide tot?" Kevin blickte kurz zu ihm und grinste. „ Nein, wir besuchen Doktor Baldwin. Er ist in seinem Büro."
„ Sollen wir ihn festnehmen?"
„ Jap. Beckett holt währenddessen Maya Brewster ab."
Als sie endlich das Gebäude erreichten, wartete ein Kollege, von ihnen, vor der Tür. Er rauchte genüsslich seine Zigarette und blickte gelassen zu ihnen. „ Morgen Brian, ist der Verdächtige noch oben?" fragte Kevin und blicke dabei durch die große Glastür. „ Ihr habt aber wieder Schwein, Jungs. Eurer Fall ist so gut wie abgeschlossen." Er schüttelte anerkennend mit dem Kopf und grinste. „ Das werden wir sehen. Danke du kannst jetzt Feierabend machen." Brian grinste weiter und verließ die Beiden zum Abschied hob er noch seine Hand und stieg ins Auto. Kevin wurde langsam nervös, Javier kannte seinen Partner gut um zu wissen dass er Angst hatte den Verdächtigen zu verpassen. Esposito machte die Tür auf und wartete das Ryan an ihm vorbei lief. Der Pförtner beachtete sie nicht weiter, deshalb liefen sie schnell die Treppen nach oben und gingen den langen Gang entlang. An Dr. Baldwins Tür blieben sie stehen, Kevin legte sein Ohr an die Tür und versuchte etwas zuhören. Er signalisierte Esposito das niemand sprach, geschwind öffnete dieser darauf die Tür. „ NYPD!" schrie Javier in das Zimmer, erschrocken sprang Carl Baldwin von seinen Stuhl auf und zitterte am ganzen Körper. „ Was soll das! Haben Sie den Verstand verloren!" Javier achtete nicht weiter auf ihn, sondern sicherte jede noch so kleine Ecke des Zimmers. Ryan hingegen lief direkt zu Carl Baldwin und zückte seine Handschellen. „ Sie haben die Wahl mit oder ohne Handschellen." Entrüstet blickte er auf die metallenen Ketten, welche sich langsam drehten. „ Sie können mich nicht festnehmen. Ich bin unschuldig." Seine Stimme versagte ihm den Dienst und klang nur noch flehend. „ Doktor… Mister Baldwin. Wir haben ein paar Fragen an Sie."
„ Fragen Sie schon! Ich kooperiere." Seine Hände hatten sich ineinander geschlungen als ob er beten wollte. „ Das müssen wir auf dem Revier machen." Mischte sich nun Javier ein und blickte Carl durchdringend an. „ Ok, aber ohne die Handschellen."
„ Einverstanden."
Carl Baldwin folgte Detective Ryan verunsichert, er spürte das Esposito ihn beobachtete, welcher direkt hinter ihm lief. Der Weg zum Revier verlief reibungslos, Carl sprach während der Fahrt kein Wort und starrte aus dem Fenster, versunken in seinen Gedanken.
Während Ryan und Esposito Carl Baldwin festnahmen, versuchten auch Beckett und Castle Maya Brewster zu finden. Die Männer, welche Sie observierten, sagten Kate dass sie zu Hause war, deshalb fuhr Kate geradewegs dorthin. An der Tür angekommen blickte sie die Namen der Hausbewohner an und suchte nach Brewster. „ Ist das etwa das falsche Haus?" fragte Castle verwirrt neben ihr. „ Nein." Er sah ein kleines gewinnendes Lächeln auf ihren Lippen. „ Sie wohnt auf unter anderen Namen hier." Kate tippte auf die Klingel im ersten Stock, verwirrt blickte Castle auf den Namen und schlug sich gedanklich an die Stirn. Redfield. Wer auch immer dort wohnte war sehr vertrauenswürdig, denn die Tür wurde sofort geöffnet. Kate und Richard liefen die paar Stufen nach oben und klingelten an der Wohnungstür, diese öffnete sich augenblicklich. Das verwirrte Gesicht von Maya Brewster kam ihnen entgegen, Sie wollte die Tür abrupt wieder schließen, doch Kate stellte ihren Fuß dazwischen. Erschrocken über Becketts Schnelligkeit taumelte Maya ein wenig nach hinten, geschwind trat Kate in die Wohnung ein gefolgt von Castle. „ Miss Brewster, ich muss Sie mit auf das Revier nehmen. Wir haben noch weitere Fragen an Sie."
„ Das können Sie nicht machen!" schrie Maya plötzlich und wollte wegrennen. Kate hielt sie am Arm fest und zückte mit der anderen Hand ihre Handschellen. „ Doch ausreichenden Verdacht auf Mord schon." Sie drehte Maya leicht um und ergriff ihren andere Hand, behänd ließ sie die Handschellen einrasten und führte Maya nach draußen. Castle fasste sie an der Schulter und führte sie die Treppen nach unten, Kate schloss währenddessen die Wohnungstür und folgte den Beiden.
Ihre Fahrt verlief nicht so ruhig wie bei Esposito und Ryan. Maya brüllte und schrie mit Leibenskraft den gesamte Fahrt, Richard hielt es nicht mehr aus und setzte sie wieder zu Beckett nach vorn, dort drehte er das Radio laut und versuchte Maya zu ignorieren.

Die Detectives, Capt. Montgomery und Castle standen in den kleinen Observationsraum und blickten durch die Scheibe, dahinter saß Doktor Carl Baldwin. Wie ein verängstigtes Tier blickte er umher, seine Finger hatten sich ineinander verknotet. Er versuchte ständig durch den Raum zu blicken um nicht sein Spiegelbild zu betrachten und noch nervöser zu werden.
Kate sah die Schweißperlen auf Carls Stirn, sie überlegte immer noch wen sie verhören sollte. Auf der anderen Seite saß Maya Brewster, welche ihre Fingernägel säuberte. Sie stierte kurz zu dem Spiegel und blickte verachtend. In diesem Moment wusste Beckett das sie nicht mit Maya reden wollte. „ Esposito ihr befragt Maya." Sie nickten ihr nur zu und gingen aus den Raum, kurz darauf beobachteten sie wie die beiden Detectives sich zu Maya setzten.
„ Miss Brewster, wir haben erfahren dass sie schon zweimal verheiratet waren. Das hat uns ein wenig stutzig gemacht, gerade als wir herausgefunden haben dass beide verstorben sind. Wollen Sie uns etwas darüber erzählen?"
Maya blickte Javier giftig an und rümpfte die Nase. „ Was wollen Sie mir unterstellen, Detective!"
„ Das kann ich ihnen sagen. Sie haben ihre Männer mit Arsen vergiftet um das Geld zu kassieren."
„ Das soll doch ein Scherz sein, oder? Sie unterstellen mir das ich beide vergiftet habe!"
Javier blickte gelassen zu ihr und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, daraufhin übernahm Ryan. „ Sie haben auch Gabriel vergiftet. Was ist passiert, hat er ihnen gedroht sich scheiden zu lassen? Bekamen Sie Angst das er davor nicht sterben würde?" Maya lief vor Zorn rot an und knallte ihre Hand auf den Tisch. „ Das ist nicht wahr!"
„ Sind Sie sich da sicher. Wir haben Carl, Miss Brewster. Desweiteren haben wir auch Beweise, unsere Gerichtsmedizinerin hat eindeutige Beweise für eine Arsen Vergiftung gefunden. Sie haben es ihm in kleinen Mengen verabreicht und gewartet. Nur bei ihren älteren Männern ging es schneller nicht wahr? Gabriel war ein wenig zäher. Er hat herausgefunden das Sie eine Affäre haben und wollte sich deswegen scheiden lassen, stimmt das so?"
Um seinen Partner zu unterstützen sprach auch Javier noch einmal, bevor er und Ryan den Raum verlassen wollten. „ Hören Sie Miss Brewster, wir haben keine Lust auf Spielchen. Wir werden jetzt gehen und Sie können darüber nachdenken, ob Sie mit uns reden wollen oder nicht." Damit verschwanden die Beiden und beobachteten wie Maya ihren Kopf zwischen ihre Hände vergrub. Sie drehten sich um und starrten durch das andere Fenster, dahinter versuchte Kate Carl Baldwin zu brechen.

„ Mister Baldwin, wir wissen das sie sich mit Maya Brewster getroffen haben. Warum?" fragte Kate als sie den Raum betrat. Sie setzte sich hin und blickte ihn fragend an. „ Ich habe mich nicht mit ihr getroffen. Sie haben keine Beweise!"
„ Doch wir haben Sie observieren lassen. Was wollten Sie von Maya?" Weil er nicht sofort sprach mischte Richard sich ein. „ War es Geld oder Sex?" Er erntete einen verwirrten Blick von Carl. „ Wie bitte?"
„ Ach kommen Sie, wir wissen dass Sie die Obduktionsberichte gefälscht hatten. Wie viel haben Sie dafür bekommen?"
Kate sah deutlich dass er mit sich wrang nervös blickte er zwischen Castle und Beckett hin und her. „ 250.000 $. Ich habe mehr Geld von ihr verlangt, ansonsten hätte ich etwas durchsickern lassen."
Kate blickte kurz zu Richard und sah sein enttäuschtes Gesicht, als ihm klar wurde das er seine Wette verloren hatte.
„ Wie hat Sie ihren Mann umgebracht?"
„ Mit Arsen, ich habe damals die Spuren einer Vergiftung gefunden und das Blut untersucht." Kate hatte sich erhoben und blickte verachtend zu Carl nach unten. „ Das hat Konsequenzen, aber das wussten Sie schon. Sie können Ihren Anwalt anrufen." Beckett wartete nicht auf weitere Kommentare, sondern ging schnell aus dem Verhörraum gefolgt von Castle.

„ Hast du Ihn geknackt, Beckett?" fragte Javier und stand neben dem Mordfallbrett. „ Ja, er hat es zugeben und wie lief es mit Maya?"
Ryan lächelte sie an und zeigte zum Verhörraum. „ Sie ist soweit. Wir wollten dir den Rest überlassen."
Richard starrte währenddessen die Tafel an und schüttelte den Kopf. „ Das ist zu einfach." nuschelte leise vor sich hin. „ Hast du etwas gesagt, Castle?" fragte Javier und stellte sich neben ihn. „ Das war zu einfach und wie soll Maya Gabriels Körper aufhängen."
„ Das Leben ist nicht eins von deinen Büchern, Castle. Manchmal sind die Fälle nicht makaber." Kate hörte interessiert den Beiden zu und verstand warum Richard Zweifel hatte. „ Ihr hab Sie daraufhin nicht angesprochen, oder?" Die beiden Detectives blickten sich kurz an und schüttelten die Köpfe. „ Dann werden wir das jetzt machen. Bist du soweit, Rick?"
„ Immer bereit." Javier und Ryan verdrehten daraufhin ihre Augen und klopften Richard auf die Schulter. Gemeinsam liefen sie zum Verhörraum, Kate öffnete die Tür mit einem Ruck und blickte in das verweinte Gesicht von Maya. Jetzt wo sie dem Gefängnis näher rückte zeigte Maya Gefühle und hatte Angst, pure Angst wie Kate feststellte. „ Miss Brewster haben Sie ihren Mann umgebracht?"
„ Ja."
„Haben Sie Gabriel auf gehangen um es als Selbstmord zu deklarieren?" Erschrocken blickte Maya zu ihr und schluckte laut. „ Ich habe in seinen Kautabak Arsen hineingemischt, aber ich habe ihn nicht erhängt. Ich schwöre es!" Kate versuchte die Lüge in ihren Worten zu finden, doch schnell wurde ihr klar das Maya die Wahrheit sagte. „ Wollen Sie ihren Anwalt anrufen? Jetzt wäre die beste Zeit dafür." Maya schnäuzte laut in ihr Taschentuch und nickte Kate zu. Sie und Castle gingen wieder, die Tür blieb offen und ein Uniformierter betrat den Verhörraum. Er reichte Maya ihr Handy damit sie ihren Anwalt rufen konnte.

„ Jetzt haben wir zwei alte Fälle gelöst, aber unseren jetzigen noch nicht. Wer hätten sonst noch ein Motiv Gabriel zu töten?" fragte Ryan in die Runde. Sie saßen alle im Pausenraum und tranken Kaffee, Kate rieb sich die Schläfen und seufzte leise. Sie spürte eine sanfte Berührung auf ihren Rücken und entspannte sich langsam. „ Was machen wir jetzt?" fragte Castle und stand auf um sich einen neuen Espresso zu holen. „ Keine Ahnung, wer bekommt jetzt eigentlich das Geld von Gabriel?" fragte Kate. „ Kommt darauf an was in seinem Testament steht."
„ Könntet ihr euch darum kümmern? Ich werde seine Schwester anrufen." Ryan nickte und ging mit Javier zum Schreibtisch. Kate suchte auf ihren eigenen nach Julias Nummer, als sie endlich fand tippte sie diese ein. Es klingelte, Kate legte nach dem sechsten Mal auf und blickte frustriert zu Ryan, dieser telefonierte und schrieb schnell etwas auf. Castle hatte sich mit seiner Tasse auf den Stuhl neben ihrem Tisch gesetzt und starrte wieder zu Tafel. „ Beckett, in Gabriels Testament steht seine Schwester als Erbin."
„ Das dachte ich mir, leider konnte ich Sie nicht erreichen." Ryan setzte sich auf die Kante von Becketts Tisch und blickte zu ihr.
„ Beckett!" mit schnellen Schritten lief Javier zu den dreien und blickte traurig zu ihnen. „ Wir haben eine weitere Leiche."
„ Zu unseren Fall?" fragte Castle verwirrt und drehte sich zu Javier. „ Es handelt sich um Julia Brewster."
„ Wo?" fragte Kate erschrocken. „ In ihrem Auto auf der Brooklyn Bridge."
„ Das ist doch nicht dein Ernst!" Kate wartete nicht auf eine Antwort von Javier, sondern schnappte sich ihre Jacke und ging zum Fahrstuhl, schnell sprang auch Castle von seinem Stuhl auf und folgte ihr und den Detectives.

New York City,
Manhattan- Brooklyn, East River
Brooklyn Bridge

Die Fahrt zum Tatort verlief ruhig. Kate plagten leichte Schuldgefühle, sie hätte Gabriels Schwester schützen können, doch hatte Sie nicht damit gerechnet, dass Sie ein Opfer sein könnte. Und das alles wegen Geld! Kate blickte genervt auf die Straße und stöhnte leise als sie wieder an einer roten Ampel halten mussten. Richard hatte seinen rechten Arm ans Fenster gelehnt und stützte seinen Kopf, als er Kates genervtes Stöhnen vernahm blickte er zu ihr und zog seine Augenbraue nach oben. „ Du gibst dir doch nicht die Schuld daran, oder?"
„ Nein." Richard brauchte sie nicht weiter zu beobachten um zu wissen dass sie log. Wenn er etwas über Kate Beckett wusste, dann war es das sie immer versuchte ihre Gefühle sowie ihr Privatleben zu schützen. Es waren genau diese Eigenschaften von ihr die er so liebte – und warum er sich überhaupt in Sie verliebt hatte. Sie hasste es wenn ihr Privatleben in der Presse stand, genau das war auch ein Grund warum Sie solange brauchte um sich ihren Gefühlen ihm gegenüber im Klaren war. Jetzt war wieder so ein Moment wo er Sie nicht verstand, warum konnte sie nicht einfach darüber reden? Sollte er sie wieder ein Mal fragen und eine Lüge hören, bis sie endlich aus ihrer Haut kam. Er wusste es nicht, verwirrt über die momentane Situation blickte er aus dem Fenster und hoffte innerlich das Sie von allein sprach. Er wartete vergebens und seufzte laut, Kate blickte verwirrt zu ihm und runzelte die Stirn. „ Was ist?"
Richard hatte keine Gelegenheit ihr direkt in die Augen zuschauen, dadurch sie wieder auf die Straße blickte. „ Kate, wie lange kennen wir uns jetzt?"
„ Mehr als zwei Jahre, warum? Sag schon." Castle hörte diesen genervten Ton in ihrer Stimme und ärgerte sich das er überhaupt gesprochen hatte. „ Kate, du weist das ich dich liebe. Warum also kannst du dich mir nicht anvertrauen? Ich bin mir mehr als Hundertprozent sicher das du dir die Schuld an den Tod von Julia gibst, warum sagst du es dann nicht einfach und versteckst deine Gefühle lieber. Ich bin nicht die Presse oder hast du in irgendeiner Zeitschrift gelesen das wir miteinander schlafen? Was ich eigentlich sagen will, ist das ich bei dir bin und dich unterstütze in allen Bereichen, also lass mich auch ein Teil werden." während er sprach spürte er das sie nicht mehr fuhren und Kate ihn mit einem undefinierbaren Blick musterte.
Kate öffnete ihren Mund einen kleinen Spalt breit, doch sie sprach nicht, sondern biss sich auf die Unterlippe. Richard hatte sich komplett zu ihr gedreht und blickte sie mit liebenden Augen an. „ Ich versuche es Rick. Es tut mir leid, wenn es nicht sichtbar ist." Ihre Stimme glich einem flüstern. Richard sah in ihren Augen die Verletzbarkeit, welche immer zum Vorschein kam, wenn sie nicht die taffe Polizistin war. Er legte seine Hand auf ihren Oberschenkel und streichelte leicht darüber. Immer noch blickten sie sich intensiv in die Augen und vergaßen wo sie eigentlich waren. Richard spürte ihre Hand auf seiner und ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. Er beugte sich zu ihr und küsste ihre Wange. „ Ich liebe dich, Honey." Sanft streichelte er ihre Wange entlang und verlor sich in ihren Augen. Kate schloss die Augen und küsste ihn sanft, Richard spürte dass sie dabei lächelte und tat es ihr gleich. „ Wir sind ein gutes Team, oder?" Kate verdrehte die Augen und öffnete die Tür, auch Castle stieg aus dem Auto und lehnte sich auf das Autodach. „ Ist es nicht so?"
Kate verstaute den Autoschlüssel in ihrer Manteltasche und blickte ihn wieder an. „ Gelegentlich."
„ Komm schon das ist nicht wahr." schmollte er und wackelte verführerisch mit den Augenbrauen. „ Lass uns das heute Abend klären, jetzt ist der Tatort wichtiger." Kate lief an ihm vorbei, dabei schlug sie leicht auf seinen Hintern, Castle hatte keine Gelegenheit sich zu revanchieren, denn schon kam Ryan zu ihnen.
„ Beckett, die CSU ist auf den Weg hierher. Lanie schaut sich gerade die Leiche an." Kate blickte sich auf dem Tatort um. Wie hatte der Mörder es geschafft Julia in ihrem Auto auf der Brooklyn Bridge zu töten? Ihr fiel nur eine Möglichkeit ein – Sie kannte den Mörder!
Als Beckett an dem Auto ankam, blickte sie von der Beifahrerseite hinein. Lanie war über die Leiche gebeugt und inspizierte die Kopfwunde. „ Was haben wir?"
„ Unser Opfer wurde durch einen dumpfen Schlag auf den Kopf getötet. Wie du siehst ist Blut auf dem Lenkrad, ich vermutet der Täter hat ihren Kopf auf das Lenkrad geschlagen. Und das sehr brutal." Lanie zeigte auf die Stellen um der Wunde herum: „ Siehst du das hier? Sie wurde nicht nur ein Mal auf das Lenkrad geschlagen, sondern mehrmals. Daran ist Sie aber nicht gestorben." Kate zog überrascht ihre Augenbraue nach oben. „ Wie dann?"
„ Siehst du diesen kleinen Einstich hier?" Lanie beugte den Kopf der Toden ein klein wenig nach vorn, damit der komplette Hals frei gelegt wurde. Kate beugte sie weiter ins Auto und sah den kleinen roten Punkt, direkt an der Halsschlagader. „ Sie wurde durch die Schläge Ohnmächtig, danach hat man ihr irgendetwas injiziert."
„ Hast du eine Vermutung was?"
„ Na ja es hat eindeutig zum Herzstillstand geführt. Ich muss das Blut untersuchen lassen, dann wissen wir mehr. Das Problem bei Vergiftungen ist immer, das alles giftig sein kann. Es kommt nur auf die Dosis an." Lanie winkte ihre Assistenten zu sich, welche mühsam versuchten die Leiche aus dem Auto zu hieven. „ Ich werde mich sofort darum kümmern, Kate. Gib mir, aber ein paar Stunden." Sie grinste ihre Freundin frech an und ging zu ihrem Auto. Kate blickte ihr kopfschüttelnd hinterher, als sie sich zu Esposito drehte sah sie wie er Fotos machte. Die CSU Leute betraten auch gerade den Tatort und dokumentierten alles. Es wurden massenhaft Fasern und Haare sicher gestellt, sowie Fingerabdrücke. Kate hoffte dass auch etwas vom Täter dabei war. Erst jetzt bemerkte Sie das Castle nicht bei ihr stand, verwirrt und einsam blickte sie über den Tatort. Sie sah Ryan am Brückengeländer, aber kein Richard. Sie wollte gerade zu Kevin laufen und nachfragen, als sich zwei starke Arme um ihren Körper legten. Kate spürte seine Brust an ihrem Rücken und lehnte sich leicht zurück. Richard küsste ihren Hinterkopf und ließ sie wieder los. Er hörte einen leisen enttäuschten Protest und schmunzelte. „ Hast du mich vermisst?"
„ Nennen wir es gesucht, einverstanden?" Kate drehte sich zu ihm und grinste. „ Einverstanden, Honey."
„ Yo, Beckett." rief Javier plötzlich und gesellte sich zu ihnen. „ Ich habe da etwas Interessantes gefunden." Er überreichte Kate einen Zettel, sie faltete diesen auf und stutzte.

Ich habe Gabriel getötet und bereue nichts! Warum ich das tat? Des Geldes wegen, das war er mir schuldig nach dem er mit mir, seiner eigenen Schwester, geschlafen hatte! Ich weiß das du alles herausgefunden hast, deshalb Julia verschwinde aus dieser Stadt, wenn ich dich finde STIRBST auch DU!

Deine Schwester

Kate hörte wie Castle hinter ihr die Luft einzog. „ Was für eine Story!" Sie drehte sich nicht zu ihm um, sondern reichte Javier den Zettel. „ Die CSU soll ihn auf Fingerabdrücke untersuchen." Esposito nickte und ging zu der Spurensicherung. Kate hingegen zückte ihr Handy, sie drückte auf die die Schnellwahltaste und hörte das leise tuten.
„ Ich sagte doch du sollst mir Zeit lassen."
„ Lanie, bitte nimm von Gabriel und Julia eine DNS Probe und untersuche diese."
„ Auf was?"
„ Ob Sie wirklich Geschwister sind."
„ Hast du etwa Zweifel?" fragte Lanie sensationsgierig. „ Sag ich dir, wenn wir hier fertig sind." damit legte Beckett auf. Ihre Detectives hatten sich zu ihr gesellt und warteten auf Befehle. „ Haben wir eigentlich Zeugen?" fragte Kate die Beiden. „ Nein, ein Kollege fuhr gerade hier vorbei und dachte dass es sich um eine Panne handelt. Als er jedoch die Leiche sah rief er uns sofort an." Kate verstand und nickte, sie versank in ihre Gedanken. „ Damit sind wir hier fertig. Wir treffen uns im Revier."
„ Gehst du nicht zu Lanie?" fragte Javier überrascht. „ Sie braucht Zeit und die will ich ihr auch geben."
Sie setzten sich wieder in ihre Autos und fuhren Richtung Revier.
„ Weißt du auf was ich jetzt Lust hätte?" fragte Kate und blickte kurz zu Richard. „ Ich hätte da ein paar Einfälle." antwortete er ihr und wackelte mit seinen Augenbrauen. Sie konnte nicht anders, als über seine Bemerkung zu lachen, dabei schlug sie ihn leicht. „ Ich meine Essen."
„ Ohh, ach das Bedürfnis, damit kann ich leider nicht dienen, aber die Idee wäre nicht schlecht. Was willst du denn?"
„ Asiatisch?"
„ Alles was dein Herz begehrt." dabei nahm er ihre rechte Hand und küsste diese schnell, bevor sie wieder schalten musste. „ Ruf bitte die Jungs an, vielleicht wollen Sie auch etwas." Richard tat wie befohlen, während Kate zum nächsten Restaurant fuhr.