New York City
Manhattan, Soho
425 Broome Street
Ein penetrantes Klingeln weckte Kate, müde blickte sie zum Nachtschränkchen und griff nach ihrem Handy. Als sie Lanies Name las, blickte sie verwirrt auf die Uhr und bekam Panik. Warum sollte Lanie früh um drei bei ihr anrufen? Schnell nahm sie den Anruf entgegen und setzte sich leicht auf,ihr Rücken lehnte an der Wand des Bettes, leise sprach sie in das Telefon. „ Lanie? Was ist los?" fragte Kate leicht ängstlich. „ Es ist passiert, Honey!" quiekte ihr Lanie entgegen. Kate versuchte ihre Freundin zu unterbrechen, doch es gelang ihr nicht. Lanie sprach aufgebracht weiter. „ Lanie…. Lanie beruhige dich. Ich …. kann dir gerade nicht folgen."
„ Ich hatte gerade großartigen Sex, verstehst du jetzt?" abrupt sprang Kate aus dem Bett und strich sich vor Freude strahlend durch die Haare. „ Wirklich? Was ist jetzt? Warum kannst du mich anrufen. Ist Esposito etwa gleich danach gegangen?"
„ Was! Nein, er schläft wie ein Baby. Ich kann einfach nicht einschlafen, wenn er neben mir liegt. Ich weiß das klingt merkwürdig, aber ich kann mich dann nicht beherrschen. Verstehst du, ich muss ständig seinen Körper berühren und erkundschaften…."
„ Lanie hol erst einmal Luft und hör mir zu." Kate musste über ihre Freundin lachen und schüttelte grinsend ihren Kopf, erst jetzt merkte sie das sie am Fenster stand und nach draußen blickte. „ Ich weiß genau was du meinst, aber glaube mir es gibt nichts Schöneres als danach in den Armen eines Mannes zu liegen."
„ Du musst es ja wissen, Honey." Nun war es Lanie die laut lachen musste. Kate hörte plötzlich Javiers Stimme, kurz darauf sprach Lanie wieder. „ Ich muss Schluss machen Javier ist wach." Kate hörte deutlich einen fröhlichen Ton in ihrer Stimme. „ Dann dir noch eine schöne Nacht." Sie hörte wie Lanie leise kicherte und wusste das, dass nicht ihr galt. Sie legte auf und starrte auf die verlassene Straße hinaus. Eine Bewegung hinter ihr spiegelte sich im Fenster, kurz darauf spürte sie Castle Kopf auf ihrer Schulter. Er schlang seine Arme um ihren Bauch und küsste ihr Ohrläppchen. „ Ich mag es nicht in meinen Bett auf zu wachen ohne dich neben mir zu haben. Was hat dich also so überrascht das du aus dem Bett springst?"
„ Lanie hat angerufen. Du weißt schon Frauengespräche eben, was soll ich dazu noch sagen." stellte Kate fest und drehte sich zu ihm. Richard zog seine linke Augenbraue nach oben und blickte sie durchdringend an. „ Was wird um diese Uhrzeit bitte besprochen?"
Kate überlegte, ob sie ihm das sagen sollte, doch ihre Entscheidung wurde durch seinen Hundeblick erleichtert. „ Versprich mir dass es unter uns bleibt."
„ Ich verspreche es. Hoch und heilig." Kate blickte in seine blauen Augen und grinste in wissend an. „ Ich kann dir nicht trauen, Rick."
„Was!"
„ Du hast mir oft etwas versprochen und es konsequent gebrochen."
„ Spielst du jetzt auf das `Bleib im Wagen´ an?" fragte Richard und nahm seine Hände von ihrer Hüfte. „ Ja." Kate drückte ihn bestimmend wieder zum Bett, Castle stolperte Rückwarts und landete rücklings auf dem Bett. Kate kletterte auf ihn und blickte nach unten in sein Gesicht. „ Lanie und Javier kosten gerade die nächste Stufe ihrer Beziehung aus." Als Kate gesprochen hatte, küsste sie zärtlich über Richards Brust und wartete auf eine Bemerkung. „ Euch Frauen muss man verstehen." brachte er leise heraus und versuchte ihr Nachtt-shirt auszuziehen. Kate nahm seine Arme und legte sie gekreuzt über seinen Kopf, zärtlich strich sie über seine Oberarme und küsste dabei weiter seine Brust. Quälend langsam strich sie mit ihrer Zunge über seine nackte Haut und spürte wie er erschauderte. Richard schlang seine Beine um ihren Körper und befreite sich aus ihrem schwachen Griff. Ein leiser überraschter Schrei entrang Kates Kehle als er plötzlich auf ihr lag. „ Du nimmst mir immer den Spaß." seufzte sie leise und spürte seine sanften Hände auf ihrer Haut, doch anstatt sie zu liebkosen richtet Castle seine Aufmerksamkeit zu ihrem Mund. „ Sei jetzt nicht enttäuscht, aber wir sollten schlafen. Wir müssen immerhin noch einen Mörder finden." Kate biss sich auf die Unterlippe und musste ein Grinsen unterdrücken. „ Sie überraschen mich immer wieder Mr. Castle." Richard legte sich auf seine Seite des Bettes und hob die Decke an. Kate kroch zu ihm und kuschelte sich an seinen Körper, sie spürte wie Richard ihre Stirn küsste und sie näher an sich drückte. „ Ich liebe dich." flüsterte er in ihre Haare und roch ihren außergewöhnlich Duft nach Kirschen. Kate küsste sanft seine Brust: „ Ich liebe dich auch." Sie konnte sein zufriedenes Lächeln nicht sehen, welches sie ihm durch ihre Worte entlockte.
Auch wenn beide nicht mehr viel Schlaf gefunden hatten war es ein schöner gemeinsamer Morgen geworden. Alexis hatte Frühstück vorbereitet und strahlte die ganze Zeit über beide Ohren. „ Hey Pumpkin, was ist los?" fragte Richard und küsste ihre Stirn. „ Ich freu mich nur." Alexis ließ die beiden Erwachsenen allein und traf sich mit Freunden. Kate räumte das dreckige Geschirr in die Spüle, als sie sich wieder zum Tresen drehte beobachtete sie wie Richard in der Zeitung las. Seine Augenbrauen zogen sich angestrengt zusammen, Kate lief zu ihm und wollte gerade ihren Kopf auf seine Schulter legen, als Richard ruckartig die Zeitung zusammen schlug. Kate hatte keine Gelegenheit einen kurzen Blick hineinzuwerfen, verwirrt blickte sie zu ihm und fragte ihn stumm was das sollte. Castle achtete nicht weiter auf sie, sondern stand schnell auf und zog sie bestimmend vom Küchentresen weg. „ Rick, was ist los?" Er bugsierte sie zur Couch, Kate setzte sich hin und beobachtete wie er sich nervös durch das Haar strich. Sie könnte deutlich sehen wie er mit sich wrang und ihr etwas sagen wollte. Bevor er sprach setzte er sich neben sie und nahm ihre Hand in seine. Kate spürte wie er leicht über ihren Handrücken streichelte und wusste sofort dass etwas nicht stimmte. „ Kate, du weißt wie sehr ich dich liebe. Eigentlich hatte ich gehofft das, dass nicht passieren würde, aber ich habe mich geirrt."
„ Von was sprichst du bitte?" fragte Kate verwirrt und ängstlich. Richard rückte ein Stückchen näher zu ihr und versuchte sie in eine Umarmung zubekommen. Er legte seine Hand auf ihre Wange und schaute intensiv in ihre Augen. „ Richard?" Kate sah Angst in seinen Augen, was sie noch mehr verwirrte.
„ Wenn du nicht sofort sagst was los ist, verschwinde ich von hier und gehe zum Revier." Ihre leichte barsche Art veranlasste ihn zu lächeln. „ Sie wissen es."
„ Wer weiß was?" fragte Kate immer noch verdutzt. „ Die Presse, Kate."
„Was!" Kate sprang unerwartet auf und entriss sich seiner Umarmung. „ Was steht dort drin?" fragte sie schroff und rannte jählings zum Tresen zurück. Castle wollte im ersten Moment sie daran hindern, doch sein Verstand unterband es ihm. Kate schlug hastig die Zeitung auf und las den Artikel, Richard wusste ohne sie anzuschauen dass sie vor Wut rot anlief.
„ Ich dachte deine Freundin hält dicht!" sagte sie bissig und zerknüllte die Zeitung, aufgebracht warf sie diese zu ihm und drehte sich zornig von ihm weg. Panik machte sich in Richard breit, deshalb stand er vorsichtig auf und lief ruhig zu ihr. Kate stand mit dem Rücken zu ihm und hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Ihre Schultern beben merklich, Richard lief um sie herum und versuchte in ihre Augen zu blicken. Zähneknirschend hob sie ihren Kopf und blickte ihn an.
„ Kate, dass ändert nichts an unserer Beziehung. Ich liebe dich nur das zählt, es ist unwichtig was die Presse behauptet oder schreibt."
„ Du verstehst es einfach nicht, oder?" Kate wollte an ihm vorbei laufen, doch er stellte sich vor sie. „ Was verstehe ich nicht, Kate?" Seine Stimme war immer noch ruhig, unbewusst hatte er ihre Arme umfasst und hielt sie fest. „ Lass mich los, Rick!" Er blickte auf seine Hände und ließ sie schnell wieder los. „ Sorry, ich wollte dich nicht verletzen." Kate trat einen Schritt zurück und signalisierte ihm mit ihrer Körperhaltung dass er nicht näher kommen sollte. Sie drehte sich um und zog sich ihre Jacke an. „ Wo willst du hin?" fragte Castle unsicher und wollte ihr folgen, doch als Kate zu ihm zurückblickte blieb er versteinert stehen und spürte ein beklemmendes Gefühl im Magen. „ Kate tut das nicht, bitte." Seine Stimme versagte, als er sie anflehte. „ Ich gehe ins Revier. Tu mir den Gefallen und komm bitte nicht dorthin." Kate fielen die Worte nicht leicht, doch sie brauchte jetzt Abstand zu ihm und ihrer Beziehung. Sie sah wie er mit sich wrang und es tat ihr weh ihn so zusehen, doch sie konnte nicht mit der Tatsache leben kein Privatleben mehr zu haben. Richard zwinkerte heftig um die Tränen zu unterdrücken, er konnte einfach nicht glauben was sich hier gerade abspielte. Er sah wie sie zur Tür ging, als sie gerade die Klinke nach unten drücken wollte taute er aus seiner Erstarrung auf und eilte zu ihr. „ Warte!" Erschrocken über seine schroffe Art blickte Kate in sein Gesicht und fühlte sich bedrängt von seiner Gegenwart, auch Castle erschrak über seine eigene Stimme. Er wollte nicht so laut und schroff rufen, doch seine Gefühle spielten im Moment verrückt. Als er ihren Blick sah, hatte er Angst sie zu verlieren, jetzt sah er etwas in ihren Augen was ihn veranlasste einen Schritt zurück zutreten und sie gehen zu lassen. Er spürte deutlich dass gerade der Cop vor ihm stand und diese Tatsache machte ihm Angst. Er wollte sie immer noch aufhalten, doch er wusste das machte alles noch schlimmer. Kate blickte ihn immer noch mit diesem vernichteten Blick an und öffnete dabei die Haustür. Als sie sich zum gehen umwande, spürte sie Castles Hand auf ihrer Schulter und straffte diese ruckartig. „ Ich liebe dich, Kate. Verlass mich nicht, bitte." Er konnte ihr Gesicht nicht sehen, sah die Tränen nicht die sich langsam aber sicher ihren Weg nach außen suchten. Kate drehte sich nicht zu ihm um, sondern ging zum Fahrstuhl und drückte auf den Knopf. Sie wusste dass er ihr immer noch hinterher sah, als die Türen des Fahrstuhls sich öffneten, trat sie ein und blickte zurück zu Richard. „ Es tut mir leid." flüsterte sie, doch Richard konnte ihre gebrochene Stimme deutlich vernehmen, schnell rannte er zu ihr und versuchte den Fahrstuhl zu stoppen, doch es war zu spät. Sie konnte ein leises „Nein" hören, als sie nach unten fuhr.
Richard hatte gegen die Tür geschlagen und gehofft dass der Fahrstuhl wieder nach oben fuhr, doch nichts geschah. Als er sich sicher war das Kate nicht zurück kommen würde, ging zurück in sein Loft. Die Tür knallte laut ins Schloss, wütend über sich selbst krachte er sich auf die Couch und schlug sich die Hände ins Gesicht. Er hatte so sehr gehofft das, das niemals passieren würde, doch seine Naivität war Schuld an dem Dilemma. Er richtete sich abrupt wieder auf und suchte sein iPhone, als er es endlich gefunden hatte, rief er Paula an. Nach dem dritten Klingeln nahm sie endlich ab. „ Rick schön wieder was von dir zu hören. Wie läuft es mit den Büchern?" fragte sie interessiert und ließ ihm keine Gelegenheit etwas zu sagen. „ Stimmt das was ich in der Zeitung heute Morgen gelesen habe? Du und Detective Beckett?" Richard hielt es nicht mehr aus und unterbrach schnell die kurze Pause, während sie Luft holte. „ Ich brauche deine Hilfe Paula. Halte bitte die Presse von mir und Kate fern, ansonsten kann ich für nichts garantieren!"
„ Rick, was soll das heißen? Ich kann die Paparazzos nicht fern halten, das weißt du doch."
„ Ich kann dir sagen was das heißt, wenn ich nur einen in meiner Nähe oder in Kates sehen, werde ich mich nicht zurückhalten!" Er hörte wie Paula laut schluckte. „ Rick was in Gottes Namen ist passiert?"
„ Ich will nicht über Telefon darüber reden…"
„ Ich bin in einer halben Stunde bei dir!" unterbrach sie ihn und legte auf, überrascht über ihre Anteilnahme legte er auf und versuchte sich wieder zu beruhigen. Seine Gedanken schweiften zu Kate, er drückte auf die Kurzwahl und las Kates Nummer. Unsicher blickte er diese an und überlegte fieberhaft was er tun sollte. Er liebte sie überalles und jetzt lag sein Leben in Scherben vor ihm. Richard legte das Telefon auf den Tisch und starrte an die Decke.
Kate blickte sich mehrmals um, sie hatte das Gefühl das Richard ihr gefolgt war oder hoffte sie es? Sie wusste es nicht, doch die Schuldgefühle in ihr machten sie rasend. Sie ärgerte sich darüber so reagiert zu haben, doch hatte er ihr noch vor ein paar Stunden gesagt das diese Donna dicht hält und jetzt? Jetzt hatte sie ihn sicherlich mit ihrer Art verletzt. Kate erinnerte sich wieder an seinen Blick, als sie ihn verlassen hatte. Er strahlte die Unsicherheit nur so heraus und das machte ihr Angst. Sie wusste dass er sie nie verletzen wollte, doch als er sie festhielt hatte sie Angst, dass er sich vielleicht nicht beherrschen konnte. Sie hatte sich getäuscht und war froh darüber, doch wie sollte es weiter gehen?
Kate konnte mit dem Gedanken nicht leben, ab sofort publik zu sein, doch konnte sie auch nicht mehr ohne Richard. Ihr machte der Abstand zu ihm auch Angst, doch nur so hoffte sie die Beziehung zu retten. Kate bemerkte nicht dass sie bis zum Revier gelaufen war, als sie vor dem Gebäude stand öffnete sie die Tür und trat ein.
Das Büro war nicht voll, doch als sie zu ihrem Schreibtisch lief sah sie das Ryan und Esposito schon da waren. Die beiden Detectives saßen im Pausenraum und unterhielten sich angeregt. Kate sah deutlich dass Javier lächelte, als er Ryan irgendetwas erzählte. In diesem Moment wusste sie auch was er Kevin sagte. Sie wollte eigentlich nicht zu ihnen, doch als Kevin sie entdeckte winkte er sie zu sich und Javier. „ Morgen, Jungs." sagte sie und versuchte fröhlich zu klingen. Javier drehte sich daraufhin zu ihr und sah dass sie etwas bedrückte. „ Was ist los, Beckett?" fragte er und sah den verwirrten Blick von Ryan, welcher wieder einmal nichts verstand. Kate machte sich einen Espresso um den Blick von Javier und Kevin zu entgehen, doch sie wusste das Esposito nicht aufgab. „ Du hattest sicherlich heute Morgen keine Zeit die Zeitung zu lesen, oder?" fragte sie und ein wissendes Lächeln zeigte sich kurz. „ Nein, wieso?"
„ Ab sofort weiß die ganze verdammte Stadt das Castle und ich zusammen sind!" Sie konnte den sarkastischen Ton in ihrer Stimme nicht ausblenden und nippte stattdessen an ihrem Espresso. Esposito stand auf und lief langsam auf sie zu, als er direkt vor Kate stand umarmte er sie und spürte wie sie leise weinte.
Ryan beobachtete das Szenario und hörte das Klingeln seines Handys nicht, erst als Javier ihn daraufhin ansprach wurde er wieder wach und nahm schnell ab. „ Ryan." sagte er kurz und hörte angestrengt zu. Kate hatte sich von Javier gelöst und spürte wie er ihre Tränen zärtlich wegwischte. „ Danke." sagte die leise und lächelte ihn verhalten an.
Javier hatte Kate noch nie so aufgelöst erlebt, er fühlte sich ihr verbunden wie ein Bruder und das wollte er ihr zeigen, deshalb legte er seinen Arm auf ihre Schulter und drückte sie leicht zu sich. Kate war mehr als dankbar für seine Geste, erst jetzt bemerkte sie das Ryan mit jemanden am Handy redete. Er nickte immer wieder und blickte überrascht über das Gesagte. Als er auflegte blickte er die beiden an und schluckte kurz. „ Was ist, Honeymilk?" fragte Javier und erntete einen missbilligen Blick von Ryan.
„ Man hat die Leiche von Maya Brewster gefunden."
„ Wie ist das möglich, sie wurde doch verhaftet?" stellte Javier fest. „ Ja, ihr Anwalt hat einen Deal mit dem Staatsanwalt gemacht. Sie war gerade auf den Weg zu ihrem Anwalt, als sie dort nicht ankam wurde dieser stutzig und versuchte sie zu erreichen. Also sie nicht an ihr Handy ging hat ihr Anwalt die Polizei informiert. Sie wurde in dem gleichen Hotel gefunden wo Gabriel übernachtete."
Kate war die erste, welche aus dem Pausenraum stürmte, schnell versuchten die Männer mit ihr Schritt zuhalten. Mit Sirenengeheul bahnten sie sich einen Weg durch die Straßen New Yorks.
Hotel Saint Marks Place,
Manhattan, New York
Kalter Wind um säuselte die Detectives, als sie aus dem Wagen stiegen. Javier blickte die bröcklige Fassade an und schüttelte den Kopf. „ Was wollte Sie hier?" fragte Javier und beobachtete wie Kate den Wagen abschloss. „ Das werden wir hoffentlich herausfinden." antwortete ihm Kate und lief an den beiden Männern vorbei.
Die Empfangshalle war brechendvoll, Polizisten und CSU liefen umher und blickten sich zu den Neuankömmlingen um. Kate zückte ihre Marke, ein untersetzter Polizist begrüßte sie mit einer Handbewegung und zeigte ihr mit seinen Fingern eine Zwei, daraufhin lief Beckett zur Treppe. Sie hörte das Ryan und Esposito ihr folgten, als sie die Tür zur 2. Etage öffnete wurde sie fast erdrückt. Der schmale Gang wurde durch die CSU Leute komplett zugestellt. Als Beckett sich einen Weg durch die Masse suchte, entdeckte sie das gelbe Absperrband und gelang endlich in das kleine Zimmer.
Kate blickte durch das Hotelzimmer und entdeckte Lanie Parish in dem kleinen Bad, als sie zu ihr trat sah sie Maya Brewsters Körper in der kleinen, schmuddeligen Badewanne liegen. Ihr Blut hatte das Wasser verfärbt und quoll leicht über den Rand. Kate machte einen Schritt auf Lanie zu und hockte sich neben sie. „ Was haben wir?" fragte sie und versuchte Lanie nicht anzuschauen. „ Ihre Pulsadern sind aufgeschlitzt."
„ War es Selbstmord?" fragte Kate und blickte sich nach der Mordwaffe um. „ Wenn ich mir diese Schnitte genau anschaue, denke ich dass es kein Selbstmord war. Siehst du wie tief sie sind?"
Kate lehnte sich über die Wunde: „ Es war auch nur ein Schnitt, oder?"
Lanie nickte ihr zustimmend zu und stand auf. „ Ich werde dir genaueres sagen können, wenn sie auf meinem Tisch liegt."
„ Danke, Lanie." Kate spürte wie ihre Freundin ihre Schulter berührte und sie in eine Umarmung zog. „ Honey, wenn du reden willst ich bin immer für dich da."
„ Woher weißt du das schon wieder?" fragte Kate verwirrt und blickte dankbar zu ihr. „ Castle."
„ Was? Er hat dich angerufen?"
„ Ja, ich musste ihn davon abhalten ins Revier zu kommen. Er hat Angst, Kate."
„ Hast du es gelesen?" fragte Kate und ärgerte sich über ihre wütende Stimme. „ Ja, ich bin nach seinem Anruf zum Kiosk gelaufen. Ich weiß dass dir das nicht gefällt, aber was soll das an eurer Beziehung oder Gefühlen ändern, Kate. Er liebt dich nur das zählt." sagte Lanie einfühlsam und tätschelte Kates Wange. „ Ich weiß, danke Lanie. Ruf mich an wenn du etwas herausgefunden hast." Lanie wusste das Kate nicht weiter darüber reden wollte, deswegen drehte sie sich um und ging.
Beckett stand noch eine Weile in dem kleinen, bedrängenden Bad, erst als die Assistenten der Gerichtsmedizin sie heraus baten klärte sich ihr Gehirn wieder auf. Sie wusste sie musste sich wieder auf die Arbeit konzentrieren und heute Abend hatte sie genug Zeit über die jetzige Situation nachzudenken. Sie wusste dass sie wegen der Presse nicht wirklich die Beziehung mit Richard beenden würde, doch wie sollte das alles gemanagt werden?
Kate sah wie Javier und Kevin sich mit den CSU Beamten unterhielten, deshalb lief sie aus dem kleinen Zimmer und suchte Sara Newman.
Sie saß verwirrt in der Empfangshalle und trank ein Glas Wasser, als sie Kate entdeckte sprang sie schnell auf und lächelte Beckett zu. „ Detective Beckett, warum muss das unbedingt in meiner Schicht passieren?" fragte sie ironisch und setzte sich wieder. Kate tat es ihr gleich und schlug ihren kleinen Notizblock auf. „ Sara haben Sie die Leiche entdeckt?"
„ Ja. Ich habe aber nichts angefasst."
„ Haben Sie etwas verdächtiges gesehen oder gehört?" fragte Kate und blickte in Saras Augen. „ Nein. Ich saß die ganze Zeit hier und niemand ist aus oder ein gegangen." Beckett sah wie Sara plötzlich angestrengt nach dachte. „ Halt, doch eine blonde Frau ist reingekommen und ist geradewegs zum Fahrstuhl. Ich dachte sie wäre ein Gast."
„ Blond? War es vielleicht die gleiche Frau, welche auch Gabriel besucht hatte." Jetzt weiteten sich Saras Augen. „ Oh mein Gott. Ja. Ja. Das war Sie!" Sie schlug sich die Hände vor das Gesicht und schniefte laut. „ Sie müssen sich keine Vorwürfe machen, Sara." Kate legte sanft ihre Hand auf Saras Schulter und versuchte sie zu trösten.
„ Danke, Detective. Haben Sie schon eine Vermutung wer der Täter ist?" fragte Sara und tupfte sich mit einem Taschentuch die Tränen weg. „ Noch nicht, aber wir werden alles Mögliche daran setzen den Täter zu finden." versprach ihr Kate und lächelte sie aufmunternd an.
Kate sah wie die Tür des Treppenhauses aufging und Ryan und Esposito die Eingangshalle betraten. „ Yo, Beckett. Wir haben keine Waffe gefunden. Die CSU ist auch fertig, wollen wir gehen?" fragte Esposito und stellte sich neben die Couch. „ Ja, ich bin auch fertig." Kate nickte Sara zu und reichte ihr ihre Hand. „ Wenn Ihnen noch etwas einfällt, hier ist meine Karte." Sie reichte ihr, ihre Visitenkarte und ging mit ihren Detectives nach draußen.
Die frische, kalte, klare Luft war für alle beruhigend, deswegen standen die Detectives einige Minuten und atmeten die Luft genüsslich ein.
Richard lief nervös auf und ab, Paula blickte leicht genervt zu ihm und versuchte ihn zum hinsetzen zubewegen.
„ Rick! Rick. Setz dich endlich hin, damit wir das klären können!" Ihre plötzliche laute Stimme veranlasste ihn zu ihr zu kommen und sich neben sie zu setzen. „ T´schuldigung." presste er zwischen die Zähne heraus und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „ Rick, ich werde alles versuchen um die Presse fern zu halten, aber ich kann es dir nicht versprechen." Sie hörte wie Richard leise knurrte und irgendwelche undefinierte Worte brabbelte. „ Rick, du musst mit ihr darüber reden. Du kannst in New York nicht einfach abtauchen und so tun, als hätte es dich nie gegeben und du willst doch auch nicht mit dem Schreiben aufhören, oder?" Castle blickte sie an und Paula sah den Schmerz in seinen Augen. „ Ich habe Angst, Paula."
Sie stand auf und zog Castle mit sich. „ Das sehe ich in deinen Augen, Rick. Hör zu, ich werde mich darum kümmern und du gehst zu ihr und redest Klartext. Am besten du überrascht sie oder so was. Du weißt schon irgendwas Romantisches eben." Rick nickte ihr verstehend zu und begleitete sie zur Tür.
Paula gab ihm einen Kuss auf die Wange und verschwand, als sie weg war wählte Castle Alexis Nummer und hörte das Freizeichen.
„ Dad?" fragte Alexis am anderen Ende und klang leicht verwirrt. „ Wo bist du Sweetie?"
„ Ich wollte gleich nach Hause kommen. Was ist los Dad?"
„ Können wir uns an unserem Lieblingsdiner treffen?" fragte Rick und zog sich währenddessen seinen Mantel an. „ Klar, bis gleich." damit legte Alexis auf und Rick verließ sein Loft.
Die kühle Luft tat ihm gut als er gemütlich die Straßen entlang lief. Seine Gedanken kreisten ununterbrochen um Kate und seiner Beziehung zu ihr. Heute wollte er ihr eigentlich seine Überraschung präsentieren, welche noch durch die verlorene Wette offen war, doch jetzt wusste er nicht wirklich ob das noch eine gute Idee war. Er hatte Broadwaykarten organisiert, welches heute Abend stattfinden sollte, doch nun konnte er sie sicherlich wieder verkaufen. Er wusste nicht was er tun sollte, deshalb suchte er Rat bei seiner Tochter, aber eine Idee hatte sich nachdem Paula von ihm gegangen war in sein Gehirn eingebrannt. Das Umsetzen war immer das größte Problem.
Richard entdeckte seine Tochter an dem kleinen Diner und empfang sie mit einer herzlichen Umarmung. Alexis wusste sofort dass etwas nicht stimmte, fragend blickte sie ihn an und wartete darauf dass er von selber sprach. „ Hast du die Zeitung gelesen?" fragte er nur. Leicht verwirrt schüttelte sie ihren Kopf, erst als sie wieder in sein Gesicht blickte verstand sie was los war. „ Oh Gott Dad, war es so schlimm?"
„ Nein, es standen keine Lügen drin, doch Kate ist ausgerastet." Castle blickte an ihr vorbei versunken in seinen Gedanken, Alexis berührte tröstend seinen Arm und hängte sich bei ihm ein. „ Was wirst du jetzt tun?"
„ Ich werde alles auf eine Karte setzen." antwortete er ihr Selbstbewusst und zog sie leicht mit sich. „ Inwiefern?"
„ Ich werde mit ihr reden und ihr zeigen wie sehr ich sie liebe."
Alexis nickte und verzog ihren Mund: „ Du willst doch nicht…!"
„ Doch." sagte er schnell und grinste sie an, jetzt sah Alexis auch wo er sie hingeführt hatte. Sie blickte das kleine Geschäft auf der anderen Straße an und schüttelte ihren Kopf. „ Bist du dir sicher? Ich meine vielleicht will Kate das nicht."
Richard nahm ihre Hand und zog sie immer noch grinsend über die Straße. „ Ich weiß es nicht, ich hoffe nur." sagte er als sie den Juwelier betraten.
