Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Cpt. Montgomery stand in seinem Büro und blickte durch die Glasscheibe. Er sah seine Detectives, Castle und Lanie. Kate hielt Richard einen nassen Lappen an die Lippe und versuchte das getrocknete Blut wegzuwischen. Lanie kümmerte sich währenddessen um Ryan, welcher am schlimmsten von allen aussah. Roy Montgomery öffnete seine Bürotür und lief zu ihnen. „ Wie geht es Ihnen, Ryan?" fragte er besorgt und blickte in sein Gesicht.
„ Es ging mir schon besser."
Er versuchte zulächeln, doch durch das angeschwollene Gesicht sah es lächerlich aus. Montgomery klopfte leicht auf seine Schulter und wollte sich gerade zu Beckett drehen, als er von einem anderen Detective weggerufen wurde.
Als Lanie mit Ryan fertig war, widmete sie sich an Castle. „ Ich sehe schon du wirst umsorgt. Zeig mir trotzdem deine Hände." Richard reicht sie ihr und sah wie Lanie den Verband löste. Erst jetzt bemerkte Kate seine Verletzung. „ Wie ist das passiert?" fragte sie verwirrt und blickte ihn an. „ Oohh ganz einfach. Castle hat sich mit einem Spiegel gemessen und gewonnen. Zu mindestens, ist der Spiegel kaputt." antwortete ihr Lanie lachend.
Kate legte ihre Hand auf Richards Knie und lächelte ihn an.
„ Beckett, hast du was dagegen, wenn ich nach Hause gehe und mich ausruhe?" fragte Ryan und stand vorsichtig von seinem Stuhl auf. „ Nein, geh ruhig. Esposito kannst du ihn nach Hause fahren?"
„ Natürlich."
„ Gut und ich denke wir treffen uns alle Morgen früh hier wieder."
Javier nickte ihr zustimmend zu und half seinem Partner beim Laufen. Kate beobachte lächelnd wie Javier seinen Arm um Lanies Hüfte legte und ihren Kopf küsste.
„ Wollen wir auch gehen?" fragte Richard neben ihr. „ Ja, ich wollte dir noch ein wenig Zeit geben."
Richard stand langsam auf und reichte Kate seine Hand. Er zog sie leicht nach oben und beide gingen gemütlich zum Fahrstuhl.

Erleichtert endlich entspannen zu können, ließ sich Richard auf seine Couch fallen. Kate lief an ihm vorbei, direkt in die Küche und holte zwei Gläser heraus. Richard hatte seine Augen geschlossen und hörte das leise Klirren der Gläser. „ Ich nehme Wein." sagte er leise.
Kate setzte sich neben ihn und stellte die Gläser auf den kleinen Tisch vor ihr. „ Warum hast du einen Spiegel zerstört?" fragte Kate und lehnte sich an seine Schulter. Bevor Richard sprechen konnte, hörte er wie die Tür aufgeschlossen wurde und eine strahlende Alexis herein gestürmt kam. Sie sah in das angeschwollene Gesicht von Richard, vorsichtig umarmte sie ihn und fragte ihn stumm: Was ist passiert?
„ Dein Vater hat den Helden gespielt." antwortete ihr Kate und grinste ihn verschmitzt an. „ Oder es wenigstens versucht."
„ Witzig." war seine Antwort, als er sich nach vorne lehnte und sein Glas Wein erhob. „ Kate fand es sexy, auch wenn sie es nicht zugeben will, Sweetie." Alexis musste daraufhin lachen und setzte sich zwischen die Beiden, vorsichtig legte sie ihre Arme um die Schultern der Erwachsenen. „ Ihr Zwei wollt sicherlich nicht Essen gehen, oder?"
Richard hielt immer noch sein Glas in der Hand, hatte aber seine Augen wieder geschlossen. Er nickte leicht und hörte wie Kate erschöpft ja sagte. „ Soll ich was bestellen, oder lieber kochen?"
Jetzt öffnete Castle seine Augen und blickte zu seiner Tochter. „ Ich will Pizza." sagte er grinsend. Alexis blickte kurz zu Kate und bekam ein Schulterzucken, bevor sich jemand anders entscheiden konnte, stand sie auf und wählte die Nummer der Pizzeria. Richard wollte sich gerade erheben und die Teller heraus holen, als Kate ihn zurück auf die Couch drückte. „ Bleib sitzen. Ich mach das." Sie küsste ihn und ging. Richard hörte wie die Beiden in der Küche redeten und versuchte etwas zu verstehen, doch die Erschöpfung forderte seinen Tribut.
Er hatte seine Augen nur kurz schließen wollen, erschrocken öffnete er sie wieder als er eine zarte Berührung an seiner Wange spürte. Sein Blick wurde von Kates Augen eingenommen. „ Willst du lieber schlafen?" fragte sie besorgt.
Richard stand langsam auf und schüttelte seinen Kopf. Gemeinsam liefen zum Esstisch und setzten sich zu Alexis.
Richard sprach nur spärlich mit den Beiden und verabschiedete sich als er fertig war. Er schleppte sich regelrecht die Treppen nach oben. Kate und Alexis blickten ihm hinterher. „ Wenn du auch schlafen gehen willst Kate, kann ich das verstehen."
„ Ich dachte wir schauen noch einen Film, oder sowas." Sie sah deutlich wie Alexis Augen glänzten.
„ Wirklich?"
„ Ja, such dir schon mal ein Film heraus. Ich geh nur schnell nach deinem Vater sehen."
Alexis gab ihr keine Antwort, sondern rannte zum Fernseher und kramte sich durch die DVDs. Kate lächelte ihr hinterher und lief leise die Stufen nach oben.
Sie öffnete die Tür zu Richards Schlafzimmer und blickte auf die zusammen gerollte Gestalt unter der Decke. Sie setzte sich auf das Bett und beobachtete ihn. Sie wollte ihn nicht wecken, deshalb lehnte sie sich zu ihm und küsste vorsichtig seine Lippen. Leise stand sie wieder auf und ging nach unten.
Alexis saß bereits auf der Couch und drehte sich zu Kate. Sie wollte gerade den Tisch abräumen, als sie feststellte dass Alexis dies schon getan hatte.
Kate setzte sich neben sie und spürte wie Alexis sich an sie kuschelte. Sie legte ihren Arm um Alexis und küsste ihren Kopf. „ Was schauen wir?"
„ Alice im Wunderland"
„ Das Remake?" fragte Kate belustigt und sah wie Alexis auf Play drückte.
„ Jap."
Als der Film begann sprach keiner der Beiden mehr und genossen den Abend. Kate blickte am Ende zu Alexis und sah wie sie, angelehnt an ihr, schlief. Vorsichtig weckte sie Alexis und beobachtete wie sie ihre Augen Müde öffnete. „ Ist der Film schon vorbei?"
„ Ja, Honey. Alexis streckte sich genüsslich und stand immer noch Müde auf. „ Danke für den schönen Abend, Kate."
„ Immer doch." Gemeinsam gingen sie die Treppen nach oben. An Alexis Tür blieben sie stehen.
„ Schlaf schön." sagte Kate leise und wollte weiter laufen, als Alexis plötzlich ihren Arm festhielt. Überrascht blieb Kate stehen und schaute zu ihr. Alexis stellte sich leicht auf ihre Zehenspitzen und küsste Kates Wange. „ Du auch, Kate." Damit verschwand sie in ihrem Zimmer und ließ eine rotwerdende Kate zurück.
Sie konnte sich das Lächeln nicht verkneifen, als sie Castles Zimmer betrat. Es machte sie mehr als glückliche das sie bei Alexis so willkommen war. Sie suchte unter der Decke nach ihrem Schlafshirt und ging ins Bad.
Als sie fertig war legte sie sich vorsichtig neben Richard und kuschelte sich an seine Schulter.

New York City
Manhattan, Soho
425 Broome Street

Richard spürte Kates Körper neben sich und schlug zufrieden seine Augen auf um sie beobachten zu können. Er drückte sie näher an seinen Körper um sich Gewissheit zugeben das sie wirklich hier war. Ihr leiser, warmer Atem strich über seine nackte Brust und ließ ihn erschauern, doch es fühlte sich gut an. Er war sich sicher, dass es kein Traum war, denn auch das Pochen in seinem Gesicht kam zurück. Castle drehte sich vorsichtig auf die Seite zu Kate und studierte ihre Gesichtszüge. Sie machte ihn einfach wahnsinnig, nie hatte er es so genossen einer Frau beim schlafen zu zusehen. Kate war einfach anders und besonders für ihn, zärtlich strich er eine lose Haarsträhne hinter ihr Ohr. Seine Hand blieb auf ihrer Wange liegen, er spürte ihre Wärme in seiner Handfläche und lächelte zufrieden.
Sofort spürte er Kates Reaktion auf seine Berührung, sie zog ihn näher an sich und legte ihr Bein über seine. Im ersten Moment dachte er, das er sie geweckt hatte, doch sie schlief weiter. Ein klein wenig traurig darüber, streichelte er ihren Rücken und küsste ihre Schulter. Kate spürte seine Berührungen und musste leicht lächeln, als er an ihrem Schlüsselbein ankam. Sie drückte sich noch näher an ihn. Zufrieden mit sich und der Welt legte er seinen Kopf an ihre Schulter und lief ein.

Kälte weckte ihn, verwirrt schlug Castle seine Augen auf und suchte Kate, doch sie war nicht da. Angst machte sich in seiner Brust breit, als er aufstand durchsuchte er sein Schlafzimmer nach Anzeichen, dass Kate diese Nacht bei ihm war. Doch es fand sich nichts. Hatte er das nur geträumt? War sie immer noch in der Gewalt von Jeff? Ruckartig sprang er auf und rannte aus dem Zimmer. Mit lautem Gepolter stolperte er die Treppen nach unten.
Das laute Geräusch ließ Alexis aufschrecken, verwirrt blickte sie zur Treppe und sah wie ihr Vater zu ihr gerannt kam. Sein panischer Ausdruck machte ihr Angst. „ Dad, was ist los?" fragte sie und umarmte ihn. „ Sag mir dass sie hier war."
„ Was?" sichtlich verwirrt ließ sie ihn los und blickte in sein Gesicht. Sah sie in seinen Augen tränen?
Alexis wollt ihn gerade Fragen was los war, doch sie hörte wie die Tür aufgeschlossen wurde, bevor sie reagieren konnte rannte Richard an ihr vorbei und umarmte Kate stürmisch. Er hob sie hoch und drehte sich mit ihr, genauso stürmisch wie er sie umarmte küsste er sie. Castle spürte wie Kate in sein Kuss hinein lächelte. „ Wow, was für eine Begrüßung." brachte sie heraus, als er sie wieder absetzte. Erst jetzt sah sie dass er in seinen Boxershorts vor ihr stand. „ Rick, du hättest dir ruhig etwas anziehen können."
„ Warum?" fragte er verführerisch und drückte ihre Hüfte gegen seine. Kate lehnte sich zu seinem Ohr:" Weil ich mich beim Frühstück auf mein Essen konzentrieren will und nicht auf deinen nackten Oberkörper."
Richard drückte sich leicht von ihr weg und blickte in ihre Augen. „ Du kannst mir nicht widerstehen, stimmt´s?" Kate verdrehte ihre Augen und schlug ihn leicht, als sie an ihm vorbei ging. „ Geh dich waschen. Wir müssen dann ins Revier." Er musste immer noch über seine eigene Bemerkung lächeln, denn er wusste dass er Recht hatte. Mit einem kurzen, lauten Schmatzer verabschiedete er sich und ging die Treppen wieder nach oben.
Kate blickte ihn grinsend hinterher und schüttelte amüsiert ihren Kopf.
Gemeinsam deckten Alexis und sie den Frühstückstisch. Die Runde wurde komplett, als sich auch Martha dazu gesellte. Richard musste schmunzeln, als er die drei Frauen am Tisch sitzen sah. „ Mutter um die Zeit schon wach?" fragte er und küsste ihre Wange. Martha drehte sich zu ihm und lächelte freudig. „ Junge, du freust dich doch mich zu sehen." Während sie sprach schlug sie ihn leicht auf die Schulter. Richard setzte sich neben sie und beobachtete wie Kate und Alexis am Kühlschrank standen und sich unterhielten. „ Es ist schön dass die Beiden sich verstehen, oder?" fragte Martha leise und lehnte sich zu ihm. Richard hörte auf zu starren und nickte seiner Mutter zustimmend zu. „ Ich wusste gar nicht, dass ich so viel Glück haben kann. Warum habe ich Sie nicht schon eher kennengelernt?"
„ Sei einfach froh, dass du sie überhaupt getroffen hast. Ich meine in New York gibt es so viele Frauen."
„ Ja, aber keine ist so wie Kate. Es beruhigt mich einfach, wenn ich sehe das Sie und Alexis sich so gut verstehen, dass ist wie ein schöner Traum."
„ Ich weiß was du meinst, Junge." Sie beendeten das kurze Gespräch, als sich die Beiden zu ihnen gesellten. Kate setzte sich ihm gegenüber und nahm sich ein Brötchen. Sie blickte kurz zu Richard und sah sein liebevolles Lächeln. „ Was?" fragte sie und strich sich Marmelade auf ihr Brötchen. Richard schüttelte leicht seinen Kopf und beobachtete sie weiter. „ Nichts." war alle was er sagte.
Kate biss in ihr Brötchen und zog verwundert ihre Augenbraue nach oben, als sie sah dass er sie immer noch anstarrte. Sie kaute etwas schneller, als normal um sprechen zu können. „ Gut, dann hör auf mich anzustarren."
„ ´Tschuldigung." antwortete er ihr, doch machte ungehindert weiter. „ Rick…" Sie wurde durch das Klingeln ihres Handys unterbrochen. Leicht verärgert über die plötzliche Störung, stand sie auf und nahm ab. „ Beckett."
Sie stand ein kleinwenig abseits von den anderen und konnte Richards Bemerkung nicht hören.
„ Bald heißt es Castle."
Richard beobachtete wie sie nickte und hin und wieder etwas sagte, als sie fertig war setzte sie sich wieder und aß weiter. „ Und? War das Esposito?" fragte er und nahm einen Schluck seines Kaffees.
„ Ja, er holt uns in einer halben Stunde ab."
Richard sah, dass Kate sich beim Essen beeilte deswegen tat er es ihr gleich, doch irgendetwas an ihr machte ihm Sorgen. Er wollte nicht vor seiner Mutter und Alexis fragen, deshalb stupste er leicht gegen ihr Bein, leicht überrascht blickte sie auf und sah in seine besorgten Augen. Kate wusste sofort was er dachte, deshalb nahm sie seine freie Hand und strich zärtlich über diese. Richard lächelte leicht und wurde von ihren Augen in den Bann gezogen.
„ Kinder, habt ihr euch eigentlich schon auf ein Termin für die Hochzeit geeinigt?" fragte Martha um die entstandene Stille zu zerstören. „ Nein, Mutter. Eigentlich haben wir noch gar nicht darüber geredet."
Verwirrt blickte Martha zu den Beiden. „ Warum?"
„ Wir hatten noch keine Gelegenheit dazu, Martha." antwortete ihr Kate und lächelte sie an. „ Ich dachte schon, dass einer von euch kneifen will." Sie lachte daraufhin auf und wurde durch die Türklingel unterbrochen. „ Das ist sicherlich Esposito. Bist du soweit?" fragte Castle und stand auf. Kate nickte ihm zu und wollte ihr Geschirr wegräumen, doch Martha signalisierte ihr dass sie das dann macht. Dankend lächelte sie Martha an und holte ihre Jacken. Richard hatte währenddessen die Tür geöffnet und begrüßte Javier, während er seine Schuhe anzog. Kate gesellte sich zu den Beiden und reichte Richard seine Jacke.
Gemeinsam verließen sie das Apartment und machten sich auf den Weg zum Revier.

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Madison Street, Manhattan
New York

Als sie das Revier betraten, sah Kate sofort das Kevin bei Capt. Montgomery war. Sie liefen gerade an seinem Büro vorbei, als Roy Montgomery sie entdeckte und sie zu sich rief. „ Wie geht es Ihnen, Beckett?" fragte er besorgt und blickte sie intensiv an. „ Gut, Sir."
„ Ich habe leider keine guten Nachrichten für Sie."
„Inwiefern?" fragte Kate verwirrt und sah wie Ryan und Esposito auf den Boden starrten, nur Richard neben ihr war genauso gespannt auf die angeblich schlechten Nachrichten.
„ Heute Morgen wurde die Leiche von Sara Newman gefunden."
„ Wo?" fragte Kate außer sich und musste schlucken.
„ Auf einem Rasthof in der Nähe der Interstate 95. Sie waren wohl auf dem Weg nach Connecticut oder gar nach Florida."
„ Wurde die Leiche schon obduziert?" fragte Richard und richtete seine Aufmerksamkeit gen Esposito und Ryan.
„ Ja, Lanie wartet auf uns. Deswegen hab ich euch auch angerufen." sagte Javier und signalisierte ihnen, dass sie jetzt auch gehen mussten.
Sie verabschiedeten sich von Capt. Montgomery und gingen zur Gerichtsmedizin.

Lanie beugte sich gerade über die Leiche und bemerkte die Neuankömmlinge nicht, erschrocken drehte sie sich zu Javier räuspern und fasste sich an die Brust. „ Gott, wollt ihr mich umbringen?"
„ Sorry, Lanie." sagte Kate und umarmte ihre Freundin. „ Was hast du heraus gefunden?" Sie hatte sich nun auch über Saras Leichnam gebeugt und sah die Hämatome, welche ihren gesamten Körper bedeckten. „ Sie wurde erdrosselt mit den Händen." Lanie zeigte auf den Bluterguss am Hals, welcher durch Handabdrücke abgezeichnet wurde. „ Hast du Sie auf Vergewaltigung untersucht?" fragte Kate leise und zurückhaltend.
„ Ja, habe ich." Lanie blickte ihre Freundin an. „ Positiv. Sie wurde mit einem Gegenstand penetriert, auch anal."
Kate schloss für einen kurzen Moment die Augen und atmete tief durch. „ Hast du DNA von dem Täter an ihr gefunden?"
„ Ich habe Rückstände eines Kondoms gefunden, ansonsten leider nichts."
„ Kannst du ihren Hals bis zum Schlüsselbein auf Speichel untersuchen? Oder hast du Sie schon gewaschen?"
„ Denkst du er hat Sie geküsst?" fragte Lanie verwirrt und holte ein Wattestäbchen. „ Nein, ich denke er hat über ihre Haut geleckt."
„ Wie kommst du darauf?"
Lanie strich mit dem Stäbchen über den Hals bis zum Schlüsselbein und blickte Kate fragend an. „ Weil er das auch bei mir gemacht hat."
„WAS!" schrien die Männer und Lanie aus einem Mund. Kate drehte sich zu Richard, als dieser sie berührte. Sie spürte seinen Atem auf ihrer Haut und hörte sein leises, wütendes Flüstern. „ Ich bringe Ihn um!"
„ Was hat er dir noch angetan?" fragte Esposito besorgt. „ Das war's. Ich habe mich gewehrt und dann habt ihr mich gefunden." Sie spürte wie Richard sich leicht entspannte, bevor sie sich wieder der Leiche widmete, küsste sie ihn zärtlich.
„ Lanie, ich will wissen, ob er sie umgebracht hat. Wie lange dauert der DNA Test?"
„ Ich muss das erst nach zentrifugieren und dann die Probe mit der Lösung versetzen. Vielleicht eine Stunde. Ich werde mich sofort daran machen."
Kate nickte ihrer Freundin zu und verabschiedete sich.
Im Fahrstuhl herrschte bedrückende Stille, vorsichtig ergriff sie Richards Hand, um ihm zu zeigen dass alles gut war.

Kate stand an ihrem Mordallbrett und starrte auf die Landkarte, welche Javier ihr gebracht hatte. Ein roter Punkt zeigte den Fundort der Leiche, Kate fuhr mit ihrem Finger über die Interstate 95 und hielt an der roten Markierung.
Jeff könnte überall sein, deshalb hatte sie Ryan beauftragt eine Suchmeldung herauszugeben, welche sich nicht mehr auf New York bezog, sondern auf das komplette Land. Irgendwo versteckt sich dieser Mistkerl. Er wurde jetzt nicht mehr nur wegen Diebstahl, sondern auch wegen Mord gesucht.
Sie spürte nicht dass sie von den drei Männern besorgt beobachtet wurde, geistesgegenwärtig tippte sie sich mit dem Stift an die Lippe und versuchte sich an ihre Gefangenschaft zu erinnern. Oder vielmehr an die Gesprächsbrocken der Beiden, welche sie aufgeschnappt hatte.

Doch sie fand nichts…..

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Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Das Warten auf Neuigkeiten war das schlimmste für Richard. Er hatte in dieser Zeit nie etwas zu tun, außer die Detectives bei der Papierarbeit zu beobachten und das nervte wiederum Kate.
Genervt von der Stille stand er auf und holte sich ein Espresso, als er zurück ging, sah er wie Kate telefonierte. Leise setzte er sich wieder auf seinen Stuhl und beobachtete sie. Kate fasste sich an die Schläfe und starrte regelrecht mit leeren Blick durch das Büro. Richard legte seine Hand auf ihr Bein und versuchte so ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Sein Plan ging auf. Sie drehte sich zu ihm und lächelte ihn schwach an.
„ Haben Sie den Wagen in der Polizeiwerkstatt?" fragte Kate ihren Anrufer. Sie nickte immer wieder leicht, als sie zuhörte. „ Haben Sie etwa keine fähigen Männer, oder was!"
Richard zuckte bei ihrer Stimme erschrocken zusammen. Kate hatte ihre Stimme nicht nur erhoben, sondern knurrte auch. Richard sah deutlich wie sich ihre Augenbrauen vor Wut zusammen zogen.
„ Hören Sie, dieser Mann ist gefährlich. Er ist unberechenbar!" Es entstand eine kurze Stille und Richard hoffte, dass der Anrufer Kate beruhigt hatte, doch er hatte sich geirrt. „ Verdammt, das ist mir egal. Bringen Sie das Auto hierher und es ist mir gleichgültig wie Sie das anstellen!"
Jetzt blicken auch Ryan und Esposito zu ihr, verwundert über ihre harsche Art standen sie auf und stellten sich neben Castle. Javier gab Richard diesen `Was ist los` Blick, doch dieser zuckte nur seine Schultern und starrte weiter in Richtung Kate.
„ Schicken Sie mir die Zeugenberichte zu und ich werde mich selber darum kümmern." Ihre Stimme hatte sich leicht beruhigt, als sie sich verabschiedete. Javier war der Erste, der sie an sprach. „ Was Neues?"
„ Man hat das Auto von Jeff gefunden. Irgendwo in Connecticut. „
„ Und Jeff?" fragte Ryan vorsichtig. „ Er ist verschwunden. Er hat einen Unfall verursacht. Zeugen haben ihn wegrennen sehen, als die Polizei zum Unfallort kam."
„ Wann werden die Berichte hier ankommen?" fragte Javier wieder. „ Ich hoffe bald." war Kates kurze Antwort, als sie sich von ihrem Stuhl erhob und in den Pausenraum lief. Die beiden Detectives blickten sich kurz an und gingen wieder zu ihren Tischen. Richard schaute ihnen verwirrt hinterher und überlegte, ob es eine gute Idee war Kate zu folgen.
Was hatte er schon zu verlieren.
Er sah sofort, dass sie wütend war, bevor sie etwas merkte, wollte er schnell wieder gehen, doch es war zu spät. „ Ich bin nicht sauer auf dich, Rick." Richard atmete erleichtert aus und setzte sich ihr gegenüber. Kate hatte ihren Kopf zwischen ihre Hände vergraben und starrte auf den Tisch. „ Dieser Fall…"
„ Ich weiß." unterbrach er sie sachte und fing ein gezwungenes Lächeln auf. Vorsichtig ergriff er ihre Hand und hielt sie fest. „ Hast du schon etwas von Lanie gehört?" fragte er um die Stille verschwinden zulassen. „ Nein, ich denke mit der Stunde hat sie untertrieben."
„ Kann man ihr auch nicht übel nehmen."
„ Du meinst bei meiner Laune?" fragte Kate ernst und sah deutlich den kleinen Funken Angst in Richards Augen.
„Ähm, ich hätte es jetzt nicht so ausgedrückt, aber ja." Er konnte sich dabei nicht zusammen reißen und grinste sie frech an. „ Lass das."
„ Du kannst jetzt nicht mehr sagen, dass das mich unattraktiv macht." Sein Grinsen wurde triumphierend, als er in ihr verwirrtes Gesicht blickte. „ Warum nicht?"
„ Weil du meiner Charme schon verfallen bist." Er streckte ihr die Zunge heraus, wobei Kate ihre Augenbraue hochzog und jetzt selber Grinsen musste.
Richard stand auf und lief zu ihr. Er beugte sich zu ihrem Ohr, strich eine Haarsträhne hinter dieses und küsste sie sanft. „ Du hast lange durchgehalten, Becks, aber am Ende habe ich gewonnen." Sein warmer Atem verursachte auf ihrer Haut eine Gänsehaut. Sie musste bei seiner Bemerkung lächeln und drehte sich zu ihm.
„ Vielleicht bist du auch mir verfallen." stellte sie fest und küsste seine Wange. „ Vom ersten Tag an, Detective."
„ Hey, ihr Beiden. Lanie hat angerufen." rief plötzlich Esposito in den Pausenraum herein. „ Was hat Sie gesagt?" fragte Kate und war sofort wieder in ihrem Detectivemodus. Richard reichte ihr seine Hand und zog sie leicht nach oben. Javier hatte sich von den Beiden weggedreht, das nahm Richard sofort als Gelegenheit und küsste Kate noch einmal. „ Man weiß ja nie wann das nächste Mal ist." sagte er grinsend und folgte Javier. Kate stand für einen kurzen Moment wie erstarrt da, bis sie sich wieder daran erinnerte das Lanie angerufen hatte.

Gerichtsmedizin,
Madison Street, Manhattan
New York

" Ich hab mich wirklich beeilt, Kate." rief Lanie, als sie das Geräusch von Schritten vernahm. „ Hab ich etwas gesagt, Lanie?" fragte Kate leicht genervt. „ Deine Schritte verraten es mir."
Kate und Richard blickten sich um und entdeckten Lanie schließlich über ein Mikroskop gebeugt. „ Was hast du herausgefunden?" fragte Kate und stellte sich neben sie. „ Die DNA gehört, zu 99.9%, Jeff Quinn. Ich habe aber noch etwas gefunden." Lanie stand auf und ging zum Obduktionstisch. Sie drehte die Leiche zur Seite und legte den Rücken frei. Kate sah sofort was Lanie meinte. Mit hochgezogener Augenbraue trat sie näher und blickte auf die nackte Haut. „ Was hat das zu bedeuten?" fragte sie und blickte Lanie an. „ Das ist nicht meine Aufgabe, sondern deine, Kate." antwortete Lanie und grinste Kate frech an.
Mit einem schiefen Grinsen verabschiedete Kate sich, als sie gerade an der Flügeltür angekommen war, drehte sie sich noch einmal zu Lanie. „ Ich dachte unter Freunden gibt es Arbeitsteilung, Lanie." sagte sie gespielt ernst und öffnete die Tür mit einem kraftvollen Schwung. „ Dafür hast du doch deinen Lover boy." rief Lanie ihr hinterher und sah den amüsierten Blick von Castle, welcher die ganze Zeit geschwiegen hatte.
„ Castle, ich schick die Bilder und den Autopsiebericht später hoch." Richard nickte ihr zu und verließ die Gerichtsmedizin.

Kate stand am Fahrstuhl und war in ihren Gedanken versunken. Richard lehnte sich an ihren Rücken und legte seinen Kopf auf ihre Schulter. „ Was denkst du?" fragte er leise und küsste ihr Ohr. „ Warum hat er eine drei in ihre Haut geritzt?"
„ Vielleicht ist Sie sein drittes Opfer." stellte Castle fest und spürte wie Kate sich an ihn lehnte. „ Vielleicht." antwortete sie und drückte mehrmals auf den Aufzugknopf. „ Geht es dir gut?" fragte Richard vorsichtig und legte seine Arme um ihren Bauch. „ Ich hasse diesen Fall."
„ Ich weiß." Er sah deutlich das kleine Lächeln, welches sich auf ihren Lippen abzeichnete, als er leicht über ihren Bauch streichelte. „ Wir werden diesen Mistkerl finden und hinter Gittern bringen."
„ Ich bin leider nicht mehr so optimistisch wie du."
„ Warum?" fragte Richard verwirrt und sah wie die Fahrstuhltüren sich öffneten. Er ließ Kate los und folgte ihr in den kleinen Aufzug. „ Weil er sicherlich nicht mehr hier ist, sondern in irgendeinem anderen Bundesstaat."
„ Hat er eigentlich das Geld noch?" fragte Richard.
„ Er hat es auf ein anderes Konto überwiesen. Ich weiß nicht ob…. Das ist es!" Kate drehte sich stürmisch zu ihm und küsste ihn. „ Du bist genial." sagte sie schnell und rannte geradewegs, als der Fahrstuhl hielt, durch das Büro. Verwundert blickte Richard ihr hinterher.

Kate blieb vor Ryan stehen und grinste ihn wissend an. „ Was?" fragte er verwirrt. „ Wissen wir, wo Jeff das Geld hin transferiert hat?"
„ Nicht das ich wüsste."
„ Dann kümmer dich darum. Die Computertechniker können doch sicherlich der Spur des Geldes folgen." stellte Kate fest und sah wie sich Ryans Augen weiteten, als er verstand. „ Ich kümmer mich darum." Er hatte seinen Satz noch nicht zu Ende gesprochen, als er schon zum Telefon griff und die Nummer der Computertechnik wählte. Kate klopfte auf seine Schulter und lief zum Mordfallbrett, dort stand Richard und beobachtete wie sie zu ihm gelaufen kam. „ Dafür bekomm ich eine Belohnung, oder?" fragte er verführerisch und wackelte mit seinen Augenbrauen. „ Wenn wir dieses Schwein fassen, Rick, wirst du deine Belohnung nie wieder vergessen." Kate hatte sich leicht zu ihm gelehnt und geflüstert. Sie spürte, dass Richard seinen Atem anhielt, als er ihren Worten lauschte. Langsam zog sie sich von ihm weg und sah wie er in seine Faust biss. Sie musste über seine Geste lachen und blickte in seine blauen Augen.

„ Beckett." rief Ryan nach mehr als zwei Stunden und kam mit Esposito zu ihr gelaufen. „ Wir haben die Verfolgung aufgenommen, wenn Quinn das Geld abhebt, finden wir ihn."
Kate legte triumphierend ihren Stift hin und blickte die beiden Detectives an. „ Endlich." war alles was sie herausbrachte.
„ Die Kriminaltechnik hatte leichte Schwierigkeiten, doch nach langem Gesuche wurde das Konto identifiziert." sagte Javier und grinste in die Runde. „ Bevor wir für heute Schluss machen, Jungs, hätte ich noch eine Bitte an euch. Könntet ihr nach Vergewaltigungsfällen suchen, wo den Opfern Zahlen in den Rücken geritzt wurden?" fragte Kate. Javier nickte, blickte Kate doch verwirrt an. „ Warum?" fragte Ryan.
„ Auf Saras Leichnam fand Lanie eine eingeritzte drei auf dem Rücken. Die Vermutung liegt nah, dass Jeff Quinn schon zwei Morde oder Vergewaltigungen begangen hat und damit durch gekommen ist."
„ Hat Lanie die Akten?" fragte Javier. „ Ja." antwortete Kate und musste lachen, als Javier sich ruckartig umdrehte und zum Fahrstuhl lief. Ryan blickte ihm kopfschüttelnd hinterher und ging wieder zu seinem Schreibtisch.
„ Und was machen wir jetzt?" fragte Richard und legte seine Hand auf Kates Knie. „ Ich mach noch den Papierkram fertig. Du kannst schon nach Hause gehen, wenn du willst."
„ Keine schlechte Idee. Soll ich kochen?" fragte er. „ Klingt gut, aber tu mir bitte den Gefallen und fang wieder an zu arbeiten. Ich glaube Gina reißt dir bald den Kopf ab. Deine Deadline rückt immer näher."
„ Kein Sorge, das Buch ist fast fertig."
„ Auf dem Papier?"
„ Nein, sondern hier." Richard tippte sich an seine Stirn und grinste Kate an. „ Ich glaube nicht das, dass Gina reicht." antwortete Kate im vorwurfsvoll.
„ Ok, ich werde sofort damit anfangen. Zufrieden?"
„ Ja. Mach jetzt endlich los, sonst komm ich nie hier weg."
Richard lehnte sich zu ihr und küsste sie sanft. „ Es freut mich immer wieder, dass du mich vor deiner Arbeit vorziehst."
Kate lächelte schief und küsste ihn zurück, als sie sich von ihm trennte nahm sie ihren Stift wieder in die Hand und signalisierte Richard dass er endlich gehen sollte.
Er verstand ihre Geste und es machte ihm auch nichts mehr aus, weil er wusste dass sie nach Hause kommen würde.