Er dachte er träumte, als er den warmen Körper neben sich spürte.

Doch es war nicht so.

Sein Herz machte einen Sprung, als er Kate neben sich liegen sah. Sie hatte ihren Kopf auf seine Brust gelegt und kuschelte sich an seinen nackten Körper.
Er konnte nicht aufhören sie anzustarren, mit federleichten Berührungen streichelte er über ihren Rücken und konnte sich ein kleines, zufriedenes Grinsen nicht verkneifen.
Es war untypisch für sie, ihn zum bleiben zu überreden, doch sie tat es.

Seit ihrer ersten Nacht und auch schon davor, wusste er dass sie die Richtige war. Doch sie konnte sich nicht öffnen. Für ihn wäre es normal gewesen, wenn er gleich nach dem Sex wieder verschwunden wäre, doch ihre Bitte konnte und wollte, er nicht abschlagen. Zu sehr genoss er ihre Nähe und Wärme.

Er brauchte sie.

Ihm wurde bewusst dass er sie immer noch anstarrte. Langsam, fast schon zaghaft, flatterten ihren Augen auf. Sie blickte ihn mit müden, verträumten Augen an und wieder spürte Richard, wie sich sein Herzschlag verdoppelte.

Diese Frau machte ihn wahnsinnig.

Ihre grünen Augen blickten verwirrt in seine und hinterließen ein undefiniertes Gefühl in seiner Brust.
Er war enttäuscht, zu sehr hatte er sich gewünscht, sie lächeln zu sehen.
Doch sie tat es nicht, stattdessen ging sie auf Abstand und richtete sich auf. Erst jetzt, als er spürte, dass sie gehen wollte, fand er seine Stimme wieder.

„Geh nicht." Seine Stimme klang flehentlich und er ärgerte sich selbst darüber. Kate blickte ihn kurz an, sah aber nicht in seine Augen, als sie ging.
Er hört wie die Badetür geschlossen wurde, wütend ließ er seinen Kopf wieder in die Kissen sinken und seufzte laut. Seine Hände bedeckten sein Gesicht.
Er konnte das Rauschen des Wassers hören und beschloss zu gehen.

Seine Befürchtungen waren wahr geworden, bemerkte er, als er seine verstreuten Sachen zusammensuchte und sich anzog.
Er blickte kurz zurück, als er die Tür schloss und ging.

Sie konnte immer noch seine Stimme hören. So verletzlich, ängstlich und gebrochen.
Das warme Wasser lief über ihren Körper. Sie konnte seine Berührungen auf ihrer Haut spüren und vermisste seine Nähe. Sie hasste sich selbst, dass sie sich ihm gegenüber nicht öffnen konnte. Gerade bei ihm, welcher sie besser verstand, als andere in ihrer Umgebung.
Ihre momentane Beziehung konnte Kate nicht beschreiben und wollte es auch nicht. Die Angst vor dem Ungewissen trieb sie in den Wahnsinn, genauso die Tatsache, dass sie ihre Gefühle nicht im Griff hatte.

Sie war es die ihn letzte Nacht brauchte.
Sie war es die wollte das er blieb.
Und jetzt stieß sie ihn weg.

Sein Gesicht tauchte vor ihrem inneren Auge auf – so verletzbar. Kein Anzeichen von Fröhlichkeit zeigte sich.
Ein leises Geräusch veranlasste sie, dass Wasser abzudrehen. Nur mit einem Handtuch bekleidet verließ sie ihr Bad und wandelte durch ihre Wohnung.
Seine fehlende Präsenz wurde ihr schmerzlich bewusst, als sie sich umsah und ihn nirgends entdeckte.
Es war so viel einfacher gewesen, als er noch am selben Abend gegangen war.
Doch sie konnte ihm keine Vorwürfe machen, sie allein hatte Schuld an diesem Dilemma.

Er ließ sich den ganzen Tag nicht im Büro blicken. Ihre Kollegen sahen sofort, dass etwas zwischen den Beiden geschehen war.
Sie versuchte sich mit ihrer Arbeit von ihm abzulenken, doch es gelang nicht wirklich. Wann in ihrem Leben hatte sie so ein Gefühlschaos erlebt?
Sie wusste es nicht.
Mehr noch verstand sie sich selbst nicht mehr.

Sie war süchtig nach ihm.
Nach seinem Körper.
Nach seinen Berührungen.
Nach allem was er in ihr auslöste.
Am sehnlichsten, aber nach seiner Gegenwart.

Sie wusste nicht mehr, wie es dazu kam, dass sie miteinander schliefen, doch seit dieser ersten Nacht konnte sie nicht mehr aufhören. Sie war wie auf Drogen und sie liebte es.

Der Tag verging ohne weitere Vorkommnisse. Sie hatte gehofft, dass er vorbei kommen würde oder sie wenigstens anrief, doch er tat es nicht.
Kate nahm ihr Handy und wählte seine Nummer, doch was sollte sie ihm sagen? Sie entschied sich ihm eine SMS zu schicken. Sie wusste, dass das Unpersönlich war, doch es war ein Anfang.

Richard lag auf seiner Couch und hatte die Augen geschlossen. Seine Gedanken kreisten sich um die Frau, welche ihn wegstieß und verletzte und doch konnte er ihren Geruch riechen, welcher sich an ihm festgesetzt hatte. Er wollte heute nicht mehr ins Revier fahren und sie sehen, zu sehr war er niedergeschlagen, nach dem morgendlichen Desaster.
Im hintersten Winkel seines Gehirns, nahm er das leise Klingeln seines iPhones war. Er stutzte kurz, als er sah von wem die SMS war.

Wir müssen reden.

Er wusste, dass irgendwann die Zeit gekommen war, dass sie das wirklich tun sollten. Und es ängstigte ihn.
Als er ihr antwortete, erinnerte er sich an ihre erste gemeinsame Nacht, an ihren Geschmack, welchen er mit seiner Zunge auf ihrer Haut aufnahm und an die Art wie sie sich in seinen Armen fallen ließ.

Erst nach dem er die SMS weggeschickt hatte, wurde ihm bewusst, dass er sich noch nicht umgezogen hatte.
Bevor Kate zu ihm kam, wollte er mit einem gepflegten Äußeren vor ihr erscheinen.

Seine schnelle Antwort überrascht sie. Im ersten Moment wollte sie im zurück schreiben, dass sie nicht vorbei kam, doch das konnte sie ihm nicht antun.
Das Taxi fuhr, nach ihrem Zeitgefühl, viel zu schnell zu seinem Apartment. Unentschlossen stand sie vor seiner Tür und atmete tief ein, als sie anklopfte.
Sie musste nicht lange warten, als die Tür sich öffnete, sie sah ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht.
„Hey." Mehr konnte sie in diesem Moment nicht sagen. Ohne Worte bat er sie herein. Sein Duft stieg ihr in die Nase und sie spürte ihre Knie weich werden.
Kate schaffte es nicht sich zurück zuhalten, stürmisch schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und drückte ihren Körper näher an seinen.
Er spürte ihre Wärme und legte seine Hände auf ihre Hüfte, vorsichtig lehnte er sich zu ihr und küsste sie.
Richard manövrierte sie zu seiner Couch und ließ sich von ihr nach unten ziehen. Ihre Beine waren um seine Hüfte geschlungen, als er auf ihr lag. Seine Hände stahlen sich unter ihre Bluse und ertasteten ihre nackte Haut. Sie stöhnte leise in ihren Kuss hinein, als er ihre Brust berührte. Er ließ von ihren Lippen ab und küsste sich ihren Hals entlang, ihre Hände zerrten sein Hemd aus dem Hosenbund und streichelten seinen Rücken. Kate hatte ihre Augen geschlossen und protestierte, als Richards Hände von ihr abließen. Behänd öffnete er die Knöpfe ihrer Bluse und küsste ihren Bauch entlang. Ihr Körper bockte sich gegen seinen Mund, seine Zunge tanzte um ihren Bauchnabel.
Nur widerwillig zog er sich zurück und sah wie Kate sich auf die Lippen biss. Seine Augen suchten ihre und hielten sie fest.
„ Kate, es ist nicht nur Sex für mich, dass war es noch nie. Ich will neben dir aufwachen, dich küssen immer und überall, ohne mir Gedanken darüber zu machen ob es falsch ist." Er atmete kurz, als sie ihn unterbrach. „ Rick, tu es nicht…"
„ Ich will dich, Kate."