Seine Stimme hallte in ihren Ohren wider, doch das Gesagte kreiste in ihrem Kopf herum. Sie blickte in seine blauen Augen, welche so viel Treue, aber auch Angst zeigten, dass sie weg schauen wollte. Richard stützte sich auf seine Ellenbögen ab und folgte mit seinem Gesicht ihrem. „Kate…"
Er spürte, dass sich ihr Körper unter seinem versteifte. Wie erstarrt blickte sie in sein Gesicht.
Völlig emotionslos.
Die Leere in ihren Augen ängstigte ihn.
Ihre Hände ließen von ihm ab, ihr Körper drücke seinen von ihr.
Ohne Widerrede richtete er sich auf und musste mit ansehen, wie Kate sich von der Couch erhob.
Sie stand vor ihm und er wusste, dass er ihre momentane Beziehung ruiniert hatte.
Warum hatte er es nicht dabei belassen? Die Frage war leicht zu beantworten, zu mindestens für ihn. Sie dagegen kannte die Antwort nicht oder empfand nicht das gleiche für ihn.
Das Leben ist schon ein Mysterium….
Er saß weiterhin erstarrt auf der Couch und beobachtete sie dabei, wie sie sich anzog. Sollte er noch etwas sagen oder sich wieder einmal entschuldigen, auch wenn es nicht ernst gemeint war?
Schweigen war in dieser Situation die beste Option.
Sie schaute kurz zurück, als sie die Tür erreichte. Ihre Stimme glich einem Flüstern. „ Es tut mir leid."
Als die Tür ins Schloss fiel, zuckte sein Körper zusammen. Er ließ sich nach hinten fallen und legte seinen Kopf auf die Lehne, seine Hände bedeckten sein Gesicht.
Wie lange er so da saß, wusste er nicht, doch in dieser Zeit hatte er einen Entschluss gefasst. Er wollte diese Frau und es machte ihn wahnsinnig, wenn andere Männer sie nur anblickten.
In seinen Kopf regierte nur noch die Tat. Schnell und ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen verließ er sein Apartment.
Die kalte Luft ließ ihn frösteln, als er auf die Straße sprang und ein Taxi aufhielt. Mit quietschenden Reifen hielt der Fahrer an und wollte Richard gerade anschreien, doch dieser stieg ein und gab ihm die Zieladresse.
Er hörte, dass leise Fluchen des Fahrers nicht, als er sich in den Sitz fallen ließ. Seine Gedanken kreisten sich um die Frau, welche fluchtartig sein Apartment verlassen hatte.
Kate fand sich auf der Straße wieder und atmete tief ein. Warum war sie gegangen?
Diese Frage schwirrte in ihrem Kopf herum. Sie wusste nicht was sie von seinen Gefühlen halten sollte. Sah sie Liebe in seinen Augen? Sie konnte es nicht deuten und ihre sonst gute Menschenkenntnis wirkte bei ihm nicht.
Sie hatte in ihrem Leben schon viele Menschen kennengelernt, doch niemand war so wie Richard Castle.
Er war nicht der Playboy, den er immer vorgab. Sie wusste in seinem Inneren war er sensibel, zuvorkommend, liebenswert und was sie am meisten bewunderte, treu.
Er folgte ihr seit drei Jahren, brachte sie zum Lachen und machte ihren Job erträglicher. Verdammt er hatte ihr Leben mehrmals gerettet und jetzt schliefen sie auch miteinander.
Es wäre gelogen gewesen, wenn sie behauptet hätte, dass sie sich bei ihm nicht geborgen fühlte. Doch konnte sie sich ihm wirklich hingeben oder gewann die Angst wieder einmal die Oberhand?
In ihrem Beruf brauchte man ein gutes Renommee, gerade als Frau. Wie würde sie also da stehen, wenn Castle sie nur als Bettgefährtin sah.
Warum musste alles so kompliziert sein?
Seit sie ihn kannte, hatte sie Schwierigkeiten einen anderen Mann kennen zu lernen. Sie erinnerte sich wieder an den Tag, als sie Will das erste Mal nach ihrer Trennung wieder sah und an das was Castle ihr gesagt hatte.
Ihr wurde bewusst, dass er Recht hatte. Sie verbannte Will aus ihren Kopf, doch es gelang nicht immer, gerade als sie in vor zwei Tagen wieder sah.
Ihr Leben lief eindeutig schief und sie wusste, dass sie teilweise selbst schuld daran war.
Sie hatte für ihn mit Demming Schluss gemacht und jetzt, wo sie miteinander schliefen und sich so nah waren, konnte sie sich nicht öffnen. Er wusste mehr, als andere Menschen über sie Bescheid. Und diese Tatsache ängstigte sie.
Sie wollte nicht daran denken, was mit ihr geschehen würde, wenn er sie verlassen würde. Doch nach dieser Aktion, konnte sie ihm, dass nicht verübeln.
Verwundert starrte sie zu ihrer Wohnung. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie schon so lange gelaufen war. Langsam lief sie die Treppen nach oben und blickte zu ihrer Tür.
Erschrocken blieb sie am Treppenabsatz stehen und schaute zu der wartenden Person.
„ Rick…" Ihre Stimme brach ab, mit weitaufgerissenen Augen lief sie zu ihm.
Sie trennten sich nur noch millimeterweise, als sie zu ihm aufblickte. Seine Augen waren wie ein offenes Buch und sie musste fast lachen, denn genau das hatte er einmal von ihren behauptet. Vorsichtig streckte sie ihre Hand nach seiner aus.
Sie fühlte, dass er zitterte.
Seine Augen waren auf ihre fixiert.
„ Lass uns reingehen."
Während sie die Tür aufschloss, hatte sie seine Hand nicht losgelassen. Sie zog ihn mit herein und schloss leise die Tür hinter sich. Richard stand weiterhin wie erstarrt vor ihr und suchte nach den Richtigen Worten.
„ Kate, ich bereue nichts. Oh Gott, mir fehlen, das erste Mal in meinem Leben, die Worte." Nervös strich er sich durch sein Haar und hielt ihre Hand etwas fester.
„ Bitte geb mir, uns eine Chance." Er versuchte den flehenden Ton in seiner Stimme zu verbannen.
Als er so nah vor ihr stand, wusste sie plötzlich, das es Liebe in seinen Augen war und nicht nur Verlangen oder Lust.
Sie strich seinen Oberarm entlang, bis sie schließlich ihre Hand an seine Wange legte.
„ Richard, wenn es nur so einfach wäre."
Er hatte seine Augen geschlossen, als er ihre warme Hand auf seiner Haut spürte. Ihre leise Stimme, holte ihn in die Realität zurück. Sie ließ von ihm ab und hatte seine Hände in ihre genommen.
„ Das ist es, Kate."
Sein Kopf näherte sich ihrem, seine Lippen berührten ihre so sanft, dass sie sich nicht sicher war, ob er sie wirklich küsste. Er wartete auf Protest, doch sie blieb ruhig stehen und legte ihre Arme um seinen Nacken. Es war ein langsamer, gefühlsvoller Kuss und Kate konnte sich nicht zurückhalten, als leise zu stöhnen.
Er legte seine Hände auf ihre Hüfte und drückte ihren Körper näher an seinen.
„ Nichts kann falsch sein, was sich so gut anfühlt."
Er ließ von ihren Lippen ab und küsste ihre Wange. Ihre Augen waren immer noch geschlossen und ein kleines Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab.
Er spürte, dass sie mit kleinen Schritten zur ihrer Couch lief, er folgte ihr genauso langsam, ohne aufzuhören ihren Hals zu küssen.
Sie ließ sich auf die Couch fallen und zog ihn mit sich, schnell lagen seine Lippen wieder auf ihren. Als der Kuss sich vertiefte, versuchte sie sein Hemd zu öffnen. Die ersten Knöpfe gingen schnell auf, doch die restlichen erschwerten ihr, ihr Vorhaben. Sie riss das Hemd auf und strich es von seinem Körper. In der gleichen Zeit hatte er, ihre Bluse schon geöffnet und zog Kate mit nach oben. Sie saßen sich gegenüber, Richard spürte wie sie an seinem Gürtel herum fummelte.
Er stand auf und zog sie mit sich, damit entledigte er sich seiner Hose und Shorts. Auf den Weg in ihr Schlafzimmer, öffnete er ihre Hose und beobachtete, sie dabei, wie sie alles fallen ließ. Nur noch ihr BH verdeckte Teile ihrer zarten Haut. Er drängte sie zu ihrem Bett.
Sie spürte die Kante und wollte sich fallen lassen, doch Richard hielt sie auf, langsam wanderten seine Finger zu ihrem BH-Verschluss. Die Spangen öffneten sich und er zog das nervende Teil von ihr.
„ Du bist wunderschön."
Seine Worte ließen sie erröten, er küsste sie sanft und drückte sie auf das Bett.
Der Kuss vertiefte sich und sie ließ ihren Kopf in die Kissen sinken. Sie spürte sein Verlangen und wusste dass es längst nicht mehr nur um Sex ging.
Da war noch etwas anderes zwischen ihnen.
Seine Hände wanderten ihren Körper entlang und sie schloss ihre Augen, als er sanft über ihre erogenen Zonen strich.
Er strich über ihren Hüftknochen und ertastete ihre empfindlichen Unterseiten ihrer Brüste. Ihre Hände blieben nicht untätig und strichen über seine Erregung.
Sein Atem ging schneller, durch ihre Berührungen. Er küsste ihre weiche Haut und stöhnte auf, als sie ihre Hüfte gegen seine rollte.
Er berührte jeden Zentimeter ihres Körpers, fand schließlich die Hitze zwischen ihren Beinen. Ihr Kopf fiel zurück in die Kissen, als sich sein Finger gegen sie bewegte.
„ Rick" hauchte sie und sie wusste, dass ihre Gefühle in ihrem gesamten Gesicht geschrieben standen.
Sie legte ihre Hände auf seine Brust und drehte ihn mit einem Ruck herum. Leicht überrascht blickte er zu ihr auf und stöhnte genussvoll, als sie seine Brust küsste.
Sie neigte sich zu ihrem Nachttisch. Er beobachtete sie dabei, wie sie das Kondom über seine Länge rollte. Ein leises Stöhnen entrann seiner Kehl, als ihm bewusst wurde, dass er jetzt ihren ganzen Körper sehen konnte.
Ihre Augen schlossen sich, sie hörte wie er ein kehliges Stöhnen ausstieß, als sie sich langsam niederließ.
Sie liebe das Gefühl, ihn in sich zu spüren. Ihre Hände lagen auf seiner Brust, als sie sich auf ihm bewegte.
Ihre Bewegungen verschmolzen in einen Rhythmus. Sie konnte sich nicht daran hintern ihre Augen zu schließen, als sie ihren Höhepunkt spürte.
Ihre Fingernägel krallte sich in seine Brust und er spürte ihre inneren Muskeln flattern.
Ein langes, tiefes Stöhnen stieß aus ihrer Kehle. Richard folgte ihr kurz darauf und seine Lippen formten ihren Namen.
Ihr Körper lag auf seinem, ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter und ihre Augen blieben weiterhin geschlossen, als sie zufrieden seufzte. Seine Hände streichelten über ihren nackten Rücken und zogen Kreise.
Er genoss die entstandene Stille, doch er wusste, es wurde Zeit darüber zu reden. „ Kate…"
„Hm."
Sie richtete sich leicht auf um in seine Augen schauen zu können. „ Ich habe alles ernst gemeint. Gib uns beiden eine Chance. Ich…"
Sie hatte ihren Finger auf seine Lippen gelegt und lächelte ihn leicht, aber unsicher an. „ Ich weiß nicht, ob ich bereit dafür bin."
„ Du bist es wert zu warten."
Sie spürte wie sich ihre Wangen verfärbten. „ Danke." Ihre Lippen legten sich auf seine und sie spürte, dass er grinste.
Ihr Körper bewegte sich von seinem, sie kuschelte sich an ihn und schloss die Augen.
In Richards Kopf geisterte der Gedanke herum, dass er ihr seine Liebe gestehen sollte. Als er gerade Mut gefasst hatte und seinen Kopf zu ihrem drehte, musste er feststellen dass sie eingeschlafen war.
Er küsste ihre Stirn und schloss wenige Minuten später seine Augen.
