Mortianna's Morgana - Nun, das mit den Haaren klärt sich beim nächsten Mal. Aber mich freut, dass dir bis jetzt meine kleine Story noch gefällt ;-)

Cynestra - Was er von Hamburgern hält, erfährst du ja mehr oder wneiger in diesem Kapitel. Obwohl die nur am Rand erwähnt werden ;-) Danke für dein FB!

Mionecoop- Das mit dem Vorlesen hat was für sich. Ich hab sie meinem Sohn vorgelesen und der hat sich abgerollt - obwohl er Snape nicht ausstehen kann. Auf jeden Fall freu ich mich tierisch, dass es dir gefällt!

Sevana- Hoffentlich hat sich die Vorfreude auch gelohnt gg Vielen Dank für dein Review!

Tatze81- Oh, Hermine wird noch eine Weile an ihren Selbstmordgedanken hängen, das kann ich definitv versprechen lol Liebe Grüße

Sepsis - Na ja, immerhin sind die inkognito in London, da tut man Einiges um nicht aufzufallen. Aber egal wie Snape sich äußerlich verändert - drinnen bleibt er der Alte, versprochen!

-Lord of Slytherin- Wow - äh rotwerd Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, außer: DANKE!

Teil 5 – Schulmädchenreport

Snape wirkte für ihren Geschmack viel zu vergnügt. Definitiv zu vergnügt. Sie fielen dank seiner, zugegebenermaßen, ausgesprochen gut gewählten Kleidung nicht mehr so auf, aber da sich sein zerrissener Umhang nun in einer der Tüten befand und keine unmittelbare Gefahr mehr darstellte, hatte er einen plötzlichen Faible für Rolltreppen entwickelt und war erst einmal alle herunter, dann wieder herauf und wieder herunter gefahren.

„Jetzt reicht's!", schimpfte sie schwitzend und hielt ihn mit ihrem Ausbruch ab, noch einmal herauf zu fahren. Diese Tüten waren hinderlich und wogen dazu auch noch einiges. „Ich dachte, Sie hätten Hunger?"

Sie hatte inzwischen Hunger, immerhin verbrauchte sie ja Kalorien durch das Schleppen seiner Tonnen schweren Altkleidung. Und sie empfand es auch nicht als höflich, dass sie diese tragen musste. Eigentlich war sie als Beraterin mitgekommen und nicht als Lastenträger. Dumbledore hatte ihm ausdrücklich gesagt, dass er nichts tun durfte, was sie seelisch, körperlich und geistig schaden könnte.

Und jetzt gerade fühlte sie sich seelisch, geistig und körperlich geschädigt.

Wenigstens schien sie ihn daran zu erinnern, dass er einen Hamburger probieren wollte. Wo er das aufgeschnappt hatte, war ihr ein Rätsel. Vermutlich spionierte er heimlich den Schülern hinterher.

Der nächste Schnellimbiss mit schottisch klingendem Namen und amerikanischer Herkunft war nicht weit entfernt und erleichtert warf sie die Tüten in eine Ecke, als sie sich einen Platz im Ernährungshimmel Heranwachsender ergattert hatte.

„Sie wissen schon, dass diese Dinger ungesund sind, oder?" Misstrauisch beäugte sie eine knappe Stunde später ihren Lehrer, der genussvoll seinen letzten Burger verdrückte, nachdem er sich einmal durch das Sortiment gegessen hatte. Wobei er sorgsam jedes Mal das einzig vernünftige Lebensmittel, die Gurke, von den labbrigen Brötchen entfernt hatte.

Neidvoll musste sie sich eingestehen, dass er es sich wenigstens leisten konnte, so schlank wie er war. Ihr kniff schon die Jeans, wenn sie nur das Wort 'Hamburger' in den Mund nahm. Deshalb hatte sie sich auch nur einen Salat geholt und sabbernd zusehen müssen, wie er sich die Cholesterinbomben einverleibte.

Es war schon unverschämt genug von ihm gewesen nicht ein einziges Mal zu kleckern. Wenn sie sich an ihre ersten Begegnungen mit den Kalorienträgern erinnerte, hatte sie immer ausgesehen, wie ein Kleinkind nach den ersten selbstständigen Essversuchen. Missmutig beobachtete sie, wie er auch den letzten Brocken in den Mund schob und zu überlegen schien, ob noch etwas in den Magen passte.

Das war es doch! Sie würde ihn mit fetten, ungesunden Essen vollstopfen und seine Arterien erledigten dann den Rest. Eine saubere und effektive Art ihn loszuwerden. Niemand würde Verdacht schöpfen und sie hatte ein Problem weniger...

„Darf ich fragen, an was Sie denken?"

Ach, jetzt redete er auf einmal wieder mit ihr? Oder es war ihm einfach ihr dümmliches Grinsen aufgefallen, während sie darüber nachdachte, wie man ihm schnellstmöglich zu einem Herzinfarkt verhalf?

„Nichts Besonders", entgegnete sie, „ich hoffe nur, dass dieser Auftrag hier nicht all zu lange dauern wird."

Wenn sie allein daran dachte, was sie innerhalb dieses halben Tages alles hätte lernen können.

„Wir sind gerade Mal ein paar Stunden hier, was erwarten Sie? Dass der Klon uns winkend entgegen rennt und schreit 'hallo, hier bin ich'?"

Ja, das wäre wirklich schön, aber rein rechnerisch standen die Chancen gleich Null.

„Oder hatten Sie noch etwas Dringendes vor? Ihrem Busenfreund Weasley mal wieder die Hausaufgaben machen? Potter bei irgendwelchen haarsträubenden Unternehmungen helfen, oder ihre Lehrer zur Verzweiflung bringen?"

Woher wusste er das mit Ron?

„Die meisten Lehrer sind mit meinen Leistungen sehr zufrieden", stellte sie schnippisch klar.

„Die meisten meiner Kollegen haben auch Angst vor Ihnen."

Hatte Sie das soeben richtig verstanden?

„Das...das...das ist nicht wahr!", stotterte sie empört. „McGonagall schätzt mich und meine Leistungen. Sprout ist begeistert über meine Erfolge bei der Aufzucht der seltenen

cæremonia mimosa und will das in einem Fachbuch veröffentlichen und Professor Flitwick meint, ich wäre ein Naturtalent."

„Miss Granger", unterbrach er sie aufs Neue, „denken Sie mal nach. Bereits in der dritten Klasse haben sie es geschafft einen Fingerhut in eine Eule zu verwandeln, die auch noch Post tauglich war. Allein für so einen Zauber brauchen andere Hexen einen Universitätsabschluss. Die arme Minerva war wochenlang fertig mit den Nerven, da sie nicht wusste, ob es ihnen nicht eines Tages vor ihr gelingen wird den Stein-zu-Gold Zauber zu schaffen, den bisher nur ganz drei Magier in der Geschichte der Zauberei vollbracht haben und an dem sie seit ihrer Kindheit arbeitet."

Hermine piekste mit leicht gequältem Gesichtsausdruck in den Resten ihre Salats.

„Das habe ich in der Fünften geschafft, aber ich wollte es nicht an die große Glocke hängen."

„Sehen Sie, was ich meine? Binns, zum Beispiel, war eines Tages völlig konsterniert, weil Sie mit ihm eine Diskussion über die Hexenaufstände im dreizehnten Jahrhundert angefangen haben. Er stand kurz davor ins Licht zu treten. Nur mit Mühe konnte Dumbledore ihn davon abhalten endgültig zu sterben."

„Er hat aber auch die Tatsachen verdreht. Die Hexe Annemarie war nicht die eigentliche Anführerin der Aufstände, sondern ihre Zwillingsschwester Marianne. Das ist ein eindeutiger Übersetzungsfehler und wurde nur nicht in den Lehrbüchern korrigiert."

Warum lächelte er denn plötzlich so komisch? Snape hatte nicht zu lächeln. Er lächelte nie! Es sei denn höhnisch, sarkastisch, ironisch, anzüglich, zynisch, bitter, spöttisch, gequält oder aus Schadenfreude (A/N: An dieser Stelle brach das Synonym-System der Autorin zusammen).

Hermine fand es irritierend.

„Und was mit Septima? Die hatte sich krank gemeldet, nachdem Sie ihr drei Formeln in Arithmantik präsentierten, die die Theorie der Einmaligkeit des..."

„Ja, ja, ich weiß. Ich schreibe an einer Abhandlung darüber. Gut, ich gebe zu, Professor Vector war ein wenig schockiert."

„Nicht zu vergessen, die arme Pomona. Sie haben sie letztes Halloween im Kürbiswettwachsen besiegt. Das hat seit ihrem Eintritt ins Schulleben noch niemand geschafft. Und sollte ich noch Aurora Sinistra erwähnen? Niemand kennt ihr Geheimnis, außer Ihnen."

„Was ich wiederum nicht verstehen kann, es ist doch offensichtlich, dass sie ein Vampir ist! Außerdem werde ich das niemandem verraten." Hermine schüttelte den Kopf. Gut, sie war ein wenig exzentrisch, aber ihr machte das Lernen nun einmal Freude und Lehrer waren letztendlich auch nur Hexen, Zauberer, Geister, oder Halbwesen, die durfte man unter Umständen auch auf Fehler hinweisen.

„Glauben sie mir. Das Kollegium wird eine Party veranstalten, wenn Sie fort sind."

„Ach ja? Und was ist mit Ihnen? Haben Sie etwa auch Angst vor mir?", grinste Hermine hämisch.

„Überschätzen Sie sich nicht, Miss Granger, oder sollte ich Misses Smith sagen? Sie vergessen, dass ich einst als Doppelagent in Voldemorts Gefolgschaft war. Ich habe vor gar nichts Angst."

Hermine vertiefte ihr Lächeln und zeigte ihm die Reihe ihrer nun gut sitzenden neuen Zähne.

„Oh doch, das haben Sie. Sie waren erschrocken, als Dumbledore androhte Sie an eine Schule für lernbehinderte Hexen und Zauberer zu schicken, wenn wir nicht zusammenarbeiten."

Das Lächeln verschwand trotzdem nicht aus seinem Gesicht.

„Sie verwechseln Angst mit Abscheu. Ich hasse es dreihundertmal das Gleiche zum erzählen, bis auch der letzte Dummkopf es verstanden hat. Aber wenn wir schon bei persönlichen Dingen sind: Wovor haben Sie Angst?"

Vor Ihnen, schoss es Hermine durch den Kopf, aber das sprach sie nicht laut aus.

„Davor, dass ich mich gleich vergesse und eine unerfreuliche Karriere als Hausmeisterin anstreben darf."

Da, er lächelte immer noch. Und Hermine gestand sich ein, dass ihr das noch viel mehr Angst machte.

Inzwischen war der Laden so voll geworden, dass sie sich kaum mehr ungestört unterhalten konnten.

„Wir sollten anfangen uns mit Vornamen anzureden", bemerkte Snape mit einem seltsamen Unterton in der Stimme. Es schien ihm nicht zu gefallen. „Aber wenn wir die Tarnung durchziehen wollen, muss das leider sein. Ich glaube es sieht ein wenig seltsam aus, wenn ein verheiratetes Paar sich mit Nachnamen anspricht."

Hermine gab ihm Recht, aber es erschien ihr fast unvorstellbar.

„Nur für die Zeit dieser Aktion, damit wir uns verstehen.", fügte er noch hinzu, als sie vorsichtig nickte.

„Also? Jane? Ich habe da immer noch die Adresse dieses Friseurs, weißt du wo das ist?"

„Aber ja doch, Alexander. Keine drei U-Bahnstationen von hier."

Zu Hermines Leidwesen mussten sie schon wieder eine Rolltreppe nehmen, an denen er nun sichtlichen Spaß zu haben schien. Im Gegensatz zu ihr, die sich mit den sperrigen Tüten immer wieder anrempeln lassen musste. U-Bahnen waren zwar praktisch, aber lagen leider unter der Erde und waren gut besucht.

Friseur. Ausgerechnet Snape, dessen Haare vermutlich in seinem ganzen Leben noch keinen Conditioner, geschweige denn eine Schere gesehen hatten.

Wie wollte er das bitte allen bei seiner Rückkehr erklären? Sie konnte ihn sich nicht einmal anders vorstellen, als mit den langen, strähnigen Haaren.

Ihr Lehrer hatte gefälligst so zu bleiben wie er war. Allein diese Kleidung. Unverschämterweise stand es ihm sogar und machte ihn...attraktiver? Hermine, reiß dich zusammen, mahnte sie sich und sah auf die Schalttafel, wann die nächste Bahn kommen würde.

Sie hatten Glück, es waren nur drei Minuten. Hoffentlich stellte er sich nicht wieder so an wie beim Aufzug oder der Rolltreppe. Sie stellte die Tüten ab und überlegte einen Moment, ob sie die Sachen nicht einfach 'vergessen' sollte. Vielleicht hatte sie ja auch Glück und sie würden gestohlen. Demonstrativ stellte sie sich einen Meter weiter weg. Die Diebstahlrate war ja recht hoch.

Leider hatte Fortuna wohl gerade anderes zu tun, als sich um leidgeprüfte Agenten der Zauberwelt zu kümmern, denn die Tüten standen nach drei Minuten immer noch an Ort und Stelle und die Bahn fuhr ein.

„Vergiss meine Sachen nicht, Jane", flötete Snape übertrieben freundlich. Murrend packte sich Hermine die Taschen und boxte sich durch die aus- und einsteigende Menge.

Vor U-Bahnen schien er auf jeden Fall keine Hemmungen zu haben, denn er stieg zielstrebig ein.

Komischerweise schien er trotz des veränderten Aussehens immer noch diesen seltsamen 'Macht-Platz-jetzt-komm-ich' Effekt zu haben. Während Hermine fast überrannt wurde, machte man Snape automatisch den Weg frei.

Die drei Stationen waren schnell geschafft und sie war erleichtert als sie wieder an der frischen Luft waren. Sie mochte die Katakomben nicht wirklich, auch wenn es eine sehr effektive Art der Fortbewegung war. Prüfend sah sie sich um, als sie die Station verlassen hatten und erinnerte sich dann wo sie lang mussten. Zwei Querstraßen weiter musste der Friseurladen sein, dessen Adresse Snape von dem Verkäufer bekommen hatte.

Die Gegend hatte sie noch anders in Erinnerung. Einige Bars und Sex-Shops reihten sich dort aneinander, wo früher kleine Souvenierläden gewesen waren. Diverse Graffitis zierten die einstmals einfarbigen Mauern der Häuser und Müll stapelte sich auf den Bürgersteigen. Unsicher sah sie sich um und erkannte erst auf den zweiten Blick den gesuchten Friseur.

'Chez Jaquez' stand in Neonreklame über der breiten Fensterfront. Drinnen frisierte eine sehr hipp gestylte Angestellte mit tiefsitzender Hüftjeans und mehreren Piercings im Gesicht eine Kundin, ansonsten schien in dem Geschäft nicht viel los zu sein.

'Termine nur nach Absprache' stand als Hinweis auf dem Eingang und Hermine rollte die Augen. Dann konnte sie gleich wieder zurück ins Hotel. Vermutlich war das auch besser so, die Gegend sah nicht sehr vertrauenswürdig aus.

Snape ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und betrat einfach das Geschäft, worauf sich die Friseuse mit gelangweiltem Blick nach ihnen umsah.

„Jack?", rief sie nach weiter hinten und ruckte mit dem Kopf, was wohl soviel bedeuten sollte, wie: 'Nehmen Sie doch Platz'

Natürlich setzten sie sich nicht. Snape vermutlich, weil er die Geste nicht verstand und Hermine, weil sie sich sicher, dass sie eh gleich wieder gehen würden.

Aus der Richtung, in die die Angestellte gerufen hatte, hörte man ein unwirsches Geplapper mit leicht französischem Akzent, ein leichtes Poltern und dann tauchte hinter einem grellgelben Plastikvorhang Jack auf.

„'errgott chéri, was 'aben die denn mit dir gem'acht? Warst du auf Expedition am pôle Sud? C'est incroyable." Die näselnde Stimme mit dem französischen Akzent näherte sich in ein Traum aus Pink in Form eines hautengen Overalls und Hermine zuckte zusammen.

So schlimm waren ihre Haare doch nun auch wieder nicht...

Kann ich davon ausgehen, dass ihr wissen wollt, ob Jack den Angriff auf Snapes Haare überleben wird? Und was zum Teufel macht der Professor bei Beate Uhse? Dies und mehr in meinem persönlichen Lieblingsteil: „Einmal Hölle und zurück"