Mortianna's Morgana - Ich hoffe, du kannst mir nach diesem Kapitel noch verzeihen! °duck°
Sepsis - Ich mag seine Haare ja auch (eigentlich) und ich verspreche, er sieht wieder aus, wie der Alte, wenn er nach Hogwarts zurückgeht!
-Lord of Slytherin- Hoffentlich war deine Vorfreude berechtigt °Nägelkau°
Cynestra - Nun, eigentlich ist Hermine recht introvertiert, da ist es kein Wunder, dass sie noch so einige Ausagen erst einmal auf sich bezieht °gg°
Tatze81 - Ich hoffe, die Aussichten haben sich auch gelohnt ;-) ?
Fia sama - °lol° Noch eine Handtasche und wir haben das Drama, Baby? Nein, nicht ganz, ich mach ihn nur ein wenig interessanter für unschuldige Hogwartsschülerinnen. Keine Panik, er bleibt unser kleiner Stinkstiefel und bekommt sein altes Aussehen zurück °schwör°
Mionecoop – Oh, das wäre ja mal erfreulich als Späteinsteiger in dies Fandom eine Idee gehabt zu haben, die neu ist °gg° Hoffe,du hast Spaß an meinem Lieblingsteil.
Teil 6 – Einmal Hölle und Zurück
Erst als Jack sie erreicht hatte und ungefragt in die schwarze Mähne ihres Lehrers griff, wurde Hermine klar, dass sie gar nicht gemeint gewesen war.
Allerdings fürchtete sie nun ernsthaft um das Leben des offensichtlich homosexuellen Haardesigners, der mit tadelndem Blick an den schwarzen Strähnen zupfte.
Aufmerksam beobachtete sie die Szenerie, bereit rechtzeitig einzugreifen, sollte die Gesundheit dieses Muggel wirklich auf dem Spiel stehen.
Jack war ein Mann, auch wenn seine Kleidung das Gegenteil behauptete, und vermutlich hatte er die fünfzig bereits überschritten, was man an den kleinen Fältchen um die Augen gut erkennen konnte. Er trug seine offensichtlich blond gefärbten Haare modisch kurz, mit langen Koteletten an den Seiten, die sich zu einem dünnen Bart unter seinem Kinn vereinigten. Braun gebrannt gab das natürlich einen derben Kontrast, wenn man mal von dem grell pinkfarbigen Stoff absah, der die Figur dominierte.
Er war etwas größer als Hermine und relativ schlank, bis auf einen kleinen Bauchansatz, den der eng anliegende Overall leider nicht kaschierte.
Es war ein Wunder, dass er auch nach ihrer sekundenschnellen Musterung immer noch am Leben war, aber Snape hatte sich bisher noch keinen Millimeter gerührt, vermutlich überlegte er noch welche grausame Todesart passend war.
„Wir wollen nur einen Termin machen", wagte Hermine nun einzuwerfen, um die Situation zu retten und todesmutig den Professor aus dieser Gefahrenzone zu ziehen.
Pinky, wie sie ihn heimlich taufte, sah einmal kurz um Snape herum, musterte Hermine einmal abschätzig von oben bis unten und schüttelte dann den Kopf.
„Nischt nö'tig. Marc hat misch schon informiert."
Marc? Wer war Marc? Vielleicht der Verkäufer von Nichols?
„'erzchen, so lass isch disch natürlich nischt wieder auf die Stra'ße", wendete Pinky sich erneut an ihren Pseudo-Ehemann und schnippte einmal mit den Fingern.
„Be'linda! Mein Werk'zeusch."
Belinda ließ von ihrer Kundin ab und schob einen kleinen Wagen zu Jack herüber, in dem sich allerlei Friseurkram befand. Scheren, Bürsten, Kämme, Klammern. Eben alles, was man auch normalerweise in so einer Kiste vor fand. Dann machte sich die Angestellte Kaugummi kauend wieder an ihre Arbeit.
Hermine hatte inzwischen ihre Tüten abgestellt und fühlte sich deplatziert. Dazu kam auch noch, dass Jack angefangen hatten an Snapes Jacke zu zerren. Sie schloss die Augen. Was jetzt passierte lag wohl nicht mehr in ihrer Macht.
Sie sah schon die Schlagzeile vor sich: Friseur von Pitbull angefallen (das Zaubereiministerium würde diesen Übergriff natürlich vertuschen), doch als sie keine Schmerzensschreie hörte, öffnete sie die Lider wieder. Gerade noch rechtzeitig, weil ihr die Lederjacke entgegen flog.
„'alt das mal so lan'ge."
Das alles wurde zu einem realen Alptraum. Wenn sie an Karma geglaubt hätte, hätte sie es auf Verfehlungen in ihrem früheren Leben schieben können.
Innerhalb von vierundzwanzig Stunden waren ihre beruflichen Aussichten auf das einer Hausmeisterin geschrumpft, war verheiratet worden, wurde als Lastenesel missbraucht und nun auch noch als lebender Kleiderständer.
Sie hing die Lederjacke an einen der dafür vorgesehenen Haken, schob die Tüten unter einen Stuhl und setzte sich. Sie fühlte sich nur noch unendlich müde.
Nein, sie würde sich nicht einmischen und hoffte inständig, Jack würde Snape die gleiche Frisur wie ihm verpassen, das würde 'Alexander' recht geschehen und sie würde wieder an so etwas wie übergeordnete Gerechtigkeit glauben.
Sie lehnte sich ein wenig zurück und beobachtete das Geschehen. Energisch hatte Pinky ihren Lehrer in einen der Stühle gedrückt und wuschelte schon wieder in dessen Haaren herum, drehte den Professor auf den Stuhl in verschiedene Richtungen und schüttelte immer wieder entsetzt den Kopf.
„Was mach isch nur mit Dir? Es muss etwas sein, was deinen dunklen Typ unterschtreischt, a'ber trotzdem klassisch ist. Mach dir keine Sorgen Dar'ling, Jack kriegt das schon wieder 'in. Wenn wir fertisch sind, bist du ein neu'er Mensch."
Jack nahm einen durchsichtigen Plastikumhang und drapierte diesen sorgfältig um den Professor herum, der sich immer noch nicht einmal gewehrt hatte. Stand er vielleicht doch unter Schock?
„Cappuccino, Latte Macchiato, Espresso, oder Prosecco?"
Hermine zeigte Zähne und grinste in sich hinein. Nein, sie würde ihm nicht helfen, damit musste er allein klar kommen.
„Nur ein Haarschnitt." Es war das erste was Snape in diesem Laden gesagt hatte und Hermine gluckste zufrieden.
„Ah, ein Mann fürs We'sentlische. Isch liebe so et'was. Du hast völlig Rescht, diese ganze Koffe'in und Alko'ol ist schlescht für den Teint." Jack schien begeistert zu sein und Hermine fragte sich, ob sie Snape nicht wenigstens einen kleine Wink geben sollte, dass Jack auf dem besten Weg war sich zu verlieben.
Nö...
Lächelnd nahm sie sich eine der bereit liegenden Zeitschriften und beschloss erst wieder hinzusehen, wenn das Endergebnis feststand. Es ärgerte sie zwar, dass man ihr keinen Kaffee angeboten hatte aber den konnte sie verschmerzen, wenn sie an das Desaster dachte, was unweigerlich kommen würde.
Sie musste weggenickt sein. Die leise Geräuschkulisse von Jacks unaufhörlichen Geplapper und den üblichen Geräuschen, wie fließendem Wasser, klackernden Scheren und säuselndem Fön, hatte sie wohl eingelullt.
Wieviel Zeit war vergangen? Den Professor konnte sie nicht sehen, denn Jack stand zwischen ihm und ihr, so dass sie nicht erkennen konnte, was er angestellt hatte.
Hoffentlich hatte er nun einen hellblonden Bürstenschnitt, wünschte sie schadenfroh und gähnte herzhaft.
„Chéri, 'ast du mal überlegt diese gött'lischen Augen mit etwas Kajal zu betonen? Und isch empfehle dir ein wenig Puder, 'ier und 'ier" Hermine konnte zwar nicht sehen, aber erahnen, dass Pinky irgendwelche Stellen in Snapes Gesicht meinte, „um ein wenig die Na'se zu kaschieren." Ein heiseres, anzügliches Kichern untermalte Jacks Ausführungen. „Du kennst ja das Schprischwort: An der der Na'se eines Mannes..."
Hermine biss sich auf den Finger um nicht loszuschreien vor Lachen. Hatte Snape da eine Eroberung gemacht? Sie würde auf die Geheimhaltung pfeifen und ihn den Rest seines Lebens damit erpressen.
Sie konnte reich werden, wenn sie das an den Tagespropheten verkaufte. Eine durchaus akzeptable Möglichkeit, sollte sie doch als Hausmeisterin enden.
Jack trat einen Schritt beiseite, seufzte und vergrub noch einmal seine Hände in dem nun deutlich gekürzten Haaren.
„Ein wenig mehr Pflege, Schnuckelschen, du solltest sie nie wieder so ver'nachlässigen."
Er entfernte die Plastikfolie und klatsche entzückt in die Hände während Snape ein kleines Nicken von sich gab, als wäre er mit dem Ergebnis zufrieden. Viel konnte Hermine nicht erkennen, aber dann drehte er sich zu ihr um und stand auf.
Ein unartikuliertes Röcheln entfloh ihrer Kehle und sie hörte das begeisterte Brabbeln des Friseurs.
„'at Jack da ein Wunder vollbrascht, oder 'at er nischt?", flötete er mit stolz geschweller Brust und auch Belinda nickte kurz laut schmatzend in seine Richtung. „Sieht cool aus, Alter."
Nein, nein, nein! Das durfte alles nicht wahr sein. Sie hatte etwas Schreckliches erwartet. Etwas gruseliges, oder lächerliches, aber das sah einfach... gut aus.
Jack hatte die vorderen Haare auf Länge der Ohren gekürzt, im Nacken jedoch länger gelassen. Einige der schwarzen Strähnen lagen ihm dafür nun auf der Stirn und gaben dem Ganzen etwas Verwegenes.
Das war so nicht geplant. Es hatte nicht so ... perfekt auszusehen. Er sollte hässlich, zerknittert und furchteinflößend aussehen. Letzteres tat er zwar immer noch, aber auf eine Weise die Hermine nicht erwartet hatte. Er wirkte um Jahre jünger und der Schnitt passte hervorragend zu seinem schmalen Gesicht. Das war nicht Snape, das war irgendwas anderes, aber nicht ihr Professor.
Sie bekam Kopfschmerzen...
Jack wischte noch ein paar imaginäre Haare von den Schultern seines Kunden, obwohl Hermine den Verdacht hatte, dass er nichts weiter an ihm herum fummeln wollte und half ihm dann in die Jacke.
Sie wollte augenblicklich zurück ins Hotel. Man konnte doch bequem mit dem Aufzug aufs Dach und sich von dort aus herunter werfen? Sicher ist sicher.
„Zahl du, Jane. Ich warte draußen."
Sprachlos, mit offenem Mund, sah sie zu wie sich Snape mit einem Händedruck von Jack verabschiedete und sie nicht einmal ansah, während er das Geschäft verließ.
Irritiert sah sie ihm nach und riss sich dann zusammen.
„Was macht das?"
„'ach, eigentlisch dürfte isch gar kein Geld dafür ver'langen", seufzte Pinky theatralisch, klimperte mit seinen nachgefärbten Wimpern und nannte ihr eine halbe Sekunde später eine, selbst für Londoner Verhältnisse, horrrende Summe.
Hermine zahlte anstandslos und gab noch ein großzügiges Trinkgeld. Immerhin musste sie ein gebrochenes Herz zurücklassen. Es dauerte auch, bis sie mit ihren sperrigen Taschen die Tür passiert hatte, da weder Jack noch Belinda es für nötig befanden ihr diese aufzuhalten und sah sich nach Snape um, doch der war wie vom Erdboden verschluckt.
Bei allen Bergtrollen, was hatte er nun schon wieder angestellt? Sie sah die Straße auf und ab, doch keine Spur von dem Tränkemeister.
Einer Eingebung folgend, wendete sie sich in die Richtung, in der die U-Bahnstation lag und ging ein paar Schritte, als sie im nächsten Schaufenster eine Bewegung sah und ihr Blick kurz nach links flog. Er war doch nicht etwa...?
Ihr Augen öffneten sich weit vor Entsetzen und ihr Mund klappte zum wiederholten Mal auf, um eine Weile so zu bleiben. Sie flehte zu allen bekannten Heiligen, dass sie einfach einer Fatamorgana erlegen war, aber dann erkannte sie erneut die Bewegung hinter der Scheibe und war sich nun sicher, dass er da drin war.
Es handelte sich um ein Geschäft mit eindeutig zweideutigen Gebrauchsgegenständen, welche unter dem Markennamen einer bekannten deutschen Frau vertrieben wurden. Im Fenster waren lediglich harmlose Dinge ausgestellt, wie Mittel gegen Impotenz, etwas Wäsche und Lektüre, aber sie wusste, was sie drinnen erwartete. Zumindest hatte sie schon davon gehört.
Unentschlossen stand sie nun vor die Tür und haderte mit sich selbst. Sollte sie warten bis man ihn mit einem Herzinfarkt heraus trug, oder sollte sie ihn davor retten einem Schlaganfall zu erliegen?
Würde man ihr dann die Schuld in die Schuhe schieben? Aber diesen furchtbaren Laden wollte sie auch nicht betreten. Nach einigen Sekunden hartnäckigen Abwägens entschloss sie sich, den Herzinfarkt doch besser durch Arterienverkalkung geschehen zu lassen, als durch Schock und beherzt schob sie sich und die Tüten durch die schmale Eingangstür.
Erschrocken kniff sie die Augen zusammen, als sie sich von einer Reihe monströsen Dildos umzingelt sah. „Proff...Alexander?", quiekte sie eingeschüchtert und hoffte, dass es noch nicht zu spät war und er bereits tot in der Ecke eines Pornoladens lag.
Die Schlagzeile wollte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen. Mutig entschloss sie sich ihre schüchtern geschlossenen Augen wieder zu öffnen und die Monströsitäten zu ignorieren.
Hinter einem Verkaufstresen saß ein schmuddelig aussehender junger Kerl mit Glatze, der sie abschätzig musterte. Sofort verschwand Hermine hinter dem nächsten Regal um den anzüglichen Blicken zu entgehen und die Leiche ihres Professors zu bergen.
In ihrer Hektik lief sie gegen einen Ständer mit Kondomen, aus dem sofort eine Lage bunter Gummis aller Geschmacksrichtungen fiel. Sie ließ ihre Taschen fallen, sammelte die kleinen Packungen ein und stopfte sie eilig wieder zurück in den Ständer.
Wo steckte Snape denn nur?
Hinter dem nächsten Regal stapelten sich die Videos auf der einen und diverse Hilfsmittel auf der anderen Seite, doch auch hier war keine Spur des Lehrers. Einer Eingebung folgend folgte sie dem Schild, welches sie zur Reizwäsche führte, aber auch dort war nichts zu sehen, außer einem kleinen, alten Mann, der sich durch die Lack und Lederware wühlte. Angewidert stolperte sie zurück und stieß erneut gegen einen Ständer mit Handschellen, Halsbändern, Peitschen und Ketten in allen Größen. Hastig versuchte sie die scheppernden Teile mit der Hand zu beruhigen, damit sie nicht alle Aufmerksamkeit auf sich zog.
Sie war in der Hölle! Das musste es sein. Sie war gestorben und hatte es nicht einmal bemerkt, so wie Binns. Nur, dass sie gleich im Hades gelandet war. Da, das war der Beweis, hier die Folterwerkzeuge und einen Meter weiter grinste sie schon der Teufel persönlich in Form eines solchen auf einen Phallusartigen Gegenstand überzogenen Kondoms an.
„Hilfe", piepste sie panisch.
„Was machst du denn da", hörte sie eine bekannte Stimme tadeln und war sich nun hundertprozentig Sicher in der ewigen Verdammnis zu sein. „Schau dir das mal an, die verkaufen Nashornpulver, ein guter Ersatz für Drachenschuppenmehl. Wir sollten einige Pakete davon mitnehmen. Sprout jammert mir schon seit Monaten die Ohren voll, dass sie ein besseres Aufzuchtmittel für Alraunen benötigt."
„Hhhhhh", stöhnte Hermine und griff nach dem Professor, da ihre Knie nachgaben.
„Was ist denn los, du bist ganz blass? Jetzt fall nicht schon wieder in Ohnmacht, das wird langsam lästig."
Lästig? Wenigstens brachte sie seine tadelnde Stimme wieder zur Vernunft und die aufsteigende Empörung tat den Rest um ihre Lebensgeister zu wecken.
„Äh, das ist kein echtes Pulver, das ist nur irgendein Dreck, den man den Leuten verkauft um...um..um..." Ach du liebe Güte, wie sollte sie DAS nun erklären?
Jemand an der Aufklärung interessiert? Was ist das Geheimnis von Snapes Zauberstab und wer gewinnt das Fernsehduell? Schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn es heißt „Die Leiden der Hermine Granger"
