Vielen lieben Dank für euer nettes Feedback – bin leider im Zeitdruck und kann nicht einzeln darauf eingehen. Viel Spaß mit dem neuesten Teil!

Teil 7 – Die Leiden der Hermine Granger

„Sucht ihr was Bestimmtes?" Der Kahlkopf rettete Hermine vor der Erklärungsnot und sie atmete erleichtert auf.

„Ist das nun echtes Nashornpulver, oder ist es das nicht?", herrschte Snape den jungen Mann an und blickte fragend auf ihn herunter.

Na prima, dann konnte der gleich erklären wofür man das brauchte und sie ließ die später die Überreste des Kerls verschwinden. So etwas zählte sicher als Notfall und erlaubte den Einsatz von Magie.

„Näää, das ist nich' echt. Tierschutz und so, weißt schon. Wo liegt'n das Problem, Alter? Geht er nich' mehr hoch, oder biste zu schnell?"

Oh, das würde eine Riesensauerei geben. Hoffentlich klappte der Blitzschnellblitzblank-Zauber auch an Regalen und Wänden. Blut hinterließ so schlecht entfernbare Flecken.

Snape starrte auf den haarlosen Menschen herab und Hermine glaubte zu erkennen, dass er ein wenig ratlos wirkte. Der Typ hatte aber auch ein Glück, vermutlich würde er nie erfahren wie nah er dem Ende gewesen war.

Sie zupfte vorsichtig am Ärmel ihres Professors und versuchte seine Aufmerksamkeit zu erregen, aber der schien sie nicht einmal zu bemerken.

„Wovon sprechen Sie da?"

Oh-oh, es war noch nicht vorbei.

„Na von deinem Zauberstab, Alter. Ey, is' kein Problem, kommt schon mal vor, dass er nich' richtig funzt."

Hermine kämpfte mit der herannahenden Ohnmacht und schwankte zwischen nervösem Kichern und hysterischem Schreikrampf. Sie solle sich bald für etwas entscheiden, denn die Miene ihres neuen Gatten verfinsterte sich zusehends.

„Woher wissen Sie von meinem Zauberstab?" Seine Stimme war drohend herabgesunken und sie gab keinen Penny mehr für das Leben des Glatzkopfs.

„Is' ja schon gut, ich werd's ja nich' gleich weiter erzählen. Willste nu' das Zeug oder nich'?"

Wütend drückte Snape die Packung dem Ladeninhaber in die Hand und schüttelte den Kopf.

„Verkaufen sie Ihr gefälschtes Zeug jemand anderem, guten Tag."

Damit packte er Hermine an der Schulter und schob sie vor sich her Richtung Ausgang.

„Dann lass dir von deiner Kleinen mal ordentlich einen Blasen, dann klingelt's vielleicht auch wieder", rief der kahlköpfige Mensch ihnen noch hinterher.

„So eine Unverschämtheit, dafür hätte ich ihn Schnecken schlucken lassen müssen", schimpfte Snape als sie wieder draußen waren und Hermine am liebsten vor Erleichterung geheult hätte.

Wenigstens war er mit ihr einer Meinung, dass die letzte Bemerkung die größte Frechheit überhaupt war und verteidigte ihre Ehre.

„Gefälschtes Nashornpulver zu verkaufen. So etwas sollte verboten werden."

Es wäre auch zu schön gewesen...

Aber er hatte Recht. Und es sollte verboten werden, dass unschuldige Schülerinnen auf derartige Expeditionen mit ihren Lehrern geschickt werden. Am Besten, sie strich diese Episode aus ihrem Gedächtnis und schwor sich Oblivate anzuwenden, wenn sie erst einmal wieder in Hogwarts war.

„Woher weiß dieser Muggel über meinen Zauberstab Bescheid?"

Hermine am Rande des Nervenzusammenbruchs. Das wäre doch ein Titel für eine Soap. Es wäre auch zu schön gewesen, wenn es das schon gewesen wäre. Aber nein, der Professor musste ja weiter darauf herum hacken.

„Er weiß natürlich nichts darüber", beruhigte sie ihn. „Er meinte...rhm...", räusperte sie sich und rollte Bedeutungsvoll mit ihren Augen. „Du weißt schon...den anderen Zauberstab."

Seine Brauen hatten sich fragend zusammengezogen, aber dann schlich sich so etwas wie Erkenntnis auf seine Züge.

„Du meinst..."

„Ja."

„Und Muggel benutzen Nashornpulver für..."

„Ja."

Sie war sicher schon so rot wie Sprouts Killertomaten.

„Und die letzte Bemerkung bedeutete was genau?"

„Das willst du nicht wissen", piepste sie. In letzter Zeit hatte sie wirklich ein Problem mit ihrer klaren Aussprache.

„Ich bring ihn um", grollte Snape und Hermine schaffte es mit ihrem ganzen Gewicht – und das der Taschen-, ihn davon abzuhalten das Geschäft wieder zu betreten.

„Keine Zauberei, keine Aufmerksamkeit und kein Mord!", brachte sie ihn zur Besinnung.

Na endlich war er wieder der Alte. Er war äußerlich vielleicht zu einem neuen Zauberer mutiert, aber da drinnen war wenigstens noch der alte Snape.

„Was dachtest du denn, was das für ein Laden ist?" Trotz der ernsten Situation konnte Hermine die Situationskomik nicht leugnen.

„Ach was weiß ich denn? Ein medizinisches Fachgeschäft. Bei der Anzahl körperlicher Ersatzteile...


„Mister und Misses Smith! Ich hätte Sie um ein Haar nicht wiedererkannt", beeilte sich der Portier ihres Hotels zu versichern als sie endlich wieder im Holyday Inn angekommen waren.

Sah man ihr diesen katastrophalen Tag so sehr an? Hermine strich sich über die Haare und glaubte förmlich zu sehen, wie der Hotelangestellte sie bedauerte. Vermutlich sah sie völlig fertig aus.

„Steht Ihnen ausgesprochen gut, Mr. Smith."

Ach, verdammt, er meinte Snape! Erschöpft nickte sie in die Richtung des Portiers. Sie wollte nur noch sterben. Gleich nachdem sie ein Kilo Kopfschmerztabletten geschluckt hatte.

„Ihre Lieferung vom Nichols ist übrigens auch schon eingetroffen", rief der Hotelangestellte ihnen noch hinterher.

Im Zimmer angekommen, musste sie erst einmal mühsam über diverse Taschen, Tüten und Schachteln steigen, die sich in dem Raum stapelten.

„DAS nennst du eine Grundausstattung?", stöhnte Hermine entsetzt und warf die stofflichen Überreste des alten Snapes in den Schrank. Die neue Variante ihres Lehrers winkte nur gelangweilt und begann damit, die Unterlagen aus dem Zimmersafe zu holen.

„Am Besten, du lässt einfach alles eingepackt. Morgen muss das ganze Zeug in die neue Wohnung."

Hinter seinem Rücken streckte sie ihm die Zunge heraus und warf sich aufs Bett. Sie war völlig fertig. Das würde sie alles Dumbledore erzählen, aber erst nach ihrem Sprung vom Dach des Hotels und nachdem sie sich etwas ausgeruht hatte.

„Wenn ich das richtig sehe, gab es im Jahr 1979, also das vermutlich Geburtsjahr unseres Klons, an die 60.000(i) Geburten hier und im näheren Umfeld."

„1979? Ich wusste nicht, dass er so jung ist", stellte Hermine erschrocken fest. Er war gerade mal ein Jahr älter als sie selbst. „Und 60.000? Wie sollen wir das bitte schaffen?"

„Ein wenig mehr Mitdenken wäre wohl nicht zuviel verlangt", bemerkte Snape trocken. „Ausschlussverfahren. Vermutlich sind in etwa die Hälfte männlichen Geschlechts. Einige werden nicht überlebt haben. Dann schließen wir die mit ausländischer Staatsbürgerschaft aus, sowie zu der Zeit verheiratete Frauen. Riddle hat sich bestimmt keine Frau mit intaktem Familienleben ausgesucht, das reduziert den Kreis der Verdächtigen erheblich."

„Und was, wenn er schon längst aus London weggezogen ist?"

„Das wird er nicht. Er ist die perfekte Kopie seines Erschaffers und weiß mit Sicherheit um seine Fähigkeiten. Außerdem müssen wir davon ausgehen, dass Voldemort ihn instruiert hat, für den Fall seines Todes. Er ist sicher noch hier, denn von hier gibt es den einfachsten Zugang zur Zauberwelt. Bestimmt plant er schon irgendetwas. Er kann nicht so einfach einmarschieren, das würde nicht unbemerkt bleiben. Nein, er ist hier und lauert auf seine Gelegenheit."

Seufzend war Hermine aufgestanden und herüber zu der kleinen Kommode gegangen. Sie zog das Notebook aus der Schublade verband sich mit dem Internet.

Sichtlich interessiert beobachtete Snape sie dabei, wie sie einiges in das seltsame Gerät eingab.

„Was machst du da?"

„Ich grenze die Verdächtigen ein", meinte sie lapidar. Endlich kam sie sich mal nützlich vor.

„Geburtsregister von 1979. Was meinst du welche Monate in Frage kommen?"

„Er war in Juni 1978 hier in London."

Hermine rechnete kurz und gab alles in das elektronische Gerät ein.

„Ich berücksichtige auch die Möglichkeiten von Frühgeburten. Sicher ist sicher."

„Darf ich es versuchen?" Neugierig hatte er ihr über die Schulter gesehen und Hermine schob ihm bereitwillig den Laptop herüber.

„Natürlich."

Mit ruhiger Stimme erklärte sie ihm, was genau er machen musste und ging wieder zurück zu ihrem Bett. So war er wenigstens beschäftigt und hielt den Mund, während sie sich ein wenig Ausruhen konnte.

Sie hatte kaum die Augen geschlossen, als sie einen erstickten Fluch hörte.

Was war denn nun schon wieder?

„Es ist alles weg."

Hermine grinste. Ja, die Tücken der Technik. Alptraum aller Computerfreaks der Welt. Vermutlich hatte er nur eine falsche Taste gedrückt.

„Was hast du denn gemacht?"

„Gar nichts, ich wollte einige Eingaben machen und plötzlich war alles schwarz."

„Oh je", stöhnte sie gespielt.

„Oh je? Was bedeutet das? Du solltest anfangen dich so auszudrücken, dass ich es verstehe."

„Du hast die Selbstzerstörung aktiviert."

Demonstrativ rückte Snape von dem Gerät weg und beäugte es misstrauisch, während Hermine anfing zu Kichern. Vielleicht sollte sie doch noch warten mit ihrem Sprung. Es gab Situationen, die es wert waren zu überleben.

Ächzend stand sie wieder auf. Schlafen würde sie vermutlich heute nicht mehr und nahm ihm das Notebook weg.

„Vielleicht lässt du das mich doch besser machen. Schau doch einfach ein wenig fern. Bis ich hier fertig bin, kann es dauern."

„Warum sollte ich in die Ferne schauen? Die Aussicht hier ist alles andere als angenehm."

„Ich meine den Fernseher." Hermine deutete auf das eckige Gerät an der Wand.

„Darüber habe ich gelesen. Ein elektronisches Bildbeobachtungsprogramm."

Hermine gab ihm die Fernbedienung und hoffte, dass er nun wenigstens ein wenig beschäftigt war.

Er drückte auf den Knopf und sofort sprang der Fernseher an.

Sie möchten auch im Alter noch aktiv und gesund sein?"

„Na hören Sie! So alt bin ich doch noch gar nicht. Frechheit."

Sie sind nervös, reizbar und ihre Nerven liegen blank?"

Snape war aufgesprungen und starrte den Fernseher empört an.

Sind sie unkonzentriert und depressiv?"

„Jetzt reicht's aber!", donnerte der Professor, doch Hermine hielt ihn davon ab, den Fernseher von der Wand zu reißen. „Er hat damit angefangen!" Sein Finger zeigte zum Fernseher.

„Prof...äh...Alexander, das ist nur Werbung!"

Im Hintergrund plapperte der Mann im Bildschirm einfach weiter und erzählte etwas von einem wunderbaren Medikament, während Hermine aka Jane, Severus aka Alexander erklärte was Werbung bedeutete.


Die Titanic, vietnamesiche Kampfraupen, Schafe, Sumoringer und Handarbeiten in einem Kapitel? Geht nicht? Geht doch – im nächsten Teil, der da heißen wird „Monsterhouse"

(i) Trotz Recherchen ist es mir nicht gelungen die echte Anzahl an Geburten des Jahres 1979 in London zu ermitteln. Somit habe ich lediglich geschätzt – man möge mir das verzeihen!