Da bin ich wieder – heute ein wenig früher, denn ich muss gleich noch zum Elternsprechtag und wer weiß, wie dann meine Laune ist... Wünsche euch allen ein schönes Wochenende! Viel Vergnügen ;-)
Tatze81 - Ich freu mich, dass dir meine kleine Story immer noch so gefällt. Ja, solche Nachbarn hätte wohl jeder gerne °lol°
mija-ela - Man soll von Fremden ja sowieso keine Süßigkeiten annehmen, hat dir das deine Mutti nie gesagt? °rolf° ;-) Freut mich, dass es dir gefallen hat!
Sepsis - Er schaut nicht nur Titanic, auch Lassie und.. mal sehen, was mit sonst noch an TV-Kultur einfällt. Er hätte bestimmt auch Spaß am Glücksrad °überleg°
Mortianna's Morgana- Ja, nicht wahr? Bei solchen Nachbarn würde die Emigrationsrate deutlich steigen ;-)
LMA23 - Danke für das Lob °gg° Ich hoffe, ich war jetzt nicht Schuld, dich um den Schlaf gebracht zu haben?
-Lord of Slytherin- Bett? °hust° Ach ja, das französische Bett - nene, so weit sind wir noch nicht, vermutlich muss vorerst einer auf der Couch schlafen. du darfst auch schon raten, wer das sein wird °gg°
usa-ani - Ich finde unser Tränkemeister schlägt sich ganz gut °lol° Hermine ist da doch viel mehr zu bedauern. Und wer weiß, vielleicht ist Snape ja gut zu Hunden, zu Katzen, zu Hamstern, zu vögeln - °nein, das war kein Rechtschreibfehler, sondern ein Freudscher Vertipper°
Sheitana - Hauptsache es gefällt dir weiterhin! Danke fürs FB!
Teil 9 – Tattoo
„Also, der Tag ist noch jung. Wie wäre es, wenn wir uns auf die Suche begeben?"
Auffordernd sah Hermine ihren Mitagenten an. „Sollen wir alphabetisch vorgehen?"
„Von mir aus", brummelte Snape und schickte einen sehnsüchtigen Blick zum Fernsehapparat, während Hermine den Laptop öffnete. Wenigstens gab es hier eine gute Verbindung zum Internet.
„Der erste auf der Liste wäre Charlise Anderson. Er arbeitet in einem Studio für Physiotherapie."
Der Weg war dank des guten Nahverkehrsnetzes schnell geschafft und so erreichten sie eine halbe Stunde später den Massagesalon. Hermine hatte sich unterwegs schon einen guten Plan zurecht gelegt. Ihre Füße waren dank des Shoppingmarathons vom Vortag arg strapaziert und die Aussicht auf eine Fußreflexzonenmassage erheiterte ihre Laune erheblich. Nebenbei dabei noch ihre lästige Pflicht zu erledigen war sicher ein Kinderspiel.
Dort angekommen, erinnerte sie der Salon ein wenig an die Arztpraxis ihrer Eltern. Weiß, steril und an der Rezeption saß eine hübsche, blonde Helferin, die telefonisch Termine vergab.
„Was kann ich für sie tun?" Das der Blick der peroxidierten Endzwanzigerin dabei an dem Professor hängen blieb und diese sich über die vollen und sicherlich aufgespritzten Lippen leckte, registrierte Hermine mit deutlicher Verwunderung.
„Wir möchten zu Charlise Anderson", meinte Snape nur mit samtiger Stimme und Hermine runzelte die Stirn, als die Helferin sich deutlich zu ihm herüber beugte, als hätte sie nicht richtig verstanden. Für Hermine sah es jedoch so aus, als würde sie ihr üppiges Dekolletee ins richtige Licht rücken.
„Sind Sie der Zwölf-Uhr-Termin?", fragte das Barbieimitat hoffnungsvoll, doch Hermine machte ihr einen Strich durch die Rechnung.
„ICH bin der Termin." Erst jetzt schien Dolly Buster für Arme auch die junge Frau an Snapes Seite zu bemerken und starrte missmutig auf sie herunter.
„Hm, der verspannte Rücken. Kabine vier, wenn ich bitten darf." Ihre Stimme hatte deutlich an Freundlichkeit verloren, was sich jedoch änderte, als sie sich wieder an den Professor wendete. „Sie können gerne hier vorne warten."
Hermine schnaubte ärgerlich, wobei sie nicht einmal so genau wusste warum. Eine gute Rückenmassage war mit Sicherheit genauso Erstrebenswert – Dabei hatte sie nicht einmal ein schlechtes Gewissen so schamlos gelogen zu haben. Eine Massage hatte sie sich redlich verdient.
°oOo°
In dem kleinen Raum war es warm, was auch gut war, denn sie wusste, dass sie sich gleich auszuziehen und auf die Liege legen musste, die den Mittelpunkt der Kabine bildete. Ein Loch am Ende zeigte ihr an, wohin ihr Gesicht musste und nachdem sie sich das bereitliegende Handtuch um die Hüften geschlungen hatte, kletterte sie seufzend auf das Ungetüm und wartete auf Charlise. Die Wahrscheinlichkeit war rein rechnerisch sowieso nicht hoch, dass es gleich beim ersten Versuch der richtige Treffer sein würde...
Nach einigen Minuten Wartens unter dem eingeschalteten Rotlicht unter der Decke hörte sie auch schon das Geräusch der sich öffnenden Tür.
Das wurde auch Zeit.
„Wenn Sie sich bitte gleich um meinen Nacken kümmern könnten", stöhnte sie leise und wurde nicht enttäuscht, als sie einige Augenblicke später die Finger an ihrem Genick spürte.
Mochte Charlise vielleicht auch der Klon des schrecklichsten Zauberers aller Zeit sein, seinen Job beherrschte er gut. Hermine stöhnte und seufzte unter den Fachkundigen Fingern des Masseurs, der mit kreisenden Bewegungen ihren Nacken massierte. „Das tut sooo gut", keuchte sie, „Sie haben ja keine Ahnung was ich in den letzten achtundvierzig Stunden durchmachen musste."
Sehr gesprächig war der potentielle Klon nicht, denn außer einem 'hm' bekam Hermine nichts zu hören, aber es war ihr auch egal. Die Verspannungen in ihrem Rücken verflüssigten sich gerade zu warmer Butter. Langsam wanderten die Hände tiefer, kreisten, kneteten und stießen, bis sie sich wie Gummi fühlte.
„Sie sind wunderbar. Das ist einfach göttlich. Sie sind ein wahrer Meister ihres Fachs", schnurrte sie gelöst und es war ihr auch inzwischen egal, ob dies ein Klon war. Für so eine Massage würde sie freiwillig den Todessern beitreten, dessen war sie sich sicher.
„Das hört man doch sehr gerne. Ich werde dich daran erinnern, sobald wir wieder in Hogwarts sind", flüsterte eine bekannte Stimme nah an ihrem Ohr und mit einem Entsetzensschrei, der sofort ihre gelockerten Muskeln wieder steinhart werden ließ, fuhr sie hoch.
(Die angehende Szene lassen wir zum bessern Verständnis der einzelnen Elemente noch einmal in Zeitlupe, oder – für das jüngere Publikum: in Slowmotion ablaufen)
„Oh-oh-uh-oh-oh—oh--uh" Wir sehen eine dumpf schreiende Hermine langsam ihre Hände nach dem Rand der Liege greifen. Ihr Gesicht bekommt Stück für Stück einen panischen Ausdruck. Zeitgleich schließt sich ihr Mund wieder und das dumpfe Geräusch wird leiser. Sie stützt sich ab, stemmt ihre Arme und damit ihren Oberkörper nach oben...
...und wir nehmen Augenmerk auf das Gesicht des Masseurs, welcher, wie wir nun alle wissen, doch kein Masseur ist, sondern Professor Snape. Sein Blick ist selbstverständlich auf Hermine gerichtet und synchron mit ihrer Bewegung, wandert seine linke Braue nach oben. Wir zoomen ein wenig näher und sehen in der Spieglung seiner Pupille Hermines...
(Ok, schalten wir wieder auf Normalgeschwindigkeit um)
Hermine sackte mit einem erneuten Schrei zusammen, da ihr bewusst wurde, dass sie praktisch nackt war.
„Charlise steckt im Stau, doch Dank Brittany weiß ich sicher, dass es sich nicht um unseren Klon handelt." Seine Information klang sachlich und es schien ihn auch nicht zu stören, dass Hermine gleich zu hyperventilieren drohte.
„Brittany?", jappste sie irritiert.
„Ja, die junge Dame am Empfang. Sie war äußerst informativ. Sie hat mir sogar ihre Telefonnummer gegeben, sollte ich noch Fragen haben."
„Bitte?" Hermine stöhnte. Dieser Trip entwickelte sich zu einem einzigen Desaster. Snape schien ihre Verlegenheit nicht einmal zu bemerken und er verstand auch nicht ihr aufforderndes Räuspern sich gefälligst zu entfernen, damit sie endlich aufstehen konnte.
„Alexander?"
„Ja?"
„Ich würde mich gerne wieder anziehen."
„Natürlich, soll ich dir deine Sachen reichen?"
„Nein, das – Bei Merlines vergilbter Unterwäsche, raus hier." Hermines Nerven lagen blank und das schien auch endlich ihr Pseudoehemann zu verstehen, der so würdevoll es ohne bauschenden Umhang möglich war, die Kabine verließ.
In Rekordzeit schlüpfte die neue Mrs. Smith in ihre Sachen und erreichte nur eine Minute später ihren Gatten, der gerade von Brittany mit Handschlag und tiefen Einblick in ihren Ausschnitt verabschiedet wurde. Ohne den Beiden einen weiteren Blick zu würdigen, rauschte Hermine an ihnen vorbei an die frische Luft. Die hatte sie auch nötig.
„Also ich muss zugeben, dass mich die Muggel wirklich überraschen. Einige scheinen ausgesprochen freundlich zu sein." Der Zauberer war kurze Zeit später auch endlich wieder da und bekam als Antwort nur ein abfälliges Schnauben zu hören.
„Ich glaube, ich sollte dir einiges über das weibliche Balzverhalten der Muggel erzählen", knurrte sie unzufrieden, nachdem sie ihren Weg zur nächsten U-Bahnstation angetreten hatten.
Sie spürte deutlich seinen spöttischen Blick, zog es aber vor diesen nicht zu erwidern. Es war Mittagszeit und Hermine schlug vor, erst einmal eine Kleinigkeit zu Essen, bevor sie sich den nächsten jungen Mann ansehen wollten. Vorsichtshalber hatte sie sich eine Liste gemacht und einen dazugehörigen Plan, wie man die Verdächtigen schnellstmöglich erreichen konnte.
Diesmal führte sie ihn zu einem Hotdog-Stand direkt an der Untergrundbahn und angewidert verzog der Professor sein Gesicht.
„Ich werde keinen Hund essen", betonte er entrüstet und Hermine wunderte sich ein wenig. Es hatte nicht so ausgesehen, als würde er überhaupt etwas für Tiere übrig haben und das er kein Vegetrarier war, hatte er bereits durch den Verzehr der Burger bewiesen. „Stell dir vor, es wäre Edwina", meinte sie mit einem ironischen Lächeln, aber das schien seine Abneigung nur zu vergrößern.
„Das ist kein Hund", klärte sie ihn aber schnell auf. „Lediglich Würstchen, eingefasst in ein Brötchen mit verschiedenen Zutaten."
Die Zutaten erschienen ihm auch bei näherer Betrachtung nicht einladend, was sie zu einem Kopfschütteln veranlasste. Hamburger verdrückte er Pfundweise und Hotdogs schien er zu verabscheuen.
Trotzdem erschien er mutig genug, den Schnellimbiss zu probieren. Skeptisch biss er vorne hinein und Hermine verschluckte sich beinahe an ihrem Bissen, als sein Würstchen vorn heraus flutschte. (A/N: Ey, wer hat da gelacht?! Immerhin ist das Rating nicht umsonst hoch angesetzt – ich kann nichts für eure Fantasie ;-))
Nach dem Imbiss – Snape hatte es doch noch geschafft seinen Hotdog ohne weitere Zwischenfälle zu verdrücken, allerdings betont, dass er auf diese Erfahrung in Zukunft verzichten würde – entschlossen sie sich die weiteren Verdächtigen anzusehen, welche sie noch auf der Liste hatten.
°oOo°
Zweifelnd war Hermine vor dem Tattoo- und Piercingladen stehen geblieben und sah sich unsicher nach ihrem Gatten um. Hier sollte ebenfalls ein potentieller Klon arbeiten und auffordernd sah der dunkelhaarige Zauberer auf seine Assistentin herab. „Was ist? Gibt es ein Problem?"
Hermine zog ihre Unterlippe ein und duckte sich ein wenig, während sie misstrauisch auf das Reklameschild sah.
„Ichhabeangstvornadeln." Ihre Stimme war kaum verständlich, allerdings war das Gehör des Lehrers geschult genug, auch das dies zu verstehen. Vermutlich konnte sich Hermine dafür bei Neville Longbottom bedanken, der ständig in dieser Tonlage mit seinem Lehrer redete.
Seine Lippen verbreiterten sich zu einem Lachen, welches Hermine beinahe noch größere Angst machte als vor den Folterwerkzeugen dieses Ladens.
„Habe ich das richtig verstanden?", fragte er betont langsam, „Du hast Angst vor Nadeln?"
Sie zuckte deutlich bei der Betonung des letzten Wortes zusammen und nickte heftig. Es war ihr egal, was er nun über sie denken würde. Sie würde lieber mit einem Drachen kämpfen, als sich freiwillig der Spitze eines solchen Instrumentes auszusetzen.
„Und wie war das mit dem Mädchen, das vor gar nichts Angst hat?"
Gequält schloss Hermine ihre Augen. Na Prima, nun kannte er den einzigen Schwachpunkt in ihrem Leben. Hermine Granger, Verteidigerin der Zauberwelt, Intelligenzbestie und Geheimagentin im Auftrag des Zaubereiministeriums hatte Angst vor Nadeln. Allein der Gedanke daran ließ sie erbleichen.
„In dem Fall..."
Täuschte sie sich, oder gab er wirklich nach? Sie wollte schon erleichtert aufatmen, aber ihr geschulter Instinkt warnte sie davor. Snape war nicht für seine Nettigkeit bekannt.
„...hilft nur eine Schocktherapie."
Mit einem festen Griff hatte er sie unter den Arm gefasst und schnurstracks in das Geschäft gezogen.
In diesem Augenblick hätte sie gerne einen Bummel durch sämtliche Sexshops Londons mit ihm gemacht. Alles war einfacher, als diesen Anblick zu ertragen.
Auf einem Sessel, der einem zahnärztlichen Behandlungsstuhl ein wenig ähnlich sah, saß ein von Kopf bis Fuß tätowierter Kerl. Dutzende von Ringen und Nadeln zierten seine Lippen, Nase und Augenbrauen. Vor ihm, in dem Sessel, lag eine junge Frau, die ihren Oberarm entblößt hatte und soeben ein Tribal gestochen bekam.
Hermine unterdrückte es, den Hotdog auf unnatürlichem Weg wieder herzugeben und wendete ihr Gesicht ab.
„Bin gleich für euch da", brummte der Metallträger. Er war eindeutig schon älteren Baujahres und konnte unmöglich der Gesuchte sein. „Was soll's denn werden?"
Er tupfte noch einmal auf dem Arm seines Opfers herum, die die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen ließ.
„Wir haben uns noch nicht entschieden."
Die Erklärung ihres Mitagenten beruhigte Hermine kein bisschen und sie wagte es sich auch nicht weiter umzusehen. Sie hatte allein schon fünf eklatante Missachtungen von Hygienevorschriften entdeckt. Ihr Ehemann erschien allerdings äußerst interessiert und blätterte in einem bereitliegendem Buch mit Motiven.
„Schau doch mal, mein Schatz", säuselte er gespielt freundlich und hielt ihr ein besonders hässliches Motiv eines Totenkopfs unter die Nase. „Erinnert dich das an etwas?"
Die Zeichnung hatte tatsächlich ein wenig Ähnlichkeit mit Voldemort, was aber nichts bedeuten musste. Außerdem rebellierte Hermines Magen bei der Vorstellung wie sich die Nadeln in ihre Haut bohrten, um auf ewig mit so einer hässlichen Fratze gezeichnet zu sein. Wie konnte man sich nur freiwillig einer solchen Prozedur unterziehen? Was war sie froh, dass es in der Zauberwelt Tränke statt Spritzen gegen die üblichen Infektionskrankheiten, wie Eulenpocken, Ohrenrotz und der blauen Pest gab.
Die junge Frau schien fertig zu sein und sichtlich zufrieden mit ihrer Entstellung. Hermine schluckte als der Meister der Stechinstrumente auf sie zu trat und sie lüstern angrinste.
Nicht, dass sie ernsthaft an seinen Schutz glaubte, aber vorsichtshalber war sie ein wenig näher an ihren Pseudoehemann gerückt.
„Ich mach auch Intimpiercings", betonte der Mann, der vermutlich jeden Metalldetektor eines Flughafens zur Explosion bringen konnte.
...Diesmal kam der Hotdog wirklich wieder...
Sollte jemand an der Fortsetzung interessiert sein, so darf man mich es gerne in Form von Feedback und persönlichen Mitteilungen wissen lassen. Des Weiteren bin ich darauf Aufmerksam gemacht worden, dass ich für Folgeschäden , die durch das Lesen dieser Geschichte verursacht werden, haftbar gemacht werden könnte. Deshalb sehe ich mich gezwungen folgenden Hinweis zu geben:
Ich distanziere mich hiermit von Risiken und Nebenwirkungen in Form von Zwechfellverstümmelungen, Lachkrämpfen und Verunreinigungen, die durch den Verzehr von Lebensmitteln an PC, Monitor und Tastatur entstehen, während diese Story gelesen wird. Schuldig nach dem Verursacherprinzip ist sowieso nur J.K.R. - ansonsten schlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, aber nicht mich!
