Sorry für die lange Pause. Fast 2 Wochen hatte mich eine blöde Erkältung im Griff und mit verstopfter Nase, hartnäckigem Husten und Kopfweh lässt sich einfach kein humorvolles Kapitel auf die Beine stellen.

Vielen lieben Dank an meine Feedbackgeber!

Teil 12 – Kindergartencops II

Kevin verschwand vor dem drohenden Blick seiner Erzieherin, die immer noch um ihre Fassung rang, aber das Ehepaar Smith nahm die Situation scheinbar gelassen. Die interessierten sich mehr für den Zauberer, der nun endlich gekommen zu sein schien. Leider konnten sie bei den Vorbereitungen nicht zusehen und mussten so zwangsweise noch ein wenig warten bis sie einen Blick auf den potentiellen Klon werfen konnten.

So stellte sich Hermine wieder an den Tisch an dem fleißig gemalt wurde und Snape versuchte sich die heranwachsenden Muggel mit bösen Blicken vom Leib zu halten, was leider nur teilweise gelang.

„Wie heißt du?", fragte dass vorwitzige Mädchen, mit welchem er schon vor dem Zaun eine kleine Diskussion über die Existenz von Hexen und Zauberern geführt hatte.

„Mister Smith", brummte Snape ungehalten und hoffte, sie würde sofort wieder verschwinden. Hermine behielt ihn vorsichtshalber im Augenwinkel und lächelte in sich hinein. Kleinkinder schienen ihm noch verhasster zu sein als die Heranwachsenden in seiner Schule.

„Bist du wirklich ein verkleideter Zauberer?"

Snapes Blick wanderte nach unten und er verschränkte die Arme vor seiner Brust, als könnte diese Geste die Kleine auf Abstand halten, doch scheinbar funktionierte das ohne Umhang und Gehrock nicht, oder es lag an der Unerfahrenheit dieses Mädchens im Umgang mit Lehrpersonen.

„Ich dachte deine Mama hätte gesagt, so etwas gibt es nicht?"

„Mama sagt auch es gäbe keinen Weihnachtsmann, aber das kann nicht so ganz stimmen, wer bringt denn sonst die Geschenke?"

Genervt rollte der Professor seine Augen. „Du solltest aber besser auf deine Mama hören."

Das Mädchen schien nicht aufgeben zu wollen den dunklen Mann in ein angeregtes Gespräch zu verwickeln. „Weißt du, was wir heute gelernt haben?"

Mit einem leicht panischen Gesichtsausdruck suchte er nun nach seiner Mitagentin, doch die zuckte nur mit den Schultern und schien aufmerksam die Kritzeleien der kleinen Künstler zu begutachten.

„Das hat mir Kevin schon erzählt."

Ungeachtet dessen, dass er die Informationen über die Unterschiede der Geschlechter schon bekommen hatte, holte das Kind tief Luft und sprach einfach weiter.

„Man soll immer höflich zu Erwachsenen sein."

Seine Erleichterung hielt sich in Grenzen, doch wenigstens erzählte sie ihm nichts über Geschlechtsmerkmale. Da sie nicht aufzugeben schien, ging Snape nun in die Gegenoffensive.

„Wie heißt du überhaupt?"

„Mary-Sue McGregor und ich bin schon so alt." Vier der kleinen Wurstfinger hielt sie angestrengt in die Luft, während sie mit der anderen Hand gewaltsam den Daumen wegdrückte. „Und wie alt bist du?"

„Älter", brummelte Snape.

„Aha, das sagt Max auch immer, und der ist schon soviel." Diesmal streckte sich ihm die ganze Hand entgegen.

„Interessant", murmelte er gelangweilt. „Ich bin aber noch älter."

„Ja, das habe ich mir gedacht." Mary-Sue nickte dazu altklug. „Hast du Kinder?"

Da von seiner Ehefrau keine Rettung zu erwarten war, ergab sich der Professor in sein Schicksal und nickte, wohl wissend, dass er log. Aber sie waren ja letztendlich inkognito an diesem schrecklichen Ort, da galt es die Tarnung aufrecht zu erhalten.

„Weißt du, was wir morgen lernen?"

Sein deutliches Desinteresse stand ihm im Gesicht geschrieben, aber schien die kleine Besserwisserin nicht abzuschrecken.

„Woher die Babys kommen."

Hermine, die das Gespräch mitbekam, drehte ihr Gesicht in eine andere Richtung, damit er ihr breites Grinsen nicht mitbekam. Wenigstens schien dieser Tag deutlich besser zu werden als die letzten.

Mary-Sue lächelte überlegen und wartete gar nicht ab, ob der Fremde etwas dazu sagen wollte.

„Aber das weiß ich schon längst."

Hermine schaute vorsichtig in seine Richtung und bemerkte kurz, dass er zu ihr herüber sah.

„Hör mir mal gut zu, kleines Fräulein. Ich bin nicht daran interessiert von dir zu erfahren wie die menschliche Fortpflanzung funktioniert. Ich weiß es nämlich auch schon."

Mary-Sue schob beleidigt einen Unterlippe nach vorne und verschränkte ihre Arme auf die gleiche Weise, wie der dunkle Mann vor ihr.

„Ach ja? Wie denn?"

Snape schnaubte gefährlich, ein Zeichen, welches für Hogwartsschüler die höchste Alarmstufe bedeuteten würde, jedoch schien das Muggelkind dieses Warnsignal falsch zu interpretieren.

„Ha! Du weißt es nicht." Die Kleine hatte entweder Mut, oder sie war einfach immun gegen drohende Schwingungen.

Hermine war sich sicher, dass Snape Sekunden zuvor noch nicht so eine rosige Gesichtsfarbe gehabt hatte.

„Der Klapperstorch bringt die Babys", meinte Mary-Sue McGregor mit einem äußerst überheblichen Gesichtsausdruck, drehte sich weg und ließ den völlig konsternierten Snape einfach stehen.

Hermine hätte ihre Seele für einen Fotokamera verkauft...

Endlich schien es soweit zu sein, die Kinder wurden zusammengerufen und in einer kleinen Turnhalle mussten sich alle auf Matten setzen. Am oberen Ende stand ein Tisch und dahinter ein verkleideter Mann in typischen 'Zaubereroutfit', welches optisch ein wenig an Dumbledore erinnerte.

Fragend sah Hermine, die sich mit Snape in die letzte Reihe gestellt hatte auf, doch der schüttelte nur langsam seinen Kopf. Ganz offensichtlich war auch dies nicht ihr gesuchter Klon. Trotzdem sahen sie noch eine Weile den kleinen Tricks zu, welche die kleinen Kinder begeisterten.

Aus einem Zauberstab wurden Blumen. Münzen und Spielkarten verschwanden und tauchten wieder auf. Ringe verhakten sich auf geisterhafte Weise und lösten sich wieder – eben alles was in die Trickkiste eines Kindergartenzauberers gehörte.

„Das ist absolut lächerlich", raunte Snape seiner Begleiterin zu und Hermine nickte lächelnd. Sie erinnerte sich nur zu gut an ihre Kindergartenzeit und ihrer Begegnung mit einem solchen Trickkünstler. Im zarten Alter von vier Jahren hatte sie den armen Mann zur Verzweiflung gebracht, weil sie jedem einzelnen seiner so genannten Zaubereien auf die Schliche gekommen war.

Dieser junge 'Magier' machte seine Sache gar nicht mal so schlecht. Er bezog die Kinder mit ein und ließ sie jedes Mal einen Zauberspruch sagen bevor er einen Trick beendete. Wobei es ihr nicht entging, dass Snape ein wenig entsetzt geschaut hatte, als die Kleinen kollektiv „Abakadabra" schrien, was ein wenig an den unverzeihlichen Todesfluch erinnerte.

Ein Kaninchen wurde aus einem Zylinder gezaubert und Snape verzog angewidert sein Gesicht.

„Ich finde derartige Unterhaltung wirklich nicht geeignet für Kleinkinder. Sie werden mit Wissen der Erzieher betrogen und..."

„Schschschsch", kam aus einer Reihe vor ihnen und einige der Kleinen hatten sich zu dem Störenfried umgedreht.

„Was? Ich habe Recht! Das sind doch nichts als billige Tricks?", echauffierte Snape sich weiter und Kevin, der aufgeklärte Junge von vorhin, streckte ihm erneut die Zunge heraus, bevor er seinem interessierten Sitznachbarn erklärte worin sich Mädchen und Jungen unterschieden.

„Kannst du es besser?" Auch Mary-Sue wagte es sich einzumischen und innerhalb von einer Schrecksekunde hatte er nun die Aufmerksamkeit des gesamten Kindergartens einschließlich des Künstlers auf der provisorischen Bühne.

„Ja, mein Herr, können sie es besser?"

Hermine sah erschrocken ihren Begleiter an. Sein Gesichtsausdruck wirkte ziemlich entschlossen und sie zupfte ihm warnend am Ärmel. Sie konnte ja verstehen, dass es ihn aufregte, aber er durfte seine Tarnung nicht verlieren.

„Und ob"

Oh, verdammt. Hermine wurde blass und sah sich hektisch um. Der Spott war ihnen sicher wenn sie jetzt einfach gingen, aber man kannte sie ja nicht, es war egal was man über sie dachte.

Snape schüttelte sie unwillig ab und ignorierte auch ihr warnendes Zischen. So hoheitsvoll es ihm möglich war, stolzierte er zwischen den Kindern nach vorne und sah spöttisch auf den jungen Mann herunter, der sich in seinen Augen unverschämterweise 'Zauberer' schimpfte. Eine Frechheit.

„Alexander", warnte Hermine erneut, aber sie wurde einfach ignoriert. Er würde doch nicht...

...oh doch, er tat...

Wie sollten sie das nur als Notfall erklären? Während er seinen Zauberstab aus dem Ärmel zog und den staunenden Kindern präsentierte überlege sie sich schon die passende Erklärung.

Sie waren von einer Horde blutrünstiger Kleinkinder angegriffen worden?

Hysterische Erzieherinnen hatten sie in der Puppenecke eingekreist?

Eine Gruppe Dreijähriger hatte versucht sie mit Wachsmalkreide zu entstellen?

Der Pseudozauberer hatte mit einem erstaunten Gesichtsausdruck seinem Konkurrenten Platz gemacht und sah nun zu, wie Snape mit Hilfe eines Schlenkers des Stabes den Tisch anhob und durch die Halle fliegen ließ. Die Kinder klatschten begeistert und Hermine dachte über darüber nach, ob die Ausrede funktionieren würde, dass sich die Leiterin des Kindergartens als getarnter Bergtroll entpuppt hatte.

Der Zylinder verwandelte sich in ein Kaninchen, zu einer Taube, einer Kröte, zu einem Double des Trickkünstlers und wieder in einen Hut.

Die Kinder schrien begeistert. Mary-Sue brüllte, dass sie schon gewusst hatte, dass Snape ein echter Zauberer ist und Kevin schmollte, dass nun niemand mehr an der korrekten Bezeichnung der äußeren Geschlechtsmerkmale interessiert war.

Die Spielkarten wurden zu bunten Papiervögeln, die durch die Halle flatterten und die Kinder versuchten diese zu fangen, was ein heilloses Durcheinander auslöste. Die Gelegenheit für Hermine nach vorne zu stürzen und dem größenwahnsinnig gewordenen Professor den Kopf zu waschen.

„Bist du verrückt geworden?", schimpfte sie und schlug mit einer Hand einen besonders hartnäckigen Papiervogel beiseite, der ständig versuchte auf ihren Haaren zu landen.

„Nennst du das einen Notfall?"

„Diese billige Nummer war ein Affront gegen die Zauberwelt."

„Ach und ich dachte du hättest nichts übrig für albernes Zauberstabgefuchtel? Das betonst du doch jedes Mal in deiner Eröffnungsrede vor den Erstklässlern."

„Das habe ich auch nicht. Manchmal ist es lediglich nützlich."

„So wie jetzt? Wie willst du das bitte dem Ministerium erklären? Bei denen gehen doch alle Alarmsirenen los, sobald in der Muggelwelt gezaubert wird."

„Das gilt nur für Minderjährige."

„Zumindest benimmst du dich gerade wie einer."

„Vielleicht solltest du deinen Ton mir gegenüber bedenken."

„Und vielleicht solltest du an den Grund unserer Mission denken."

„Es war nicht meine Idee hier nach dem Klon zu suchen, das war allein dein großartiger Einfall. Es hätte sicher auch noch eine andere Gelegenheit gegeben."

„Finite", brüllte Hermine, nachdem sie ihren Stab ebenfalls gezogen hatte und damit jeglichen Zauber beendete.

In der kleinen Turnhalle herrschte atemloses Schweigen. Spielkarten lagen auf dem Boden herum, der Tisch stand auf dem Kopf vor ihren Füßen, den Zylinder unter sich begraben und die Anwesenden starrten mit offenen Mündern zu dem Ehepaar, welches sich zu streiten schien.

„Oblivate", murmelte sie nach einer Schrecksekunde, in der ihr klar wurde was um sie herum geschah. Danach gab sie ihnen noch eine nette Illusion von einer wundervollen Vorstellung und räumte das Chaos auf.