So, hier kommt also das zweite Kapitel

So, hier kommt also das zweite Kapitel.

Schade übrigens, dass es bis jetzt nur für zwei Reviews gereicht hat.

Vielleicht kann das neue Kapitel euch etwas motivieren, mir eine kleine Rückmeldung dazulassen?!

2.Entscheidungen

Hermine erwachte im Krankenflügel, mitten in der Nacht.

Im ersten Moment wusste sie nicht wo sie war und vor allem warum, doch dann stürzten die Erinnerungen auf sie ein.

Ron, tot am Boden liegend; Harrys Patronus; Voldemort besiegt.

Mit der Erinnerung kamen auch die Tränen zurück und Hermine weinte.

Sie weinte bis ihr Körper aufgab und sie wieder in einen unruhigen Schlaf sank.

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Als sie das nächste Mal aufwachte war es erst früher Morgen, doch Madame Pomfrey eilte schon zwischen den belegten Betten hin und her.

Als sie bemerkte das Hermine wach war, schnappte sie sich im Vorbeigehen einige Phiolen, die auf einer Art Servierwagen standen und kam auf das Mädchen zu.

„Hermine, schön das du wach bist! Geht es dir gut, hast du Schmerzen? Du hattest einige üble Prellungen und eine deiner Rippen war angebrochen."

„Danke, mir geht's ganz gut", antwortete Hermine mit heiserer Stimme, " Wie lange war ich denn bewusstlos?"

„ Drei Tage, Kindchen, aber das hattest du dir auch verdient nach der ganzen Aufregung. Nimm die Heiltränke, die ich dir gebe, dann wirst du dich bestimmt schnell erholen. Ich schaue später noch mal nach dir. Ruh dich am besten einfach nur aus."

Und das tat Hermine.

Vier Tage lang wurde sie von Poppy gehegt und gepflegt und konnte dann endlich den Krankenflügel verlassen.

Doch zurück im Schloss zu sein, tat Hermine nicht so gut, wie sie gedacht hatte.

Eine Trauerfeier wurde für die Opfer der Schlacht abgehalten, doch das Leben ging weiter.

So viele waren gestorben, doch das Leben ging weiter.

Hermine hatte alles verloren, doch das Leben ging weiter.

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Hermine wiederholte nun das 7. Schuljahr, da sie letztes Jahr zu viel für den Orden unterwegs gewesen war, um genug vom Unterrichtsstoff mitzubekommen.

Nun war sie also in einer Stufe mit Ginny, Rons kleiner Schwester.

Die Freundin hatte Rons Tod relativ schnell überwunden. Natürlich trauerte sie, doch auch für sie ging das Leben weiter.

Hermine wollte sich damit nicht abfinden.

Ihre besten Freunde waren tot und sie sollte weitermachen als sei nie etwas gewesen?

Das Leben riss sie gnadenlos mit sich, doch Hermine kämpfte dagegen an.

Immer wieder sah sie ihre Gesichter vor sich, immer wieder rissen sie Träume von Rons toten Augen aus dem Schlaf.

Um sie herum lief alles in gewohnten Bahnen weiter, aber für Hermine war die Zeit stehen geblieben.

Mit ihren Freunden war auch ein Teil von ihr gestorben und sie war nicht bereit ohne diesen Teil weiterzuleben.

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Und nun hatte sie einen Entschluss gefasst.

Während der unzähligen Stunden, die sie allein am See verbracht hatte, war sie immer wieder unschlüssig gewesen, doch nun stand ihre Entscheidung fest.

Sie erhob sich und lief langsam über die Hügel zurück nach Hogwarts.

Auf einer Anhöhe blieb sie stehen und sah noch einmal zurück.

Sie ließ ihren Blick zum letzten Mal über die grünen Wiesen und den in der Abendsonne glitzernden See schweifen.

Sie spürte ein letztes Mal den Wind auf ihrem Gesicht und genoss ein letztes Mal das Gefühl der Lebendigkeit, das sie für wenige Augenblick befiel.

Dann drehte sie sich um und ging zum letzten Mal durch das Hauptportal ins Schloss.

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Das Schloss war ruhig und friedlich zu dieser Uhrzeit.

Man begegnete niemandem, außer vielleicht Mr.Filch, dem Hausmeister und seiner zerzausten Katze.

Hermine schlich leise durch die Gänge, die zum Nordturm führten.

Hierher kam selten jemand, die Gänge waren verlassen und staubig, denn der Nordflügel des Schlosses wurde schon lange nicht mehr genutzt.

Gerade deswegen war er der perfekte Ort für ihr Vorhaben.

Sie stieg langsam die Stufen zum Dach des Turmes hinauf.

Die kleine Phiole, die sie unter ihrem Umhang trug wurde mit jedem Schritt schwerer, wie ein Gewicht, dass sie lähmte und sie davon abhalten wollte, was sie zu tun gedachte.

Doch Hermine war entschlossen. Heute Nacht oder nie.

Vorsichtig stieß sie die Dachluke auf und erklomm die kleine Leiter, die nach draußen führte.

Sie genoss die Aussicht, die man von hier aus hatte.

Der See schimmerte im Mondlicht und der Himmel war so klar, dass sie jeden einzelnen Stern leuchten sehen konnte.

Der Anblick hatte etwas Beruhigendes und war gleichzeitig so wunderschön, dass ihr Herz schneller schlug.

Das braunhaarige Mädchen band ihren Umhang ab, faltete ihn ordentlich zusammen und legte ihn auf die Steinmauer, die das Turmdach umgab.

Behutsam als würde sie etwas unglaublich Kostbares berühren, zog sie die kleine Phiole mit der mitternachtsblauen Flüssigkeit aus ihrer Tasche.

Minutenlang starrte sie das Glasgefäß an und auf einmal war ihr, als hörte sie Stimmen.

Ja, ganz sicher, da waren Stimmen.

Es waren die Stimmen ihrer Freunde.

Sie konnte Ron lachen hören und Harrys begeisterten Jubel, nach den gewonnenen Quidditchspielen.

Eine einzelne Träne löste sich aus ihrem Augenwinkel.

Sie vermisste die beiden so sehr.

Bald würden sie wieder vereint sein.

Hermine entkorkte die Phiole, die sie seit Wochen mit sich herum trug und setzte sie an ihre Lippen.