Vorsicht, 5

Vorsicht, 5.Kapitel, heiß und fettig!! ;)

Sorry, es hat diesmal etwas länger gedauert, aber gegen kurzfristig angekündigte Klassenarbeiten bin selbst ich machtlos

Dankeschön für eure lieben Reviews!

Da Schokokekse so leicht schmelzen, gibt's heute mal Eis für jeden

Heute wird es ziemlich, naja, ich sag mal „psycho", besonders am Ende, also ein kleines bisschen aufgepasst!

5.Konfrontationen:

Severus saß in seinem Lieblingssessel vor dem Kamin und nippte hin und wieder an einem Glas Whiskey, dass er in den Hand hielt.

Seine Gedanken kreisten seit dem Morgen um ein einziges Thema: Hermine Granger.

Ein bodenständiges, intelligentes Mädchen, das sich mittlerweile zu einer jungen Frau entwickelt hatte. Alle Lehrer schwärmten von ihr und ihrem Lerneifer.

Er würde es nie zugeben, doch auch er war beeindruckt von ihrem Wissen und ihrer Begabung.

Und genau diese Schülerin wollte sich nun das Leben nehmen. Das passte so gar nicht in das Bild das er über die Jahre von Hermine gewonnen hatte.

Sie hatte zwar in der Schlacht ihre besten Freunde verloren, doch trotz allem schien sie sich nicht unterkriegen zu lassen. Ihre Noten waren immer noch die besten, ihr Verhalten immer noch höflich und respektvoll. Sie saß aufmerksam im Unterricht und stellte Fragen.

Und doch war sie anscheinend verzweifelt gewesen. So verzweifelt, dass sie sterben wollte.

Severus wusste, wie es sich anfühlte. Er selbst hatte während seiner Zeit beim Dunklen Lord unzählige Male kurz davor gestanden sich das Leben zu nehmen, doch immer hatte ihm sein Pflichtbewusstsein dazwischengefunkt.

Das Gift, das sie verwenden wollte hätte sie innerhalb von Sekunden getötet. Außerdem war die Herstellung sehr schwierig und dauerte mehrere Wochen, Also hatte sie das alles schon lange vorher geplant.

Diese Vorstellung war schwerer zu ertragen als die einer einfachen Kurzschlussreaktion, einem spontanen Entschluss.

Eine seiner besten Schülerinnen hatte wochenlang in seinem Unterricht gesessen und war unter den Augen der Lehrer durch das Schloss gelaufen, in Gedanken ihren Freitod planend.

Auch wenn es oft nicht den Anschein hatte, er sorgte sich um seine Schüler. Er hatte jahrelang dafür gesorgt, dass Potter und seine zwei Freunde am Leben blieben. Er konnte sie vor allen Übeln der Welt beschützen, aber nicht vor sich selbst.

Er schenkte sich Whiskey nach und starrte gedankenverloren in das Glas mit der bernsteinfarbenen Flüssigkeit.

Wie hatte es soweit kommen können und vor allem was sollte er nun tun?

Minerva würde von ihm erwarten, dass er ihr sofort Bericht erstattete. Wenn er das tat hatten sie jedoch jede Chance verspielt Hermines Vertrauen zu gewinnen.

Wenn McGonagall sie mit ihren Erkenntnissen konfrontierte würde sie sich verschließen und niemanden mehr an sich heran lassen, da war er sicher.

So ein verdammter Mist!

Ihm wäre es lieber die Direktorin würde sich um das Mädchen kümmern. Die beiden verstanden sich von der ersten Minute an blendend und Minerva liebte Hermine fast schon wie eine Tochter.

Doch genau deswegen würde Hermine sich wahrscheinlich gegen ein Gespräch mit McGonagall sperren.

Also musste er es wohl selbst in die Hand nehmen. Er konnte sich vorstellen, dass die Kleine gerade unendlich wütend auf ihn war. Bei der Vorstellung im Schlaf von ihr ermordet zu werden erlaubte er sich ein kurzes, amüsiertes Grinsen.

Das verging ihm aber sofort wieder als er daran dachte, dass die Alleswisserin bestimmt nicht begeistert davon wäre, mit ihm über ihren versuchten Selbstmord zu sprechen.

Er war unter den Schülern als widerlicher Bastard verrufen und er wäre wahrscheinlich der letzte dem Hermine ihre Seele offenbaren wollte.

So ein verdammter Mist aber auch!!

Wenn diese Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte er die Gelegenheit sicher wahrgenommen um Granger ein bisschen zu demütigen, das musste er zugeben, aber sie war es nun einmal und er wollte ihr wirklich helfen.

Die Frage war nur ob er es konnte.

Auf emotionaler Ebene war er schon als Jugendlicher ziemlich unterentwickelt gewesen und während seiner Spionagetätigkeit hatte er sich jedes Gefühl untersagt. Und nun sollte er einem 18-jährigen Teenager helfen, den Lebensmut wieder zu finden?

Er konnte das nicht!!

Ihr zu helfen bedeutete gleichzeitig, dass er sich auch mit seinen Problemen auseinandersetzen musste. Bei Merlin, er wusste selber noch nicht mal wie er sein Leben auf die Reihe kriegen sollte. Er lebte von einem Tag zum nächsten, er stürzte sich in Arbeit um nicht nachdenken zu müssen.

Doch genau das musste er, wenn er Hermine helfen wollte.

Er sprang auf und begann unruhig hin und her zu laufen. Das förderte zwar nicht gerade die Konzentration, aber es beruhigte ihn.

Er stellte sich wieder zum Tisch, schenkte sich Whiskey nach und leerte das Glas in einem Zug. Dem einen Glas folgten weitere, bis er sich schließlich aufs Sofa fallen ließ.

Er musste etwas unternehmen. Nur was??

Wieder sprang er auf, diesmal etwas schwankender als vor einigen Minuten. Der Alkohol zeigte seine Wirkung.

Er würde sie einfach ansprechen. Genau, das war es! Er würde sie dazu zwingen mit ihm zu sprechen.

Doch das bedeutete, dass er sich seinen eigenen Problemen stellen musste und dazu war er nicht bereit.

Verdammt!

Mit einem Knall zersplitterte das Whiskeyglas an der Wand und fiel in einem Scherbenregen zu Boden.

Severus kniete sich hin und sammelte die Glassplitter auf. Sein Blick blieb an einem besonders Großen hängen, der an der Seite etwas abgeflacht war, wie ein Messer.

Konnte er? Sollte er?

Mit einem Seufzen nahm er die Scherbe in die Hand und setzte sich, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, auf den Boden.

Er krempelte den linken Ärmel seines Hemdes hoch. Noch ein Grund warum er niemals Kleidung mit kurzen Ärmeln trug.

Über seinen ganzen Unterarm zogen sich feine weiße Narben, manche tiefer, manche nur oberflächlich.

Er hatte in seinem zweiten Schuljahr angefangen sich selbst zu verletzen, wenn er die Hänseleien und den Spott seiner „Mitschüler" nicht mehr ertrug. Es verschaffte ihm eine Art Befriedigung, einige Minuten über nicht nachdenken zu müssen.

Einige wenige Minuten bestimmte der physische Schmerz sein Leben und seine Seele blieb für wenige Augenblicke verschont.

Vorsichtig, fast zärtlich strich Severus an der scharfen Kante der Scherbe entlang, dann setzte er an und zog einmal waagerecht über seinen Unterarm.

Erlösung…….