Hiiiiier kommt das nächste Kapitel! Ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen. :)
Es hat mal wieder ein kleines bisschen länger gedauert, tut mir Leid, aber im Moment ist es bei mir einfach enorm stressig. Ihr verzeiht mir doch, oder? ;)
Danke für eure Reviews, ich freu mich wie immer riesig!!
6.Rache?:
Bis spät in die Nacht lag Hermine in ihrem Bett, vertieft in Rachefantasien. Einige waren so verrückt, dass sie sie sofort wieder verwarf, andere behielt sie im Gedächtnis, bereit später genau darüber nachzudenken.
In diesen Stunden existierte keine Zeit, zumindest kam es Hermine so vor. Wie im Fieberwahn murmelte sie unverständliche Wortfetzen vor sich hin, völlig gefangen in ihren Gedanken.
Sie verließ das Bett nur um das Bad aufzusuchen und ein paar Schlucke Wasser aus Wasserhahn zu trinken.
Dann wankte sie zurück zum Bett, nicht in der Lage sich länger als ein paar Minuten auf den Beinen zu halten. Ihr Körper reagierte auf den Nahrungs- und Schlafentzug.
Die schweren schwarzen Samtvorhänge waren immer noch zugezogen, kein Lichtstrahl drang durch sie hindurch.
Hermine hatte sich in ihre eigene Welt zurückgezogen, die daraus bestand Rachepläne zu schmieden. Andere Gedanken, Gedanken an ihre Freunde, an ihren Selbstmordversuch wurden in die Tiefen des Bewusstseins verbannt.
Ihren Hunger spürte sie nicht mehr und auch ihre Augen hatten sich daran gewöhnt nur schemenhafte Umrisse ausmachen zu können.
Der einzige Gedanke der in ihr existierte war „Rache!!"
Am Anfang hatte sie daran gedacht ihm aufzulauern und ihn dann einfach zu töten. Ohne den Überraschungseffekt hätte sie keine Chance gegen ihn gehabt aber so könnte es gehen.
Doch mit der Zeit waren ihr diese Pläne zu einfach vorgekommen. Er sollte leiden so wie sie im Moment litt, konfrontiert mit ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit.
Und dann, inmitten dem Sumpf ihrer Gedanken kam ihr eine Idee.
Würde es funktionieren? Sie wusste es nicht und doch war es einen Versuch wert.
Doch zuerst musste sie wieder zu Kräften kommen. Langsam richtete Hermine sich auf und schleppte sich zum Kamin. Sie warf etwas Flohpulver hinein und bestellte in der Küche einen kleinen Sandwichteller.
Noch ein Privileg der Schulsprecher, sie konnten sich direkt in der Küche der Hauselfen etwas zu essen bestellen und waren nicht mehr gezwungen an den Mahlzeiten in der großen Halle teilzunehmen.
Nachdem sie gegessen hatte fühlte sie sich besser und ging ins Bad. Nach einer kalten Dusche fühlte sie sich wieder halbwegs wie ein Mensch.
Inzwischen dämmerte es schon und ein Blick auf die Uhr bestätigte Hermine, dass es bald Zeit für das Frühstück wäre.
Nicht dass sie vorhatte zu erscheinen, doch sie musste wissen wann ihr Plan beginnen konnte.
Dieser Bastard würde alles verlieren und genau wie ihr würde man ihm keinen schnellen Tod gewähren. Er würde leiden, den Rest seines armseligen Lebens. Und wenn er ganz unten angekommen war, würde sie auf ihn warten und ihm ins Gesicht lächeln. Und er würde in Dunkelheit ertrinken, wie sie.
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Severus saß in seinem Büro und korrigierte einige Tests der 7.Klasse. Wie erwartet war Hermine nicht zum Unterricht erschienen.
Auch nach dem gestrigen Abend war er sich immer noch nicht sicher was er tun sollte, doch zumindest war er nun halbwegs bereit sich dem Problem zu stellen.
Zuerst einmal musste er mit Hermine sprechen, versuchen sie irgendwie zu erreichen. Alles zu verdrängen würde sie kaputt machen und das war das letzte was er wollte.
Auch wenn sie ihn seit nunmehr 7 Jahren beständig nervte, konnte er in Gewisserweise nachvollziehen wie sie sich fühlte. Doch sich einfach umzubringen um es leichter zu haben, hielt er für feige.
Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen als das Feuer in seinem Kamin aufflammte und McGonagalls Kopf erschien.
„Severus, komm in mein Büro, sofort!"
Sobald sie wieder verschwunden war stand Snape auf und warf sich seinen Umhang über.
Die Direktorin hatte sehr angespannt geklungen, irgendetwas musste geschehen sein. Konnte es vielleicht sogar sein, dass Hermine von selbst zu Minerva gegangen war? Vielleicht hatte sie eingesehen, dass es besser war darüber zu reden?
Mit wehendem Umhang stürmte Severus durch die Gänge, bis er vor dem Wasserspeier der zu McGonagalls Büro führte stehen blieb.
„Felis sylvestris", murmelte er leise. Minerva hatte die Angewohnheit ihre Passwörter nach den lateinischen Namen von Katzenrassen auszusuchen, entsprechend ihrer Animagusform.
Der Wasserspeier gab eine Treppe frei, die Severus nun hinaufstieg, bis er vor der Eichentür stand, die zum Büro der Direktorin führte.
Er klopfte an und trat einfach ein, nachdem er kein „Herein" vernommen hatte.
Doch was er im Inneren des Zimmers zu sehen bekam ließ seinen Atem stocken.
Hermine saß auf dem Stuhl vor dem großen Schreibtisch, hinter dem Minerva Platz genommen hatte. Ihr Gesicht war tränenüberströmt und ihre Kleidung an einigen Stellen zerrissen und zerfetzt.
McGonagall nahm ihn mit einem Nicken zu Kenntnis, als er das Zimmer betrat, dann wandte sie sich wieder dem zitternden Mädchen zu, das vor ihr saß.
„Hermine, wer hat dir das angetan? Du kannst es mir sagen, dir geschieht nichts."
„Wer hat ihr was angetan, Minerva? Was ist hier eigentlich los?", mischte sich Severus ein.
„Hermine kam vor etwa einer Viertelstunde zu mir und erzählte mir, dass sie auf dem Weg zu Verwandlung von jemandem in einen Seitengang gezerrt beinahe vergewaltigt worden wäre. Sie konnte sich zum Glück befreien und ist direkt zu mir gelaufen. Mehr weiß ich leider auch noch nicht. Sie hat nur gesagt das ich unbedingt dich dazuholen sollte."
Severus runzelte die Stirn. Was hatte er denn bitte damit zu tun? Natürlich war die ganze Sache schrecklich und er würde alles tun um den Schuldigen zu finden, doch warum wollte Hermine, dass er hier war? Sie musste ihn eigentlich hassen….
Minerva hatte sich mittlerweile wieder zu Hermine gedreht und redet mit Engelszungen auf sie ein: „Wer war es, Hermine? Du hast ihn doch sicherlich erkannt, es ist helllichter Tag!"
„Ja, ich hab ihn erkannt", flüsterte Hermine mit heißerer Stimme.
„Und? Wer war es? Er wird der Schule verwiesen werde, darauf kannst du dich verlassen!", versprach die Direktorin mit sanfter Stimme.
Langsam wandte das junge Mädchen ihren Kopf um und blickte dem finster dreinblickenden Tränkemeister in die Augen.
„Wer war es? Sag es uns, er kann dir nichts mehr tun, Hermine!", drängte McGonagall.
Severus sah das herausfordernde Blitzen in ihren Augen bevor Hermine ihren Arm hob, auf ihn deutete und mit fester Stimme sagte: „ER war es, Professor."
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Felis sylvestris ist übrigens der lateinische Name für die gemeine Wildkatze, ich dachte es passt in diesem Zusammenhang ganz gut.
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Ich freu mich natürlich wie immer über ein klitzekleines oder auch ein großes (ich nenn mal keine Namen, Gnomy ;)) Review!!
