Hallöle

Hallöchen! Hier ist das neue Kapitel, ich hoffe es gefällt euch. :)

Es hat wieder ein bisschen länger gedauert, sorry. Ich hoffe das Kapitel entschädigt euch ein bisschen?!

Danke für eure Reviews, heute gibt's Kekse und Kaffee für alle!

7. Konsequenzen

Severus erstarrte. Bestimmt hatte er sich verhört, denn was er meinte gehört zu haben konnte nicht sein. Ihn war klar das sie wütend auf ihn war, aber so weit würde sie nicht gehen, oder?

Ein Blick in McGonagall's entsetzt aufgerissene Augen und er wusste, dass er sich nicht verhört hatte. Sie hatte es wirklich gesagt. Was hatte sie vor?

„Bei Merlin, sind sie von allen guten Geistern verlassen? Wissen sie noch was sie da reden?" zischte er.

„Severus halte dich zurück!", rief Minerva.

„Hermine, sie wissen das das schwerwiegende Anschuldigungen sind. Sind sie ganz sicher, dass es Professor Snape war? Sie sind nie besonders gut miteinander ausgekommen, vielleicht haben sie da etwas hinein interpretiert das gar nicht da war?! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er so etwas auch nur in Erwägung ziehen würde.", wandte sie sich an Hermine, die nun mit ausdruckslosem Gesicht in ihrem Stuhl zusammengesunken war.

Severus erdolchte sie mit Blicken, bis ihm plötzlich eine Idee kam. „Minerva, wenn ich einen Vorschlag machen dürfte? Wenn Miss Granger mich, wie sie behauptet, erkannt hat dann wird es für sie ja wohl kein Problem sein die Erinnerung in einem Denkarium abzulegen, damit du sie dir ansehen kannst. Miss Granger, ist das in Ordnung für sie, oder möchten sie uns irgendetwas mitteilen?"

Hermine hob ihren Kopf und sah ihn an. Für den Bruchteil einer Sekunde flackerte Erstaunen in ihren Augen auf. Erstaunen darüber, dass er der Direktorin nichts von ihrem Selbstmordversuch erzählte. Doch kurz darauf war das Flackern verschwunden und ihre Augen wieder vollkommen ausdruckslos.

„Ich hasse sie, Snape!", sagte sie mit ruhiger Stimme. „Es stimmt, Professor McGonagall, er war es nicht. Niemand war es, ich habe gelogen."

Entsetzt riss Minerva die Augen auf. "Warum hast du das getan? Was hat Professor Snape dir getan, dass du sein Leben zerstören willst? Wie konntest du nur?" rief McGonagall empört.

„Ich habe ihr nichts getan, Minerva, glaub mir. Sie ist einfach nur unzufrieden damit, dass sie in meinem Unterricht weniger Aufmerksamkeit bekommt, als bei den anderen Lehrern."

„Das ist nicht wahr! Sie wissen ganz genau warum, doch das ist es ganz bestimmt nicht!", rief Hermine, hielt sich aber im nächsten Moment schon erschrocken die Hand vor den Mund.

„Also ist doch etwas zwischen euch vorgefallen? Könnte mir bitte jemand erklären was hier vor sich geht?", fragte Minerva.

„Zwischen uns ist nichts vorgefallen, gar nichts.", erklärte Snape und sah da junge Mädchen warnend an. Sie sollte doch einfach ihren Mund halten. Er wusste selbst nicht genau warum er der Direktorin nicht erzählte was Granger beinahe getan hätte, doch in diesem Moment erschien es ihm das einzig Richtige.

„Wir hatten in letzter Zeit häufiger Auseinandersetzungen im Unterricht weil Miss Granger nicht mit Kritik umgehen kann. Das ist alles. Ich sehe die Sache hiermit als beendet. Granger, ich erwarte eine Entschuldigung von ihnen und sie werden eine Woche Nachsitzen. Ich empfehle mich, gute Nacht.", mit diesen Worten machte sich Severus auf den Weg zur Tür, doch er wurde von McGonagall aufgehalten.

„Hier empfiehlt sich niemand, Severus. Was ist hier los? Hermine hat dich der versuchten Vergewaltigung bezichtigt und du bestehst lediglich auf Nachsitzen? Erstens hätte ich, was die Bestrafung angeht, auch noch ein Wörtchen mitzureden und zweitens will ich auf der Stelle wissen was das zwischen euch vor sich geht. Severus, wenn ein anderer Schüler hier säße, würdest du ihn der Schule verweisen lassen, davon bin ich überzeugt. Ich wiederhole mich ungern: Was ist hier los?"

Hermine sank immer mehr in sich zusammen. Die Schulleiterin würde so oder so davon erfahren. Sie hatte keine Ahnung warum Snape sich damit so lange zurückgehalten hatte sie bloßzustellen, doch komischerweise war es ihr egal. Ihr war im Moment alles egal. Die Wut, die sie noch vor ein paar Minuten gefühlt hatte, war einer inneren Leere gewichen.

Langsam hoch sie ihren Kopf „Professor, es war anders, ich…." „Halt den Mund, bei Merlin!". Severus war aufgesprungen und hatte sich bedrohlich vor Hermine aufgebaut. Die wiederum hatte aus einem Reflex heraus ihren Zauberstab gezogen und hielt ihn auf ihren Lehrer gerichtet von sich.

„SEVERUS, HERMINE!", donnerte McGonagall, „wenn ihr euch nicht auf der Stelle beruhigt schmeiße ich euch beide raus, nacheinander. Severus, geh von dem Mädchen weg und setz dich wieder. Hermine, leg deinen Zauberstab zur Seite. Sofort! Und dann sagst du, was du mir vor der rüden Unterbrechung von Professor Snape sagen wolltest. Also?". Die Direktorin schaute sie fragend an. Severus, der sich schon wieder in seinem Sessel aufrichtete, bereit jeden Moment aufzuspringen, wurde mit einem drohenden Seitenblick bedacht.

Doch Hermine war durch die Reaktion ihres Zaubertranklehrers so verwirrt das sie nur mit dem Kopf schüttelte:" Nein, Professor, Ich habe ihnen nichts zu sagen.", sprach sie leise.

Die Augen der älteren Frau blitzten kurz ärgerlich auf, doch dann fuhr sie mit sanfter Stimme fort „Hermine, du brauchst keine Angst zu haben. Es ist alles in Ordnung. Und nun sag mir was passiert ist, ja? Sei so nett."

Hermine wollte gerade zu sprechen anfangen als Severus aus seinem Sessel aufsprang und rief:" Es ist nichts passiert, Minerva! Warum lässt du sie nicht einfach in Ruhe und alles ist in Ordnung."

Hermine hatte sich mittlerweile auch erhoben und sah ihn wütend an:"Ich brauche kein Kindermädchen! Ich kann gut alleine auf mich aufpassen."

„Ach ja? Und was war das dann vorletzte Nacht? Auf sich aufpassen stelle ich mir irgendwie anders vor. Unverschämt und undankbar, eine Glanzleistung, Miss Granger!"

„Was wissen sie denn schon? Sie sind doch nur ein alter, verbitterter Zyniker. Ich habe sie nicht darum gebeten mit zu helfen.", schrie Hermine ihm ins Gesicht.

McGonagall verfolgte mit ungläubigem Gesichtsausdruck wie die beiden sich immer lautere Beleidigungen an den Kopf warfen. Als dann aber beide ihre Zauberstäbe zogen und anfingen sich zu umkreisen wurde es ihr zu viel.

„RUHE!!", brüllte sie durch den Raum. Schlagartig verstummten die beiden Streithähne. So einen Ton waren sie beide nicht von der Direktorin gewohnt.

„Da ihr nicht bereit seid mir zu sagen was da zwischen euch los ist und ihr anscheinend auch nicht in der Lage seid eure Differenzen zu beseitigen werde ich zu etwas unkonventionellen Mitteln greifen müssen. Hermine, du wirst bis auf weiteres vom Unterricht suspendiert. Ich kann und werde dein Verhalten nicht dulden. Nun zu euren Streitigkeiten. Ich denke der beste Weg sie beizulegen ist, wenn ihr so viel Zeit wie möglich miteinander verbringt und versucht zu klären was da zwischen euch steht. Severus, du arbeitest meines Wissens gerade an einem Zaubertrankprojekt, Hermine wird dir assistieren."

„Aber Minerva, das kannst du nicht machen! Sie weiß doch gar nicht worum es geht.", rief Severus empört.

„Genau, Professor. Sie können uns außerdem nicht zwingen zusammenzuarbeiten!"

„Ich kann und ich werde. Zusätzlich werdet ihr jeden zweiten Abend zu mir kommen. Solange bis ihr bereit seid mir zu sagen warum ihr euch wie zwei trotzige Kleinkinder benehmt. Glaubt mir, ich werde herausfinden was hier los ist, ob ihr wollt oder nicht! Ihr könnt gehen."

Severus starrte die Direktorin einen Moment lang wutentbrannt an, dann stürmte er mit wehendem Umhang aus dem Büro.

Hermine erhob sich langsam und stieg schweren Schrittes die Stufen des Wasserspeiers hinab. Ein Projekt mit Snape. Na wenn das mal gut ging. Aber was interessierte es sie? Gleichgültigkeit hatte sie ergriffen. Sie hatte sich damit abgefunden alles verloren zu haben und nun dazu verdammt zu sein hier ihr Dasein zu fristen.

Diese Leere war noch schlimmer zu ertragen als die Trauer oder die Wut, doch Hermine konnte nichts dagegen tun. Es war als wären alle Gefühle in ihr verschwunden und nichts als dunkler Nebel war übrig geblieben. Nebel in dem sie nun versank und aus dem sie am liebsten nie mehr aufgetaucht wäre.

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Über Reviews freu ich mich natürlich wie immer. Ist ganz einfach und geht ganz schnell! ;)