Hallöchen

Hallöchen! Hier kommt das 8. Pitelchen, auf das ihr ziemlich lange warten musstet. (Sorry……) Als Entschädigung gibt's heute mal ne große Kanne kalten Eistee! :)

Danke für eure Reviews!! °freu°

8. Träume

Wutentbrannt schlug Severus die Tür zu seinen Privaträumen zu. Der ausgezogene Umhang wurde in eine Ecke geschleudert und innerhalb kurzer Zeit saß der tobende Tränkemeister mit einem Glas und einer halbvollen Flasche Whiskey in seinem Lieblingssessel.

Was dachte sich dieses impertinente Gör eigentlich? Noch nie hatte ein Schüler die Frechheit besessen ihn mit einem Zauberstab zu bedrohen. Und jetzt kam dieses Miststück daher und dankte ihm seine Verschwiegenheit, indem sie ihm drohte und ihn anschrie.

Eigentlich könnte er Minerva sofort über Grangers „kleines Geheimnis" informieren und seine Rache auskosten, doch aus irgendeinem Grund, der auch bewirkt hatte das er während des Streits den Mund gehalten hatte, konnte er das Mädchen nicht verraten.

Selbstverständlich war es eine Ungeheuerlichkeit ihm, ausgerechnet ihm, zu unterstellen er habe sich der Schülerin unsittlich genährt, doch in irgendeiner Weise konnte er ihre Beweggründe nachvollziehen. Jedes Mal wenn Albus ihn vor einem erneuten Suizidversuch bewahrt hatte, hätte er ihm den Hals umdrehen können. Da hatte er nach langem Hin und Her endlich den Entschluss gefasst und alles vorbereitet und plötzlich war da jemand der einen zwang dieses Leben weiterzuleben.

Wahrscheinlich ging es ihr genauso, auch wenn sie nicht versucht hatte ihn umzubringen (das sie bestimmt darüber nachgedacht hatte, war ihm klar). Sie befand sich schließlich in einer emotionalen Ausnahmesituation.

Trotzdem war er wütend. Wenn schon nicht auf das Mädchen dann wenigstens auf sich selbst. Wurde er jetzt schon sentimental? Er hätte Minerva von der ganzen Sache erzählen und die damit verbundenen Probleme getrost an sie abtreten können, doch stattdessen versuchte er, Grangers ohnehin nicht vorhandenes Vertrauen nicht zu missbrauchen. Er wurde wirklich zu weich auf seine alten Tage.

Das Schlimmste war jedoch, dass die Direktorin Granger und ihn zu gemeinsamen Laborstunden „verdonnert" hatte. Was erhoffte sie sich davon? Glaubte sie allen ernstes das einer von ihnen nach kurzer Zeit zu ihr kam und ihr sein Herz ausschütten würde? Das würde ganz bestimmt nicht passieren.

Er war nun also gezwungen seine Abende im Labor mit einem depressiven Teenager zu verbringen?! Nachdem diese Erkenntnis zu ihm durchgesickert war, schenkte er sich einen großzügigen Schluck Whiskey nach und leerte das Glas in einem Zug. Na das konnte ja heiter werden. Als ob er nicht schon genug Probleme hätte.

Er kam selbst kaum mit seinem Leben klar, wie sollte er sich da auch noch um das Leben eines anderen kümmern?

Bei Merlin, warum machte er sich so viele Gedanken? Er würde das Mädchen einfach im Labor ein paar Zutaten schneiden lassen und sie dann wieder in ihren Turm zurückschicken. Im Grunde genommen ging es ihn nicht das Geringste an, was sie aus ihrem Leben machte.

Ja, genauso würde er es machen. Höflich und vor allem distanziert. Und irgendwann würde auch Minerva begreifen, dass ihr Vorhaben zum Scheitern verurteilt war und er würde sein Leben weiter führen wie bisher. Keine besonders verlockende Aussicht, aber besser als andere.

Nun etwas zur Ruhe gekommen stand er auf, löschte das Licht und ging zu Bett. Kurze Zeit später glitt er in einen erholsamen Schlaf.

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Auch Hermine lag mittlerweile in ihrem Bett. Doch trotz ihrer großen Müdigkeit fand sie keinen Schlaf. Die Leere, die sie gefühlt hatte, als sie McGonagalls Büro verlassen hatte, war einer inneren Unruhe gewichen. Überhaupt kam es ihr so vor als würde sie alle paar Stunden einen erneuten Stimmungswechsel durchmachen. Das war ja nicht zum aushalten.

Sie wollte einfach nur schlafen, doch jedes Mal wenn sie gerade ins Reich der Träume hinüber gleiten wollte, wanderte ein Gedankenfetzen durch ihren Kopf, der sie dazu brachte sich unruhig hin-und her zu rollen: Was sollte sie tun?

Die Direktorin zwang sie nun dazu mit ihrem Zaubertranklehrer zusammenzuarbeiten, der sie zufälligerweise während ihres Selbstmordversuches überrascht hatte. Bei Merlin, wie kompliziert konnte es denn noch werden?

Sie wusste selbst, dass ihre Idee mit dem Vergewaltigungsversuch kompletter Wahnsinn gewesen war, doch in ihrem von Rachegedanken vernebelten Gehirn war alles andere unwichtig geworden.

Erst als sie Snape in die Augen geschaut und dort wirkliches Entsetzen gesehen hatte, war sie wieder einigermaßen auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen.

Ja, Snape hatte sie daran gehindert sich das Leben zu nehmen, doch das konnte sie ihm nicht vorwerfen, das war ihr inzwischen klar. Sie trauerte immer noch und ihr war im Moment jede Beschäftigung recht, die sie von Gedanken an Harry und Ron und ihr weiteres Leben ablenkte, doch das sie in ihrer Wut überreagiert hatte, war offensichtlich.

Vielleicht war es wirklich das Beste für sie einfach zu weiterzuleben, von einem Tag zum nächsten, ohne groß über den Sinn seines Lebens nachzudenken. Wenn sie sich daran hielt, würde sie zwar bei weitem kein glückliches Leben führen, aber immerhin würde die Lücke, die ihre Freunde hinterlassen hatten, nicht so sehr auffallen. Wenn sie sich nur genügend Beschäftigung suchte, würde sie das von tiefsinnigen Gedanken ablenken, die sie dazu bringen wollten sich mit ihren Problemen und ihrer Trauer auseinanderzusetzen.

Also kam ihr der „Job" bei Snape eigentlich gerade recht. Doch nachtragend wie der Tränkemeister nun mal war, würde er ihr ihren Racheversuch und ihre Provokationen während des Streits nicht so schnell vergessen und das bereitete ihr nun wirklich Kopfschmerzen. Er würde ihr das irgendwie heimzahlen und über das wie wollte sie gar nicht erst nachdenken.

Warum hatte er McGonagall nichts von ihrem Selbstmordversuch erzählt? Die einzige Erklärung die ihr einfiel war, dass er sich die Informationen bis zu einem späteren Zeitpunkt aufhob um es dann, in einem günstigen Moment gegen sie zu verwenden. Warum sonst sollte er es für sich behalten?

Er hatte ihr vom ersten Tag an keine Chance gegeben und auch wenn sie ihn für seine Intelligenz und sein ungemeines Fachwissen bewunderte und respektierte, war doch klar das er sie nicht im Entferntesten leiden konnte.

Es würde wohl am besten sein wenn sie sich während der „gemeinsame Stunden" einfach zurückhielt. Höflich und vor allem distanziert. Irgendwann würde die Direktorin einsehen, dass ihr Vorhaben sinnlos war und sie, Hermine, würde ihr Leben weiterleben. Einfach nur leben, ohne tiefere Gefühle oder Gedanken.

Nach diesen Überlegungen endlich ruhiger geworden, sank Hermine zurück in die Kissen, schloss die Augen und war kurz darauf eingeschlafen.

Doch diese Ruhe war nicht von langer Dauer. Ein Traum war es diesmal, der sie dazu brachte sich wimmernd zusammenzukauern, bis sie sich schließlich, nach schier endloser Zeit entspannte und endlich in einen ruhigen Schlaf sank.

Hermine hielt sich mit letzter Kraft fest, doch ihre Hand begann immer weiter abzurutschen und sie drohte ins bodenlose Nichts zu stürzen, dass ich unter ihr befand.

Plötzlich erschien ein vertrautes Gesicht über der Turmmauer.

Hermine, gib mir deine Hand, ich helfe dir!", schrie Severus.

Ich kann nicht…..ich rutsche ab…..ich will nicht sterben, bitte!"

Gib mir deine Hand, dir kann nichts geschehen. Bitte Hermine, ich helfe dir."

Mit einem Schrei riss Hermine eine Hand von dem vorstehenden Mauerteil, an dem sie hing und warf sie in die Höhe. Eine warme Hand schloss sich um ihre und zog ihren Körper nach oben, als ob sie nicht mehr wiegen würde als eine Feder.

Sofort fand sie sich in Severus' Armen wieder, die sie umschlangen und an ihn drückten und sie hörte immer wieder seine Stimme, die beruhigenden Worte murmelte:" Ich lasse nicht zu das du stirbst, Hermine. Du musst mir vertrauen, dann werde ich dir helfen. Vertrau mir…"

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Über Reviews freu ich mich wie immer!! Mir würde auch einfach nur ein „Gut" oder „Schlecht" reichen….. ;)