Hallo! Hier kommt das neue, fangfrische Kapitel. Nachdem ich beim letzten ja an einer spannenden Stelle unterbrochen habe (so ganz aus Versehen…..grins….), kommt heute endlich die lang ersehnte, erste Laborstunde.

Sorry, das es diesmal länger gedauert hat, aber die Schule und eine ausgedehnte Familienfeier haben mich ziemlich aufgehalten.

Danke für eure lieben Reviews, ich denke bei den Temperaturen ist mal wieder Eistee angesagt! Also, eisgekühlter Eistee für alle!!

So, genug der Schwafele, weiter geht's:

10. Laborstunden

Severus führte Hermine durch einen kleinen Vorraum bis vor eine dunkle Holztür. Er blieb stehen und drehte sich um: „Sie betreten jetzt meine privaten Räume. Das lässt sich leider nicht vermeiden, da wir nur auf diesem Wege in mein Labor gelangen. Wenn irgendetwas von dem was sie sehen, hören oder auch nur riechen nach außen dringt, zu einem ihrer kleinen Gryffindorgefährten, dann werden sie sich wünschen niemals geboren zu sein. Ist das klar, Miss Granger?"

„Natürlich, Professor. Ich werde über all das keine Wort verlieren, das schwöre ich ihnen."

„In Ordnung. Da wir das geklärt haben, folgen sie mir bitte. Da sie von nun an öfter Zeit hier verbringen werden, teile ich ihnen mein Passwort mit. Sie verwenden es nur nach Absprache mit mir und ich behalte mir vor, es nach Beendigung unserer „Zusammenarbeit" per Legilimentik aus ihrem Gedächtnis zu löschen. Sind sie einverstanden?"

„Einverstanden, Professor.", murmelte Hermine leise. „Das Passwort lautet „Concedo Nulli"." Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, schwang die Tür leise auf.

„Concedo Nulli? Eine gute Idee, Sir, wenn ich das sagen darf.", sagte Hermine mit einem belustigten Funkeln in den Augen.

„Sie dürfen, Miss Granger, danke. Ich will doch sehr hoffen, dass sie sich nicht gerade über mich lustig machen, oder?". „Niemals würde ich es wagen, Sir!", grinste Hermine. Auch Severus Mundwinkel zeigten eine leichte Tendenz nach oben, bis beiden klar wurde, wem sie gegenüber standen.

Bist du jetzt völlig krank? Du scherzt mit Snape?! Bei Merlin und allen Göttern, dachte Hermine entsetzt. Auch Severus räusperte sich verwirrt, drehte sich um und ging dann einfach vorne weg in den Raum hinein.

Hermine folgte ihm, immer noch grübelnd... und riss vor Erstaunen die Augen auf. Sie standen in einem urgemütlichen Wohnzimmer. Der Boden wurde mit dicken Teppichen bedeckt, an den Wänden hingen Gemälde verschiedener Künstler. In einem großen Kamin an der Stirnseite des Raumes prasselte ein munteres Feuer und vor dem Kamin standen eine riesige, mit schwarzem Samt bezogene Couch und zwei passende, breite Sessel.

Sprachlos drehte Hermine sich einmal um sich selbst, bis ihr Blick auf Severus fiel, der sie halb tadelnd, halb amüsiert beobachtete. Er sagte jedoch nichts und steuerte wortlos auf eine Tür auf der gegenüberliegenden Seite des Zimmers zu. Hermine folgte ihm immer noch nicht in der Lage, einen Ton von sich zu geben. Das sollte Snapes Wohnzimmer sein? Sie hätte auf Schwarz getippt, gemischt mit Schwarz und an guten Tagen einem dunklen Braun. Er überraschte sie wirklich.

Severus öffnete die schwarze Holztür und entzündete mit einer Handbewegung die Fackeln an den Wänden. Sie erleuchteten einen großen Laborraum. Verschieden große Kessel aus allen möglichen Metallen standen auf vier länglichen Labortischen. In den Regalen an den Wänden stapelten sich Gläser, Schriftrollen und allerhand Zubehör, dass man zum Brauen verwenden konnte.

Nachdem Hermine eingetreten war, blieb sie stumm stehen und sah sich um. Nach einigen Minuten drehte sie sich um. „Da ich hier bin, um ihnen zu helfen wäre es nett, wenn sie mich über ihren derzeitigen Arbeiten informieren würden und mir dann meine Arbeit zuteilen."

„Für die Arbeit die sie hier verrichten wird es nicht nötig sein über meine Projekte Bescheid zu wissen. Sie werden die Zutaten vorbereiten, die ich ihnen gebe und dann verschwinden sie wieder. Haben sie das verstanden?"

„Nein, das habe ich nicht!", rief Hermine empört. Das war ja wohl die Höhe! Da zwang die Direktorin sie, zusammenzuarbeiten um besser miteinander auszukommen und anstatt auf so ein „Friedensangebot" einzugehen, fertigte er sie mit Zutaten schneiden ab, wie einen Lehrling. Das sie auch nicht begeistert war hier zu sein und zudem auch keinen großen Wert auf Frieden legte, wie ihre innere Stimme gerade hämisch vor sich hin sang, wurde von Hermine überhört.

„Wie kommen sie auf die Idee, dass ich hier wie ein Erstklässler Zutaten schneide und sie die interessanten Sachen übernehmen? Professor McGonagall hat ausdrücklich auf Zusammenarbeit bestanden. Ich habe gedacht, wir forschen hier gemeinsam und…."

„Falsch gedacht, Miss Granger. Glauben sie wirklich, ich verbringe meine Abende damit, mit einem unerträglichen, besserwisserischen Teenager Tränke zu brauen und Forschung zu betreiben? Der einzige Grund, weswegen sie hier sind ist, das ich keine andere Wahl hatte!"

Severus wusste selber, dass er ungerecht und bösartig reagierte, doch er konnte nicht anders. Niemand sollte sich in seiner Nähe wohl fühlen, auch nicht Granger. Er war nicht dafür gemacht auf längere Zeit mit Menschen auszukommen. Besser sie erfuhr gleich woran sie war.

Der Glanz der Begeisterung, der sich in ihre Augen geschlichen hatte, als sie eingetreten war, war nun aus diesen gewichen und hatte glänzenden Tränen Platz gemacht, die sich in ihren Augenwinkeln sammelten. „Aber ich dachte wir…ich wollte doch nur, ich… WARUM MÜSSEN SIE IMMER SO EIN VERDAMMTES ARSCHLOCH SEIN??", schrie Hermine ihm plötzlich ins Gesicht.

Severus hielt den Atem an. Er wusste, dass er diese Reaktion herbeigeführt hatte, mit seinem Verhalten, doch trotzdem konnte er nicht verhindern, dass Zorn in ihm aufstieg. Bevor er selbst erkannte was er tat, war er schon auf sie zugestürmt, hatte sie an den Armen gepackt und gegen die harte Steinwand des Labors gedrückt. „Sollten sie es wagen, noch ein einziges Mal so mit mir zu reden, dann werden sie die Konsequenzen tragen müssen und überlegen sie sich gut, ob sie dazu bereit sind", zischte er mit gefährlich leiser Stimme.

Hermine zuckte vor Schreck zusammen. Sie konnte diese unmittelbare Nähe nicht ertragen. Genauso hatte Malfoy vor ihr gestanden, damals in der Schlacht. Auch er hatte sie an den Armen gepackt und geschüttelt, bis sie keine Luft mehr bekam und alles um sie herum nur noch schemenhaft zu erkennen war.

Plötzlich stand Hermine nicht mehr in diesem Labor sondern auf dem Schlachtfeld und vor ihr befand sich nicht Severus Snape sondern Lucius Malfoy, der sie festhielt. Sie geriet in Panik, gefangen in ihren Erinnerungen, die sie so lange verdrängt hatte.

Hermine versuchte zu atmen, doch sie bekam keine Luft mehr. Bevor sie irgendetwas tun konnte wurde es schwarz um sie herum und sie sank in eine erlösende Ohnmacht.

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Severus geriet langsam aber sicher in Panik. Nachdem Hermine urplötzlich in seinen Armen zusammengesunken war, hatte er sie ins Wohnzimmer getragen und auf der Couch platziert. Nun saß er seit einer geschlagenen Stunde in seinem Lieblingssessel neben dem ohnmächtigen Mädchen, wartete darauf dass sie erwachte und machte sich Vorwürfe.

Er wusste nicht genau, warum sie ohnmächtig geworden war, doch es musste ja wohl mit seiner, wie er mittlerweile einsah, völlig übertriebenen Reaktion zusammenhängen. Warum hatte er sich auch nicht beherrschen können? Er verbarg seine Gefühle so gut wie immer erfolgreich, doch manchmal brachen sie aus ihm heraus, ohne dass er etwas dagegen tun konnte.

Warum wachte sie denn nicht auf? Er überprüfte zum wiederholten Male ihre Atmung und ihren Puls. Als er gerade seine Hand von ihrem Hals zurückziehen wollte, fingen ihre Augenlider an zu zittern, bis sie endlich, nach einigen Sekunden die Augen aufschlug. Severus war in seiner Bewegung erstarrt.

Auch Hermine bewegte sich keinen Zentimeter, bis der Tränkemeister ruckartig seine Hand zurückzog. Mit einem leisen Wimmern kauerte sie sich zusammen und kroch bis zum Ende des Sofas, so viel Platz wie möglich zwischen sich und ihren Lehrer bringend.

Dessen Augen nahmen aufgrund ihrer Reaktion einen schmerzlichen Ausdruck an. Langsam zog er sich in seinen Sessel zurück und begann mit leiser Stimme zu sprechen: „Bitte, ich tue dir nichts! Ich…das vorhin im Labor, ich wollte das nicht, ich…", doch seine Stimme versagte. Er wusste nicht was er ihr sagen sollte.

Hermine saß immer noch zitternd in der Ecke des großen Sofas. Als Snape dann anfing mit ihr zu reden und ihr versicherte, dass er ihr nichts tue, hätte sie beinahe angefangen zu lachen. Er war es nicht, vor dem sie Angst hatte. Sie war nur für einen Moment immer noch in ihren Erinnerungen verblieben. Nun aber wusste sie, wo sie war und wer vor ihr saß.

Vorsichtig sah sie zu ihm hinüber. Er saß in sich zusammengesunken auf einem der schwarzen Sessel und stützte den Kopf in den Händen ab. Sie rutschte langsam zu ihm hinüber. „Mir tut es Leid, wenn ich sie erschreckt habe, Professor. Ich…..ich konnte mit dieser Situation einfach nicht umgehen. Es hat nichts mit ihnen zu tun, es waren meine Erinnerungen…ich...ähhm….ich denke ich werde jetzt gehen. Gute Nacht, Sir. Und bitte entschuldigen sie nochmals die Unannehmlichkeiten, die ich ihnen bereitet habe."

Sie erhob sich und wandte sich der Tür zu. Als sie die Hand auf die Klinke legte, hörte sie die leise Stimme ihres Lehrers:" Mir tut es Leid, Miss Granger. Ich hätte mich beherrschen müssen, verzeihen sie mir."

Hermine drehte sich noch einmal um und lächelte ihn an. „Es ist in Ordnung, Sir. Es gibt nichts zu verzeihen."

Dann verließ sie seine Räume und ließ einen verwirrten und erschöpften Tränkemeister zurück.

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So, ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen. „Concedo Nulli" heißt übrigens übersetzt „Ich weiche keinem", ich dachte es passt ganz gut zu Severus…..lach….

Und wie immer versuche ich jetzt, euch ein klitzekleines Review abzuluchsen. ;) Es tut nicht weh, dauert nicht lange und macht den Autor glücklich…..was will man mehr??