Hey, hier kommt das neue Kapitel!
Sorry, sorry, sorry das es diesmal so unglaublich lange gedauert hat, aber die Schule hat mich von den wichtigen Dingen des Lebens abgehalten. Ich gelobe, es war das erste und letzte Mal das ihr so lange warten musstet.
Ich hoffe es gefällt euch trotzdem und ihr schreibt wieder so tolle Reviews, wie beim letzten Mal….grins……
Also, weiter geht's mit unserem Dreamteam
11. Unterschiede und Ähnlichkeiten
Nachdem sie die Kerker verlassen hatte rannte Hermine durch das Schlossportal hinunter zum See. Die Wasseroberfläche glitzerte im Licht der Sterne und immer wieder konnte man die Arme des Kraken erkennen, der jetzt, im Schutz der Dunkelheit ausgelassen herumtollte.
Dieser Anblick ließ Hermine die Ruhe finden, die sie jetzt unbedingt benötigte um ihre Gedanken zu ordnen. Sie war ohnmächtig geworden, während der Laborstunde bei Snape, nachdem er sie mit seinem Wutausbruch an die Vergangenheit erinnert hatte.
Sie dachte sie hätte die Erinnerung verdrängt, doch nun trieb sie unaufhaltsam wieder an die Oberfläche. Sie konnte nichts anderes tun als abzuwarten.
Hermine rannte über die große Wiese vor den Toren Hogwarts. Die Schlacht hatte gerade erst begonnen und von überall her schossen Flüche an ihr vorbei.
Sie lief nun geduckt an der Schlossmauer vorbei, als sich plötzlich von hinten eine Hand auf ihren Mund legte und sie ein starker Arm in eine Steinnische zerrte.
Brutal wurde sie gegen die harte Wand gepresst. Als sie sich traute ihre Augen zu öffnen, sah sie direkt in das engelsgleiche Gesicht von Lucius Malfoy. „Ah, das Schlammblut Granger. Potter würde für dich über Leichen gehen, habe ich Recht? Was für ein glücklicher Zufall dass du ausgerechnet mir in die Arme läufst. Mit dir als Druckmittel kann dein kleiner Freund einpacken."
Hermine wusste nicht woher sie den Mut nahm, doch sie beugte sich vor, bis ihre Gesichter sich fast berührten. „Tun sie was sie nicht lassen können, Malfoy. Wir haben schon vor der Schlacht mit Harry darüber gesprochen. Er wird sich nicht von seinem Ziel abbringen lassen, egal was mit uns passiert! Sie werden niemals siegen, widerlicher Bastard!", fauchte sie ihm ins Gesicht.
Malfoys perfekte Gesichtszüge verzerrten sich zu einer wütenden Grimasse. Er holte aus und schlug Hermine mit voller Kraft ins Gesicht. Ihr Kopf wurde zur Seite und gegen die Mauer geschleudert. Benommen schüttelte Hermine den sich, doch bevor sie wieder ganz zu sich kommen konnte, spürte sie starke Hände an ihrer Kehle, die sie würgten.
Ihr ganzer Körper wurde immer und immer wieder vor und zurückgeschüttelt, während die Luft zum atmen immer knapper wurde. Sie versuchte verzweifelt nach Luft zu schnappen, doch sie scheiterte kläglich. Unerbittlich drückte Malfoy fester zu und langsam aber sicher wurde ihr schwarz vor Augen bis sie ohnmächtig zusammensackte….
Keuchend kniete Hermine im Gras. Jedes Mal wenn sie diese Erinnerung durchlebte war ihr als könne sie seine Hände an ihrem Hals fühlen, jedes Mal war sie aufs Neue davon überzeugt seine eiskalten Augen zu sehen wenn sie die ihren öffnete.
Was nach ihrer Ohnmacht geschehen war, erfuhr sie später von Professor McGonagall. Diese hatte Malfoy anscheinend überrascht, ihn geschockt und Hermine somit das Leben gerettet. Wenn sie heute darüber nachdachte wäre es vielleicht besser gewesen Malfoy hätte sie getötet. Dann wäre das bei Snape heute gar nicht passiert. Und das brachte sie wieder zu ihrem eigentlichen Problem zurück.
Ihr war es unangenehm mitten in seinem Labor umgekippt zu sein. Bestimmt dachte er jetzt, sie habe Angst vor ihm, auch wenn sie ihm versichert hatte, dass er nichts falsch gemacht hatte. Was hatte sie sich dabei eigentlich gedacht? Und was war mit ihm los gewesen?
Wenn sie genau nachdachte hatte er sehr besorgt und erschöpft gewirkt. Hatte er sich vielleicht wirklich Sorgen um sie gemacht? Bei dieser Vorstellung wurde Hermine von einer seltsamen Wärme erfüllt. So lange hatte sie keine anderen Gefühle an sich heran gelassen, außer Trauer und Wut. So lange hatte sie sich im Stich gelassen gefühlt und nun war da jemand der sich um sie sorgte?
Werd nicht sentimental, Hermine. Er sorgt sich nicht um dich, er hatte Angst um seinen Job. Es wäre etwas zu auffällig gewesen wenn ausgerechnet du bei der ersten Laborstunde ohnmächtig zusammenbrichst weil er wütend geworden ist, flüsterte eine Stimme in ihr.
Hermine hätte gerne daran geglaubt, dass Snape sich Sorgen um sie machte und deswegen so unglaublich müde ausgesehen hatte, doch wahrscheinlich hatte ihre innere Stimme wieder einmal Recht. Sie war für ihn nicht mehr als eine nervige Schülerin der er dummerweise das Leben gerettet hatte (was er spätestens nach dem heutigen Abend bereute), dass hatte er ihr ja deutlich zu verstehen gegeben, mit seiner Ansprache.
Besser sie fand sich mit dem Gedanken ab, dass er nichts weiter war als der zynische Lehrer, den sie kannte. Das Gefühl des Verlustes, welches sie daraufhin befiel verwirrte sie, doch es war zu schnell wieder verschwunden um darüber nachzudenken.
Jetzt erst ihre Müdigkeit bemerkend rappelte Hermine sich wieder auf und lief langsam zurück in ihren Turm. Kurz nachdem sie zu Bett gegangen war, fiel sie in einen tiefen Schlaf.
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Severus saß immer noch in seinem Sessel, lange nachdem Hermine gegangen war. Er war nicht in der Lage sich zu rühren. Zu tief saß der Schock darüber was er getan hatte.
Er hatte sich nach Ende des Krieges geschworen nie wieder jemanden zu verletzen, zumindest nicht körperlich. Doch schon nach dem ersten „engeren" Kontakt mit einem Menschen, einer Schülerin um genau zu sein, wurde diese ohnmächtig, weil er seine Gefühle nicht unter Kontrolle hatte.
Sie hatte ihn mit ihrem plötzlichen Wutausbruch überrascht und wie jedes Mal wenn er von einer Situation überrascht wurde reagierte er aus einem Reflex heraus. Bevor er überhaupt wusste was er tat, handelte er einfach.
Diese „Angewohnheit" war ihm bei Voldemort ein paar Mal zum Verhängnis geworden, damit konnte er umgehen. Doch nun hatte es einen seiner Schüler erwischt und damit konnte er nicht umgehen. Schon gar nicht, da es Hermine gewesen war.
Das Mädchen hatte versucht sich umzubringen und was tat er? Er provozierte und bedrohte sie. Ein Beweis mehr, dass er nicht dazu gemacht war mit Menschen zusammen zu leben oder auch nur zu arbeiten. Wenn er allein blieb war er der einzige den er verletzen konnte.
Wer konnte dafür garantieren dass nicht auch im Unterricht irgendwann die Pferde mit ihm durchgingen?
Granger hatte zwar gesagt dass es nicht sein Fehler gewesen war, doch das hatte sie bestimmt nur getan um ihn nicht gegen sie aufzubringen. Sie hatte höchstwahrscheinlich Angst vor ihm und wollte nur so schnell wie möglich weg. Diese Gedanken machten ihn traurig.
Ja, er wusste dass die meisten Schüler ihn fürchteten und er verstärkte diese Gefühle bei jeder Gelegenheit. Er mochte es wenn die Menschen taten was er sagte ohne es zu hinterfragen und ihm Respekt entgegen brachten. Doch so eine Angst, wie er sie vorhin auf der Couch in Grangers Augen gesehen hatte, wollte er nicht hervorrufen.
Ihm war es egal, was die Leute von ihm dachten, doch das sie ihn panisch fürchteten, so wie Hermine, war schwer zu ertragen (abgesehen von Neville Longbottom vielleicht).
Er hatte sich entschuldigt und sie hatte gesagt das es nichts zu Verzeihen gebe und gelächelt…..Moment mal, sie hatte gelächelt?! Konnte sie so gut schauspielern, dass sie lächelte, wenn sie am liebsten in panischer Angst flüchten wollte? Nein, entschied er, das Lächeln war ehrlich gewesen. Hatte sie sich etwa nicht gefürchtet? Sie hatte gesagt, es hätte etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun gehabt. Was konnte sie erlebt haben, das schlimm genug war um sie ohnmächtig werden zu lassen?
Severus würde es herausfinden, das nahm er sich vor. Vielleicht konnte er ihr helfen? Wie willst du ihr den helfen? Du bekommst doch dein eigenes Leben kaum auf die Reihe, rief seine innere Stimme hämisch. Er musste ihr zwar Recht geben aber er konnte es wenigstens versuchen. Er hatte wieder eine Aufgabe, außer dem Unterrichten und diese Aufgabe hieß Hermine Granger.
Bei Merlin, er wurde wirklich alt und das mit gerade mal 37 Jahren. Jetzt war er schon soweit, dass er sich nach einer Aufgabe sehnte, wie ein gelangweilter Rentner. Die Vorstellung von ihm in einem Rollstuhl mit einer Heizdecke über den Beinen und mit einer uralten Minerva streitend brachte ihn zum Lachen.
Immer noch glucksend erhob er sich aus dem Sessel und streckte seine Glieder, die nach dem langen Sitzen unangenehm kribbelten. Severus begab sich ins Bad und nach einer kurzen Dusche legte er sich ins Bett und löschte das Licht.
Sein letzter Gedanke galt Hermine und dem Plan für ihr morgiges Zusammentreffen. Dann glitt auch er ins Reich der Träume.
Und beide, der finstere Tränkemeister tief unten in den Kerkern und die junge Frau hoch oben im Gryffindorturm, unterschiedlich wie Tag und Nacht und sich doch im Herzen so ähnlich, erlebten die erste traumlose Nacht seit langem.
So, ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen und ihr reviewt wieder fleißig. ;) Der letzte Abschnitt schwirrte mir schon seit Wochen im Kopf rum und nun kam endlich die Gelegenheit ihn aufzuschreiben. War's zu kitschig? Wenn ja, schreibt ein Review…..Schleichtaktik anwend um die Leser zu einem Review zu verführen, hehehe…..
