Well, nach langer, langer Zeit bin ich wieder da mit einem neuen Kapitel. Mich hatte gerade so die Schreibsucht gepackt. Ich hoffe es gefällt euch, bin wohl ein bisschen eingerostet. Naja, viel Spaß jedenfalls und ich würde mich über ein paar kleine Reviews freuen.


Kapitel 9:

Nächtlicher Schrecken

„Verdammt, Mine, was ist denn los mit dir! Du bist auf einmal so anders. Ist irgendwas passiert, was wir wissen sollten?". So wurde Hermine nach dem Zaubertränkeunterricht von Harry gefragt, der natürlich gleich bemerkt hatte, dass irgendetwas mit seiner Freundin passiert sein musste, schließlich war sie sonst in jeglicher Hinsicht perfekt und ihr Trank war definitiv heute daneben gegangen. „Nein, Harry, schon gut, alles ist ok. Ich bin einfach nur ein bisschen müde.", meinte diese dann, während sie ihre Sachen möglichst langsam in ihrer Tasche verstaute. Langsam, weil sie eigentlich keine große Eile hatte, mit allen anderen aus diesem Raum rauszukommen. Harry betrachtete Hermine beim Packen und gab schließlich resigniert auf: „Ok, Mia, wenn aber was sein sollte, sind Ron und ich immer für dich da! Das weißt du hoffentlich." „Ja, danke Harry. Aber es ist wirklich nur die Müdigkeit. Ein bisschen Schlaf und alles läuft wieder perfekt." Sogar ein Lächeln konnte sie auf ihr Gesicht zaubern und so verließen Hermine und Harry mit Ron, der draußen auf die beiden gewartet hatte, die ungemütlichen Kerkerräume.

Die nächsten Wochen verliefen für Hermine wie man es von ihr gewohnt war, für viele hatte sie sich nicht verändert, sondern war immer noch der klügste Kopf des Jahrgangs, wenn nicht sogar der gesamten Schule. Die einzige Ausnahme bildete die Tatsache, dass sich mittlerweile eigentlich jeder Junge früher oder später einmal nach ihr umdrehte, denn wie gesagt, hatte sie sich die letzte Zeit in einige Dingen verändert. Doch irgendwie schien Hermine die ganzen Blicke gar nicht wahrzunehmen und seltsamerweise wusste nur ihre beste Freundin Ginny, dass sie eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst war und meist in Gedanken vor sich hin lief. Oft musste Ginny ihre Freundin mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn diese wieder von ihrer Trauer und manchmal auftretender Wut übermannt wurde. Klar, schon oft hatte sie versucht, Hermine dazu zu bewegen, endlich ein Gespräch mit Sean zu suchen, der offensichtlich die Ursache von Hermines ungewohntem Verhalten war. Doch irgendwie war Hermine weder in der Lage dazu noch hatte sich irgendwann die Gelegentheit ergeben, denn immer noch waren Sean und Claire die beliebtesten Schüler, was definitv wohl an ihrem Aussehen lag und tagaus tagein von haufenweise Mädchen und Jungen belagert.

„Komm schon, Granger, der tägliche Kontrollgang wartet nicht ewig!", meinte Draco eines Abends, doch sein Gegenüber hob nur müde den Kopf von den Hausaufgaben und blickte ihn an. „Ich komme ja gleich, kannst ja schonmal vorgehen, zusammen gehen wir ja eh nie.", und schon hatte sie wieder ihre Aufmerksamkeit den Büchern vor sich gewidmet. Draco konnte es schon lange nicht mehr mit ansehen, dass sie ihn so stark ignorierte. Schon einige Tage, die ihm wie eine Ewigkeit vorkamen, hatten sie jetzt nicht mehr miteinander gestritten. Soetwas war er einfach nicht gewöhnt, zumal diese „Uneinigkeiten" ihm immer sehr gefielen. Er hatte schon länger bemerkt, dass etwas nicht mit Hermine stimmte. Jeden Tag hing sie stundenlang vor ihren Büchern und schien nur noch zu lernen, so viel hatte sie früher nichtmal sich mit dem Lehrstoff beschäftigt. Doch was interessiert mich das überhaupt. Es ist nur Granger. Sie ist es ja nichtmal wert, dass ich mir Gedanken über sie mache. Und mit diesen Überlegungen verließ er die Wohnung.

Keine 10 Minuten später war auch Hermine auf ihrem Kontrollgang. Sie lief sowieso lieber alleine. Malfoy störte sie immer nur, schließlich war er nur auf Streit aus und den konnte sie im Moment am wenigsten gebrauchen. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass er sie mehr als nötig anschaute, doch eigentlich wollte sie es gar nicht so genau wissen. Er war ihr Erzfeind und somit keiner Gedanken ihrerseits bedürftig. Müde blickte sie sich um. Natürlich war kein Schüler anzutreffen, denn schließlich wussten alle, dass ein Erwischen von den Schulsprechern jede Menge Ärger bedeuten konnte. Dennoch erschreckte sich Hermine, als sie hinter der nächsten Ecke ein Geräusch hörte. Langsam ging sie darauf zu, doch leider konnte sie nicht genug sehen, da die Gänge nicht allzu gut mehr um diese Zeit beleuchtet waren. „Lumos.", und schon war der halbe Gang hell erleuchtet.

Erstaunt wich sie einen Schritt zurück. „Hallo, Hermine. Schön dich zu sehen." „Ich weiß nicht, ob ich das ebenfalls so sehen kann.", antwortete diese immer noch erstaunt über die Tatsache, dass sie Sean in diesem verlassenen Gang angetroffen hatte. „Ähm... du hast hiermit gegen die Schulregeln verstoßen... ich... du..." zu mehr Worten reichte es irgendwie nicht mehr und Hermine musste schlucken. „Ich weiß, aber ich dachte mir, dass wir uns vielleicht mal unterhalten sollten." Unterhalten? Davon hielt er doch sonst nicht viel. Geredet hatten wir früher nicht unbedingt sonderlich häufig, überlegte sie sich, während sie immer noch Sean wortlos gegenüberstand. „Über was sollten wir uns de...", doch weiter kam sie nicht, denn schon hatte er die letzten Zentimeter zwischen sich und Hermine überwunden und küsste sie einfach, presste hart seine Lippen gegen die ihren. Hermine ging das ganze jedoch zu schnell und war viel zu irreal. Er hatte ihr schließlich die ganzen Ferien etwas vorgemacht und hatte eigentlich eine Freundin und jetzt sollte sie einfach so zulassen, dass er sie wieder küsste und wahrscheinlich wieder verletzte. All die Trauer der letzten Tage verflog und verwandelte sich in Wut. „Verflucht nochmal! Sean, was sollte das?" und mit diesen Worten schupste sie ihn von sich weg und ging ein paar Schritte zurück. „Ich glaube nicht, dass Claire (sie sprach diesen Namen nur noch mit Verachtung aus) das so toll finden würde, wenn sie erfahren würde, dass du sie betrügst, wie du es ja eigentlich schon sehr lange getan hast." Wütend funkelte sie ihren ehemaligen „Freund", genaugenommen war er das ja offensichtlich nie gewesen, an. „Willst du mir drohen, Hermine? Ich glaube nicht, dass du das wirklich tun solltest." Nun hatte sich auch sein Blick von einem natürlichen, Hermine auch bekanntem, Ausdruck in einen funkelnden, zornigen verwandelt. Nun wurde diese ganze Sache etwas unheimlich und erneut ging sie ein paar vorsichtige Schritte zurück, ihren Zauberstab nun langsam gegen Sean richtend. „Aber, aber. Hermine, wer hat dir denn diese Manieren beigebracht!", mit einem hinterhältigen Lächeln kam Sean immer näher auf sie zu. „Ich denke nicht, dass du mir auf diese Weise drohen solltest. Ich wollte mich ja nur mit dir unterhalten und..." „Ach, soetwas nennst du also unterhalten? Mich einfach zu küssen. Und das obwohl du eigentlich eine Freundin hast. Du solltest dich schämen, Sean." „Ich schäme mich für gar nichts, meine liebe Hermine. Ich bekomme immer das was ich wollte und das bist im Moment halt du. Wenn ich gewusst hätte, dass du ebenfalls auf diese Schule gehst, dann hätte ich dich natürlich nicht am Ende der Ferien ignoriert. Achja, und Claire zieht ebenfalls ihr eigenes Ding durch. Unsere Eltern haben das arrangiert, falls du verstehst, was ich meine...". Und mit diesen Worten nahm er ihre Hände und drückte sie gegen die Wand, an der Hermine durch das stetige zurückgehen mittlerweile gelandet war. Ihr Zauberstab fiel durch den Druck aus den Händen und das Licht erlosch. Nun lag der Gang wieder im Halbdunkeln da. Und erneut presste Sean seine Lippen hart auf Hermines, die sich inzwischen nichtmehr viel bewegen konnte. Kurz ließ er von ihr ab: „Ich habe dir doch gesagt, Minchen, dass du mir lieber nicht drohen solltest, wie du siehst bekomme ich alles, was ich will." Und wieder machte er sich ans Werk. Hermine rannten inzwischen die Tränen die Wangen herab. Wie konnte ich mich nur in so einen Kerl verlieben. Er hat eine Freundin und hat trotzdem so getan als würde er mit mir zusammen sein wollen. Und jetzt, jetzt bin ich ihm auch noch hilflos ausgeliefert. Wenn doch nur Hilfe kommen würde.

Draco ging gerade einen stockfinsteren Gang entlang als er Geräusche am Ende hörte. Irgendjemand ist doch dort vorne. Und so schlich er langsam darauf zu: „Hallo? Ist dort jemand. Du weißt, dass das Ärger gibt!". Als er endlich dort im halbbeleuchtenden Gang ankam, fand er nur eine ziemlich zerstreute Hermine vor, die sich gerade ihre Kleidung ordentlich strich. Obwohl sie es wohl sorgfältig versucht hatte, konnte Draco sehen, dass sie geweint hatte. Auch war ihre Lippe leicht eingerissen und blutete. „Granger, was...?" „Ach, du bists Malfoy, ich... ich bin nur hingefallen. Alles ok hier, in der Richtung ist alles ruhig." Und schon war sie an ihm vorbeigerauscht. Oh man, was ist nur mit diesem Mädchen los, dachte Draco, während er misstrauisch in die Richtung schaute, aus der Hermine gekommen sein musste. Irgendwas stimmte hier nicht mehr, aber, hey, er würde es schon rausfinden, sein momentanes Leben war ja langweilig genug. Und so drehte er sich um und folgte Hermine.


So, das wars fürs erste, aber ich verspreche, das wirklich bald ein neues Kapitel online kommt. Bis dahin, alles Gute...