Hi ihr, da bin ich wieder. Auch wenn ich erst am Mittwoch fahre, habe ich hier trotzdem schon Part One vom Weihnachtsball für euch. Leider weiß ich nicht, ob ich auch den anderen bis morgen Abend fertig bekomme, aber ansonsten nächste Woche halt erst wieder. Ich hoffe, ihr könnt euch gedulden. Dieses Kapitel ist noch nicht ganz so weltbewegen aber der zweite Teil wird besser (bessere Gespräche und Handlungen der Personen und so :D ), versprochen. Danke hier auch an meine drei Stammleser, bei denen ich mich wirklich immer auf ein Review freuen kann. Leider waren das auch die einzigen drei, aber war klar, dass die neun (!) Reviews zu Kapitel 14 eher schwer nochmal zu erreichen sein würden. Bitte schreibt mir trotzdem alle, und wenn es nur ein Satz/Wort ist, wie ihr es so bisher findet. Danke schon im Vorraus und jetzt erstmal viel Spaß mit Part One:


Kapitel 16: "A Magic Night" – Part One

Am Tag des Weihnachtsballes war natürlich die ganze Schülerschaft in heller Aufruhr. Hermine glaubte, kein anderes Gesprächsthema im Laufe des Tages gehört zu haben. Mal ging es um die Kleiderwahl, mal darum welchen Partner man selbst hatte oder aber, welchen Partner andere hatten. Besonders die Mädchen konnten sich kaum noch einkriegen. Selbst ihre beste Freundin Ginny war ganz hin und weg, als Hermine mit ihr am Frühstückstisch gesessen hatte: „Hach, ich kann es immer noch nicht glauben, Mia. Er hat mir wirklich gefragt, Harry hat mich wirklich gefragt, ob wir nicht zum Weihnachtsball gehen wollen, zusammen also...". Ihre Schwärmereien hörten schon gar nicht mehr auf, doch Hermine störte dies nicht, schließlich wusste sie, dass Ginny ziemlich stark in ihren Freund verknallt war und dieser ebenfalls in ihre beste Freundin. Also kann ja nicht mehr sonderlich viel schiefgehen, freute sie sich.

Obwohl dieser Tag auch für sie als Schulsprecherin eher entspannend werden sollte, musste sie dennoch oft genug kleinere Streiterein schlichten oder den ein oder anderen Geist davon abhalten mit den Weihnachtskugeln nach vorbeilaufenden Schülern zu werfen, was besonders Peeves sehr großen Spaß machte. Und Malfoy lässt sich natürlich wieder einmal nicht blicken, dachte sie verbittert, während sie sorgfältig ein paar Splitter von Kugeln in einem Gang entfernte.

Einige Stunden später hörte man Hermine wütend gegen die Badezimmertür in der Schulsprecherwohnung hämmern. „Verdammt nochmal, Malfoy, mach gefälligst die Tür auf, ich bin sowieso schon zu spät dran." Von innen kam jedoch nur höhnisches Gelächter: „Tja, Granger, da siehst du mal, wie das ist, nicht das zu bekommen, was man gerne hätte. Außerdem ist es ja wohl deine Schuld, wenn du mal wieder zu lange in der Bibliothek hockst und dabei die Zeit vergisst." Nun zischte sie nur noch en „Idiot", ehe sie hoch in ihr Zimmer ging und sich stattdessen halt daran machte, ihre Sachen rauszulegen, die sie heute Abend tragen würde. Als sie nach einigen Minuten jedoch das Klacken des Schlosses der Badezimmertür hörte, sprang sie auf und verschwand im Bad, um sich schnellstmöglich zurechtzumachen, schließlich war sie ja wirklich schon viel zu spät dran.

Draco machte sich, nachdem er im Bad fertig war, ebenfalls für den Ball zurecht. Er trug eine schlichte schwarze Hose mit einem weißen Hemd und darüber den schwarzen Festumhang, auf dem an der rechten Seite noch das Wappen von Slytherin aufgenäht war. So ähnlich war er auch auf dem Weihnachtsball beim Trimagischen Tunier aufgetaucht und schon damals waren viele Mädchen hin und weg von seinem Aussehen gewesen. Langsam jedoch musste er sich beeilen, noch einen kurzen Blick in den Spiegel, und schon ging er aus seinem Zimmer. Als er am Bad vorbeiging hörte er noch, wie gerade der Duschhahn abgedreht wurde. Also braucht Granger offensichtlich noch ein wenig Zeit, grinste er in sich hinein. „Ich halt dir nen Platz auf der Tanzfläche frei, Granger. Aber ich glaube kaum, dass irgendjemandem sonst dein Fehlen auffallen würde.", versuchte er sie jetzt noch zu ärgern, doch es kam lediglich ein genervtes „Halt die Klappe, Malfoy" und so begab sich Draco auf dem Weg Richtung Große Halle, wo sich die Paare auch alle verabredet hatten.

Hermine hechtete durch die Gänge. Da ihr niemand auf dem Weg begegnete, wurde ihr erst wieder so richtig bewusst, wie viel zu spät sie eigentlich dran war. Ihr apricotfarbenes, bodenlanges Kleid raschelte um ihre Beine, während sie so schnell wie es eben in einem Kleid ging rannte. Ihre Haare hatte sie hochgesteckt und vereinzelte Strähnen hingen ihr ins Gesicht und über die Schulter. Eine kleine goldene Schmetterlingshaarnadel verzierte die Frisur als ein I-Tüpfelchen. Warum, Hermine, musst du auch immer so lange in der Bibliothek sein. Selbst an einem so wichtigen Tag wie heute, schalt sie sich selber, während sie so durch die Gänge eilte.

Gerade noch rechtzeitig kam sie an der Großen Halle an. Professor McGonagall redete gerade auf Sean ein, als Hermine, völlig aus der Puste, neben ihnen zum stehen kam. „Es ... tut ... mir leid.", meinte sie außer Atem. „Naja, immerhin sind sie jetzt ja da, Mrs. Granger. Wie sie ja schon erfahren haben, beginnen sie diesen Ball zusammen mit ihren Partnern. Es geht jeden Moment los, halten sie sich bereit." Und schon verschwand sie in der Halle.

„Tut mir leid, Sean. Ich habe die Zeit vergessen." Langsam kam sie wieder zu Luft und beruhigte sich. „Schon okay. Aber immerhin kann jetzt unser große Auftritt kommen." Sean grinste sie an. Ihr großer Auftritt? Hatte sie was verpasst?, fragte sich Hermine, doch ehe sie weiter darüber nachdenken konnte, wurde sie von Sean mitgerissen, der sich nun hinter das andere Paar stellte und darauf wartete, dass sie endlich einlaufen könnten.

Natürlich stand Malfoy vor Sean und er sah nichtmal wirklich schlecht aus in seinem Outfit, musste sich Hermine eingestehen, doch dann fiel ihr Blick auf seine Partnerin vor ihr. Lange blonde Haare fielen von ihren Schultern. Sie hatte ein dunkelgrünes (offensichtlich wohl darauf bedacht zu wissen, was Draco Malfoys Lieblingsfarbe zu treffen), doch, für Hermines Geschmack zu, hautenges Kleid, welches bis zum Boden reichte, an. Und als sie sich kurz darauf zu Sean umdrehte, fiel ihr auch wieder ein, warum ihr diese Person so bekannt vorkam. Es war Claire! Seans Exfreundin und nun offensichtlich Malfoys Freundin. Was will er bloß mit so einer... Person!, überlegte sich Hermine. Ehe sie jedoch irgendwas tun konnte, wurde sie erneut mitgerissen. Sie liefen in die Große Halle ein, die einfach wunderschön aussah. Von der Decke fiel Schnee, der allerdings nie den Boden berührte. Tische waren an den Rändern aufgestellt worden, sodass man sich zwischendrin hinsetzen konnte, wenn man nicht mehr tanzen wollte. Die Tanzfläche war von allen Seiten beleuchtet, genauso wie die ganze Halle in ein wahrhaft zauberhaftes Licht getaucht war.

Hermine kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus, doch dann befand sie sich schon genau in der Mitte der Tanzfläche und der Ball begann. Die ersten Takte der Musik ertönten und schon wurde sie mitgezogen. Sie liebte das Tanzen, sie fühlte sich dabei immer so schwerelos. Jedoch konnte sie sich diesmal kaum darauf konzentrieren, immer wieder schweiften ihre Blicke zu Draco Malfoy und seiner Partnerin Claire. Wahrscheinlich ging er jetzt mit ihr, aber warum war ihr das vorher nie so aufgefallen? Wollte sie es nicht sehen oder hatte sie es wirklich nur übersehen. Waren sie auch schon in der Schulsprecherwohnung gemeinsam gewesen, als Sie selbst nicht da war... oder noch besser, sogar als sie da war? Hermine wollte es sich eigentlich gar nicht so vorstellen. Sie wusste ja schließlich, dass Malfoy für viele Mädchen anziehend war, sogar für solche wie Pansy Parkinson. Doch diesmal war es irgendwie anders, als Hermine sich das tanzende Pärchen anschaute. Claire war, obwohl sie die Gastschülerin war, das beliebteste und für die Jungs bestaussehenste Mädchen der Schule und sie ging mit... naja, Malfoy halt. Sie mochte Claire nicht, schon alleine wegen der Sache mit Sean nicht, aber auch so war ihr dieses Mädchen, dass in Alte Runen ganz vorne saß, etwas suspekt. Beim tanzen mit Sean hing sie also ihren eigenen Gedanken nach.

„Ähm, Ginny? Wusstest du, dass Hermine mit diesem Gastschüler, ähm, Sean zum Ball geht?", fragte währenddessen Harry seine Ballpartnerin. „Ähm, ja, irgendwie wusste ich es wohl schon, ich meinte, wenn sie schon zusammen sind, wäre es sicher komisch, wenn sie nicht zusammen hier... Oje.", unterbrach sich Ginny selbst, als sie merkte, was sie da ausgeplaudert hatte. „Waaas, die sind zusammen, Hermine und dieser Typ!" Ron war aufgebracht und hatte dies deshalb etwas zu laut geschrien, denn kurze Zeit später wusste was der gesamte Saal davon, dass Hermine Granger mit dem beliebten Gastschüler, Schwarm aller Mädchen, zusammen war.

Draco, der mit Claire den Eröffnungstanz tanzte, schaute ebenfalls immer wieder zu seiner Schulsprecherkollegin. Sie sah gut aus in ihrem dezent gefärbten Kleid, das musste er zugeben, auch die Frisur war ihr in der doch sehr kurzen Zeit überraschend gut gelungen. Aber halt, was waren das für Gedanken, solche durfte er nicht haben. Wir sind schließlich Konkurrenten und sollten eigentlich soetwas wie Feinde sein, schalt Draco sich selbst. Warum aber sucht sie sich diesen Idioten als Freund aus? Er hatte ja eigentlich schon immer mit dem Wiesel als Grangers Freund gerechnet, aber der war hier, wie er vorhin gesehen hatte, mit Parvati Patil und sie mit diesem, er schaute ihn verächtlich an, Sean. Ein komischer Idiot, wie er im Buche steht. Und wie er Granger die ganze Zeit auch nur ansieht, das ist ja nicht mitanzusehen. Da bemerkte er, dass Hermine ihn nun ebenfalls anschaute. Ihr Blick hatte etwas fragendes, als sie erst ihn und dann Claire, seine Tanzpartnerin, anschaute. Draco jedoch grinste sie nur diabolisch an, wie sie es von ihm schon gewöhnt war und zog Claire etwas näher zu sich heran, sodass Hermine angewidert den Kopf wegdrehte.

Tanzen war noch nie sonderlich Dracos Leidenschaft gewesen und so war er froh, dass der Eröffnungstanz schnell vorbei war. Mittlerweile waren fast alle Paare auf der Tanzfläche, nur vereinzelt saßen welche an den Tischen am Rand. Auch er und Claire hatten sich an einen gesetzt. Draco hatte das Gefühl, dass sie ihm schon den ganzen Abend folgte, und langsam störte es ihn. Es war nicht so ein nerviges verfolgen, wie das, was Pansy immer gemacht hatte, es war einfach nur so, dass er nichts mehr alleine machen konnte, sie folgte ihm auf Schritt und Tritt, wortlos, aber sie folgte ihm. Somit war er heilfroh, als sie Blaise Zabini und noch einige weitere Slytherins an den gemeinsamen Tisch setzten und Claire in ein Gespräch miteinbezogen. So hatte Draco endlich, nach einem langen Abend, etwas Zeit für sich uns seine Gedanken. Er schaute zu einem Tisch auf der anderen Seite der Halle hinüber. Dort saß sie. Granger. Ganz alleine. Ihr ach so toller Freund tanzte mittlerweile mit dem hundtertsten Mädchen, was ihn zum Tanzen aufgefordert hatte, jedenfalls kam es ihm so vor. Also saß seine eigentliche Partnerin und Freundin Hermine Granger gelangweilt an einem Tisch. Das lass ich mir jetzt aber mal nicht entgehen, überlegte er sich plötzlich und erhob sich von seinem Stuhl.

Hermine hing währendessen ihren eigenen Gedanken nach. Klar, es störte sie, dass Sean mittlerweile mehr mit anderen Mädchen als mit ihr getanzt hatte, schließlich liebte sie das Tanzen leidenschaftlich. Und irgendwo in ihrem Magen war auch ein Monster, das am liebsten alle anderen Mädchen in diesem Raum gerne verhext hätte. Doch im Moment war sie nur gelangweilt, mehr auch nicht. Gedankenverloren nahm Hermine noch einen Schluck von dem Getränk, was ihr Sean vorhin gegeben hatte. Sie erschrack, als sie plötzlich ein Schatten über ihr Gesicht legte.

„Na, na, na, Granger, so ganz alleine? Wo ist denn dein ach so toller Superfreund?", fragend grinste Draco Malfoy sie an. „Auf der Tanzfläche, Malfoy. Hast ihn doch bestimmt schon gesehen. Also tu nicht so und verschwinde einfach." Sie drehte sich in eine andere Richtung, in der Hoffnung, dass er dadurch wieder gehen würde. Doch da hatte sie wohl nicht mit gerechnet, als sich dieser unerwartet auf den Stuhl neben sie fallen ließ. „Jetzt mal ganz im Ernst, Granger. Du bist mit ihm zusammen?" Überrascht schaute Hermine ihn an. „Du ja offensichtlich auch mit ihr!" Und damit zeigte sie auf Claire, die an einem vollen Tisch gegenüber auf der anderen Saalseite saß. Malfoy war einen kurzen Moment sprachlos, hatte sich aber schnell wieder gefangen. „Das tut doch gar nichts zur Sache, außerdem geht es dich nichts an. Doch ich will nur wissen, was du an jemandem wie ihm findest!" „Das geht dich gewiss nichts an, Malfoy. Also halt dich gefälligst aus meinem Leben raus und verschwinde wieder zu deiner Claire!" Sie zischelte diese Worte gefährlich nahe vor Dracos Gesicht und ehe er sich versah, war sie aufgestanden und in der Menge verschwunden, während er verlassen auf seinem Stuhl saß und ihr nachblickte.