Well, I´m back again. Da bin ich wieder. Und wow, soviel Reviews wie noch nie, auch wenn da welche zu meinen vorherigen Kapiteln dabei waren. Herzlich Willkommen auch an die neuen Leser meiner Story, freue mich über jedes Kommentar von euch. Nun danke ich also allen, die mir so lieb geantwortet haben: jessica, deadnocta (danke für die Kekse ), Nuya Dex Genoveva Belle, crazylolly14, kurai91, dramine, Indigo 111 und mailinlovely. Jeden von euch drück ich ganz herzlich. Ohne euch wüsste ich echt nicht, was ich mit meiner Story machen sollte. Ihr ermutigt mich echt jedes Mal aufs neue, so schnell wie möglich weiterzuschreiben.
Nun noch so ein paar Antworten: Also ich denke nicht, dass irgendjemand, abgesehen von Claire, aber die war ja (leider) schnell genug, den Kuss gesehen hätte, denn die kamen ja erst alle raus zum Feuerwerk anschauen, nachdem man drinnen zusammen angestoßen hatte. Und ja, ich kann weder Claire noch Sean jetzt verschwinden lassen, aber ihr dürft euch gerne weiterhin über sie aufregen, mach ich ja selbst auch, wenn ich etwas mit ihnen schreibe ;D.
Nun möchte ich nur noch kurz etwas loswerden (danke für eure Geduld): Dieses Kapitel möchte ich Abraxania widmen, weil sie einfach so super Kommentare schreibt und mir auch heute sehr mit diesem Kapitel geholfen hat. Also, diese Kapitel, auch wenn du es schon zum Teil kennst, ist nur für dich, danke für alles und ganz besonders für die lustigen, aufmunternden, kreativen Gespräche :).
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Kapitel 22:
Bescheuerter Alltag
Hermine war, während alle anderen Schüler aus der Großen Halle gegangen waren, in die Festhalle gestürmt und ließ sich nun an einem Tisch fallen. Den Kopf auf die Hande gestützt dachte sie über das gerade Geschehene nach. Es war einfach zum verzweifeln, nicht nur, dass ihr Erzrivale Draco Malfoy sie in letzter Zeit andauernd hatte weinen sehen, nein, sie war sogar so verückt und kurz davor gewesen, eben diesen zu küssen. Hatte sie ihren Verstand veloren? Sie war sich da nichtmehr ganz so sicher. Kurzerhand schnappte sie sich eine der Sektflaschen, stürmte aus der Großen Halle und machte sich auf den Weg zum Astronomietower. Jetzt wo sie den Abend schon so anders, als es sonst ihre Art war, verbracht hatte, warum sollte sie auch nicht den Rest untypisch verbringen.
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Auch Draco wollte nun lieber seine Ruhe und ebenfalls über den Abend nachdenken. Es war allerdings nicht leicht gewesen, Claire abzuschütteln, doch in der Schülermenge, die sich begeistert das Feuerwerk anschaute, war es ihm gelungen. Rasch durchquerte er den Festsaal und machte sich auf den Weg zu Astronomieturm, da es seiner Meinung nach noch zu früh war, um in die Wohnung zurückzukehren.
Hermine Granger brachte ihn in letzter Zeit immer öfters dazu, über sich und die Welt nachzudenken und das gefiel ihm ganz und gar nicht. Was war nur los mit ihm. Nicht, dass er sie vor kurzem über Sean hinweggetröstet hatte, auch wenn er es vermasselte letztendlich, nein, er war sogar gerade eben kurz davor gewesen, sie zu küssen. Viel zu gefangen war er von dem Zauber des Moments gewesen, als dass er darauf geachtet hätte, dass Hermine Granger eigentlich eine von Muggeln abstammende Hexe war. So ein verfluchter Mist. Wie sollte es jetzt weitergehen?
Langsam stieg Draco die Stufen hinauf und öffnete die Tür. Er ging durch den dunklen Raum Richtung „Terrasse", denn der Turm war von einer Art ringförmigem, kleinem Balkon umgeben. Die Arme aufs Geländer gestützt, bemerkte er nicht, dass Hermine, an der Wand gelehnt, ebenfalls auf dem Balkon anwesend war.
„Ich... ähm... Hi!", grüßte sie ihn und erschrocken fuhr er zusammen.
„Man, Granger, erschreck mich lieber nicht nocheinmal so, ich bin in so Situationen zu allem fähig!". Er schaute sie nun verärgert an, denn er konnte es nicht leiden, überrascht zu werden, schon gar nicht von der Person, die er eigentlich für den Moment vergessen wollte. Das störte nur sein Pläne.
„Ja, alles klar. Ich werds mir merken." Gleichgültig zuckte Hermine mit den Schultern.
Dracos Blick fuhr über sein Gegenüber, die, immer noch in ihrem weißen Partykleid, auf dem Boden saß. Ihm fiel sogleich die Sektflasche neben ihr auf. „Na, Granger, was versuchen wir denn dieses Mal zu vergessen durch Trinken alkoholischer Getränke?", er grinste sie malfoytypisch an.
„Ich wüsste nicht, was dich das angeht, wenn es so wäre. Aber ich kann dir sagen, es gibt nichts, weswegen ich etwas trinken müsste. Denn soweit ich weiß,", sie hielt die Sektflasche in die Höhe, „ist heute Silvester und da trinkt man normalerweise Sekt, nicht!". Er musste ja nicht wissen, dass sie eigentlich die „Sache" mit ihm vergessen wollte und da kam der Sekt ja schließlich gerade recht.
Er erkannte, dass sie schon etwas mehr als ein Viertel der Flasche geleert hatte, also riss er sie ihr kurzerhand aus den Fingern. Hermine war nun wütend aufgesprungen: „Was fällt dir eigentlich ein, Malfoy? Gib mir gefälligst die Sektflasche zurück!"
„Ich denke gar nicht dran, Granger.", gelangweilt schaute er sie an, setzte die Flasche an und nahm nun ebenfalls einen großen Schluck. Hermine musterte ihn ungläubig. „Was...?"
„Das ist bescheuert und schmeckt zudem überhaupt nicht." Er warf die Flasche über die Brüstung in die Tiefe. Ehe Hermine etwas erwidern konnte, fügte er noch hinzu: „Du solltest dir lieber das Feuerwerk anschauen." Er zeigte gen Himmel, „Ist auch wesentlich gesünder, glaub mir."
Sie war sprachlos. Was meinte Malfoy damit? Und obwohl sie sich ärgerte, dass er die Sektflasche weggeworfen hatte, stellte sie sich trotzdem neben in ans Geländer und betrachtete das Feuerwerk, was gar nicht mehr zu enden schien.
Draco hingegen wurde langsam innerlich nervös. Er wollte eigentlich nur, dass sie mit dem Trinken aufhörte, doch jetzt, wo sie so nah bei ihm stand, wünschte er, dass sie soweit weg wie möglich war, wo sie soviel trinken konnte, wie sie wollte. Verdammter Idiot, schimpfte er mit sich selbst. Es ärgerte ihn, dass er ihre Nähe in diesem Moment genoß. Und nicht nur gerade, sondern immer, wenn sie da war, fühlte er sich wohl. Es war zum Verzweifeln.
Hermine fand das Feuerwerk wunderschön, auch wenn sie es vor Draco natürlich nie zugegeben hätte, denn schließlich hatte er sie erst darauf gebracht, es sich näher anzuschauen. Und es war wohl wirklich besser, sich dieses zu betrachten, als sich in Selbstmitleid zu ertränken. Ein sonderbares Gefühl stieg in ihrem Inneren auf. Genoß sie etwa neben Draco Malfoy zu stehen? Argh, das konnte einfach nicht wahr sein. Sicherlich, mit jedem anderen Jungen hätte sie gesagt, dass eine solche Situation romantisch wäre, doch mit ihm! Sicherlich nicht! Zu plötzlich jedoch wurde sie in ihren verwirrenden Gedanken unterbrochen, denn Draco Malfoy hatte offensichtlich ihr Armband, welches sie von Sean zu Weihnachten bekommen hatte, entdeckt und strich nun mit einem Finger über die Perlen.
„Wo hast du das her, Granger?", fragte er sie.
„Von ihm, aber ich wüsste nicht, was dich das angeht.", schnell zog sie ihren Arm unter seinen Fingern weg und verdeckte das Armband mit ihrer anderen Hand hinter ihrem Rücken.
Genervt verdrehte er dich Augen. „Bei Merlin. Granger, du solltest langsam loslassen können." Er drehte sich um. „Ich verschwinde. Man sieht sich." Schon war er vom Balkon verschwunden und hinterließ eine verwirrte Hermine.
Sie zog ihren Arm wieder hervor und fing an, das Armband genauer zu betrachten. Sie ärgerte sich, denn er hatte Recht: Sie sollte langsam loslassen können und genau das hatte sie jetzt auch vor. Mit aller Kraft versuchte sie das Band vom Handgelenk zu reißen, wie auch schon die Tage davor, doch es ließ sich einfach nicht öffnen. Nach einigen Minuten und zahlreichen nutzlosen Versuchen, ließ sie sich erschöpft auf dem Boden nieder. So ein verfluchter Mist. Sie beschloss in den nächsten Tagen in der Bibliothek nach einen Spruch, der ihr half, dieses Armband loszuwerden, zu suchen. Sie wollte von vorne beginnen, aufhören diese verweinte, nervlich am Ende seiende Hermine zu sein. Sie wollte die alte Hermine zurück, die starke, unverletzbare. Alles sollte sich jetzt ändern, da war sie sich sicher.
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Die Schule hatte nun seit gut einer Woche wieder angefangen und Hermine erkannte, stolz auf sich selber, dass ihre Noten noch genauso gut wie früher waren. Sie hatte die Zeit bis zum Schulanfang noch damit verbracht, ein wenig Schulstoff zu vertiefen. Sicher, ihre Freunde und Malfoy hatten sie für verrückt erklärt, in den Ferien zu lernen, doch inzwischen wusste sie, dass es die richtige Entscheidung gewesen war.
Jetzt, wo die Schule wieder angefangen hatte, verbrachte sie viel Zeit in der Bücherei, manchmal leisteten ihr Ron, Harry und Ginny Gesellschaft, oder sie lernte in ihrer Wohnung, manchmal bis spät in die Nacht, doch sie wollte halt einfach gute Resultate erzielen.
Hermine war gerade in einen dicken Wälzer über magische Wesen vertieft, als sie jemanden bemerkte, der sich ihr gegenüber am Tisch in der Bibliothek niederließ. Skeptisch schaute sie ihn an.
„Hi.", begrüßte sie Blaise Zabini grinsend. „Ich habe einfach mal angenommen, dass dieser Stuhl hier noch frei ist."
„Ist wohl so." Hermine war immer noch skeptisch. „Was willst du eigentlich hier?"
Jetzt schien Blaise überrascht. „Naja, ich denke mal das gleiche wie du. Lernen, oder!".
Sie war längst nicht überzeugt, aber was sollte es schon, sie musste ja nicht mit ihm reden, schließlich war er ein Slytherin und so wie sie es wusste, sogar noch der beste Freund von Draco Malfoy und das konnte ja dann noch was werden...
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„Hermine? Bist du zuhause?", hörte man Ginny am Abend, vor dem Portrait stehend, rufen.
Die Angesprochene hob den Kopf, welchen sie bis eben noch über ihre Bücher gebeugt hatte. Sie saß am großen Tisch im Gemeinschaftsraum der Schulsprecherwohnung und hatte dort ihre ganzen Bücher ausgebreitet, sodass sogar Malfoy sich lieber mit seinem Buch auf eine der beiden Sofas gesetzt hatte, um dort in Ruhe zu lesen. Auch er hob mittlerweile seinen Kopf wegen den Rufen von außerhalb. „Mach ihr schon auf, Granger, sonst gibt die Kleine ja gar keine Ruhe mehr."
Hermine streckte ihm die Zunge raus, hob ihren Zauberstab und schon schwang das Portrait des jungen Ritters zur Seite und Ginny trat ein. Wütend funkelte sie Draco an als sie an ihm vorbeiging: „Ich bin nicht klein, du Vollidiot."
Dieser hob nichtmal den Kopf: „Wie du meinst...!", sondern las in aller Ruhe weiter.
Ginny ließ sich nun auf einen Stuhl am Tisch neben ihrer Freundin fallen. „Du lernst ja schon wieder." Das Gesicht verziehend, hob sie eines der Bücher auf und blätterte es mit den Fingern einmal schnell durch. „Also ich finde ja, und da stimmen mir Harry und sogar mein blöder Bruder zu, dass du dir wieder mal ein bisschen Freizeit gönnen solltest."
Hermine runzelte die Stirn. „Es geht mir gut, Ginny. Alles ist perfekt. Ich bekomme die Noten, die ich dringend brauche. Naja,", sie zuckte die Schultern, „außer natürlich bei Snape." Und mit diesen Worten schaute sie wütend zu Draco, der zwar nicht Snape war, aber ein Slytherin und somit einer von Snapes bevorzugt Behandelten. Draco hingegen fing auf einmal an zu grinsen, was zeigte, dass er dem Gespräch der beiden Freundinnen immerhin nebenbei lauschte.
„Ehrlich.", Hermine, wand sich wieder Ginny zu. „Ich brauche diese viele Freizeit nicht. Ich lerne gerne. Außerdem,", sie schaute ihre Freundin grinsend an, „Was würdet ihr denn machen, wenn ich nicht soviel lernen würde? Von wem sollten Harry und Ron denn bitteschön abschreiben?". Jetzt musste auch Ginny lachen.
„Ok, ok. Mia. Ich wollte dir damit ja nur sagen, dass du dir ruhig auch mal eine Auszeit gönnen könntest. Wir sind natürlich immer für dich da, um dir deine Freizeit zu versüßen." Beide Mädchen lachten. „Aber mal ehrlich,", fing Ginny nun an, „ich meine, bist du mittlerweile über... du weißt schon wen... naja.. hinweg?".Sie hatte sich zu Hermine gebeugt und flüsterte fast, wodurch Draco Malfoy sie nicht hören konnte. „Also, ich finde, du machst den Eindruck, als wäre er dir inzwischen egal, aber, weißt du, wir Mädels können ganz schöne Schauspieler sein, Mia." Sie lächelte wage.
„Naja, erst dachte ich, dass der Schmerz nie vorbeigehen würde, deswegen wollte ich ja auch nicht auf die Silvesterparty." Sie senkte betreten den Blick. „Doch mittlerweile habe ich wohl bemerkt," Hermine warf einen kurzen Seitenblick auf den auf dem Sofa sitzenden Draco, „dass er es einfach nicht wert ist. Er ist ein Idiot und ich bin wieder die Alte. Versprochen." Nun lächelte sie ihre Freundin an. Ginny beugte sich nun vor und umarmte Hermine fröhlich.
„Oh, Mia, das ist einfach wunderbar. Ich bin froh, dass wir dich wiederhaben."
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Hermine war gerade auf dem Weg in die Bücherei und achtete gar nicht richtig auf ihre Umgebung, als sie geradewegs in jemanden hineinlief. Ihr Schultasche ging auf und der ganze Inhalt verteilte sich auf dem Boden vor der Bibliothek. „Argh, so ein verfluchter Mist." Schnell beugte sie sich runter und fing an, ihre ganzen Bücher und Pergamentrollen einzusammeln.
„Tut mir leid.", antwortete ihr nun jemand, beugte sich ebenfalls zu ihr runter und half ihr dabei, ihre Sachen zusammenzusuchen.
„Ich...", sie erkannte erst jetzt, wer es war, gegen den sie gerannt war. „Blaise Zabini?" Ungläubig schaute sie ihr gegenüber an.
„Ja, der bin ich und hier ist deine Tasche." Er hielt ihr grinsend ihre Schultasche unter die Nase.
„Ähm, danke." Unsicher nahm sie die Tasche.
„Du wolltest sicher auch gerade in die Bibliothek, oder?", fragte sie Blaise nun.
Hermine nickte nur, schließlich wusste sie nicht, was das alles sollte, folgte ihm jedoch in die Bibliothek. Gemeinsam ließen sie sich an einem Tisch im hinteren Teil nieder.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit einem Slytherin an einem Tisch an meinem Lieblingsort sitze.", sagte Hermine leise zu sich selbst, doch Blaise hatte sie gehört.
„Glaub mir, ich hätte es auch nicht gedacht, aber du scheinst für mich eine der wenigen an dieser Schule zu sein, die wenigstens ein bisschen Verstand hat." Hermine errötete leicht, Blaise hatte ihr ja gerade direkt ein Kompliment gemacht und sie für ihre Intelligenz gelobt. Irgendwie machte ihn das für sie, auch wenn es gegen jegliche Gryffindor-Slytherin-Regel war, sympathisch und sie lächelte. Sie unterhielt sich hier tatsächlich mit dem besten Freund von Draco Malfoy und das nichteinmal schlecht. Sie war zwar verwirrt, aber wollte einfach mal abwarten, was da mit Blaise Zabini so auf sie zukam.
Während sie also zusammen in der Bibliothek saßen, was nun öfters in den nächsten Tagen vorkam, kamen sie immer mehr ins gemeinsame Gespräch. Hermine erfuhr, dass Blaise Zabini aus einer der reinblütigen Familien der Zauberwelt kam und sonst eher nicht so viele Freunde unter den anderen Slytherins hatte. Sein Ziel war ein guter Abschluss, anscheinend genauso wie sein bester Freund Draco und Hermine erkannte, dass sie wohl alle das gleiche Ziel hatten. Auch wenn sie sich wirklich gut verstanden, nie hätte sie zugegeben, dass Blaise und sie sich wirklich gut verstanden, denn eigentlich gab es keine Freundschaften zwischen den Schülern von Gryffindor und Slytherin. Zwar lachten sie gemeinsam viel und Hermine fühlte sich wohl in seiner Nähe, doch sie nahm an, dass es daran lag, dass sie viele Fächer gemeinsam hatten.
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„Morgen.", Draco ließ sich neben Blaise am Frühstückstisch nieder.
„Morgen, Draco." Blaise hielt ihm eine Tasse Kaffee hin. „Achja, der ist im übrigen für dich gekommen." Zum Kaffee kam also noch ein Brief hinzu.
Draco erkannte an der Schrift, dass er von seinem Vater war. Er hatte jetzt keine Lust darauf, also ließ er ihn in seinem Umhang verschwinden und fing erstmal an zu frühstücken. Morgens sollte man am besten nicht viel mit ihm sprechen, denn oft genug hatte er schlecht geschlafen und dann war seine Laune nicht gerade die schönste, jeder am Tisch wusste das für gewöhnlich.
„Was ist jetzt eigentlich zwischen dir und Granger los? Hab euch ja schon ewig nichtmehr zusammen gesehen."
Draco verschluckte sich fast an seinem Brötchen. „Granger und ich? Was ist denn mit dir passiert, Zabini, hast du was geschluckt?".
„Nein, eigentlich nicht. Ich meine, ich habe mit ihr gesprochen und da sie nichts von dir erzählt hat, hab ich mal gedacht, dass ich ja dich fragen könnte." Er zuckte die Schultern und nippte an seinem Kaffee.
„Du hast mit ihr gesprochen, Zabini? Hab ich was nicht mitbekommen?", ungläubig schaute er seinen Freund an, der immer noch in aller Seelenruhe seinen Kaffee trank.
„Sagen wir so, wir sind uns in der Bibliothek, wo wir übrigens beide sehr gerne lernen, etwas näher gekommen, haben uns unterhalten und den ganzen Quatsch." Er beugte sich nun zu Draco. „Sie ist übrigens echt total ok. Nicht so bescheuert und eingebildet wie die Mädels, die du sonst immer so toll fandest."
Draco Malfoy verstand die Welt nicht mehr. Wollte ihm sein bester Freund da gerade sagen, dass er und Granger etwas miteinander hatten? Aber was hatte das mit ihm und seinem eigenen Frauengeschmack zu tun? Glaubte Blaise etwa, dass er etwas von Hermine Granger wollte? Sie toll fand? Irgendwie war im das gerade zu suspekt und langsam aber sicher bekam er Kopfschmerzen von dem vielen Nachdenken. „Also du und Granger, ihr zwei, ihr ... seid euch... näher gekommen!"
Blaise erkannte jetzt, dass Draco da etwas falsch verstanden hatte: „Nein, doch nicht so, Kumpel. Wir sind uns nicht in der Hinsicht näher gekommen, in der Du", er stieß ihn mit dem Finger auf seinen Oberkörper, „ihr gerne näher kommen willst.", er grinste nun.
Ungläubig schüttelte Draco den Kopf: „Du hast doch echt einen Schaden, Zabini." Und mit diesen Worten nahm er sich ein Brötchen, den auf dem Tisch liegenden Brief und verschwand ärgerlich aus der Großen Halle.
Grinsend blickte Blaise seinem besten Freund hinterher, ließ seinen Blick dann kurze Zeit auf Hermine, die sich gerade freudig mit ihren Freunden unterhielt, ruhen, ehe er sich wieder in aller Seelenruhe seinem Kaffee und dem Frühstück widmete.
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Was bildete sich Blaise eigentlich ein? Ihm, Draco Malfoy, zu unterstellen, dass er etwas von Hermine Granger, der größten Besserwisserin der Welt, wollen würde. Er hatte doch Claire und er war glücklich mit ihr, jedenfalls versuchte er sich das einzureden. Verdammt, er fasste sich genervt an den Kopf. Was sollte er denn jetzt machen? Wie sollte er Blaise vom Gegenteiligen überzeugen, das würde ein schönes Stück Arbeit werden.
Da fiel ihm wieder der Brief seines Vaters ein. Er zog ihn aus seinem Umhang hervor, öffnete ihn langsam und begann die Zeilen seines Vaters zu lesen:
Mein Sohn,
ich möchte Dich darüber informieren, dass ich dich in nächster Zeit nach Hause holen werde, jedenfalls für ein paar Tage. Ich habe schon mit Professor Dumbledore darüber geredet und er ist einverstanden. Wir haben wichtige Dinge zu besprechen und einiges klarzustellen.
Bis dahin,
Lucius MalfoyDraco war überrascht. Es war ungewöhnlich, dass ihn sein Vater mitten im Schuljahr sprechen wollte. Aber es musste etwas wichtiges sein und wenn es wichtig war, war es normalerweise nichts gutes, jedenfalls nicht für Draco selbst. Er musste schlucken. Und im Grunde auch nicht für seinen Vater, aber der musste selber wissen, was er tat.
Solange Draco denken konnte, war Lucius Malfoy nie ein richtiger Vater für ihn gewesen. Er hatte ihm seine eigenen Ideale und Wertvorstellungen eingetrichtert, wenn es sein musste, mit Gewalt und Flüchen. Draco hatte keine richtige Kindheit, wie andere sie kannten, gehabt, da war er sich sicher. Gefühle waren ihm fremd geworden, er musste lernen, sie zu unterdrücken. Er konnte sich nichteinmal daran erinnern, wann er das letzte Mal gefühlsmäßig geweint hatte. Sein Vater wurde sein Lehrer und lernte von ihm die wichtigen Dinge, die ein Spross der reinblütigen Malfoy-Familie kennen musste. Muggelstämmige Zauberer waren, ebenso wie Muggel an sich, Abschaum, elende Schlammblüter. Draco hatte ihm geglaubt und Recht gegeben, Lucius war schließlich sein Vater und die hatten normalerweise Erfahrung im Leben. Einzig seine Mutter war ihm eine Stütze gewesen. Sie war für ihn da, auch wenn sie wohl nicht viel an der Erziehung seines Vaters ändern konnte. Draco war eben zu dem geworden, was er letztendlich war, durch die Erziehung seines Vaters.
Er bekam Kopfschmerzen, wenn er daran dachte, dass er bald wieder Malfoy Manor betreten würde. Nur wann würde das sein? Er schaute sich nochmal den Brief an, doch er konnte weder einen Tag, noch eine Uhrzeit aus den Zeilen lesen. Also würde er sich überraschen lassen müssen. Er steckte den Umschlag wieder in seinen Umhang und machte sich genervt zur ersten Unterrichtsstunde für diesen Tag auf.
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„Müssen wir schon los?", fragte Hermine, die den genervten Draco vor ihrem Tisch stehen sah. Er nickte und verdrehte dabei die Augen. „Ja, Granger, also mach hin."
Schnell packte sie ihre Sachen zusammen und folgte Draco auf die Gänge Hogwarts, wo sie mal wieder ihren Rundgang machen mussten. Normalerweise redeten sie in letzter Zeit für gewöhnlich nicht dabei, aber heute war für sie die Stille einfach unerträglich und so schlug sie vor, sich wieder einmal zu trennen.
In einem Gang unten bei den Kerkern hatte Hermine dann doch ein schlechtes Gefühl. Sie ärgerte sich, dass Draco ihr die Kerkergewölbe aufgezwungen hatte, aber irgendwie hatte sie es sich trotzdem selbst zuzuschreiben. Sie hasste es hier unten, hier hatte sie für gewöhnlich nur schlechte Erfahrungen gemacht, angefangen von den ewigen Nevereien der Slytherins bis hin zu Snapes Unterricht. Sie schauderte leicht, denn hier unten war es für ihren Geschmack definitiv zu kalt.
Plötzlich und unerwartet legte sich ein kalte Hand um ihr Handgelenk und zwang sie dazu, sich umzudrehen. Nein, nicht er, dachte sich verzweifelt Hermine und erschauderte.
Sean hatte sie zu sich umgedreht und schaute ihr in die Augen: „Ist es nicht traurig, dass wir uns zu Zeit nur auf diese Art sehen können, Hermine?" Er grinste.
„Verschwinde, ich warne dich, lass mich los." Wütend funkelte sie ihn an. Es ärgerte sie, dass Sean sie erneut so unvorbereitet getroffen hatte. Sie schwor sich, ihm nichtmehr solche Chancen zu geben. „Wir haben uns nichts mehr zu sagen."
„Komm schon, Sweety. Wir wissen doch beide, dass du mich eigentlich nicht loslassen willst und schon gar nicht kannst." Ein anzügliches Grinsen huschte über sein Gesicht.
Hermine kam es vor, als müsste sie sich übergeben, zwang sich aber dazu, keine Schwäche zu zeigen. Sie merkte jedoch, dass ihr Gegenüber viel zu stark war und so murmelte sie einen Spruch, wodurch eine Lichtkugel aus ihrem Zauberstab zündete und durch den Gang davonflog.
„Wa...", Sean war für einen Moment zu überrascht und Hermine merkte, dass sich sein Griff um ihre Handgelenke gelockert hatte. Schnell reagierte sie und wand sich aus seinen Fängen, versuchte davonzulaufen, wurde jedoch nach einige Schritten von ihm eingeholt. Er hatte sich schnell wieder gefasst.
„Na, na, na. So wollen wir das aber nicht." Sein Grinsen war nicht mehr freundlich. Als ob es das je gewesen wäre, aber inzwischen war er nur noch sauer. Fest drückte er sie gegen die kalte Steinwand.
„Was willst du eigentlich von mir?", Hermines Stimme zitterte mittlerweile. Sean machte ihr mit seinem Verhalten Angst und um die Uhrzeit war normalerweise auch niemand mehr groß auf den Gängen. Also niemand da, der ihr hätte aus dieser misslichen Lage helfen können.
„Naja, wahrscheinlich will ich nur sicher sein, dass du auch noch an mich denkst.", er zuckte gelangweilt mit den Schultern.
„Wa...? Ich soll noch an dich denken?", ungläubig schaute sie ihn jetzt an.
„Du trägst es doch noch und wirst es wohl auch noch so lange tragen, solange du an mich denken wirst." Er schob den Umhang ihre Arme hoch und nahm ihre Hand grob in seine. „Oder warum, glaubst du, trägst du noch das Armband!"
„Ich...".
„Hat man dir nicht beigebracht, wie man Mädchen richtig behandelt?", fuhr plötzlich eine Stimme dazwischen.
Gerettet, dachte sich Hermine und war erleichtert wie noch nie, Draco Malfoy ein paar Meter hinter Sean stehen zu sehen.
„Du schon wieder!", zischte ein wütender Sean. Er war offensichtlich sauer darüber, dass er erneut von Draco Malfoy „erwischt" wurde.
„Ja, ich schon wieder. Und diesmal wirst du nicht so leicht davon kommen. Ich denke, das wird lange, lange Nachsitzen bei Professor Snape geben." Ein diabolisches Grinsen huschte über sein Gesicht. „Und wenn du uns jetzt bitte entschuldigst, ich bräuchte meine Schulsprecherkollegin noch zukünftig." Vorsichtig nahm er Hermine am Handgelenk und ehe irgendjemand etwas erwidern konnte, waren sie schon verschwunden und auf dem Weg zu den oberen Geschossen.
Verlegen zog sie ihre Hand aus seinem Griff und schaute auf den Boden. Erneut musste sie sich die Blöße geben, dass sie in Not war und es er wieder sein musste, der ihr half. Das war ja langsam echt zum Verrücktwerden. Sie arbeiteten anscheinend näher zusammen, als es ihnen beiden lieb war, aber irgendwie schien es das Schicksal nicht gut mit ihnen beiden zu meinen.
Hermine atmete hörbar genervt aus. „Danke, Malfoy... Mal wieder, ich weiß. Ähm, danke jedenfalls." Sie errötete leicht.
Auch ihm war die ganze Situation irgendwie unangenehm. Es ärgerte ihn, dass es ihn so gestört hatte, als er Sean so nah bei ihr gesehen hatte. Er wurde wütend, dass dieser Typ so verwerflich mit Frauen, mit ihr, umging. „Ich habe deinen Lichtblitz gesehen und dann nach dir schauen wollen. Den Rest kennst du ja." Etwas beschäftigte ihn allerdings dann doch und er musste sie einfach fragen: „Aber mal ehrlich, hat er nicht Recht damit, wenn er sagt, dass du noch an ihm hängst? Ich meine," er hatte ihren überraschten Blick aufgefangen, den sie ihm zuwarf bei seinen Worten, „ du trägst ja wirklich noch sein Armband. Wäre es nicht so, dass, wenn er dir mittlerweile egal wäre, du es ablegen würdest?"
Hermine war sauer. „Du hast doch keine Ahnung, Malfoy. Also halt dich da raus." Wütend stampfte sie davon.
„Man, Granger, jetzt sei doch nicht so empfindlich. Du...".
„Idiot, halt die Klappe." Aprupt drehte sie sich nochmal zu ihm um, sodass er fast in sie hineingelaufen wäre, wenn er nicht schnell gestoppt hätte. „Und nein, ich will ganz bestimmt nichts, aber auch gar nichts mehr von diesem bescheuerten Typen. Ich dachte, dass man das mittlerweile eigentlich erkennen könnte." Wütend machte sie auf dem Absatz kehrt und verschwand durch das Portrait vor ihrer gemeinsamen Wohnung, bei der sie inzwischen angekommen waren, schnell in ihrem Zimmer. Hinter der Zimmertür rutschte sie an dieser herunter und wischte sich die auftretenden Tränen aus den Augenwinkeln. Er hat doch keine Ahnung. Es geht doch einfach nicht ab.. Ein Schluchzer entkam ihrer Kehle, während sie vergeblich am Armband zog und es versuchte von ihrem Handgelenk zu lösen.
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Ein kleines Kommentar vielleicht? ;D
