So, da bin ich wieder. Leider ist das Kapitel etwas kürzer als die letzten davor. Das liegt einfach daran, dass ich alles, was mir persönlich wichtig war, in das Kapitel geschrieben habe, es aber halt einfach nun nicht länger wurde. Jedenfalls möchte ich euch allen an dieser Stelle wieder einmal danken, dass ihr so tolle und liebe Reviews schreibt. Auch wenn ich selbst einmal nicht so zufrieden mit einem Kapitel bin (so wie mit diesem irgendwie), ihr muntert mich einfach immer, immer wieder auf. Danke also an Abraxania (schön, dass ich dich überraschen konnte mit dem Ende, haben sicher nicht viele erwartet ;D Danke übrigens auch für deine Hilfe per ICQ), Indigo 111 und Nuya Dex Genoveva Belle (langsam kann ich deinen Namen sogar ohne abzuschreiben auswendig ), jessica, kurai91, palin-daimondbow und Tinchen26 (schön auch neue Gesichter hier zu haben :D), crazylolly14, mailinlovely und aleksandramalfoy (superschön, dass du wieder da bist, hab mich echt gefreut, wieder von dir zu hören, vor allem gleich doppelt und dann auch noch so liebe Reviews. Danke, danke ;D).
Jedenfalls hat es mich gefreut, dass ich euch alle mit Sean als Todesser überraschen konnte und auch damit, dass nun ganz plötzlich Lucius aufgetaucht ist und anscheinend eine Verbindung zu ihm hat. Ich bin gerührt, dass euch der Kuss so gut gefallen hat. Tu mich da im Beschreiben immer etwas schwer, aber naja, sowas darf halt nicht fehlen. Leider muss ich euch sagen, dass es die nächste Zeit nun schwer für unsere beiden Hauptdarsteller wird, aber sonst wäre es ja auch zu schön, nicht! Jetzt jedenfalls viel Spaß mit dem neuen, etwas kürzeren Kapitel und bitte hinterlasst mir doch weiterhin so liebe Kommentare (natürlich sind auch kritische ok ).
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Kapitel 24:
Pläne, Grausamkeiten und Abschied
„Was hat das zu bedeuten, Vater?" Draco hatte Sean mittlerweile losgelassen und schaute nun erstaunt von ihm zu Lucius Malfoy, der soeben durch das Eingangstor zu Hogwarts gekommen war.
„Das wirst du schon noch erfahren, mein Sohn." Lucius bleib völlig ruhig, als wäre er sich gar nicht bewusst, in welche Situation er da gerade hineingeplatzt war. „Sean hat seine Aufgabe immerhin mit Bravour gemeistert, würde ich sagen. Schließlich hat er uns die wahrscheinlich wirksamste Waffe gegen Harry Potter beschafft." Ein boshaftes Grinsen umspielte seine Gesichtszüge und Draco fragte sich zum ersten Mal in seinem Leben, ob er seinen Vater jemals wirklich hatte lachen sehen. Er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern und das Lachen in diesem Moment war weit davon entfernt ein ehrliches zu sein. Ersteinmal interessierte es ihn doch, was Sean nun mit der ganzen Sache zu tun hatte und was ingesamt hier gerade vor sich ging.
„Von welcher Waffe sprichst du? Habt ihr endlich eine neue Möglichkeit zum ausprobieren gefunden?" Er durfte nicht zu gelangweilt klingen, auch wenn es ihm schwerfiel. Lord Voldemort und die Todesser hatten schon viele vergebliche Versuche unternommen um Harry Potter, dem größten Widersacher der dunklen Seite, zu schwächen oder gar zu töten. Dracos Nerven waren zum Zerreißen gespannt.
Lucius Malfoy bemerkte die Nervosität seines Sohnes. „Sie steht direkt vor dir, Draco." Und mit diesen Worten schubste er Hermine Granger vor sich, während sich sein Grinsen nun noch verstärkte.
Draco schaute ungläubig von seinem Vater zu Hermine, die nun ein paar Meter vor ihm stand. Er konnte sehen, dass sie genauso verwirrt wie er war und sie fragte sich wohl gerade, ob er auch etwas mit dieser Situation zu tun hatte.
„Das kann doch nicht dein Ernst sein, Vater. Das ist ein Schlammblut, wie kann sie eine Waffe gegen Potter sein?" Seine Stimme klang kalt, doch in ihm sah es anders aus. Er musste seine Maske vor seinem Vater bewahren, doch wenn es anders gewesen wäre, ihm wäre der Schweiß gelaufen, denn schlagartig wurde ihm klar, warum gerade sie so wichtig geworden war. Und so war es fast ein Flüstern, als er meinte: „Weil sie seine beste Freundin ist."
Hermines Augen weiteten sich, denn sie hatte genau verstanden, was Draco da so leise gesagt hatte. Sie sollte eine Waffe gegen Harry sein, weil sie seine beste Freundin war? „Was...?" Fragend und hoffend Antworten zu finden, blickte sie ihrem Gegenüber in die Augen.
Dieser konnte es nun nicht länger ertragen, sie so fragend vor sich stehen zu sehen und so wand er seine Augen von den ihren ab.
Nun war es Lucius der in die plötzliche Stille sprach: „Sehr gut, mein Sohn. Ich wusste, dass du darauf kommen würdest. Unsere kleine Lady hier ist die beste Freundin von Harry Potter und durch sie wird er endlich geschwächt werden. Er wird vor Trauer zerfließen, nicht wahr, meine Kleine!" Schon hatte er Hermine wieder am Handgelenk gepackt, sie zu sich gerissen und hielt nun ihr Kinn zwischen seinen Fingern, sie widerwärtig angrinsend.
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Der Griff von Lucius Malfoy an ihrem Kinn tat ihr weh, doch sie schwor sich, keine Schwäche zu zeigen, denn sie wusste, dass es das war, was er bei ihr sehen wollte. Doch diese Genugtuung würde sie ihm nicht geben.
„Harry wird niemals so schwach sein, sie und die anderen zu vernichten. Verlassen sie sich darauf!" brachte sie zwischen ihren Zähnen hervor und ehe der ältere der Malfoys etwas machen konnte, hatte sie ihm mitten ins Gesicht gespuckt.
Sie konnte erkennen, dass ihr Gegenüber nun rasend wütend war. „Wage es ja nie wieder, du elendes Schlammblut! Du würdest es nur wieder bereuen!"
Und schon hatte er ihr eine solche Ohrfeige verpasst, sodass sie ruckartig nach hinten gerissen wurde und hart auf dem Boden aufkam, für kurze Zeit alles schwarz um sie herum werdend.
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Dracos Hände ballten sich für einen Moment zu Fäusten als er sah, wie sein Vater Hermine eine schallende Ohrfeige verpasste, sodass sie nach hinten geschleudert wurde. Er verspürte Hass auf seinen Vater, wie er ihn schon sein ganzes Leben gehabt hatte, doch diesmal war es anders. Es war wegen ihr, Hermine Granger, es tat ihm weh, sie so wehrlos vor sich zu sehen.
Lucius wischte sich mit eine Tuch übers Gesicht, ehe er sich nun Sean, der die ganze Zeit leicht lächelnd an der Seite gestanden hatte, zuwandte. „Du solltest sie verwirren, mit ihren Gefühlen spielen und sie nicht so stark werden lassen, du Nichtsnutz. Ich dachte, du hast deine Aufgabe erfüllt, so wie du es beschrieben hattest." Ein wütendes Funkeln erschien in seinen Augen.
Draco sah plötzlich, wie Hermine hinter Lucius versuchte, an ihren Zauberstab zu gelangen. Sicher um Hilfe zu holen oder sich verteidigen zu können. Doch so sehr er sich auch wünschte, dass es ihr gelingen würde, umso sicher war er sich auch, dass sie keine Chance haben würde. Und im nächsten Moment hatte sich sein Vater auch schon aprupt umgedreht und murmelte fast lautlos einen Spruch, worauf plötzlich das Armband, welches Hermine anhatte, anfing gefährlich zu funkeln und Blitze aus den Perlen schossen.
Hermines Augen weiteten sich vor Schock, sie hielt in der Bewegung inne und dann entfuhr ihr ein lauter Schmerzensschrei. Das Armband wurde glühend heiß, brannte sich fast in ihre Haut und verursachte höllische Schmerzen.
„Na na na, Kleine. So wollen wir das ja nicht, du sollst uns hier schließlich nicht abhauen." Und mit einem weiteren Schlenker seines Zauberstabes hob sich Hermine mit den Armen über ihrem Kopf, denn der schwarze Zauber des Armbandes war auch auf ihren anderen Arm übergesprungen, in die Höhe und schwebte nun förmlich neben Lucius Malfoy in der Luft.
Draco sah, wie sich Tränen in ihren Augenwinkeln ansammelten und es war nicht zu verkennen, dass sie unglaubliche Schmerzen haben musste. Er fühlte sich nutzlos in diesem Moment, doch er wusste, dass er gegen seinen Vater keine Chance haben würde. Egal, wie sehr er sich anstrengen würde, er hatte es zu oft erleben müssen, wie er gegen seinen Vater verloren hatte. Doch irgendwas musste er doch tun können: „Was soll das hier alles?" Nicht nur, dass er dadurch Hermine zu helfen versuchte, indem er seinen Vater von ihr ablenkte, es interessierte ihn zudem wirklich, was das alles zu bedeuten hatte und was vor allem dieser riesige Idiot damit zu tun hatte.
Sein Vater wand sich ihm wieder zu. „Unser Freund hier." Er deutete auf Sean. „Er ist schon lange auf unsere kleine Potterfreundin angesetzt. Er sollte sie, Merlin nochmal, so sehr schwächen, dass es ein leichtes für uns wäre, sie gefangen zu nehmen und dadurch endlich Potter vernichten zu können. Doch so, wie ich ihn einschätze und offensichtlich vor mir sehe, war seine Arbeit nicht das einzige, was er hier im Sinn hatte." Ein wütender Blick auf Sean folgte. „So wie es bekannt ist, hat er sicher auch mit dem ein oder anderen Mädchen hier was gehabt." Lucius Aufmerksamkeit richtete sich nun vollständig auf den immer nervöser werdenden Sean. „Du hast versagt. Du solltest sie schwächen, doch aus irgend einem unerfindlichen Grund ist sie so stark wie eh und je. Du bist ein Versager. Glaub mir," ein fieses Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, „das wird dem Dunklen Lord sicher nicht gefallen."
Nun war es Sean, der sich mit aller Kraft versuchte, zu verteidigen: „Ich habe mich immer an den Plan gehalten. Ich habe ihn lediglich," ein schiefes Lächeln war auf seinem Gesicht, „etwas, nunja, ausgebaut. Immerhin ist sie verletzt. Ich habe sie schließlich mehrmals betrogen. Ich habe ihr das Armband gegeben, es hält sie unter Kontrolle. Unter eurer natürlich. Und ich habe sie heute hier her gebracht, wie ihr es wolltet. Der Plan wurde also so oder so erfüllt, seht ihr das nicht?"
Lucius Malfoy hatte während dem Gespräch wohl vergessen, genauer auf Hermine zu achten, denn der Zauber hatte etwas nachgelassen, wodurch sie, mittlerweile auf wackeligen Beinen, wieder auf dem Boden stand und somit jedes Detail des Gespräches verfolgen hatte können. Zorn stieg in ihr auf und unendliche Wut auf ihren Ex-Freund und offensichtlichen Todesser Sean. Zielstrebig ging sie auf ihn zu. „Du mieses, arschkriecherisches, verachtenswertes, niedriges Arschloch. Wie konntest du nur!" Und mit einer Ausholbewegung, Draco wusste, was kommen würde, er hatte es schließlich auch schon „erleben" dürfen, schlug sie Sean mit voller Wucht mitten ins Gesicht.
„Das ist nicht deine Aufgabe, Potterfreundin! Das wird der Dunkle Lord erledigen.", meinte daraufhin jedoch Lucius Malfoy leise, hob seinen Zauberstab, murmelte ein „Crucio" und schon wand sich Hermine in Schmerzen. Sie fühlte sich, als würde sie innerlich aufgefressen und gleichzeitig in tausend Teile zerissen werden. Die Schmerzen waren unerträglich und ihre Schmerzensschreie hallten über das Schlossgelände.
„Hör auf!" Ehe sich Draco genau bewusst war, was er da gerade sagte, hatte er es auch schon ausgesprochen. Er konnte es nicht länger ertragen, wie Hermine gequält wurde. Der überraschende Kuss schien ihm nun Stunden her, obwohl er erst höchstens vor 10 Minuten geschehen war.
Leicht verwirrt drehte sich Lucius nun zu seinem einzigen Sohn um. „Was verlangst du da gerade von mir, mein Sohn?"
„Ich...", er zögerte einen kurzen Moment, ehe er mit fester Stimme dann doch fortfuhr. „Ich denke, dass du aufhören solltest. Du bringst uns hier sonst noch alle in Gefahr."
Mit zusammengekniffenen Augen musterte der Vater seinen Sohn. „Du glaubst, dass ich mir darüber nicht im klaren bin? Ich gehe hier ein großes Risiko ein, aber die Befehle des Lords müssen ausgeführt werden. Ich denke, dass du das mittlerweile auch verstanden haben solltest. Und unsere Aufgabe ist es nun, dieses Schlammblut zu ihm zu bringen, damit Potter endlich besiegt werden kann."
Ehe jedoch Draco etwas erwidern konnte, sah er in seinem Augenwinkel, wie sich etwas bewegte. Sein Kopf wandte sich dieser Bewegung zu und auch sein Vater hatte inzwischen bemerkt, dass da etwas vor sich ging.
Hermine hatte sich, trotz großer Schmerzen, wieder aufgerichtet, ihren Zauberstab zu sich gerufen und zielte damit nun auf den älteren der beiden Malfoys. „Sie werden mich nicht mitnehmen, damit Harry geschwächt wird. Glauben sie mir, er wird niemals so geschwächt sein, dass er sie nicht alle auf einmal besiegen könnte. Niemals werden sie damit durchkommen."
Lucius wurde kein bisschen nervös, sondern brachte nur ein diabolisches Lächeln zustande: „Was glaubst du eigentlich, wer du bist, du wertloses Schlammblut, dass du mir drohen kannst? Und ich verspreche dir, dass wir deinen kleinen Heldenfreund durch dich in der Hand haben werden, denn du darfst nicht vergessen, was eure größte Schwäche ist."
Hermine wich überraschend ein paar Schritte zurück, wobei sie fast gestolpert wäre, denn ihre Beine trugen sie immer noch nur widerwillig. Verwirrung lag in ihren Augen, doch ihr Zauberstab war immer noch auf Lucius Malfoy gerichtet.
„Gefühle, Miss Granger. Gefühle ist eure größte Schwäche und unser kleiner Freund wird vor Trauer zerfließen, wenn er erfahren wird, was mit ihnen geschehen ist." Er fing an laut zu lachen.
„Das werde ich niemals zulassen!" Doch ehe sie einen Zauberspruch gesagt hatte, der Lucius treffen sollte, wurde sie hart nach hinten und gegen einen Felsen geschleudert. Durch den Zauber waren kleine Schnitte auf ihrem Oberkörper erschienen.
Draco musste mit Schrecken feststellen, dass Hermine bewusstlos war, jedenfalls hoffte er das, denn genau konnte er es nicht sagen, jedoch wollte er sich nicht vorstellen, was wäre, wenn der Zauber sie getötet hätte.
„Du verfluchter Idiot.", brüllte allerdings Lucius Malfoy keine Sekunde später und feuerte ein „Crucio" auf Sean, da dieser Hermine gerade angegriffen hatte mit diesem Fluch. „Du sollst sie doch nicht töten. Wir brauchen sie noch. Draco, schau nach, ob sie noch lebt.", wandt er sich nun an seinen Sohn, der nur wie erstarrt auf die Szene vor im blickte.
Draco Malfoy ging vorsichtig auf das Mädchen, was nun am Rande des Felsens lag, zu und kniete neben ihr. Ebenso vorsichtig nahm er ihre Hand in die seine und versuchte ihren Puls zu fühlen. Erleichtert atmete er auf, als er spürte, wie sie noch einen schwachen Herzschlag hatte, doch ihre Atmung war nur leicht.
„Sie lebt noch, aber sie ist schwer verletzt." Er sah zu ihren vielen Schnittwunden am Körper herunter. So schnell wie möglich musste er nun versuchen seinen Vater von seinem Plan abzubringen, sonst wäre sie in noch größterer Gefahr. Er wusste, dass er früher ohne Widersprüche seinem Vater gehorcht hatte, doch diesmal war es etwas anderes. Draco wollte und konnte einfach nicht zulassen, dass diesem unschuldigen Mädchen etwas passierte, denn war es wirklich ihre Schuld, dass sie sich mit Potter angefreundet hatte?
„Was hast du jetzt vor, Vater?"
„Ich bin mir noch nicht sicher, aber eines weiß ich: Der dunkle Lord wird sehr sauer sein, denn sein Plan wurde nicht erfüllt. Und das ist alles seine Schuld." Wütend funkelte er Sean an.
Doch dieser schien nicht so leicht alle Schuld auf sich zu nehmen, denn plötzlich grinste er Draco fies an. „Ich denke nicht, dass ich versagt habe Hermine Granger zu schwächen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass sie einfach von jemand anderem wieder gestärkt wurde in ihren Gefühlen. Und ich glaube auch, dass wir hier alle wissen sollten, wer das ist." Doch ehe er weitersprechen konnte oder einen Namen genannt hatte, wurder er schon von Draco mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen, wie auch schon kurze Zeit vorher von Hermine.
„Versager", murmelte Draco Malfoy und rieb sich dabei seine Hand. Der Schlag war fest gewesen und hatte gesessen. Das sah er daran, dass Seans Augen augenblicklich anfing anzuschwellen und sich blaue Linien zu bilden begannen, doch auch seine Hand schmerzte leicht.
„Ich denke nicht, Vater, dass du Granger mitnehmen kannst oder solltest. Ihr Verschwinden würde zu schnell bemerkt werden. Und du hast sie auf dem Schulgelände angegriffen, mich würde es nicht wundern, wenn hier gleich die gesamte Lehrerschaft, inklusive Dumbledore, auftauchen würde und wenn man sie hier so sehen würde, würdest du dafür nach Askaban wandern."
Draco wusste sich nicht anders zu helfen, aber er ahnte, dass sein Vater größte Panik vor dem Zauberergefängnis hatte. Und es funktionierte wirklich, denn Lucius Malfoy schien nun zu überlegen, was er machen sollte.
Einen kurzen Moment hatte Draco noch Angst, dass sich sein Vater nicht umentscheiden würde, doch er hatte Glück und Lucius nickte. „Vielleicht hast du Recht, Draco. Doch wir werden den Plan weiterverfolgen, doch darüber werde ich wohl noch mit dem Lord persönlich sprechen müssen. Erstmal müssen wir diesen, wie du ihn so schön betitelt hast, Versager zu ihm bringen."
Er atmete unhörbar erleichtert aus und war froh, dass sein Vater kein Leglimentiker war, sodass er seine Gedanken hätte erraten können.
„Draco?"
Erschrocken hob dieser seinen Kopf. „Ja?"
„Ich erwarte dich gleich im Manor. Nachdem ich beim Dunklen Lord war, werde ich dorthin kommen und du wirst dort sein. Hast du mich verstanden?"
Müde nickte sein Sohn. „Was soll mit ihr geschehen?" Er schaute zur immer noch bewusstlosen Hermine.
Lucius zuckte mit den Schultern. „Ist mir egal. Du kannst mit ihr machen, was du willst, Draco. Jedoch wäre es vielleicht besser, wenn sie fürs erste überleben würde. Also sorg dafür, dass sie es auch tut. Das ist ein Befehl."
Und schon ging er auf den am Boden liegenden Sean zu, packte ihn am Nacken und schleifte ihn einige Meter durch das Tor von Hogwarts, hinter dem er einige Sekunden später auch schon disappariert war.
So ein verfluchter Mist, dachte sich Draco Malfoy, kurz nachdem sein Vater mit Sean verschwunden war. Nicht nur, dass Hermine Granger weniger Meter von ihm entfernt, bewusstlos und schwerverletzt auf dem Boden lag, nein, es ärgerte ihn auch, dass er wohl wieder das ausbaden sollte, was sein Vater angerichtet hatte. Und natürlich musste er dann auch noch nach Malfoy Manor. Es graute ihm davor, was dort noch passieren würde, doch fürs erste musste er Hermine irgendwie in den Krankenflügel bringen.
Draco zog seinen Zauberstab unter seinem Umhang hervor, murmelte schnell einen Spruch, wodurch eine Lichtkugel aus der Spitze hervorschoss und schnell Richtung Schlossportal in weiter Ferne verschwand. Erschöpft ließ er sich neben der Bewusstlosen nieder. Die Begegnungen mit seinem Vater zerrten jedes Mal erneut an seinen Nerven, denn egal wie lange er Lucius Malfoy während des Schuljahres auch nicht sah, immer wieder schaffte es dieser die Kontrolle über ihn zu gewinnen. Draco fühlte sich wie ein verdammter Schwächling, aber zu oft hatte er schon versucht, etwas gegen seinen Vater auszurichten, doch niemals hatte er in irgendeiner Weise was erreicht. Er hatte nichts gegen die geplante Verlobung mit Pansy ausrichten können und so würde er auch nichts gegen den Willen seines Vaters, ihn bald bei den Todessern aufzunehmen, tun können. Und im Moment würde er auch nicht viel für Hermine Granger tun können. Sie konnte von Glück reden, dass sie nicht mitgenommen wurde oder sogar schon tot war. Wenn Draco daran dachte, schnürrte sich ein eisener Griff um sein Herz.
„Dieser verfluchte Sean. Warum bin ich nicht früher darauf gekommen?" Er ärgerte sich über sich selbst, schließlich kannte er die Vorgehensweisen der Todesser besser als jeder andere und dennoch war ihm das vielleicht ja Offensichtliche nicht aufgefallen.
„Sind sie weg?", hörte er plötzlich die schwache Stimme Hermines zu sich raufdringen.
Vorsichtig versuchte er ihren Oberkörper in eine halbwegs aufrechte Position zu bringen, doch sie war zu erschöpft und so fiel sie einfach nur gegen seinen Oberkörper.
„Ja, sie sind weg. Mein Vater hat Sean mitgenommen!" Er biss sich auf die Zunge.
Hermine legte leicht den Kopf nach hinten, sodass ihre braunen, geschwächten Augen ihn anschauen konnten. „Danke...", sie musste husten. „Ich denke, dass ich es dir zu verdanken habe, dass ich noch lebe. Also danke." Ihre Stimme wurde immer schwächer und Dracos Körper versteifte sich.
„Ich denke nicht, dass du mir danken solltest, Granger. Ich bin schließlich einer von ihnen und das nächste Mal...", er musste schlucken, hoffend, dass sie es nicht mitbekam, „kann ich dir vielleicht nicht mehr helfen, sondern werde auf ihrer Seite stehen."
Der Blick ihrer Augen wurde traurig und zugleich versuchte sie den Wahrheitsgehalt seiner Aussage in seinen Augen zu lesen. Hermine fragte sich, was das zu bedeuten hatte und was er damit sagen wollte. Doch sie spürte immer mehr, dass sie schwächer wurde. „Draco, du..."
Doch dieser unterbrach sie. „Granger, du musst dringend in den Krankenflügel. Ich kann deine Wunden nicht heilen. Hilfe wird gleich hier sein." Er schaute sie sich wieder genauer an. Ihre Winterjacke war ihr schon beim Kampf mit Sean auf seinem Besen von den Schultern gerutscht und lag jetzt sicherlich irgendwo auf den Länderreien Hogwarts. Ihr Pulli war an einigen Stellen von dem Fluch, den Sean auf sie abgefeuert hatte, zerissen und Blut färbte das dunkelblaue Oberteil fast schwärzlich. Ihre Augen schlossen sich und er spürte plötzlich, wie ihr Kopf endgültig gegen seinen Oberkörper fiel und auch ihr restlicher Körper erschlaffte.
„Die Dunkelheit wird deinen Schmerzen guttun, Granger. Du solltest nicht immer versuchen die Mutige zu spielen." Meinte er mehr zu sich selber als zu dem Mädchen vor ihm, denn die war wieder in tiefe Bewusslosigkeit gestürzt. Vorsichtig hob er sie hoch und ging langsam auf den Schlosseingang mit ihr in den Armen zu.
Er sah erleichtert, dass sich ihm eine Gestalt näherte und kurz darauf stand ein atemloser Blaise Zabini vor ihm.
„Man, Draco, dein Hilferuf hätte auch ruhig unauffälliger sein können. Praktisch die gesamte Schülerschar war gerade wie ich beim Essen, als..." Erst jetzt fiel ihm die leblose und verletzte Hermine in Dracos Armen auf. „Wa... Was ist mit ihr?"
„Sean! Er ist ein Todesser und sollte sie, weil sie die beste Freundin von Potter ist, zum Dunklen Lord bringen. Auf Befehl meines Vaters, der bis eben auch noch hier war."
Blaise schaute seinen besten Freund ungläubig an.
„Ich muss los, nach Hause. Mein Vater erwartet mich dort. Ich muss mich beeilen. Bring sie in den Krankenflügel, ich habe keine Zeit dafür und vor allem nicht für die vielen Fragen. Kümmere dich um sie und pass gut auf sie auf." Draco setzte Hermines leblosen Körper in Blaises Armen ab und schaute auf sie hinab. Fast unmerklich schob er noch ein leises „Bitte!" hinter seine Forderungen her.
Blaise nickte verstehend. „Ich werde auf sie aufpassen. Doch wann wirst du wiederkommen? Es ist immerhin mitten im Schuljahr, Draco."
Dieser schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Ich hoffe, dass ich bald zurück sein werde. Doch erst wird mir mein Vater sicher einige Fragen beantworten müssen." Er wollte sich schon umdrehen, als ihm noch etwas einfiel. Er beugte sich zu Hermine runter, wischte ihr eine Strähne aus dem Gesicht, nahm dann ihre Hand, sprach fast flüsternd einen Spruch und schon fiel das Armband in seine Hände. „Wer hätte gedacht, dass etwas so kleines, so viel Macht haben kann, nicht wahr?"
Doch er wartete keine Antwort seines Freundes ab, sondern ging auf das Tor von Hogwarts zu und disapparierte kurz dahinter.
Keine Sekunde, nachdem Blaise Draco hatte verschwinden sehen, drehte auch er sich um und ging nun wieder auf das Schloss zu, aus dem er einige Minuten zuvor erst gekommen vor. In seinen Armen lag die immer noch bewusstlose Hermine Granger.
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So, fertig für heute. Jetzt seid ihr gefragt. Schreibt mir doch einfach, wie es euch gefallen hat. Neue Leser sind natürlich auch immer gerne gesehen und willkommen. Gratulation, dass ihr es schon bis hierhin mit mir aushaltet . (Oje, bin ja so förmlich heute.)
