Hi, da bin ich wieder und ersteinmal ein riesiges Entschuldigung. Es hatte mehrere Gründe, warum ich so lange kein neues Kapitel mehr hochgeladen hatte. Sicher, da wäre zum einen eine übliche Schreibblockade und dann kam auch noch erschwerend hinzu, dass ich jetzt seid diesem Oktober angefangen habe zu studieren und in meiner neuen Wohnung kein Internet habe und dazu immer in die Uni fahren muss. Seid letzter Woche habe ich nun aber doch wieder fleißig an der Story weitergeschrieben und das neue Ergebnis bekommt ihr hier. Leider ist dieses Kapitel nicht ganz so lang, wie die davor, aber ich dachte mir, dass es immerhin ein Anfang ist. Ich versuche natürlich in nächster Zeit wieder öfters und regelmäßiger euch mit neuen Teilen der Story zu versorgen. Danke an alle, die für mein letztes Kapitel ein Kommentar dagelassen haben (hab hier leider gerade nicht ganz so viel Zeit euch alle einzeln aufzuzählen, weil gleich die nächste Vorlesung beginnt). Danke aber an Abraxania, dank der ich jetzt eine süße kleine, pflegeleichte Katze wie Hermine habe ;D. Jetzt aber viel Spaß und danke für eure Geduld und Aufmunterungen.
Kapitel 26
Ein Wiedersehen
Draco wusste, dass er zu spät dran war, als er sich aus dem Sessel im Schulsprecherraum erhob und auf den Weg in die Kerkergewölbe zu Professor Snapes Unterricht machte. Allerding wusste er auch, dass diese Tatsache für ihn, den ungekrönten Prinz von Slytherin, keineswegs schlimmere Folgen haben würde. Das einzige, was Draco damit erreichen wollte, war ein großer Auftritt und den würde er auf jeden Fall haben. Denn Snape würde ihm weder Punkte abziehen noch in irgendeiner Art und Weise für sein Zuspätkommen zurechtweisen und das würde wiederum die Gryffindorschüler wahnsinnig machen. Damit wollte er seinem Vater und vor allem sich beweisen, dass er kein Loser war, kein Feigling und vor allem nicht weich geworden war in der letzten Zeit.
Als Draco nun auf dem Weg zum Unterrichtsraum war, streifte seine Schulter eine der herumstehenden Statuen und keine Sekunde später durchfuhr ihn ein unsäglicher Schmerz. Einen Wutschre unterdrückend fasste er sich an die immer noch schmerzende und verletzte Schulter. Die Wunde, die ihm sein Vater zugefügt hatte, war auch in den Tagen unter der schmerzlindernden Hand seiner Mutter nicht ganz verheilt. Auch hatte er am heutigen Morgen seiner Rückkehr, als er sich kurz im Badspiegel betrachtete, bemerkt, dass die blauen Flecken auf seinem Rücken auch noch nicht ganz abgeklungen waren. Ärgerlich fuhr er sich durch die Haare, murmelte etwas von "Malfoys kennen keinen Schmerz" und setzte seinen Weg fort.
Ohne zu klopfen trat er kurze Zeit später in den schon laufenden Unterricht ein. Ärgerlich drehte sich Professor Snape um, als er jedoch erkannte, um wen es sich bei dem "Störenfried" handelte, entspannten sich seine Gesichtszüge sofort wieder. Die verwirrten Blicke seiner Mitschüler blieben jedoch gleich und alle schauten ihn unverwandt an.
"Mr. Malfoy! Ich bin erfreut, dass sie wieder unter uns weilen. Ich hoffe, ihr Aufenthalt zuhause hat sie wieder in die richtigen Bahnen lenken können."
Kalt erwiderte Draco den Blick seines Hauslehrers. "Ich denke schon, Professor."
"Sehr gut, Mr. Malfoy. Und jetzt setzen sie sich bitte. Ich möchte mit meinem Unterricht fortfahren."
Und schon hatte er sich wieder der Tafel zugewandt und fuhr damit fort, die Notizen zu vervollständigen. Sofort trat ein lautes Gemurmel ein, während Draco nur gelangweilt zu seinem Platz neben Blaise Zabini schlenderte und sich schließlich darauf niederließ. Sein Freund schaute ihn nur völlig verwirrt und fragend an. "Später!", murmelte Draco nur und widmete sich endgültig dem Unterricht von Snape.
Keine zehn Minuten später, nachdem Professor Snape seine Schüler aufgebracht ermahnt hatte doch endlich ruhig zu sein, ging die Kerkertür plötzlich erneut auf. Die Köpfe der Gryffindors und Slytherins drehten sich abrupt um. "Hermine?", hörte man einen überraschten Harry Potter ausrufen.
"Miss Granger, sie wissen hoffentlich, dass sie mit ihrem Zuspätkommen meinen Unterricht stören?!" Professor Snape schien mit dieser erneuten Ruhestörung endgültig seinen Geduldsfaden verloren zu haben, falls er soetwas natürlich jemals besessen haben sollte. Zögerlich trat Hermine Granger ein. "Ich weiß, Professor, dass ich zu spät bin, doch Madame Pomfrey und McGonagall waren sich erst jetzt einig, dass ich wieder in den Unterricht gehen darf. Ich bin natürlich sofort aufgebrochen, um noch rechtzeitig in ihren Unterricht zu gelangen."
"Wie ich aber sehe, haben sie das nicht geschafft. 20 Punkte Abzug für Gryffindor und jetzt setzen sie sich gefälligst hin, sie stören nur meinen Unterricht." Und schon hatte sich der Lehrer wieder umgedreht, nicht auf die ihm geltenden bösen Blicke der Hälfte seiner Schüler achtend. Schnellen Schrittes ging Hermine auf ihren Platz neben Harry und Ron zu. "Ich... Hi", zögerlich begrüßte sie ihre beiden Freunde.
"So ein Idiot", flüsterte Ron auch sogleich Harry und Hermine zu, "Er weiß doch genau, dass Hermine im Krankenflügel war. Gleich 20 Punkte...", grummelte er weiter vor sich hin.
Harry jedoch betrachtete seine Freundin nur skeptisch. "Mia, bist du wirklich wieder vollständig gesund? Ich meine, wirklich ganz?"
Verlegen versuchte Hermine seinem Blick auszuweichen. "Naja, vielleicht nicht vollständig." Als sie den Blick von Harry jedoch auffing, fügte sie noch rasch hinzu. "Aber ich habe das wirklich mit Madame Pomfrey und McGonagall abgeklärt. Ich darf wieder in den Unterricht. Ich muss nur jeden Abend bei Madame Pomfrey wegen den Salben und Verbänden vorbeikommen. Ansonsten geht es mir wirklich gut, Harry. Glaub mir."
"Ich mache mir doch einfach nur Sorgen um dich, Hermine. Ich will, dass du wieder gesund wirst und nicht, dass du deine Gesundheit aufs Spiel setzt." Freundschaftlich liebevoll schaute er seine beste Freundin an.
"Ist ok, Harry. Ich verspreche dir, dass ich auf mich aufpasse." Hermine lächelte ihn an und legte ihre Hand auf die seine.
"Wenn sie bitte so freundlich wären, Mr Potter und Mrs Granger, meinem Unterricht zu folgen anstatt zu quatschen, wäre ich sehr zufrieden. 10 Punkte Abzug für Gryffindor!", schnarrte ihnen nun ein wütender Professor Snape von der Tafel zu.
"Oh man, warum immer wir?", murmelte ein genervter Ron und ließ seinen Kopf vor sich auf die Tischplatte fallen.
------------------
Hermine wünschte sich, als ein Läuten das Ende der Stunde verkündet hatte, dass sie sich einen anderen Zeitpunkt bzw. eine bessere Unterrichtsstunde für ihre Rückkehr in den Schulalltag ausgesucht hätte. Snape stellte ihre Geduld nämlich nicht nur einmal auf eine harte Probe, indem er immer wieder versuchte ihr klar zu machen, dass sie längst noch nicht so weit war, wieder an seinem doch so strengen Unterricht teilzunehmen. Und so hatten die Gryffindors im Laufe dieser Doppelstunde mehr als nur einen weiteren Hauspunkt verloren. Das schadenfrohe Lachen der Slytherins war dabei jedes Mal durch die gesamten Kerkergewölbe zu hören gewesen, da war Hermine sich sicher. Ärgerlich packte sie ihre Sachen zusammen uns stopfte sie wütend in ihre Tasche, als sich ein Arm auf ihre Schultern legte.
"Hey, jetzt sei doch nicht wütend. So ist Snape nunmal. War doch klar, dass er versuchen würde, dir durch deine Krankheit eine reinzuwürgen." Aufmunternd blickte Harry sie an.
"Als ob sich die Fledermaus jemals verändern würde!", rollte Ron mit den Augen und ging dann langsam mit seinen beiden Freunden Richtung Aufgang zur Eingangshalle.
"Ich weiß doch, Jungs. Und trotzdem, grr." Wütend ballte das Mädchen ihre Fäuste zusammen. "Es ist halt so unfair. Ich meine, es ist ja nicht so, dass ich während meines Krankflügelaufenthaltes nichts gelernt habe, ich habe ja alle eure Unterlagen zum Lernen bekommen. Die waren übrigens manchmal ziemlich fehlerhaft, Ron. Du solltest sie vielleicht nocheinmal überarbeiten." Belehrend schaute sie zu ihrem Freund, der sie daraufhin für einen kurzen Moment fast ärgerlich ansah, dann sein Gesicht aber doch zu einem Grinsen verzog. "Da ist sie wieder. Unsere Hermine wie sie leibt und lebt." Und schon klopfte er seiner Freundin herzlich auf den Rücken. Fast unmerklich zuckte diese unter der etwas heftiger ausfallenden Berührung zusammen, was jedoch keiner der beiden Jungen zu bemerken schien.
----------
Jemand allerdings bemerkte dieses
Zusammenzucken sehr wohl. Und seine Reaktion ließ somit auch
nicht lange auf sich warten.
"So, so. Da ist unser Goldenes
Trio also wieder vereint. Ist das niedlich." Die Slytherins um
Draco ließen ein hohles Lachen vernehmen und die drei
Angesprochen drehten sich genervt um.
"Was willst du, Malfoy?", fragte ihn nun Harry, der Ron nur mühsam davon abhalten konnte, auf den ungeliebten Schulsprecher loszugehen.
"Naja, ich dachte, dass man unsere hochgeschätzte Besserwisserin ja einmal darauf aufmerksam machen könnte, dass sie etwas vergessen hat." Und mit diesen Worten hob Draco ein Mäppchen in die Luft und fing an, es langsam hin und her zu schweben zu lassen.
Niemand wunderte sich groß über Dracos Verhalten. Vielmehr fragten sich alle Umherstehenden, was der Slytherinprinz damit als nächstes vorhattte. Nur Hermine hatte ihre Augen vor Überraschung geweitet.
"Na, Granger? Keine Lust, dein Eigentum zurückzubekommen?!", grinste er diabolisch. "Allerdings würde ich dafür schon eine kleine Gegenleistung erwarten." Sein Grinsen wurde breiter und auch die anderen Schüler konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. Da allerdings keine Reaktion von der Angesprochenen kam, was den ein oder anderen schon verwunderte, Hermine jedoch blieb wie angewurzelt an ihrem Platz stehen. "Komm schon, Granger. Nur keine Angst. Die Gegenleistung ist auch nicht zuviel verlangt."
"Gib es sofort zurück, Malfoy, oder...!" Wütend funkelte Ron Draco an.
"Wieder mal nur lahmes Gerede aus deinem Mund, Wiesel?", provozierte dieser nun aber weiter. "Aber, aber, Potter. Wiesel. Das geht euch nichts an. Ich rede mit eurer kleinen Freundin dort drüben. Aber wie es scheint, will sie ihr Eigentum gar nicht zurück." Scheinbar gelangweilt betrachtete er das Mädchen ein paar Schritte von ihm entfernt. Neben ihm hörte er das giggelnde Kichern von Pansy.
"Komm schon, Draco, es reicht doch jetzt.", mischte sich nun auch Blaise Zabini in die Situation ein.
"Nein, es reicht nicht!!", fauchte Draco nun seinen besten Freund daraufhin an. "Und wenn unsere Besserwisserin ihre Sachen nicht mehr haben will, dann kann ich ja damit machen, was ich will." Und schon zog er seinen Zauberstab hervor und schmiss das Mäppchen plötzlich in die Luft, während er mit seinem Stab auf es zielte. Doch ehe ein Zauber dieses in tausend Stücke zerreissen konnte, war es verschwunden.
"Ich habe dir doch gesagt, Draco, dass ich denke, dass es nun reicht.", meinte Blaise ruhig zu seinem verdutzten Freund. Das Mäppchen in seinen Händen haltend, ging er damit zu Hermine und gab es ihr zurück. Diese schien erst durch die Berührung wieder aus ihrer Starre zu erwachen und überrascht blickte sie nun auf ihr Eigentum. Blaise beugte sich nun zu ihrem Ohr herunter und flüsterte ihr noch ein "Ich bin mir sicher, er hat es nicht so gemeint, Hermine.", ehe er an ihr vorbei die Treppe zum Eingangsbereich hochging.
"Los, lasst uns verschwinden. Malfoy scheint gerade nicht sehr gut gelaunt zu sein.", meinte Harry zu Hermine und Ron, nahm ihren Arm und folgte Blaise Zabini die Treppe hinauf.
Zurück blieben ein paar verdutzte Slytherins, die noch nicht ganz verstanden hatten, was da gerade passiert war, und ein ziemlich wütender Draco Malfoy, der sauer den drei Freunden hinterher schaute.
-----------------------------
"Mia!!! Du bist wieder da!!", erfreut ließ Ginny ihr Besteck, mit dem sie gerade noch gegessen hatte, fallen, was mit einem lauten Scheppern die Aufmerksamkeit der umgebenden Schüler erreichte. Schnell sprang sie von ihrem Platz auf und umarmte ihre beste Freundin herzlich. "Alles wieder ok?", fragte sie jedoch sogleich besorgt, als sie das Zusammenzucken ihrer Freundin bemerkte.
"Ja klar, geht schon. Deine Umarmung war nur sehr... fest." Freundlich lächelte Hermine das rothaarige Mädchen vor sich an.
"Dann bin ich ja erleichtert. Schließlich will ich dich erst wieder im Unterricht sehen, wenn du wieder ganz gesund bist." Mit einem tadelnden Blick bedachte Ginny sie.
"Sie muss noch Medikamente nehmen, aber sie war heute schon im Unterricht. Bei Snape!", meinte nun Ron, der sich nebenbei auf seinen Platz am Tisch setzte und damit begann seinen Teller mit Nahrung zu beladen. "Berrückt, nicht?", nuschelte er dann schon mit vollem Mund hinterher. Ginny wand angeekelt ihren Blick von ihrem essenden Bruder und schaute nun Harry fragend an.
"Ron hat Recht. Aber es ist ihre Entscheidung.", erwiderte dieser nur und setzte sich auch endlich neben den schon seinen Teller nachfüllenden Ron.
"Hallo? Ich kann auch für mich selbst sprechen. Und ja, ich fühle mich wieder bereit für den Unterricht. Danke. Und jetzt will ich was essen." Sich bemühend sauer zu schauen, hielt Hermine das nicht lange durch und so fingen sie und ihre Freunde kurz darauf an, herzlichst zu lachen und sich dann endgültig mit dem Mittagessen zu beschäftigen.
---------------------
"Was sollte das, Blaise?" Wütend und aufgebracht haute Draco Malfoy mit seinen Fäusten auf den Schreibtisch, an dem Blaise saß und in ein Buch vertieft war.
Dieser hob seinen Kopf nur langsam und blickte seinen Freund dann direkt in die Augen. "Ich glaube, Draco, dass ich dich das wohl eher fragen könnte. Was sollte das? Ich dachte du magst sie? Was sollte also diese Schow?"
"Ich weiß nicht, was du meinst. Ich habe nie gesagt, dass ich Granger mag, also hör auf mit dieser Unterstellung." Immer noch wütend ließ er sich seinem Freund gegenüber auf einen Stuhl fallen. "Granger ist immer noch Granger, und immer noch Potters beste Freundin."
"Ist es das?", fragend schaute Blaise ihn an.
"Was meinst du?"
"Na, warum du sie so behandelst? Ist es weil du durch sie Potter verletzen willst?", fragte er Draco, während er sich nebenbei wieder seinem Buch widmete. "Wenn ja, wäre es nämlich ziemlich bescheuert, weil du nur sie dadurch verletzt und Potter längst nicht soviel wie du vielleicht willst."
"Es geht dich gar nichts an, was ich will und nicht.", patzig schaute Draco ein Bild an der Wand im Zimmer an.
"So wird sie dir aber sicher nicht näher kommen! Das ist dir hoffentlich klar, Draco."
"Vielleicht will ich gar nicht, dass sie in meine Nähe kommt, denn das wäre nur schlecht für sie und jetzt halte gefälligst deine Klappe!" Und schon sprang Draco von seinem Platz auf und stampfte wütend aus dem Zimmer, einen nachdenklichen Blaise zurücklassend, der sich fragte, was Draco in der Zeit zuhause erlebt hatte.
-------------------------
Ebenfalls nachdenklich stieg Hermine am Abend nun die vielen Treppenstufen hinauf, um zur Schulsprecherwohnung zu gelangen. Sie war gerade bei Madame Pomfrey gewesen und hatte sich ihrer allabendlichen verplichtenden Untersuchung unterzogen. Ihre blauen Flecken am Rücken und auch einige Wunden am ganzen Körper verteilt, waren noch nicht ganz verheilt oder abgeklungen. Es schien fast ein Zauber auf ihnen zu liegen, doch auch die Medihexe stand vor einem Rätsel. Hermine hatte es jedoch nicht länger in ihrem Krankenbett ausgehalten. Zuviele Fragen und ungeklärte Antworten schwirrten ihr bei der ganzen Ruhe durch den Kopf, da konnte auch die vielen Besuche ihrer Freunde nichts daran ändern. Sie war sich sicher gewesen, dass es ihr besser gehen würde, wenn sie nur erst wieder am Schulalltag teilnehmen würde und gerade jetzt, in diesem Moment, war sie sich da allerdings nichtmehr ganz so sicher. Statt Ablenkung waren neue Fragen hinzugekommen. Draco Malfoy war wohl auch erst heute wieder von seinem "Heimbesuch" wiedergekommen, soviel hatte sie schon gehört, aber warum, in aller Welt, hatte er sich nach der Zaubertrankstunde so schrecklich verhalten? Normalerweise hätte Hermine keine Sekunde an ihren Schulsprecherkollegen verschwendet oder sich über sein unmenschlich fieses Verhalten gewundert, doch das hatte sich wohl die letzte Zeit über ein wenig geändert.
Er, Draco, war es gewesen, der sie in gewisser Weise vor seinem eigenen Vater gerettet hatte. Er hatte sie von diesem verfluchten Armband befreit. Und... ja, was eigentlich noch? Hermine war verwirrt und doch wusste sie ganz genau, was ihr immer wieder, seid diesem katastrophalen Zwischenfall, durch den Kopf ging. Ein Kuss. Draco Malfoy hatte sie geküsst. Und sie blöde Kuh hatte es erwidert. Das war einfach unfassbar. Doch es fühlte sich gar nicht so unfassbar an und doch war dieses Erlebnis und jegliche Gedanken daran in weite Ferne gerückt, als Draco Malfoy sie am heutigen Morgen wieder so demütigen wollte, wie er es schon immer gemacht hatte. So als wäre nie etwas zwischen ihnen gewesen. Hermine fragte sich mittlerweile, ob vielleicht wirklich nichts zwischen ihnen gewesen war und sie sich das alles nur eingebildet hatte. Und doch spürte sie noch seine Lippen auf ihren oder die Berührung an ihrem Handgelenk, als er ihr das Armband löste und sie kurz davor gewesen war, das Bewusstsein zu verlieren. Es fühlte sich so richtig und gleichzeitig alles so falsch an. Sie war eindeutig kurz davor verrückt zu werden.
"Hermine, du bist eine bescheuerte Kuh. Er ist immerhin das größte Arschloch der gesamten Schule!", schalt sie sich selbst und trat durch das Portraitloch in die Wohnung ein.
"Redest du von mir, Granger? Ich fühle mich wirklich geehrt!"
Überrascht sprang Hermine einen Schritt zur Seite, als sie die Stimme Draco Malfoys neben sich hörte. Sie sah, dass er es sich auf einem Sessel bequem gemacht hatte und scheinbar lustlos in einem der Schulbücher blätterte. Ärgerlich blickte sie ihn an. "Natürlich redet man von dir, wenn man vom größten Arschloch der Schule redet. Solltest du langsam mitbekommen haben."
"Wie kannst du es wagen, Granger?!" Wütend sprang er von seinem Sessel auf und kam auf Hermine zu. Zögerlich wich diese einen Schritt zurück, ehe sie dann aber doch stehenblieb und Draco entschlossen anschaute.
"Na, was ist los, Malfoy?" Vobei sie seinen Nachnamen besonders betonte. "Lässt du dich mal wieder von einer Besserwisserin reizen? Ich dachte, dass du mittlerweile darüber stehst?!" Den Blick nicht von ihm wendend, erwartete sie eine Antwort von ihrem Gegenüber. Doch dieser erwiderte nur ihren Blick.
"Es hat sich nichts geändert. So ist es nuneinmal, Granger." Ärgerlich drehte er sich plötzlich um.
"Hör mal zu, du Idiot. Ich weiß nicht, was mit dir los ist oder dein Vater mit dir zu bereden hatte, aber lass deine Laune nicht an mir aus. Meine letzten zweieinhalb Wochen waren auch nicht gerade der Höhepunkt dieses Jahres, ok? Also halt gefälligst deinen Mund." Hermine hatte mittlerweile angefangen laut zu werden und Draco hatte sich daraufhin überrascht umgedreht. Wütend wischte sie sich eine Träne aus dem Augenwinkel. "Du bist echt das größte Arschloch der Schule, Malfoy!" Und schon war sie an Draco vorbeigeschlüpft und hinauf in ihr Zimmer geeilt, wobei sie die Tür hinter sich zuknallte.
Nachdenklich und gleichzeitig sauer blickte Draco dem Mädchen hinterher und nun auf die verschlossene Tür.
---------------------------
Draco hatte sich mittlerweile wieder auf den Sessel gesetzt und fluchte dort leise vor sich hin. Das Verhalten von Hermine Granger ging ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf. Sie hatte ihn förmlich angeschrieen und soetwas mochte er ganz und gar nicht. Schon gar nicht von jemandem wie ihr. Aber sie hatte ja Recht und das ärgerte ihn nur noch mehr. Er hatte wirklich keinen Grund, seine Wut und Launen an ihr auszulassen. Doch seid wann dachte er eigentlich so? Früher hätte er sich in keinster Weise darum gescherrt, was Harry Potters Freundin von ihm dachte, doch mittlerweile... Er war sich nicht mehr sicher, aber er wollte nicht, dass sie ihn für ein Arschloch hielt. Obwohl er sich heute definitiv wie eines benommen hatte. "Verfluchte Scheiße!", genervt fasst er sich an den Kopf. Wie sollte es nur weitergehen. Er wusste, dass sich seine Wut nicht auf Hermine, die sich in ihrem Zimmer eingeschlossen hatte und an diesem Abend auch sicher nicht mehr rauskommen würde, bezog. Vielmehr richtete diese sich auf seinen Vater. Gedankenverloren fasste er sich dabei an seine Schulter, die immer noch schmerzte, obwohl die Strafen seines Vaters schon knapp zwei Wochen her waren.
Langsam war er am Verzweifeln und das Hochgefühl, was ihn an diesem Morgen so beflügelt hatte, war inzwischen auch verschwunden. Stattdessen hatte er sich immer mehr damit beschäftigen müssen, seinem zweiten großen Problem aus dem Weg zu gehen: Seiner neuen Verlobten. Wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte Draco fast loslachen können. Pansy war also nicht mehr gut genug für ihn, nun würde er in den Jahren nach seinem Schulabschluss Claire Armstoune heiraten. Und wenn er so über die letzten Wochen nachdachte, schien es ihm fast so, als wüsste sie es definitiv schon länger als er. Also wollte er ihr am liebsten die nächste Zeit nicht mehr begegnen, was für den heutigen Tag auch geklappt hatte. Geschafft ließ er ein lautes Seufzen vernehmen. Das war alles zu viel für ihn.
Jetzt musste er sich mit einer neuen Verlobten rumschlagen, sich sicher auch gleichzeitig um die abgesetzte andere Verlobte, also Pansy, kümmern und außerdem müsste er sich in der nächsten Zeit weiterhin wie das größte Arschloch der Schule benehmen, was ihm eigentlich nicht schwergefallen wäre, wenn es sich nicht gegen jemanden richten würde, die so ein widerliches Verhalten gar nicht verdient hatte. "Aber was getan werden muss, muss auch durchgezogen werden." Noch einmal tief Luft holend, erhob er sich nun aus seinem Sessel.
-------------------------------
Etwa eine Woche später begegnete Hermine Professor McGonagall. "Mrs Granger, ich würde sie und Mr Malfoy gerne heute noch in meinem Büro sprechen. Ich habe etwas mit ihnen zu besprechen." Und schon war sie wieder verschwunden, eine etwas überraschte Hermine zurücklassend.
"Na toll!" Sie ärgerte sich, schließlich hatte sie es die ganze letzte Woche über geschafft, dem Slytherin und zweitem Schulsprecher aus dem Weg zu gehen. Und jedes Mal, wenn es nicht ganz funktioniert hatte, hatte er sie und ihre Freunde mal wieder beleidigt. Ihre anfängliche Verwirrung über Dracos Verhalten war mittlerweile reinem Ärger gewichen. Es war so, als wären die ganzen Monate vor der Ankunft seines Vaters gar nicht gewesen und sie hatte sich mittlerweile damit auch abgefunden. Wenn sie ihm schon begegnen musste, dann mit ihrer alten Stärke und trotzdem versuchte sie jeglichen Kontakt weiterhin zu meiden. Doch das würde sich jetzt, nach dem Wunsch ihrer Hauslehrerin die beiden Schulsprecher zu sehen, nicht mehr verhindern lassen. Seufzend machte sich Hermine also auf den Weg, um Draco Malfoy Bescheid zu geben.
-----------------------
Zögernd blieb Hermine vor Dracos Tür stehen. Sie hatte eigentlich keine Lust ihren Plan, ihm aus dem Weg zu gehen, auf einmal über den Haufen zu werfen.Doch sie wollte definitiv auch kein Feigling sein, immerhin war sie Hermine Granger, die beste Schülerin des Jahrgangs und sie hatte es sicher nicht nötig, sich von einem solchen Idioten einschüchtern zu lassen. Zaghaft klopfte sie gegen die verschlossene Tür.
"Wer ist da?", kam auch schon eine männlich genervte Stimme.
"Ich bin es, wer soll es auch sonst sein? Das ist immerhin die Schulsprecherwohnung!", antwortete Hermine darauf und fragte sich, wenn Draco denn sonst erwarten würde, schließlich hatte keiner der anderen Schüler Zutritt zu diesem Gebäudeteil der Schule, doch sie wollte sich eigentlich keine weiteren Gedanken darüber machen.
"Was willst du, Granger? Geh mir gefälligst nicht auf die Nerven." hörte sie nur wieder die Stimme Dracos.
"Ich muss dir aber was wichtiges sagen!", langsam verlor sie die Geduld. Das konnte doch einfach nicht wahr sein. Da brachte sie es schon über sich, ihn endlich anzusprechen und dann war er nur patzig. "Jetzt mach schon auf, es ist wirklich wichtig. Glaub mir," sie drehte sich langsam von der Tür weg und senkte immer mehr ihre Stimme, "sonst würde ich dich nicht ansprech..." Weiter kam sie nicht, denn schon wurde die Tür aufgerissen.
"Was ist, Granger? Du nervst langsam.", meinte auch schon Draco, worauf sich Hermine schnell umdrehte und dabei fast in ihr Gegenüber hineingelaufen wäre. Sie hatte nicht erwartet, dass er so nah hinter ihr stehen würde und für einen Moment schauten sie sich beide nur in die Augen, doch Draco war der erste, der seinen Blick löste und einen Schritt nach hinten ging, um etwas Abstand zwischen sie zu bringen. "Also, ähm, was willst du?"
"Ähm." Eine leichte Röte ins Gesicht steigend, strich sich Hermine verlegen eine Haarsträhne hinters Ohr. "Professor McGonagall will uns sprechen. Sie muss uns irgendetwas wichtiges mitteilen. Wir sollten am besten sofort zu ihr ins Büro kommen."
"Tja, ich habe aber leider keine Zeit dafür. Ich habe gleich noch einen wichtigen Termin, der ist dringender als deine herzallerliebste Lehrerin." Ein leichtes Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, während Hermine ihn überrascht anschaute.
"Sie ist nicht meine "herzallerliebste Lehrerin, Malfoy! Und es klang wirklich wichtig. Du kannst mich da also nicht alleine hingehen lassen." Langsam wurde Hermine sauer und ihre Geduld verlor sie auch. Was bildete der Typ sich eigentlich ein? Welcher Termin konnte bitteschön so wichtig sein, dass er seine Aufgaben als Schulsprecher vernachlässigte, soetwas kam sogar bei ihm, Draco Malfoy nicht oft vor.
"Da bin ich, mein Schatz. Du wolltest mich sehen." flötete plötzlich eine bittersüße Stimme am Portraiteingang.
Überrascht blickte Hermine sich um und auch Draco wand seinen Blick von dem Mädchen vor ihm auf das Mädchen, was unerwartet in die Wohnung gekommen war.
Hermine fand schnell ihre Stimme wieder: "Claire!"
"Schlammblut!" antwortete Claire so, als hätte sie etwas eckliges verschluckt.
Nun verstand Hermine, was hier eigentlich los war und ihr Blick fiel wieder auf Draco. "Achso, das ist also dein dringender Termin. Verstehe schon." Abschätzend bedachte sie Draco mit ihren Augen. "Du bist ein solcher Idiot, Malfoy!", fauchte sie leise, während sie an ihm vorbei rauschte, nicht ohne ihn vorher noch mit ihrer Schulter einen Hieb in die Seite zu verpassen. Kurz bevor sie aus der Wohnung verschwand, hörte sie noch ein "Idiotisches Mädchen!" von Claire, dann schlug das Portrait jedoch zu und sie befand sich auf dem ruhigen von Fackeln erhelltem Gang wieder.
Wie hatte sie nur glauben können, dass Draco Malfoy wirklich etwas wichtiges zu tun hatte. Er traf sich mit dieser lästigen Claire und sicher nicht nur um zu reden. Sie merkte, wie ihr Tränen in die Augen traten. Sie war einfach so leichtgläubig und jetzt, kaum, dass sie wieder in seiner Nähe war, lief ihr gesamtes Leben aus dem Ruder. Verfluchter Kuss. Es hätte nicht passieren dürfen, jetzt war alles wie verhext. Wütend auf Draco und auf sich selbst stampfte sie förmlich davon.
So, das wars also fürs Erste, aber das nächste Kapitel kommt bestimmt, denn das soll hier ganz bestimmt keine Story mit Open End werden. Bitte sagt mir doch, wie es euch gefallen hat, weil ich diesen Teil hier echt in Eile für euch geschrieben habe. Liebe Grüße.
