5. Widerstand

„Hallo Bella."

Als ich meinen Blick hob blickte ich in die freudigen Augen von Mike Newton. Ich erwiderte seinen freundlichen Gruß zwar, doch ich spürte wie unwohl mir dabei war. Sein Blick strahlte mehr aus, als reine Freundschaft, und das schon seit dem ersten Tag, an dem ich an dieser Schule war.

„Na was gibt's Mike?"

Ich versuchte zu lächeln, an seiner überaus fröhlichen Laune konnte ich ablesen, dass selbst er Bescheid wusste. Ich ging weiter, in der Hoffnung Mike würde in die andere Richtung gehen, doch er folgte mir. Erst nach kurzer Zeit begriff ich, was er vorhatte und drehte mich umgehend um. Ich starrte ihn fragend an.

„Ach …" er geriet ins schleudern. „Ich dachte mir nur, jetzt wo Cullen weg ist, hättest du vielleicht Lust mal auszugehen?"

Seinem Blick nach zu urteilen meinte es dieser Junge wirklich ernst. Wie wenig Anstand hatte er, um ein Mädchen nach einem Date zu fragen, dass dank dem Ende ihrer Beziehung am Boden ist? Ungläubig starrte ich ihn weiter an. Ich hatte das Gefühl, ich hatte jegliche Selbstbeherrschung verloren, denn plötzlich spürte ich eine Träne über meine Gesicht rollen.

„Bella … ich wollte nicht…"

Ich hob nur die Hand, er wich zurück was im Endeffekt besser für ihn gewesen war. Ich wollte, dass er verstummt. Ich wollte ihn anschreien, doch gleichzeitig drehte sich alles. Ich dachte an Edward, an die Zeit die ich mit ihm verbracht habe, alles, was wir geteilt hatten. Und plötzlich sprudelte alles aus mir heraus, alle Gefühle die mich bisher versucht hatten aufzufressen, alle Gedanken, die bisher unausgesprochen waren. Alles offenbarte ich diesem Jungen.

„Du weißt doch gar nicht wie es ist, verlassen zu werden, du weißt nicht einmal wie es ist zu lieben. Du hast keine Ahnung wie wichtig Edward mir ist, was ich für ihn empfinde… Wie kannst du es wagen mich nach einem Date zu fragen, wenn du siehst dass ich am Boden bin? Edward musste gehen, er kann nichts dafür dass er … Mike Newton, du bist ein Idiot!"

Wütend hatte ich mich umgedreht und stolzierte in die andere Richtung. Mike blieb stehen, blickte mir fassungslos hinterher. Niemals hatte er eine so emotionale und aufgebrachte Bella erlebt. Und auch ich selbst war schockiert. Ich war kurz davor Edward zu verraten, ich hätte beinahe alles zunichte gemacht. Mir stiegen immer mehr Tränen in die Augen, sodass ich nicht sah wohin ich eigentlich lief. Mein Blickfeld verschwamm vor meinen Augen und ich stolperte. Ich wusste nicht wo genau ich war, doch ich spürte einen stechenden Schmerz in meinem Knie. Ich vergrub das Gesicht in meinen Händen. Wie hatte ich glauben können, stark genug zu sein ohne Edward leben zu können, gegen meinen Willen alleine zu sein? Alleine. Ich war vollkommen alleine auf der Welt. Ich wollte nicht mehr in Forks bleiben, wo mich alles an ihn erinnern würde. Jeden Weg den wir zusammen gegangen sind, die Luft die wir gemeinsam eingeatmet haben, obwohl er nicht atmen muss. Und von diesem Moment an wusste ich, dass ich gehen musste. Er war weg, also was hielt mich noch hier? Der Regen, die Kälte ? Nein , nicht einmal Charlie konnte mir den Schmerz nehmen, den Edward Cullen hinterlassen hatte. Niemand könnte mich jetzt noch auffangen. Ich musste gehen. Für Immer, es würde kein zurück mehr geben.