Ist das ein Lemmon? Sorry, der Begriff ist neu für mich.
Wie dem auch sei, vorsicht, es wird ein wenig erotisch ;-)


14. Kapitel

Laut pochte die erboste Hermine an die Kerkertür, die zu Snapes Räumen führte. "Severus Snape, machen Sie sofort die Tür auf!"

Nichts geschah.

"Ich weiß, dass Sie sich da drin verstecken! Kommen Sie gefälligst raus! Auf der Stelle!" Wieder hämmerte die aufgebrachte Hexe gegen die Tür.

Im Raum rumorte es, und dann dauerte es tatsächleine noch eine ganze Weile, bis sich die Tür öffnete. "Ich sagte doch, Sie sollen Ihre neugierige Nase nicht in fremde Angelegenheiten stecken. Damit waren auch Türen gemeint."

"Ich stecke nicht drin, ich stehe davor", fauchte sie trotzig.

"Wie überaus scharfsinnig, Miss Granger." Seine linke Braue hob sich verdächtig und er sah spöttisch auf sie herunter.
'Kann ein Mann so gut riechen?' fragte sie sich.
"Leider kann ich Ihnen keine Punkte für diese überaus geistreiche Erkenntnis geben. Möchten Sie stattdessen einen Lolli? Ich glaube, Horace hat hier irgendwo welche liegen gelassen. Ich glaube, sie sind im Schreibtisch. Moment, ich hole Ihnen einen."

Das brachte das Fass zum überlaufen. Hermine stürmte an Snape vorbei und blieb mitten in seinem Wohnzimmer stehen. "Nein, ich möchte keinen Lolli. Ich will wissen, wo Ihr Problem liegt." Sie lief aufgebracht hin und her. "Gut, ich war Ihre Schülerin hier." Er verfolgte ihre Schritte mit den Augen. "Gut, Sie konnten mich nie leiden. Okay, okay, okay." Snape schloss die Tür und betrachtete sie weiter interessiert - ganz so, als wäre sie das Ergebnis eines Versuches."Wenn Sie es nicht verkraften können, mich hier als Kollegin anzusehen, könnten wir uns wenigstens darauf einigen, uns dezent zu ignorieren?" Sie blieb stehen und versuchte zwanghaft sich zu beruhigen.

Nun näherte sich Snape ihr. "Wer hätte gedacht, dass Sie sich mal freiwillig in die Hölle", er betonte das Wort 'Hölle', "der Schlange begeben würden, Miss Granger."

Sie war so wütend, dass sie vergaß, ihn über ihre Hochzeit zu informieren. Sie bebte vor Zorn. "Sie ... sind ... wirklich ... eine ... äußerst ... bemitleidenswerte ... Person", stieß Hermine hervor.

Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. "Be-mit-lei-dens-wert?"

"Ja, Sie sind bemitleidenswert. Während andere ihr Ego mit meinetwegen Tennisspielen aufpuschen, versuchen Sie das, indem Sie andere terrorisieren."

"Tennisspielen?"

"Eine Muggelsportart. Zwei Spieler versuchen einen Ball mittels Schlägern über ein Netz zu schlagen", erklärte Hermine sachlich.

"Klingt überaus spannend. Besonders die Sache mit den Schlägern lässt sich sicher ausbauen. Wie viele Schläger werden pro Spiel gebraucht?" Spöttisch zog er einen Mundwinkel hoch.

"Sie ... unerträglicher ... Mann!" Zum ersten Mal ärgerte es sie, dass sie über einen Kopf kleiner war als Snape.
Dann zwang Sie sich zur Ruhe, atmete drei Mal tief durch und sah ihn an. "Als Minerva mir das Angebot machte, waren Sie nicht hier. Ich konnte Sie also bedauerlicherweise nicht um Erlaubnis fragen, Pro-fes-sor." Ihr Sarkasmus stand seinem in keiner Weise nach.

"Miss Granger, Miss Granger, was für eine freche Heuchlerin Sie doch geworden sind", schmunzelte Snape. Er überlegte und wirbelte dann herum, um zu seinem Privatlabor zu gehen. "Von mir aus bleiben Sie hier ..."

"Zu großzügig, danke, dass Sie mir Ihre Erlaubnis geben, SIR!" Sie knickste und sah, wie er stehen blieb und sie ungerührt ansah.

"... aber halten Sie sich fern von mir." Er grinste anzüglich. "Der Knicks steht Ihnen im Übrigen ausgezeichnet gut."

Bevor er in seinem Labor verschwinden konnte, ging sie mit raschen Schritten auf ihn zu. "Glauben Sie mir, ich habe nicht das Bedürfnis mich freiwillig in Ihre Nähe zu begeben", zischte sie.

"Was natürlich Ihre Anwesenheit in meinem Kerker erklärt." Snape konnte sich nicht dagegen wehren, aber die Situation amüsierte ihn.

"Nur weil mir Ihre Nähe unerwünscht ist, heißt dass nicht, dass ich Angst vor Ihnen habe, SIR. Wenn es wieder irgendeine Angelegenheit zu klären gibt, werde ich wieder hier auftauchen." Mit gerecktem Kinn starrte sie in trotzig an.

Snape begann, sie wie ein Raubtier zu umkreisen. "Sie sollten aber Angst vor mir haben, Miss Granger." Er blieb hinter ihr stehen. "Und hören Sie auf, die Starke zu spielen. Sie zittern ja vor Angst."

Hermine wollte ihm nicht nachgeben. Sie wollte sich nicht zu ihm umdrehen, denn genau darauf legte er es an. Sie wollte nicht, dass er ihre Unsicherheit wirklich sah. "Machen Sie sich nicht lächerlich."

"Fühlen Sie sich wirklich so stark? Ich vermute, Sie sind in Wirklichkeit, tief in Ihrem Inneren, noch genau die verunsicherte, kleine, nervende Schülerin wie vor ein paar Jahren." Snape spielte mit ihr - und er genoss es.

Er näherte sich ihr, bis er dicht hinter ihr stand. "Sie sind keine Schülerin mehr", hauchte er ihr mit seiner tiefen Stimme ins Ohr. "Dieser Status schützt Sie nicht mehr."

Ein Schauer durchfuhr sie.

"Sie sind keine Schutzbefohlene mehr, Hermine." Er spielte mit seiner Stimme.

Ihr Atem ging schwerer.

"Sie sind eine attraktive junge Frau, geschaffen der Lust zu dienen." Seine Stimme betörte sie.

Sie keuchte auf.

"So jung, so schön, so begehrenswert." Langsam fuhr er mit einem Finger über ihren Oberarm.

Hermine schloss die Augen und leckte sich über die Lippen.

"Dafür da, Verlangen zu schüren und Lust zu empfangen." Sein Finger wanderte über ihren Hals, ihr Kinn und dann über ihren leicht geöffneten Mund.

Bilder formten sich in ihrer Phantasie...

"Ihr Körper verlangt danach bewundert zu werden. Ihre Haut schreit nach Küssen, Ihre Sinne nach Erregung." Jetzt wanderte er zurück über ihren Hals hinunter bis zu ihren Brüsten.

... Bilder, die sie erröten ließen.

"Sie wollen Leidenschaft entfachen und ausleben." Er wanderte tiefer, über ihren Bauch.

Sie bebte.

"In sinnlicher Ekstase Ihren Körper am anderen reiben." Er streifte ihre Seite.

Sie zitterte.

"Sie sind bereit, mein Zeichen der Lust aufzunehmen." Seine Stimme klang dunkler.

Wieder keuchte sie auf.

"Und Sie sind zu schwach, um sich dagegen zu wehren." Er hauchte ihr einen Kuss auf ihren Nacken.

Aus dem Keuchen wurde ein Wimmern.

"Sie wissen, dass Sie nicht, absolut gar nicht", er pustete ihr sanft über die Schulter, "dagegen ankommen. Sie haben keine Chance, nicht die geringste Chance mir zu entkommen." Seine Hände wanderten ihr über ihre Hüfte. "Sie wollen mir nicht entkommen." Seine Hände wanderten über ihren wohlgeformten Hintern.

Seine Stimme lullte sie ein, die Bilder wurden konkreter, sehr konkret.

"Sie fühlen, wie Ihre Knie schwach werden, sich ihre Brustwarzen aufrichten und sich das Kribbeln zwischen Ihren Schenkeln verstärkt." Snape hauchte ihr einen Kuss auf die Haut kurz unterhalb ihres Ohres. "Verraten Sie mir, wie feucht Sie sind - oder soll ich es überprüfen?"

Hermine stöhnte leise auf.

"Lassen Sie mich raten, Sie sind bereit genommen zu werden."

"Ja", flüsterte sie erregt.

"Bitten Sie mich", forderte er sie sanft auf und leckte ihr sinnlich mit der Zungenspitze über den Nacken.

"Bitte", hauchte Hermine zugern.

"Bitte ... was?" Er setzte innerlich zum Sprung an.

"Ich will ... ich brauche", stammelte sie.

"Ja?" Dieses langsame, lang gezogene Wort brachte sie fast um den Verstand.

"Bitte, nimm mich."

"Gleich hier? Auf dem Tisch?", fragte er unschuldig.

"Ja. Bitte." Sie zerfloss innerlich wie Wachs unter seiner Berührung.

Snape richtete sich auf. "Die einstige Musterschülerin bettelt um einen Fick, so wie eine billige Schlampe." Seine Stimme schlug von sinnlicher Schmeichelei in eiskalte Verachtung um.

Hermine brauchte einen Moment um zu realisieren, was er gerade gesagt hatte. Dann wirbelte sie herum und starrte ihn aus weit aufgerissenen Augen an. Ehe sie sich beherrschen konnte, hatte sie die Hand gehoben und zu einer Ohrfeige ausgeholt.

Snape hatte diese Reaktion vorausgesehen, ja gerade zu geplant. Er fing ihre Hand ab, drehte sie um, so dass sie mit ihrem Rücken an ihn gepresst wurde und drängte sie zum Tisch. Er schob ihr das Haar zur Seite und zwang sie mit einem Griff in den Nacken mit dem Oberkörper auf die Platte. Dann schob er ein Knie zwischen ihre Beine und beugte sich wieder ganz nah an ihr Ohr. "Ich liebe es zu jagen. Sie dagegen bieten sich geradezu skandalös an - wie langweilig."

Wutentbrannt schrie Hermine auf. Sie wehrte sich, aber sie hatte keine Chance gegen diesen Mann.

Dieser Mann richtete sich auf, zog sie hoch und drehte sie so, dass sie, diesmal frontal, wieder dicht an ihn gepresst wurde. Er fasste ihr unters Kinn und hauchte ihr sanft einen Kuss auf die Stirn. "Und das, Hermine Granger, ist der Grund, warum du Angst vor mir haben solltest."
Mit einem Ruck stieß er sie von sich in Richtung Tür. "Geh!", herrschte Snape sie an. "Geh und komm nicht wieder."

Fassungslos und aufgebracht starrte die Frau ihn an. "Fahr zur Hölle, Snape."

Er lachte erbarmungslos. "Du wiederholst dich. Ich hoffe, das passiert dir nicht im Unterricht, dann werden dir die Schüler im Nu auf der Nase rumtanzen." Mit einem Satz packte er sie am Handgelenk und warf sie regelrecht aus seinen Räumen. "Träum süß."

Vollkommen entgeistert stierte die gedemütigte junge Hexe auf die zugefallene Tür. Tränen der Scham brannten ihr in den Augen. Und dennoch bebte ihr Körper vor Erregung. Was fiel diesem Mann ein, sie so zu behandeln? Im einen Moment versuchte er sie zu verführen, im nächsten stieß er sie fort. Auf der einen Seite lullte er sie ein, auf der anderen verpasste er ihr eine verbale Ohrfeige nach der nächsten. Er wollte sie, das hatte sie ganz deutlich gespürt, als er sie auf den Tisch gepresst hatte. 'Ich liebe es zu jagen', hatte er gesagt. Gut. Soll er. Aber sie würde ihm zeigen, dass sie sich nicht jagen lassen würde, nicht von ihm. 'Wobei', sagte ihr Gewissen, 'es wäre bestimmt interessant.'.
Sie würde ihm zeigen, was er weggestossen hatte. Er sollte es bereuen. Er war nicht der einzige Mann auf der Welt.

Die Kerkertür öffnete sich erneut. "Verschwinden Sie endlich!", brüllte Snape ungehalten.

Hermine drehte sich langsam um und floh die Treppe zur Eingangshalle hoch.
Sie floh aus dem Kerker.
Sie floh vor diesem fürchterlichen Mann.
Sie floh vor ihrer eigenen Scham.

Er trieb sie direkt in die Arme von Lucius Malfoy.