28. Kapitel – Die Freunde kommen

Bereue nichts so sehr, wie manchmal zuviel gedacht zu haben,
vor allem, wenn der Gedanke im Kopf schwirrt, bis er zur Aussprache kommt.

Frei nach Alex Merbach

Severus Snape hatte die Nacht schlecht geschlafen. Anfangs hatte er die Hoffnung gehabt, dass die Alpträume ein für alle mal verschwunden waren, doch seit der Nacht waren sie wieder da.

Er hatte sich selbst in seinem Traum letzte Nacht gesehen. Er hatte unter einem Baum gesessen und gelesen. Die Sonne hatte geschienen und die Jungen, die ihm das Leben schwer machten, waren auf dem Weg nach Hogsmeade. Dieser elende James Potter mit seiner Arroganz und seinem Hang, andere in Gefahr zu bringen, war wirklich die Pest gewesen. Er hatte oft auf die Besuche in Hogsmeade verzichtet. Zum einen, weil er kaum Geld hatte, das er ausgeben konnte. Zum anderen, weil das Schloss ohne seine Widersache direkt friedlich war. An dem Tag, an dem sein Traum spielte, hatte er im Gras gelegen und die Sonne genossen. Schon damals war er blässlich gewesen, aber nicht so aschfahl wie der erwachsene Severus Snape.
In der letzten Nacht hatte er geträumt, er hätte am See gelegen, die Augen geschlossen und plötzlich wären die vier Freunde über ihm gewesen. James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew hatten ihn ausgelacht und immer und immer wieder nach ihm getreten. Am Anfang war es nur Neckerei gewesen, doch es hatte sich schließlich zu einem Spiel gesteigert. Dunkle Flecken hatten seinen Körper überzogen, Flecken mit Zahlen drauf. Und wer es geschafft hatte, auf einen dieser Flecke zu treten, hatte die Punkte bekommen, die als Zahl darauf stand. Wer die meisten Punkte erreicht hatte, war der Gewinner gewesen. Snape hatte geschrieen. Er hatte weglaufen wollen, doch gegen die Vier Schüler hatte er keine Chance gehabt. Immer schneller hatten sie nach ihm getreten und irgendwann waren es nicht mehr die vier Jungen gewesen, sondern Nagini und unzählige Schwestern. Er hatte Voldemort angefleht, ihn in Ruhe zu lassen, doch dieser hatte nur weiter gelacht und seinen Spaß daran gehabt, Snape fast zu Tode zu quälen. Plötzlich war überall Wind gewesen, der an ihm gezerrt hatte. Wind und Hagelkörner, die seine Wunden getroffen hatte. Er war bewegungsunfähig gewesen und schließlich war Voldemort mitsamt Nagini verschwunden. Langsam war der junge Potter näher gekommen und hatte nur mit dem Finger auf ihn gezeigt. „Du Mörder, du hast meine Eltern umgebracht. Meine Mutter", hatte er geschrieen und Snape einen Kinnhaken gegeben.
Als er in seinem Traum wieder zu Bewusstsein gekommen war, hatte er sich in einem Wagen befunden. Überall waren Gitter gewesen, so dass er dem Wagen nicht hatte entfliehen können. Er hatte an den Gitterstäben gerüttelt und war plötzlich von gleißendem Licht geblendet gewesen. Völlig verängstigt war er gewesen und hatte sich in einer Ecke zusammen gekrochen. Doch plötzlich war er wie ein Magnet an die Gitterstäbe gezogen worden und Harry Potter hatte vor dem Wagen gestanden. „Seht her, liebe Leute", hatte der Bengel wie ein Marktschreier getönt, „kommt näher und seht euch den größten Täter aller Zeiten an. Vol-de-mort (die Menge „uuhte" an der Stelle) war sein Meister, doch ER", Potter hatte auf ihn gezeigt, „war sein williger Vollstrecker. ER", Potter spuckte vor ihm aus, „hat nicht nur meine Eltern ermordet…. NEIN!" Potters Stimme war mittlerweile hysterisch geworden. „Das war nicht genug. ER ist der Mörder von Albus Dumbledore, dem größten Magier aller Zeiten." Nun hatte auch die Menge hysterisch gekreischt. „Seht ihn euch an, wie er sich ins Hemd macht", war Potters Verachtung weiter zu hören gewesen. „Seht ihn an und schützt eure Kinder vor dieser gefährlichen Bestie. Niemand hatte ihn je leiden können. Niemand hatte ihn je geliebt. Kein Wunder. DIESER MANN VERDIENT ES NICHT, GELIEBT ZU WERDEN…"

Dieser Satz hallte auch nach seinem Aufwachen in seinen Gedanken nach. „Dieser Mann verdient es nicht, geliebt zu werden… Dieser Mann verdient es nicht … Dieser Mann wird nicht geliebt… Dieser Mann …."

ooOoo

Hermine stand pünktlich zur verabredeten Zeit an der Grenze des Hogwartsgeländes. Keine fünf Sekunden später tauchte Ginevra Weasley, jetzige Potter, zusammen mit Harry, natürlich Hand in Hand, auf und weitere fünf Sekunden später fühlte sich Hermine von beiden geradezu befallen. „Halt, halt, ihr erdrückt mich doch noch", lachte sie und umarmte ihre beiden Freunde herzlich. Sie hatte sie lange nicht mehr gesehen, eindeutig zu lange, wie sie mit einem Blick auf Ginnys Bauch feststellte. Sie schien die neuesten Nachrichten verpasst zu haben.

Harry grinste das Lächeln eines stolzen, werdenden Vaters. „Unser erstes Kind." Dann fiel er Hermine wieder um den Hals. „Wie geht's dir, Mine? Du siehst blass aus… Wir haben uns viel zu lange nicht mehr gesehen. Lass es nicht erneut dazu kommen, sonst jag ich dir einen Imperius auf den Hals, der dir befiehlt, jeden Abend zu uns kommen."

Seine Frau grinste. „Aber bitte nicht, wenn wir im Bett liegen, Schatz."

Hermine lachte unbeschwert. Sie freute sich ihre beiden Freunde wieder zusehen, aber auch, weil die beiden noch immer verliebt waren – wie am ersten Tage. Ein kleiner Stich durchfuhr ihr Herz, aber schnell drängte sie das Gefühl der Eifersucht zur Seite. Die beiden hatten es verdient, glücklich zu sein. Sie sah wieder auf Ginnys Bauch. „Wisst ihr schon, was es werden wird? Wie soll es heißen?"

Die werdende Mutter strahlte Hermine an. „Wir wissen es nicht, wir wollen uns überraschen lassen. Aber wenn es ein Mädchen wird, soll es Hemera heißen."

„Die Morgenröte?", erkundigte sich Hermine interessiert.

„Ja, genau." Harry legte einen Arm um Ginny. „Wir wollen mit dem Namen verdeutlichen, dass es ein Morgen gibt. Nichts endet in der Nacht, es folgt immer ein Morgen. Auf jeden Schatten folgt Licht. Nach der schrecklichen Zeit mit Voldemort, wird es wieder Leben geben und Lachen und Freude und Glück und so. Er hat es nicht geschafft, uns alle zu vernichten. Und er hat es nicht geschafft, unsere Leben für immer zu zerstören." Nach dieser leidenschaftlichen, kleinen Rede sah er Hermine erwartungsvoll an.

„Wow." Sie war sprachlos. „Und wenn es ein Junge wird?"

„Dann soll er Pacis heißen, also Frieden."

„Ihr seid ganz schön schräg." Hermine konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Aber nun sagt schon, wen habt ihr mitgebracht?"

„Er müsste gleich kommen." Harry hob seinen Zauberstab und ließ sich die Uhrzeit anzeigen. „Wir haben ihm gesagt, er solle fünf Minuten warten." Die Zahlen, die wie die eines digitalen Weckers aussahen, schwebten lustig in der Luft und versuchten, sich selbst zu schubsen. Die drei lachten. Es sah zu putzig aus, wie die drei an der null vorbeischlängeln wollte, um an erster Stelle zu stehen. Auch die zwei und die eins rangelten miteinander. Ein kurzer Schlenker von Harry und die vier Zahlen erstarrten.

„Es ist aber nicht Ron, oder?" Hermine versuchte beiläufig zu klingen.

„Der konnte sich nicht frei nehmen, aber er will dich auch bald besuchen." Ginny bedachte Hermine mit einem nachdenklichen Blick. Sie hatte viele Fragen, aber dies war wohl nicht der passende Zeitpunkt, um Hermine mit ihnen zu bestürmen. „Wie gefällt's dir hier, Mine? Erzähl, ist es sehr anders geworden, seit McGonagall Direktorin ist?"

„Sie leitet die Schule nur kommissarisch. Niemand weiß, wen das Ministerium als nächsten Direktor einsetzen wird. Ich hoffe, sie wird es. Sie macht ihre Sache sehr gut."

„Ist Hagrid noch da?" Harry unterbrach die Erzählung seiner besten Freundin, als er zu der kleinen Hütte des Wildhüters herüber sah und registrierte, dass kein Rauch aus dem Schornstein stieg.

„Nein, der hat Olympe geheiratet." Ginny kicherte und auch Hermine konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Die zwei machen ein Jahr Flitterwochen. Dann soll er wohl wieder kommen, aber das steht noch nicht genau fest."

„Dann sollte McGonagall die Hütte aber vergrößern." Harr lachte bei der Vorstellung, Hagrid und Olympe könnten es sich zusammen mit Fang in Hagrids Einzimmerwohnung gemütlich machen.

Die Ziffern der Uhr begannen wieder munter zu tanzen. Die Null war noch immer an erster Stelle, doch diesmal befand sich danach eine Eins, die versuchte, mit ihrer Spitze die Null anzugreifen. Es hatte sich eine Art Maul gebildet, in dem kleine Zähnchen zu sehen waren. Diese Zähnchen nagten an den geschwungenen Linien der Null. Die Null bekam daraufhin kleine Füßchen mit denen sie nach der eins trat. Der Doppelpunkt trennte die beiden Streithähne von den beiden anderen Zahlen. Nach dem Doppelpunkt stand eine umgekehrte Zwei, die ihrerseits versuchte, die nachfolgende Acht zu umarmen. Diese beiden Ziffern schmusten so offensichtlich, dass den beiden Hexen das Blut in die Wangen stieg und Harry sich beeilte, dem Treiben ein Ende zu setzen. Wieder zog er mit seinem Zauberstab einen Schlenker und die Zahlen standen in Reih und Glied, so als wäre nichts passiert. Brav zählten sie die Sekunden weiter abwärts.

„Die Fledermaus ist nicht mehr da, oder?", fragte Harry interessiert. Es stand ja groß im Tagespropheten, dass es keine Spur mehr von ihm gibt und er vermutlich gestorben ist."

Hermine wollte gerade ansetzen und erklären, dass Snape sehr wohl wieder aufgetaucht war und sich bei bester Gesundheit befand, als ein Fauchen und Schnaufen, Schreien und Fiepen sie herum wirbeln ließen. Die Zahlen hatten sich in soweit verwandelt, dass vor dem Doppelpunkt zwei Nullen standen, die ebenfalls miteinander schmusten und nun eher Ähnlichkeit mit zwei Eheringen, so sehr waren sie ineinander verkeilt, hatten. Die beiden Flecken des Doppelpunkts stießen quietschende Laute aus und prallten immer und immer wieder aufeinander. Es schien, als wollten sie sich gegenseitig aus der Zeitzone drängen. Die folgenden Ziffern verhielten sich auch nicht besser. Die Fünf stand stoisch auf ihrem Platz und verteidigte sich gegen die Angriffe der nachstehenden Neun. Die Neun versuchte die Fünf platt zu machen, indem sie auf und ab hüpfte, um auf der Fünf zu landen. Hinter der Neun drängelten sich mittlerweile eine Acht, eine Sieben und eine Sechs. Alle diese Ziffern versuchten ihren Vorgänger zu verdrängen, weil sie an der Reihe waren, die jeweilige Zeit anzuzeigen. Die Neun sah das völlig anders, sie bekam kleine Fäustchen und hieb auf die Fünf ein, die ihrerseits ein Schild vor sich auffuhr, um sich gegen die Attacken der Neun zu wehren. Nun tauchten eine weiter Fünf, eine Vier, eine Drei und eine Eins auf.

„Hey, wo ist denn die zwei?", lachte Ginny.

Harry schlenkerte mit seinem Zauberstab und die Ziffern zeigten deutlich die richtigen Zahlen an, 00:47. Die Frage nach Snapes Verbleib war ihm nicht wirklich wichtig, wahrscheinlich war das der Grund, warum er nicht erneut fragte. Er ging zu Hermine und umarmte sie erneut. Ihre Hände nicht loslassend, trat er einen Schritt zurück. „Ich freue mich wirklich sehr, dich wieder zu sehen, Mine."

Ginny trat näher und legte ihre Hand auf die Hände ihrer besten Freundin und ihres Ehemanns. „Wir waren alle mit eigenen Problemen beschäftigt, so dass wir die unserer Freunde vergessen habe. Das soll nicht noch mal passieren." Die drei sahen sich bedeutungsschwer in die Augen.

Ein schrilles Pfeifen erklang. Die drei wandten sich erschrocken zur Uhr um und sahen, dass es noch zehn Sekunden dauern würde, bis der Überraschungsgast auftauchen würde. Wie beim letzten Mal standen die beiden Nullen vor dem Doppelpunkt. Nach dem Zeichen befand sich die Eins, dann eine dritte Null. Die dritte Null nahm nun den Platz der Eins ein, die nach unten fiel. Neben der dritten Null stand nun eine Neun. Während die Eins unter der Uhrzeit hin und her marschierte, so als wäre sie ein kleiner Soldat, tauchten neben der Neun die restlichen Zahlen auf, die gebraucht wurden. Jede Sekunde fiel die entsprechende Zahl nach unten und die Nächste rückte auf. Als die Uhrzeit anzeigte, dass es nur noch drei Sekunden brauchen würde, bis der Überraschungsgast auftauchte, eilte Ginny zu Hermine und hielt ihr die Augen zu.

Hermine hörte das altbekannte ‚Plopp' und Ginny gab ihre Augen frei. Ihr Überraschungsgast lächelte Hermine offen an, dennoch sah sie den Schmerz in ihren Augen. Sie lächelte zurück und trat einen Schritt auf George zu. Er überragte sie einen Kopf und sah sie aus seinen braunen Augen an. „Hallo Mine", sagte er und streckte ihr die Hand hin. Sie hatte ihn das letzte Mal bei ihrer Hochzeit gesehen, aber großartig hatte er sich nicht verändert. Die Haare waren immer noch so rot wie bei seinen Geschwistern, das Kinn noch immer ein wenig zu kantig. Den linken Mundwinkel hatte er leicht spöttisch angehoben. Aber das markanteste an ihm war der Eindruck, den er hinterließ. Sie traute sich kaum ihm näher zu kommen. Der ganze Mann schien aus Trauer zu bestehen. Hermine nahm seine Hand, drückte sie kurz und zog ihn dann in ihre Arme. „George", flüsterte sie und umarmte ihn erneut.

Für einen Augenblick spürte sie, dass er die Umarmung erwiderte, dann schon er sie von sich und grinste sie mit dem typischen Fred und George- Grinsen an. Nein, nur noch das typische George Grinsen. Fred war tot.

Hermine wusste, dass George ihnen allen etwas vorspielte, um seine Trauer nicht öffentlich zu zeigen. Er war seinem Zwillingsbruder Fred sehr verbunden gewesen. Die beiden hatten eine besondere Verbindung gehabt. Oft schien es, als hätten sie Gedanken lesen können. Der eine fing einen Satz an, der andere beendete ihn.

Am Anfang schien es, als ob George am Tod seines Bruders zerbrechen würde, doch er hatte sich wieder gefangen und sogar den Scherzartikelladen weiter geführt. Allerdings zeugten die Schatten unter seinen Augen von zu viel Arbeit und zu wenig Schlaf. Er sah schlecht aus.

Hermine trat einen Schritt zurück und legte beide Hände auf Georges Oberarme. „Schön, dich wieder zu sehen." Sie freute sich wirklich.

Ginny und Harry sahen sich kurz an. „Lasst uns zum Schloss hochgehen", sagte Ginny fröhlich und zog Hermine und George mit sich.

Vorm Schloss angekommen blieben sie stehen. Die ehemaligen Schüler wollten „den Flair des alten Kastens" in sich aufnehmen, wie Ginny augenzwinkernd sagte. Sie ergriff Harrys Hand und fing an. „Weißt du noch…"

Sie verloren sich in Erinnerung.

Irgendwann ging die schwere Tür auf, und McGonagall trat aus dem innern des ‚alten Kastens'. „Ginny, Harry, George", rief sie. „Wie schön, Sie alle wieder zusehen." Als ihr Blick auf George fiel, stutzte sie, fing sich aber schnell wieder. „Kommen Sie, die Hauselfen haben den Tee vorbereitet. Ich habe mir erlaubt, den Lehrertisch in der Großen Halle decken zu lassen."

„Ich wollte schon immer mal am Lehrertisch Tee trinken", jubelte George gekünstelt.
Jeder tat ihm den Gefallen und lachte über seinen Scherz. Sie wussten, wie schwer es dem jungen Mann fiel, nicht wieder in Depressionen zu verfallen.

Ginny nahm Hermine am Arm und rief dann den anderen zu: „Geht schon mal vor, ich entführ euch Mine mal kurz."

Harry lachte auf. „Frauengespräche?"

„Genau", grinste seine Ehefrau.

Hermine war sich nicht sicher, ob sie ein solches Gespräch mit Ginny überhaupt führen wollte. Sie wusste, worüber die Freundin sprechen wollte. Sie wollte nicht über Ron reden.

Aber Ginnys Neugier machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Aus nostalgischen Ambitionen suchte Ginny ein leeres Klassenzimmer und setzte sich mit Hermine an einen Tisch. „Und nun erzähl mal."

„Gin, ich hab weder Lust, noch den Nerv mit die meine Ehe durchzukauen."

„Zufälligerweise bist du mit meinem Bruder verheiratet. Meinst du nicht, dass ich da ein Recht darauf habe, zu wissen, wie es in seiner Ehe läuft."

„Nein", knurrte sie.

Mrs. Potter seufzte auf. „Minchen, ich weiß vermutlich schon länger, als ihr selbst, dass es mit euch nicht mehr gut läuft."

„Woher?"

„Deine Briefe erzählten sehr viel über dich, aber nichts über Ron. Wenn ihr irgendwo zusammen auftauchtet, benahmt ihr euch wie Freunde, aber nicht wie ein Ehepaar, und schon gar nicht verliebt."

Hermine reagierte ungehalten. „Müssen wir nach drei Jahren Ehe Händchenhaltend durch die Gegend rennen und uns alle Nase lang abknutschen? Nur weil du und Harry die Finger nicht von einander lassen könnt, heißt das nicht automatisch, dass andere sich auch so verhalten müssen."

„Mine, komm, setz dich wieder. Das erwartet doch auch keiner von euch. Ich liebe meinen Bruder, und ich liebe dich wie eine eigene Schwester. Ich möchte nicht, dass ihr euch gegenseitig weh tut." Sie dachte kurz nach. „Ich möchte auch nicht, dass ihr euch trennt, ohne euch ausgesprochen zu haben. Vielleicht versucht ihr es noch einmal miteinander?

„Nein", rief die junge Lehrerin aufgebracht. „Das tun wir seid drei Jahren. Wir haben uns was vor gemacht. Wir sind zu verschieden." Sie sah Ginny in die Augen. „Kannst du dir vorstellen, was Ron ernsthaft will? Er will, dass wir uns ein Haus kaufen, und während der Herr jeden Tag zur Arbeit geht, soll ich Heimchen am Herd spielen, und die Kinder hüten."

Ginny war geschickt. „Das hat er nicht ernsthaft gesagt."

„Doch, hat er. Er will Beständigkeit in seinem Leben. Aber ich will das nicht, ich will was anderes. Ich will…" Sie brach ab. Fast hätte sie Ginny Dinge erzählt, die sie lieber für sich behalten wollte.

Diese hatte einen traurigen Ausdruck in den Augen. „Also werdet ihr euch trennen?"

„Mit meiner Anstellung hier in Hogwarts habe ich mich von Ron getrennt. Ich werde in der nächsten Zeit, wenn Ron nicht da ist, meine Sachen holen. Ginny, es tut mir leid, aber das wird nichts mehr."

„Wie kannst du dir da so sicher sein?"

„Das kann ich dir jetzt noch nicht sagen."

„Hast du einen Neuen?", rief Ginny ungläubig aus.

‚Verdammt', fluchte Hermine in Gedanken. Sie hatte vergessen, wie spitzfindig ihre Freundin war.

„Und?", blaffte sie. „Wäre das so schlimm?"

„Ähm, nein, natürlich nicht. Nur du bist nicht die Hermine, für die ich dich gehalten habe. Die Hermine, die ich kannte, betrügt ihren Ehemann nicht." Sie sah Hermine mit einem wütenden Blick an. „Hör zu, Hermine. Das sind eure Probleme, die gehen mich nichts an. Ich werde Ron davon nichts sagen. Das wirst du tun. Und zwar in den nächsten zwei Wochen. Ansonsten haben wir beide ein Problem. Verstanden?" Sie drehte sich um und wollte zu Tür. Da wandte sie sich erneut an Hermine. „Eins noch, ich bin wahnsinnig enttäuscht von dir."

Mit diesen Worten rauschte sie aus der Tür und stieß mit einem mehr als schlecht gelaunten Snape zusammen. „20 Punkte Abzug für Gryffindor wegen unerwünschter Familientreffen, Mrs. Potter", schnarrte er.


A/N: Nach einem stressigen Wochenende ein neues Kapitel :-)Ich überarbeite die Story und einige Dinge sind neu hinzugekommen, wer lesen mag: " http:// www. fanfiktion. de/ s/ 46e7c604000061e3067007d0/ 1 " Einfach die Leerzeichen entfernen und dann in den Browser eingeben.

A/N: Danke für die Komplimente Akkarim