Ich empfinde dieses Kapitel noch als zu … anständig … und befürchte, ihr werdet enttäuschen sein. Aber dennoch ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen – darum an dieser Stelle eine Warnung. Nichts für schwache Nerven.

Auch auf die Gefahr hin, dass ihr mich vierteilen werdet, ich habe dieses Kapitel erneut geteilt g


Kapitel 31 Das Ende vom Anfang

"Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht, denn alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. Drum besser wär's wenn nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element.

Faust, Johann Wolfgang von Goethe

Minerva hatte wirklich alles wissen wollen - von der ersten Begegnung, über die fast täglichen Spaziergänge bis hin zu gemeinsam verbrachten Nächten. Lucius war zum Schluss mehr als genervt gewesen und hatte versucht, den Fängen seiner Vorgesetzten zu entkommen. Er wusste, dass Minerva sich hauptsächliche um Hermine Sorgen machte, schließlich war sie immer noch ihr Löwenbaby, und blieb es wohl auch für immer. Letztendlich hatte er sie doch beruhigen können. Er konnte es selbst kaum glauben, aber nachdem er Minerva schlicht und einfach die Wahrheit erzählt hatte, hatte sie ihm sogar grünes Licht gegeben für eine gemeinsame Beziehung. Unglaublich, wie weit man mit der Wahrheit oft kommen konnte.

Aber noch wesentlich unglaublicher war die Reaktion von Seiten des Ministeriums. Er war wirklich und wahrhaftig rehabilitiert worden. Dass dies so schnell von statten ging, damit hatte er wirklich nicht gerechnet. Er hatte es gehofft, ja, denn die Billigung vom Ministerium war ein großer Schritt in Richtung Akzeptanz durch die Zaubereigesellschaft. Nun sollte ihm wirklich und wahrhaftig die Tür zurück aufstehen. Allerdings hatte Minerva ebenfalls erwähnt, dass er im Gespräch für den Posten des Direktors in Frage käme. Zuerst war er mehr als erfreut gewesen, doch jetzt, nachdem er diese Hoffnung hatte sacken lassen können, kamen ihm Bedenken. Zweifellos würde so eine Ernennung bei vielen Leuten auf Unglauben und Ablehnung stoßen. Auch wenn er sehr gern diesen Posten übernehmen würde, um seine gesellschaftliche Stellung weiter zu festigen, beziehungsweise sie überhaupt festigen zu können, so musste er vorsichtig an diese Sacher heran gehen. Wahrscheinlich war jetzt noch der falsche Zeitpunkt. Die Zauberereigesellschaft musste sich erst wieder an seine Präsenz gewöhnen. Zu einem jetzigen Zeitpunkt würde die Übernahme zu viele Fragen aufwerfen. Fragen, die in eine richtige Richtung gehen würden, genauer gesagt, sehr unbequeme Fragen bezüglich seines Einflusses im Ministerium. Auch wenn er lange Zeit sehr zurück gezogen gelebt hatte, so hatte er die Kontakte, die er noch immer inne hielt, gehegt und gepflegt.

Lucius glaubte zu wissen, wer seine Finger im Spiel hatte, ein guter Freund, der dem Minister nahe stand und in seinem Auftrag selbigem die eine oder andere Gefälligkeit erwiesen hatte. Er nahm sich fest vor in den nächsten Tagen nach London zu fahren, um sich mit seinem Kontaktmann zu treffen. Dringend mussten ein paar Dinge geregelt werden. Er war zu lange fort gewesen. Jetzt, nach seiner Rehabilitation war Lucius Malfoy dazu verpflichtet, jedem nachdrücklich bewusst zu machen, dass er wieder zurück war…

Er wollte Hermine schnell diese neue Entwicklung begreifbar machen. Denn das hieß, dass sie auch offiziell an seiner Seite erscheinen konnte, ohne irgendwelche einfältige Kommentare ertragen zu müssen. Er musste sie umgehend finden, um auf diesen Fortschritt mit Champagner anzustoßen – und um ihre weitere, gemeinsame Zukunft zu planen. Natürlich würde er sie jetzt noch nicht bedrängen können, schließlich gab es da noch Ron. Lucius machte sich wenig Sorgen, dass dieser irgendwelche Ansprüche gelten machen würde. Diese Beziehung war am Ende, ein Umstand, der ihm mehr als gelegen kam. Schon früher war er nicht vor verheirateten Frauen zurück geschreckt, wenn es sich denn lohnte von dieser verbotenen Frust zu kosten. Daher hatte er wenig Skrupel Hermine gegenüber, deren Frucht mehr als verlockend war und ihn bislang zu Frieden stellte. Wenngleich er gewisse Neigungen langsam nur noch mit größter Mühe unterdrücken konnte. Aber auch darüber machte er sich wenig Sorgen, es würde sich alles seinen Wünschen entsprechend regeln.

Hermine war wirklich eine große Verführung, seit langem das Beste, was ihm passiert war. Jedes Mal, wenn Minerva ihren Namen nur aussprach, verspürte er ein Kribbeln in der Magengegend, so dass er sie am liebsten gebeten hätte, nur noch ihren Namen zu benutzen. Aber das war natürlich unmöglich gewesen, ein Lucius Malfoy benahm sich nicht wie ein verliebter Narr. Verliebt! Er lachte auf. Ja, selbst ihm passierte so etwas auf seine alten Tage noch. Er selbst hatte nicht mehr angenommen, dass er wirklich noch einmal Gefühle für eine Frau entwickeln konnte. Nicht nach Artemis. Aber das war Vergangenheit, jetzt gab es Hermine. Seine Hermine.

Eigentlich hätte seine Laune glänzend sein müssen, doch sie war nahe dem Nullpunkt. Minerva hatte ihn erneut wissen lassen, dass sie ihn nicht, nur weil sie jetzt vertrauter miteinander umgingen, aus den Augen lassen würde. Und sollte er in irgendeiner Art und Weise ihrem kostbaren Löwenbaby auch nur ein Haar krümmen, würde er es bereuen. Als ob er vor Minerva McGonagall Angst gehabt hätte, welch absurde Vorstellung. Diese Frau war zwar eine mächtige Hexe, das musste er sich eingestehen, aber letztendlich war sie nur eine Frau, die gegen ihn von Vorneherein keine Chance hatte. Er hasste es, kontrolliert zu werden, und genau das hatte Minerva indirekt angekündigt. Ein weiterer Punkt auf seiner Liste, noch mehr Kleinkram, um den er sich kümmern musste.

ooOoo

Hermine war nicht in ihren Räumen. Auch zum Abendessen tauchte sie nicht auf. Snape ebenso wenig. Eine dunkle Vorahnung beschlich Lucius. Severus sollte es doch nicht wagen…? Lucius schüttelte den Kopf und wischte den Gedanken an diese groteske Vorstellung fort. Einmal hatte Snape es gewagt, und bitter dafür bezahlt. Und dennoch, das nagende Gefühl der Eifersucht und der Angst blieb in ihm. Es zerfraß ihn fast innerlich. Aber Lucius rief sich zur Ordnung. Hermine war keine lasterhafte Frau. Sie und Severus konnten sich nicht leiden. Und sein Traum betraf die Vergangenheit. Wozu sich Sorgen machen?

Er ging zufällig am Verwandlungsklassenzimmer vorbei, dessen Tür eine Spalt weit aufstand. Hermine hatte zwar in der Großen Halle gesagt, sie hätte ihr Buch liegen lassen, aber das war bereits Stunden zuvor gewesen. Sie konnte nicht mehr in diesem Raum sein.

Gerade als sich Lucius auf der Höhe der Tür befand, hörte er wie eine dunkle Stimme fragte: „Was tut dir Leid?" Es war Snapes Stimme, unzweifelhaft. Lucius blieb stehen. Nun hörte er Hermine antworten. „Es tut mir Leid, dass ich dich früher für deinen Hass verabscheut habe… Doch da wusste ich noch nicht…" Seit wann duzten sich die beiden? Diese Entwicklung behagte ihm gar nicht, ganz und gar nicht.

„Ich wusste nicht, wie sehr du gelitten hast und was sie dir alles angetan haben." Lucius verzog spöttisch sein Gesicht. Es ging also um Snapes Zeit auf Hogwarts. Dies war natürlich das perfekte Thema, um Hermines Mitgefühl zu wecken. Er rollte mit den Augen. Es war an der Zeit einzuschreiten.

Gerade als er die Tür öffnen wollte, hörte er Snape flüstern. „Du bist ihr so ähnlich…" Lucius hielt die Luft an. Wenn Snape es wagen würde, auch nur ein Wort von DIESER Geschichte zu erzählen, er würde ihm eigenhändig den Avada Kedavra auf den Hals jagen.

„Lily." Diesmal musste sich Lucius auf die Lippen beißen, um nicht laut aufzulachen. Lily! War der alte Narr immer noch nicht über Lily hinweg? ‚Bei Merlin, wie kann man nur so tief sinken', dachte er.

‚Eifersüchtig?'

Lucius stöhnte auf. ‚Kannst du nicht einmal deinen vorlauten Mund halten?', fauchte er den Spiegel in Gedanken erbost an.

‚Könnte ich', spöttelte dieser. ‚Aber warum sollte ich?'

‚Weil du mir damit einen großen Gefallen tun würdest.' Seine Laune war mittlerweile nicht nur unter den Gefrierpunkt gesunken, zusätzlich wurde er stetig aggressiver.

‚Bislang hatte ich nicht den Eindruck, dass du dir einen großen Gefallen verdient hast.'

Lucius hätte den Spiegel, wüsste er eine Möglichkeit, spätestens jetzt erwürgen können. ‚Lass deine Psychospiele', giftete er in Gedanken.

Der Spiegel lachte hämisch. ‚Warum, das hast du doch selbst gesagt. Magst du es nicht, wenn ich dich zitiere, mein Engel?'

Lucius' Aufmerksamkeit wurde wieder auf die Stimmen in dem Klassenzimmer gelenkt. „Sie hat mich immer vor James verteidigt, so wie du mich oft bei Harry in Schutz genommen hast. Bis ich sie ‚Schlammblut' nannte. Du hörtest bestimmt damit auf, als ich Albus töten musste." Nun musste er dem Treiben da drinnen endgültig Einhalt gebieten. Er öffnete lautlos die Tür und der Anblick, der sich ihm bot, raubte ihm den Atem. Hermine saß an der gegenüberliegenden Wand gelehnt, Snape mehr oder minder seitlich auf ihr. Eine Welle der Eifersucht durchfloss ihn, direkt gefolgt von einer Welle von Hass. Sein erste Impuls war es, seine Missgunst hinauszuschreien und Snape das Wissen, dass Hermine ihm gehörte, hinein zu prügeln. Sie war sein, und Snape sollte seine verdammten langen Finger von ihr lassen…

Doch Lucius war zu lange, und schon gar nicht umsonst, Voldemorts Erster Todesser gewesen. In all den Jahren hatte er die Selbstbeherrschung bis zur Perfektion erlernen und praktizieren müssen. Er lehnte sich gegen den Türrahmen, verschränkte die Arme vor der Brust und sah auf die beiden herab. Lucius kniff die Augen zusammen, sein Mund war nur noch eine schmale Linie und seine Augenbrauen standen wie zwei Striche nebeneinander, so dass er mit seinem grimmigen Gesichtsausdruck dem von Snape in nichts nachstand. „Du bist auf deine alten Tage doch wohl nicht sentimental geworden, Severus?", spottete er bissig. Mit einer inneren Genugtuung sah er, wie sich Hermines Augen vor Schreck weiteten und selbst Severus sah für einen Moment entsetzt aus. „Expelliarmus." Hermines und Snapes Zauberstäbe flogen zu ihm. Sofort rappelten sich die beiden Erwischten auf und Hermine eilte auf Lucius zu. „Lucius, es ist nicht so wie du denkst…", begann sie, wurde doch von ihm mit einem Blick unterbrochen, der ihr zu verstehen gab, dass es für den Moment besser war zu schweigen.

Lucius fixierte Snape, der noch immer auf dem Boden saß und mit einem unergründlichen Blick zu ihm hoch sah, und jagte ihm dann einen Ganzkörperfluch auf den Hals. Im Anschluss legte er beide Zauberstäbe auf ein Pult. Dann drehte er sich zu Hermine um und begann langsam auf sie zuzugehen. Ängstlich machte sie einen Schritt zurück, doch er blieb nicht stehen und kam immer näher. Sie ging noch einen Schritt zurück, und noch einen, bis sie irgendwann an einer Wand stand. Sein Geruch nach Moschus stieg ihr in die Nase und sie schloss gequält die Augen. Dieser Duft betörte sie. Sein Blick dagegen ließ sie zusammenschrumpfen.

Ein letzter Schritt, dann hatte Lucius sie mit seinem Körper an die Wand gepresst und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Mit seinen Lippen wanderte er über ihre Schläfe, ihre Wange, bis hin zu ihrem Mund. Sanft teilte er ihre Lippen mit seiner Zunge und sog an ihrer Oberlippe. Seine linke Hand fuhr langsam über ihre Hüfte, hoch über ihre Brüste, dann strich er ihr mit zwei, drei Fingern über ihren Hals und kratzte sanft an ihrem Ohrläppchen. Der Kuss hörte auf und er sah ihr tief in die Augen. Hermine erwiderte den Blick ängstlich und unsicher. Doch er lächelte. Das innere Gefühl der Panik, die sie empfunden hatte, als er in der Tür stand, legte sich sehr langsam, und schließlich wagte auch sie es, ihn scheu anzulächeln. Scheinbar hatte er gesehen, dass die ganze Situation wirklich harmlos war.

Das war sein Zeichen. Zu oft hatte er sinnlose Gewalt gesehen, und in den Anfangsjahren selbst angewandt, doch er hatte gelernt, dass Muskelkraft allein selten zum Ziel führte. Rastete er anfangs oft umgehend aus und hatte seine Gegenüber fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, bevor er schließlich befriedigt von ihnen abgelassen hatte, so wurde er mit den Jahren ruhiger. Er hatte festgestellt, dass Schläge und Schmerzflüche zwar primär seinen Rachedurst stillten, er aber sekundär wesentlich mehr Spaß und noch mehr Erfüllung an der psychischen Qual seiner Opfer fand. Und so entwickelte er mit der Zeit ein emotionales, perfides und äußerst boshaftes Spiel mit der Angst, das sich immer langsam in Panik steigerte. Die Mehrzahl der von den Todessern Betroffenen Muggel unterschätzten ihn deswegen und wähnten sich in Sicherheit. Ja selbst die Todesser bagatellisierten die Gefahr, die durch ihn ausgehen konnte, allen voran Bellatrix. Die Todesser bestanden in der Regel aus zwei Gruppen. Gehörten die meisten maskierten Mitläufer wie Crabbe oder auch Goyle der Schlägertruppe an, so bestand die andere Gruppe aus bestialischen Sadisten, die ihre Opfer mit Flüchen und den Unverzeihlichen quälten, bis dass sie gebrochen und willenlos waren. Dieser kleinere Kreis um Bellatrix Lestrange, zu denen auch ihr Mann Rodolphus, Dolohow, MacNair, Greyback und Yaxley gehörten, war weitaus gefährlicher gewesen, und Voldemort hatte sie nur zu gern mit Aufträgen gefüttert, um sie ‚bei Laune zu halten', wie er einmal gegenüber Lucius äußerte. Und doch war er es, der zum Ersten Todesser aufgestiegen war - nicht Bellatrix, nicht Fenrir, nicht Antonin. Voldemort hatte sein ‚Psychospiel' durchschaut und durchaus den Reiz daran anerkannt, er empfand selbst höchste Lust dabei. Voldemort war der Einzige gewesen, der ihn einschätzen gekonnt hatte, und der gewusst hatte, dass Lucius umso gefährlicher wurde, je leider und freundlicher er wurde. Snape sollte dies erst später erfahren.

Lucius nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände und küsste sie erneut. Dann sah er sie mit einem undurchschaubaren, aber dennoch geradezu liebevollen, Blick an. „Sollte ich dich in der Tat falsch eingeschätzt und mir in Wahrheit eine ansehnliche Repräsentantin sittlicher Indifferenz zugelegt haben?"

Sie sah ihn für einen Moment verwirrt an, bevor sie begriff, als was er sie gerade bezeichnet hatte. „Lucius … Ich … Wir, also … du", stammelte sie unbeholfen.

Blitzschnell rutschte er mit einer Hand an ihrem Gesicht hinab und legte sie auf ihren Hals. Er drückte nicht zu, er ließ sie einfach auf ihrem Hals liegen. „Wie einfach wäre es, jetzt einfach zu zudrücken und mit anzusehen, wie dir langsam die Luft zum Atmen wegbleibt, mein Herz." Er betrachtete sie nachdenklich, liebkoste sie mit seinem Blick. „Aber du weißt, dass ich das nicht tun werde, nicht wahr mein Schatz? Du vertraust mir und ich vertraue dir." Sein Blick blieb an ihren Lippen hängen. „Aber ich weiß nicht, ob ich das noch kann. Nicht nachdem ihr beide euch so … gut versteht… Sag es mir, mein Herz, kann ich dir vertrauen?" Jetzt presste er sie noch mehr mit seinem Körper an die Wand.

„Ich … da war nichts … Luc." Zum ersten Mal benutzte sie diese derart vertraute Anrede und wurde zum zweiten Menschen auf der Welt, der es wagte ihn so zu nennen, und er gestattete es ihr. „Du hast die Macht mir sehr weh zu tun, mein Herz", flüsterte er heiser. „Aber ich lasse mir nicht gern wehtun, weißt du? Und ich habe gedacht, dass du mir nie wehtun würdest. Wolltest du es? Wolltest du mir wehtun?" Hoffnung lag in seinem Blick.

„Nein… Das will ich nicht."

„Wehtun... Ein wahrhaft freundlich klingendes Wort, findest du nicht, mein Herz? Es beginnt mit einem weichen Laut und auch sonst beinhaltet es keine Härte. Douleur, selbst im französischen klingt es geradezu anmutig und formvollendet, findest du nicht, mein Herz?" Seine Stimme klang heiser und belegt. Sanft knabberte er an ihrem Ohr. „Und dabei kann dieses kleine Wort ungeheures Grauen bedeuten, entsetzlichen Schmerz, gnadenlose Gewalt. Ist das nicht fast schon euphemistisch, findest du nicht, mein Herz? Ich könnte dir jetzt wehtun, und dich zum Betteln bringen. Aber ich will dir nicht wehtun. Ich kann es nicht. Aber … du kannst es. Warum tust du es, mein Herz, warum?" Unendliche Trauer lag in seinem Blick. Mit einer Handbewegung löste er den Ganzkörperklammerfluch.

„Luc", versuchte Snape Lucius' Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dieser sah seiner Geliebten noch einmal in die Augen und drehte seinen Kopf anschließend langsam zu dem weiteren Mann. „Schweig", sagte er schlicht.

Gerade wollte Hermine was sagen, als er sie mit einem festen Griff in ihren Haaren von der Wand weg riss und in Richtung Tür stieß. „Geh, und warte oben auf mich. Regel zwei - bis ich da bin. Das Passwort ist Mondgöttin… Nun geh." Fluchtartig verließ Hermine den Raum und rannte bis sie nicht mehr konnte. Natürlich lief sie zu seinen Räumen, sagte „Mondgöttin" und eilte in die Mitte des Raumes. Sie stellte seinen Befehl nicht in Frage, sie kam gar nicht auf den Gedanken es zu tun. Kerzen entzündeten sich von alleine. Hermine kniete sich hin und senkte den Kopf. So verharrte sie für lange Zeit.

Lucius drehte sich langsam zu Snape um, und bedachte ihn mit einem abschätzenden und kalten Blick. „Ich gebe dir zwei Minuten Zeit, Severus. Sag mir, was ich wissen sollte."

‚Glaubst du wirklich, dass er dir jetzt wirklich sagen würde, er begehre dein Mädchen?", spottete der Spiegel.

Snape schloss die Augen, er wollte was sagen, aber er konnte kein Wort über die Lippen bringen. Krampfhaft suchte er nach Worten. Er wusste, dass Lucius in der jetzigen Stimmung überaus gefährlich war. Er wusste, dass dieser Mann eiskalt morden konnte.

Der Blonde Zauberer wartete geduldig. „Noch eine Minute, Severus."

„Ich würde sie nicht anfassen, nicht SO, sie ist doch noch ein halbes Kind", versuchte es Snape.

In Lucius' Augen blitzte es auf. „Unterstellst du mir etwa eine pädophile Neigung, Severus?"

‚Tz tz, wie frech von ihm. Zeig ihm seine Grenzen auf, mein schöner Engel."

„Nein, natürlich nicht", beeilte sich der Zaubertränkemeister zu sagen. „Ich meine nur, mir ist sie zu jung, sie war meine Schülerin. Lucius, du kennst meinen Geschmack."

„Allerdings", schnaubte dieser. „Den habe ich zur Genüge kennen gelernt."

„Luc… Es war nicht meine Schuld…"

‚Aber natürlich nicht … und ewig lockt das Weib.'

„Noch dreißig Sekunden, mein Freund." Unbeirrt starrte er den am Boden liegenden Mann weiter an.

„Mir … mir ging es nicht gut, Lucius." Das zuzugeben kostete Snape Überwindung.

‚Jetzt kommt die Tour schon wieder.'

„Fünfundzwanzig…" Fuhr der Blonde unbeeindruckt fort.

„Sie war plötzlich da … und ich konnte nicht anders."

‚Vorher hat sie ihn natürlich noch bewegungsunfähig geflucht. Ein kesses Mäuschen hast du dir da angelacht.'

„Zwanzig."

„Ihre Nähe tat mir in dem Moment gut, aber nicht mehr…"

‚So gut wie dir, mein Engel? Das ist nicht gut, gar nicht gut. Nachher fällt ihr ein, dass sie Sev lieber mag als dich.'

„Fünfzehn."

„Bei Merlin, Lucius, ich weiß, dass ich keine Chance gegen dich habe. Sie will dich, den schönen, charmanten Lucius Malfoy…"

‚Er schleimt sich bei dir ein, um sie dir hinterrücks auszuspannend. Hör nicht auf ihn.'

„Zehn."

„… nicht den zynischen, verbitterten alten Severus Snape."

‚Glaub ihm kein Wort, mein Engel. Er belügt dich.'

„Sieben."

Snape versuchte aufzustehen, doch seine Beine waren eingeschlafen, so dass er mit einem Schmerzenslaut zurück sank.

„Fünf."

„Lucius, ich weiß, dass sie dir gehört."

‚Zeig ihm, dass er sich entsprechend verhalten soll. Zeig es ihm, mein Engel. Nicht der Cruciatus, den anderen – ich helfe dir."

„Eins." Lucius lächelte kalt, „Araneamordes", malte mit dem Zeigefinger lässig zwei Kreise, die sich mit Rauch nachbildeten, in die Luft und stieß diese dann in die Richtung von Snape. Die Kreise teilten sich und kamen in rasantem Tempo näher, dabei wurden sie größer, bis sie fast mannsgroß waren und fingen an, Snape zu umhüllen. Dieser hatte das Gefühl von tausend mal tausend Spinnenbeinen bestiegen zu werden. Es wimmelte nur vor diesen Ekeltieren. Sie krochen auf ihm herum, sie kletterten an ihm hoch, überall waren sie – und sie bissen.
Eine sengende Hitze durchfuhr ihn, die sich langsam in bodenlosen Schmerz steigerten - gepaart mit Ekel. Snape wollte schreien, doch seine Stimme blieb ihm im Hals stecken. Überall waren diese Viecher, sie krochen ihm in die Ohren, die Nasen, den Mund, sie schienen ihn von innen aufzufressen. Er war unfähig sich zu bewegen, so als wäre er mit einem ‚Stupor' belegt worden. Der Schmerz überrannte ihn, schlimmer als der Cruciatus.
Der Unverzeihliche Fluch griff den Körper an und ließ das Opfer vor Schmerz fast ohnmächtig werden, ja sogar um den Verstand bringen. Doch der Araneamordes dagegen griff die Seele an, so als würde nicht nur sämtliches Glück aus einem herausgezogen werden, sondern zusätzlich auch die Liebe, die Lust, das Leben. Je länger der Fluch verwendet wurde, desto stärker wurde das Bedürfnis sich umzubringen.
Snape sah zum Fenster. Es war zu weit entfernt, um sich hinaus zustürzen. Er sah zu seinem Zauberstab, den Lucius auf ein Pult gelegt hat. Er war zu weit entfernt, um sich selbst einen Avada Kedavra aufzufluchen.Er sah sich nach einem Messer um, einem spitzen Gegenstand. Nichts. Ihm blieben nur seine eigenen Fingernägel. Also begann er, sich die Haut am Handgelenk aufzukratzen. Langsam drang das Blut an die Oberfläche. Aber es war nicht genug. Er musste sich die Spinnen aus dem Blut kratzen. Sie tranken es, sie tranken ihn leer. Er musste es verhindern. Nur noch ein Stückchen tiefer kratzen. Mit jedem Tropfen Blut, das aus ihm heraus floss, wurden bestimmt auch die Spinnen weniger. Er spürte, wie sie seinen Magen anfraßen. Er spürte, wie sie die Erinnerungen in ihm auffraßen. Die bittersüßen Erinnerungen an Lily, und an sie. Nein, darüber wollte er nicht weiter nachdenken. Er musste sich weiter die Handgelenke aufkratzen, dann wäre er bald mit Lily vereint.

Lucius trat langsam näher und hockte sich neben Snape. Sein Blick glitt über die kümmerliche Gestalt, die sich vor ihm am Boden krümmte und an den Handgelenken kratzte. „Nun, körperlich bist du wohl zurzeit ein wenig eingeschränkt, wie ich sehe." Er starrte fasziniert auf Snape hinab. Doch als dieser begann, mit seinen Zähnen die Ader durchzubeißen, skizzierte er energisch eine Linie in die Luft. „Finite Incantatem".

Der Schmerz hörte abrupt auf, die Spinnen verschwanden. Snape rang verzweifelt nach Atem. Stockend fiel sein Herz wieder in ein normales Tempo, beruhigte sich Schritt für Schritt, Schlag für Schlag. Sein Puls regulierte sich wieder auf normale Frequenz. Langsam wurde das Bild eines lächelnden Lucius Malfoy vor ihm klarer. Er blickte an sich herab. Keine Spinne, nicht die Spur davon. Nichts deutete auf die gerade empfundene Tortur hin - nichts, außer dem Blut an seinen Handgelenken.

„Tut mir wirklich Leid", sagte Lucius lapidar, dann holte er aus und schlug Snape mit der Faust ins Gesicht. „Du weißt, normalerweise bin ich gegen körperliche Gewalt. Aber auf mir unerklärliche Art und Weise verspürte ich geradezu intensiv den Drang dazu. Warum das wohl so ist? Sag es mir, Severus." Lucius stand auf, streckte seine Hand zu seinem Freund aus und ballte sie zur Faust, langsam zog er sie hoch. Auch Snape wurde Stück für Stück hoch gezerrt. Schließlich öffnete der blonde Magier seine Faust und schob seine Handfläche in Richtung Snape. Dieser spürte, wie er an die Wand gedrückt wurde, ja regelrecht gequetscht. Er wollte etwas sagen, doch sein Atem schien ihm aus der Lunge gepresst zu werden, heraus kam nur ein jämmerliches Keuchen.

Mit Genugtuung betrachtete Lucius das sich ihm bietende Schauspiel. „Du scheinst heute wirklich einen schwachen Tag zu haben, mein Freund." Dann näherte er sich ihm, und unterließ es aber nicht, ihn noch näher an die Wand zu drücken. „Ich warne dich, Severus", hauchte Lucius besessen in sein Ohr, „lass die Finger von Hermine, sie gehört mir. Ein Blick, eine Geste, ein falsches Wort - irgendwas, was mir zeigt, dass du nicht den gehörigen Abstand zu ihr wahrst, und du wirst wissen, dass ich eben noch liebevoll mit dir umgegangen bin. Wenn es dir als grausam vorkam, so wirst du mich dann als gnadenlos bestialisch empfinden. Ist dir das klar?" Sein Blick war eiskalt, nichts verriet, dass er eine Nacht zuvor noch ein einfühlsamer Liebhaber war.

„Ich denke, dass ich dich verstanden habe." Snape sah, wie Lucius kurz zufrieden mit dem Kopf nickte und sich dann in Richtung Tür wandte. Er kannte Lucius zu gut, als dass er auch nur einen Moment annehmen würde, seine Wut wäre verraucht. Selten hatte er jemanden getroffen, dessen Selbstbeherrschung noch stärker war als die von seinem blonden … Freund, selbst ihn übertraf dieser um Längen. Auch wenn dieser den geläuterten Todesser spielte, so konnte dieser ihn nicht täuschen. Er selbst verspürte ab und an den Drang gewisse Praktiken durchzuführen, doch konnte er sich beherrschen, weil ihm kaum noch etwas wirklich wichtig war. Hermine dagegen war Lucius wichtig. Und wenn Lucius etwas wichtig war, ging er notfalls über Leichen. Snape war klar, wohin sein Gegenüber gehen wollte – zu Hermine. Und ebenso war ihm bewusst, dass die junge Frau in großer Gefahr schwebte. Zu oft hatte er Frauen gesehen, mit denen Lucius fertig war, wenn er seine Wut unterdrückte. Allerdings hatten die Frauen diesem Mann nichts bedeutet. Konnte er der Frau, die er liebte, auch so behandeln?

Auch wenn Hermine Snapes Nerven oft bis zum geht nicht mehr beanspruchte, so konnte er es nicht verantworten, sie dieser Gefahr auszusetzen. Er musste etwas unternehmen. Snape überlegte nur den Bruchteil einer Sekunde. Hermine hatte ihm bedingungslos geholfen. Er stand in ihrer Schuld, aber hier nach waren sie quitt. Nun war es an ihm, ihr zu helfen. Nur so konnte er sich von seiner Schuld ihr gegenüber loskaufen, und ihr am nächsten Tag, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, wieder begegnen können. „Aber ich warne dich ebenso, Lucius. Sie bedeutet mir nichts, aber sie ist meine Kollegin. Sollte ihr irgendetwas passieren, dann bist du dran."

Der blonde Zauberer hielt inne, wandte sich um und schenkte ihm einen spöttischen Blick. „Red weiter mit deinem Chemiebaukasten, Severus, bestimmt ist irgendwann was Sinnvolles dabei."

Snape sah ihn offen an. „Sind wir eigentlich Freunde, Lucius?"

Dieser zog in Snapemanier eine Augenbraue hoch. „Aber natürlich sind wir das, Sev", antworte er sanft, so als würde er mit einem Kind sprechen.

Snape atmete tief durch, es war wichtig, wieder zurück zu Kräften zu kommen. „Dann glaube einem Freund. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Ich habe sie gebeten mich in den Arm zu nehmen." Langsam ging er auf Lucius zu. „Und sie tat es nur äußerst widerwillig."

Lucius lachte auf. „Ich glaube dir nicht, mein Freund." Unerschrocken, ja fast schonmitleidig, sah er Snape an, der näher kam. „Aber ich weiß, dass zwischen euch nicht mehr war."

Nun war Snape irritiert. Woher konnte Lucius das wissen? „Ach, bist du allmächtig geworden, Luc?", schnarrte er.

Dieser grinste überheblich. „Nein, aber ich habe aus der Vergangenheit gelernt. Du hast bestimmt schon vom Servus- Ritual gehört?"

„Das hast du nicht getan." Snape keuchte auf. Er war selten aus der Fassung zu bringen, aber diesmal war er es. „Sag mir, dass du das nicht getan hast."

Lucius öffnete seine Hand und stieß sie lässig von sich weg, woraufhin Snape zurück und direkt auf einen Stuhl gerammt wurde. Der blonde Zauberer schlenderte gelassen auf ihn zu und setzte sich auf ein Pult. „Warum nicht?"

„Warum nicht? Weil du ihr Leben zerstört hast."

„Es war ihr eigener Wunsch", tat Lucius ab.

„Du hast ihr die Bedeutung nicht richtig erklärt."

„Für wie skrupellos hältst du mich eigentlich?"

„Muss ich dir darauf wirklich eine Antwort geben?", fauchte Snape.

Sein Gegenüber lachte. „Nun, ich habe sie aufgeklärt. Ansonsten würde das Ritual nicht funktionieren. Hermine könnte allerdings die ein oder andere … Bedingung nicht richtig ernst genommen haben."

In Snape arbeitete es fieberhaft. Er hatte den dringenden Wunsch Hermine zu schützen (über dessen Ursprung wollte er sich später Gedanken machen und zu einem Ergebnis kommen, das ihm gar nicht gefallen sollte), aber er sah ein, dass es nun kaum noch möglich war. Zu tief hatte sie sich hineinverstrickt. Dumbledore hätte vielleicht eine Antwort gewusst, aber der lebte leider nicht mehr… Er sah Lucius an und registrierte erleichtert, dass das Tier in dessen Körper begann ruhiger zu werden. Die größte Gefahr war für Hermine vorbei. „Warum, Luc, warum tust du das alles hier." Er wischte mit der Hand durch die Luft.

Lucius seufzte. „Würdest du mir die Wahrheit glauben?"

„Vielleicht, versuch es."

„Weil ich sie brauche."

Snape hatte sich derartiges bereits gedacht, dies aber so offen zu hören war dennoch überraschend. Er wollte etwas erwidern, doch Lucius war mit einer geschmeidigen Bewegung aufgesprungen. „Du entschuldigst mich? Ich habe noch eine Verabredung." Mit diesen Worten warf er dem Tränkemeister dessen Zauberstab hin und verließ das Klassenzimmer.

ooOoo

Auf dem Weg zu seinen Wohnräumen überfiel Lucius Schwermut, Trauer und Verzweiflung. Er erinnerte sich an seinen Traum. Die Angst Hermine an Snape zu verlieren war durch dessen Beteuerung nicht verschwunden, noch nicht einmal verringert. Aber wenn er jetzt den Fehler machen würde, sie zu bedrängen und seiner Eifersucht nachzugeben, dann würde er sie in die Arme seines Freundes treiben. Er musste die Sache anders angehen. Einen Plan entwerfen, der Hermine und Snape für immer verfeinden sollte, so dass die Gefahr gebannt sei. Vor der Tür zu seinen Räumen hielt er inne.

Lucius ging weiter bis er vor einem großen Portrait stand. Nur er und sein Hauself Purple wussten von diesem weiteren Eingang. „Leochares", murmelte er, nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand ihn beobachtete und trat in den angrenzenden Raum.

Dieser Raum war mehr eine kleine Kammer. Lucius bewahrte Dinge darin auf, deren Bekanntheit ihn in Schwierigkeiten bringen konnte. Die Kammer war mit seinem Wohnzimmer durch ein Bücherregal getrennt. Eine besonders interessante Erfindung. Das Regal sah einerseits aus wie ein normales Regal, selbst richtige Bücher standen darin. Von der Seite der Kammer aus war es ein Fenster, durch das er in seine Räume sehen und an einer bestimmten Stelle natürlich auch lautlos durchschreiten konnte. Er setzte sich in einen Sessel und beobachtete Hermine nachdenklich.

‚Und, mein Engel, was hast du nun mit ihr vor?'

Lucius rieb sich die Schläfen. ‚Ich werde ihr klar machen müssen, wem sie gehört.'

‚Vielleicht solltest du die Zügel straffer ziehen?'

Das sollte er vielleicht wirklich tun.

‚Siehst du sie am Boden knien? Sie hat Angst. Sie würde jetzt alles für dich tun. Ich weiß, dass du das genießt. Nimm sie dir.'

Der Zauberer versuchte die Stimme in seinem Kopf zu ignorieren.

‚Ich kenne deine Träume, mein Engel, und ich weiß, dass du dich zurück halten musst… Dabei würdest du es genießen. Sie würde es genießen', stachelte ihn der Spiegel an.

‚Hör auf', bellte Lucius in seinen Gedanken. ‚Du wirst mich nicht dazu bringen ihr wehzutun. Ich werde es nicht. Niemals werde ich sie im Zorn schlagen können.'

‚Probiere es, vielleicht gefällt es ihr. Oder sie senkt die ganze Zeit, während du sie fickst an …. Snape?'

Da war sie wieder, die Angst Hermine zu verlieren. Er wusste, dass der Spiegel ihn zu Dingen bringen wollte, die er nicht tun wollte – und auch nicht durfte. Er musste stark sein, er durfte sich nicht gestatten, sich gehen zu lassen. Denn genau das war es, was der Spiegel wollte. Genau das war es, was diesen stärker machte. Genau das war es, was dieser niemals bekommen durfte…

‚Soll ich sie fragen, was sie sich wünscht?'

‚Das kannst du nicht.'

‚Willst du es drauf ankommen lassen, mein Engel? Weißt du noch, als sie mich berührt hatte? Wie sie mit ihren sanften Fingern die Linien an mir nach fuhr? Sie, der Begriff der Reinheit, berührte das Böse… Sie stellte eine Verbindung zwischen dir und mir her. Sie war es, die wir beide brauchten. War die Verbindung vorher nur geistiger Natur, so sind wir beide nun auch körperlich verbunden, mein Engel. Die Reinheit war des Rätsels Lösung. Das Gute, dass sich mit dem Bösen mischt… Dadurch, dass sie mich selbst hat, hat sie sich mit mir verbunden. Ich kann zu ihr sprechen. Ich könnte es auch jetzt. Willst du es?'
Der Spiegel hatte eine beschwörende Stimme angenommen. Es schien, als wollte er den realen Lucius bannen und ihm seinen Willen aufzwingen.
‚Geh zu ihr und nimm sie dir. Siehst du nicht, wie willig sie kniet? Sie braucht die harte Hand, du kannst sie ihr geben. Sie braucht es. Gib es ihr. Nimm sie dir.'

„Asperis", flüsterte Lucius heiser und trat durchs Bücherregal – direkt hinter Hermine.


Begriffe:
- araneamordes: aranea lat. Spinne, mordere beißen
- imposante Repräsentantin sittlicher Indifferenz: außerordentliche Schlampe
- servus: lat. Sklave
- asperis: lat. Asperire öffnen

Frage:
Ich möchte euch eine Frage stellen und hoffe, dass ich zahlreiche Antworten darauf bekomme, nur so kann ich die Geschichte besser gestalten und effektiver auf euch zu gehen: Versteht ihr eigentlich Hermines Faszination für Lucius? Oder lest ihr euch das durch und fragt euch: „Was will die Alte eigentlich von uns?"
Wie gesagt, es wäre toll, wenn mir möglichst viele eine Antwort geben – auch die Schwarzleser zwinker

Erklärung:
Das Zitat „stets das Böse will und stets das Gute schafft" mag den ein oder anderen verwirren. Mephisto, der diesen Satz im Faust äußert, sagt, dass das Böse nicht unbedingt das Böse ist, da es immer einen Sinn hat. Daraus folgt, dass das Böse wiederum gut ist, und nur der Mensch es als böse empfindet. Mephisto stellt diesen Sinn allerdings in Frage, indem er sagt, dass auf Leben immer der Tod folgt, auf Entstehung Zerstörung. Daher ist das Gut/Böse- Denken eigentlich sinnlos. Das Gute (Gott) kann nicht ohne das Böse (Teufel) existieren.

Danke:
Sorry, hab im letzten Dokument vergessen meinen Dank zu kopieren, ich hol das an dieser Stelle nach ;-)
Danke an Lorelei für ihr Review…. Ich hoffe, dir gefällt die neueste Entwicklung, nur, bleibt sie so? ;-)
Und natürlich an AMJ, magst du dich nicht anmelden? Da kann ich besser antworten zwinker Harry und Ginny habe ich nicht wirklich ausgearbeitet, sie sind, wie du bereits sagtest eher Nebencharaktere. Aber ich freue mich wirklich, dass du noch dabei bist J Und Snape und Hermine kommen langsam, sehr langsam in Gang. Wenn da kein großes Aber in Form von Lucius wäre…lach