32. Kapitel – Das Ende der Dursleys
Die Wolke überschätzt sich, wenn sie meint, sie könne das Sonnenlicht auslöschen.
Walter Ludin
Pünktlich um fünf Uhr legte ein sehr korpulenter Mann in seinem Büro am Stadtrand von Little Whinging seinen Kugelschreiber zur Seite, und betrachtete zufrieden lächelnd den vor ihm liegenden Vertrag. Grunnings konnte wieder einmal einen neuen Erfolg verbuchen, sein Konto ebenso. Vielleicht sollte er seiner Frau ein Geschenk machen, schließlich konnte er es sich jetzt leisten. Er nahm sich vor, in den nächsten Tagen zu Graham's zu fahren, um eine schöne, und natürlich teure, Kette zu erstehen. Die Nachbarn würden sich die Augen aus dem Kopf starren, wenn er ‚einfach mal so' aus dem Wagen steigen und seiner Frau einen kostbaren, und natürlich besonders teuren, Edelstein um ihren dürren Hals legen würde. Vielleicht wäre ein Samstag besser geeignet, vorzugsweise am frühen Abend. Er wollte sich den genauen Zeitpunkt überlegen, wenn es an der Zeit war.
Vernon Dursley sah kurz aus dem Fenster. Es war mittlerweile Oktober geworden und der Herbst eingekehrt. Ein definitiv ungemütliches Wetter. Schnell ging zur Garderobe, zog sich seinen Mantel an und verabschiedete sich bei seiner Sekretärin. Heute hatte er es besonders eilig, da sein Sohn Dudley seinen Besuch angekündigt hatte. Dieser wollte seinen Eltern seine neue Freundin Melitta Mason vorstellen, die Tochter eines Geschäftspartners von Vernon.
Duddylein hatte sich zu einem wahren Mann gemausert, dem die Frauen nur so nachstellten. Kein Wunder, schließlich kam er auch nach ihm, seinem Vater, einem echten Dursley. Auch wenn die Eltern noch kein Mädchen kennen gelernt hatten, so hatte Duddylein ihnen schon oft von seinen Freundinnen erzählt. Petunia war anfangs besorgt gewesen, da sie befürchtet hatte, der intensive Frauenkontakt könnte ihrem Baby schaden, doch Vernon hatte sie beruhigt. Ein Mann musste seine Hörner erst einmal abstoßen, bevor er sesshaft wurde. Dass dies zufällig mit Melitta, der Tochter eines wirklich wichtigen Geschäftspartners, geschehen sollte, war ihm gerade recht.
Er trat aus dem Bürogebäude und rannte durch den Regen zu seinem Wagen, einem chicen und natürlich sehr besonders teuren Aston Martin. Er hasste es, wenn sein Auto von innen nass wurde, hieß dies zwei zusätzliche Überstunden Pflege. Andererseits bot dies die Möglichkeit, den Nachbarn wieder einmal zu zeigen, dass sich die Dursleys etwas leisten konnten, zum Beispiel dieses exklusive, natürlich überaus sehr besonders teure, Vehikel.
Er drehte das Radio lauter und pfiff schräg einen bekannten Schlager mit, während er nach Hause fuhr. Unterwegs kaufte er für seine Angetraute einen, natürlich extrem überaus sehr besonders teureren, Strauss Pfingstrosen. In Amerika gab es einen Mann, der eine spezielle Sorte züchtet. Er hatte seinen Gärtner angewiesen, ein Strauss zu bestellen und glatt 250 Pfund hingeblättert. Er wusste, dass sich Melitta Mason mit Blumen beschäftigte, entsprechend konnte sie später an ihren Vater weiterleiten, dass sich die Dursleys nur mit dem Besten vom Besten zufrieden gaben, wie mitunter dieser speziellen und seltenen Blumenart.
Seine Laune stieg mit jedem Kilometer den er fuhr. Seitdem der Sohn der missratenen Schwester seiner Frau dem komischen Kauz namens Voldemort das Licht ausgelöscht hatte, war er umgehend mit seiner Familie zurück in den Ligusterweg gekehrt. Seitdem lebten sie friedlich und vor allem ruhig. Sie hatten sich keinerlei peinlichen Fragerei zu ihrem noch peinlicheren Neffen aussetzen müssen. Harry war nach seinem Aufenthalt im St. Brutus, ein Internat für unheilbar kriminelle Jugendliche, direkt ins Jugendgefängnis überwiesen worden. Natürlich betrauerten sämtliche Nachbarn die Dursleys, und versicherten ihnen immer wieder, wie geradezu großherzig sie waren, weil sie dem Potter- Jungen zumindest den ersten zehn Jahren seines Lebens ein Dach unter dem Kopf gewährt hatten – bei so einer fehlgeratenen Schwester….
Als er in den Ligusterweg einbog, fuhr er rasant durch eine Pfütze, die eine Passantin über und über mit Dreck beschmierte. Vernon kümmerte sich nicht darum, genauer gesagt, hatte er diesen kleinen Vorfall gar nicht bemerkt, da er in Gedanken bereits über einen möglichen Vertragsabschluss mit Mr. Mason nachdachte. Nachdem vor acht Jahren ein fast perfekter Deal durch Harrys Schuld geplatzt war, stellte dies einen besonderen Leckerbissen für ihn dar. Hätte Mr. Dursley die schmächtige Person mit den schwarzen Haaren beachtet, wäre er vielleicht gewarnt gewesen. Doch so nahm das Unheil seinen Lauf, ohne dass er überhaupt eine Chance gehabt hätte, sein, und das seiner Familie, zu ändern.
Nachdem der Wage in der Garage geparkt worden war, klingelte er freudestrahlend und wurde von einer ebenso gut gelaunten Petunia begrüßt, aber selbst ein Lächeln konnte ihrem Pferdegesicht keinerlei Attraktivität verleihen. Sie küsste Vernon auf die Wange und, im Gegensatz zu ihrem Mann, bemerkte die Gestalt. Kurz irritiert blickte sie zu ihr hinüber, wandte ihre Aufmerksamkeit dann aber ab, um die Tür zu schließen und den sterilen Flur durch den Regen nicht schmutzig werden zu lassen.
In all den Jahren hatte ihre Ehe zwar eine gewisse Eintönigkeit angenommen und Leidenschaft hatten die beiden von Anfang an nicht gekannt, aber es war eine gute Ehe geworden. Beständig, solide, achtbar. Sie waren eine ganz normale Familie mit einem ganz normalen Leben in einer ganz normalen Nachbarschaft. Es gefiel beiden.
Manchmal lag Petunia abends im Bett und sie wünschte, sie würde einmal in ihrem Leben Leidenschaft und Begierde kennen lernen, aber dann verschlug sie den Gedanken wieder. Mit Vernon hatte sie eine gute Wahl getroffen. Ihr Leben hätte schlechter verlaufen können.
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Während sich Mr. und Mrs. Dursley für den angekündigten Besuch fein machten, schließlich galt es eine junge Dame zu beeindrucken, tauchte die schwarzhaarige Gestalt wieder im Ligusterweg auf. Ein leises ‚Plopp' ertönte und eine zweite apparierte direkt neben ihr. „Und?", fragte die erste Gestalt.
„Heute Morgen fuhr er um acht Uhr los und war um halb neun in der Firma. Dort machte er eine Mitarbeiterin zur Schnecke und begann pünktlich um neun Uhr an seinem Schreibtisch mit der Arbeit. Um Punkt ein Uhr ging er für 30 Minuten zum Mittagessen und arbeitete danach wieder bis um fünf Uhr. Dann holte er einen Strauß sündhaft teurer Rosen ab und begab sich sofort hier her. Das einzig Erwähnenswerte ist, dass er hofft, einen Vertrag mit seinem alten Geschäftspartner Mason zu machen, einem amerikanischen Bauunternehmer. Dessen Tochter geht mit Dursleys Sohn Dudley aus. Scheint ernst zu sein", berichtete der Mann.
Die schwarzhaarige Gestalt nickte. „Also so wie jeden Tag in der Woche." Ein bösartiges Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. „Wir treffen uns in drei Stunden wieder hier, dann geht der Spuk los. Ich erwarte dich pünktlich." Die beiden verschwanden.
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Vernon nickte zufrieden, als er um acht Uhr abends die Türglocke vernahm und auf seine Armbanduhr sah. Er schätzte Menschen, die sich an verabredete Zeiten hielte. Dann öffnete er im Wohnzimmer eine Flasche Champagner, während Petunia die Tür öffnete. „Diddilein", rief sie aus und umarmte ihren Sohn, der im Laufe der Jahre ein erträgliches Maß an Gewicht angenommen hatte. „Und Sie sind Miss Mason", rief sie, betont herzlich aus.
„Guten Abend, Mrs. Dursley", begrüßte eben jene Petunia artig.
„Ach was, Sie müssen mich Petunia nennen. Kommen Sie, ich nehme Ihnen die Jacke ab… Hier entlang, ins Wohnzimmer bitte. Das ist mein Mann, Vernon", sagte Petunia mit leicht schriller Stimme.
Dudley sah irritiert zwischen den beiden Frauen hin und her. Seine Mutter benahm sich nicht nur absolut peinlich, seit wann war sie, die sonst soviel Wert auf gutes Benehmen und Distanz legte, geradezu überschwänglich? Sein Vater zog ihn zur Seite und raunte ihm zu: „Sie will bei ihrer potenziellen Schwiegertochter einen guten Eindruck machen. Außerdem habe ich ihr gesagt, dass ihr Vater ein enger Geschäftspartner werden soll." Dudley nickte verständnislos. Seitdem Harry damals gegangen ist, waren seine Eltern irgendwie anders. Natürlich legten sie noch immer Wert auf penible Ordnung, korrektes Benehmen und teure Gegenstände, die ihren Neureichtum nur noch mehr ins rechte Licht setzen konnten. Aber seitdem sie Harry vor drei Jahren das letzte Mal gegen den finsteren Lord gekämpft und gewonnen hatte, waren sie offener gewesen. Nun gab es keinerlei Verbindung mehr zur Zaubererwelt, und die Angst, sie konnten in unnormale Dinge verwickelt sein, war verschwunden. Seine Eltern konnten endlich ein normales leben führen, ohne seltsame Begebenheiten, ohne ein nagendes Gefühl der Scham und ohne Harry. Dudley hatte in den vergangenen drei Jahren nachgedacht und er vermisste Harry. Gern hätte er noch einmal mit seinem Cousin gesprochen. Nicht, weil er ganz plötzlich Sympathien für Harry hegte, er konnte ihn noch immer nicht leiden, aber er hatte die ein oder andere Frage, die wichtig für ein ungezwungenes Leben war.
Er grinste in sich hinein. Einmal war er sogar in den Zoo gegangen und hatte es geschafft, sich eine Schleiereule zu greifen, die wie Hedwig aussah. Er hatte ihr eine Nachricht ans Bein gebunden, so wie er es bei Harry gesehen hatte, und hatte ihr befohlen los zufliegen. Doch die Eule hatte ihn nicht verstanden, sondern nur schräg angeguckt. Die Konsequenz war eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch gewesen.
Seine früheren Freunde, die ihn alle nur ‚Big D' genannt hatten, waren mittlerweile auf die schiefe Bahn geraten. Er war auch nur davor bewahrt worden, weil seine Eltern ihm einen Ausbildungsplatz bei einem Partner von Mr. Dursley beschafft hatten. Im Nachhinein war er froh darüber. Natürlich hatten ihn die ewigen Bemutterungsversuche seiner Mutter genervt, und wie jeder Jugendliche hatte er darauf mit Protest reagiert, aber in den vergangenen drei Jahren war er erwachsen geworden. Er hatte einen Freund sterben sehen und er hatte mit Mrs. Figg gesprochen, als er ihr einmal im Garten geholfen hatte. Sie hatte ihm das ein oder andere über Harry erzählt und ihm dadurch ein wenig Verständnis beigebracht.
Er war noch nicht reif genug, um zu erkennen, dass er Harry früher das Leben zur Hölle gemacht hatte, aber er war inzwischen weit genug, um zu erkennen, dass er, wenn seine Eltern sich anders verhalten hätten, seinen Cousin wahrscheinlich sogar gemocht hätte. Er wollte sich noch einmal mit Harry treffen und sich mit ihm aussprechen. Mrs. Figg hatte ihm ihre Unterstützung zugesagt.
Dudleys Blick fiel auf Melitta. Er mochte das Mädchen, und er wusste auch, was für Hoffnungen seine Eltern in diese Beziehung investierten. Hauptsächlich hatte er Melitta mitgebracht, um endlich Ruhe vor den nervenden Fragen seiner Eltern zu haben. Ihr ging es genauso, ihre Eltern löcherten sie ebenso nach einem Freund. So hatten beide beschlossen, sich zusammen zu tun.
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Zur selben Zeit, als die Dursleys im Ligusterweg Nummer vier zu Abend aßen, hockte irgendwo in London ein Mann über seinen Geschäftsunterlagen. Sie liegen gut und er brauchte sich keine Sorgen zu machen. Dennoch konnte er sich nicht los reißen. Es war wie ein innerer Sog, der ihn tiefer und tiefer riss. Oftmals arbeitete er bis spät in der Nacht, nur um dann auf dem Sofa zwei oder drei Stunden zu schlafen. So betäubte er seinen Schmerz. So brauchte er nicht über die Vergangenheit nachzudenken.
Er war so in die Papiere vertieft, dass er das kratzende Geräusch hinter sich am Fenster nicht bemerkte. Genauso wenig registrierte er die schwarzhaarige Person, die sich Einlass zu seinen Räumen gewährte. Er schreckte erst auf, als ein Schatten über die Wände tanzte und diese Person vor ihm stand. „Guten Abend, Mr. Weasley", schnarrte sie mit zuckersüßer Stimme. „Wenn ich sie bitten dürfte mir zu folgen? Wir haben eine Verabredung."
Der Mann kam nicht mehr dazu seinen Zauberstab zu zücken. Bevor er ihn auch nur anfassen konnte, sah er so ein mächtiges Stück Holz auf sich gerichtet und hörte ein heiser geflüstertes Wort: „Imperio."
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Nach dem Abendessen lud der Hausherr zu einem Digestif ins Wohnzimmer ein, Petunia brachte das Geschirr in die Küche und Dudley zog Melitta auf das Familiensofa. Sie hielten sich beide an den Händen und bemühten sich, sich ab und an verliebte Blicke zuzuwerfen, um ihre Beziehung glaubhafter werden zu lassen.
„Melitta, was für ein außergewöhnlicher Name", begann Vernon den weiblichen Gast auszufragen. Seine Frau kam gerade hinzu. „So unglaublich unnormal", lachte sie. Dudley war alarmiert, doch seine angebliche Freundin legte ihm beruhigend die Hand auf den Arm. „Melitta kommt aus dem Griechischen und heißt ‚Biene'. Meine Mama las während der Schwangerschaft ein Buch, das sich mit der griechischen Mythologie befasste. Eine Nymphe trug da den Namen und nach der wurde ich benannt. Außerdem ist-" Sie wurde durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen.
„Wer kann das sein?" Petunia zuckte die Schultern, stand dann auf und ging zur Haustür. Es war zu dunkel, um durch den Spion erkennen zu können, wer draußen stand. Sie öffnete etwas ängstlich die Tür und erkannte drei Gestalten.
„Mrs. Dursley?", fragte ein dunkelhaariger Mann.
„Ja?" Petunia sah zwischen den dreien unsicher hin und her. Sie erkannte zwei Männer und eine Frau.
„Wir kaufen nichts, schämen Sie sich nicht zu so später Stunde bei anständigen Leuten zu klingeln?", donnerte Vernon los. „Sie elendes Pack, hauen Sie ab."
Die Frau (wirre schwarzen Haare, lang, dünn, schwere Lider – registrierte Petunia im Geist) lachte laut auf und leckte sich über die Lippen. „Harry Potter", kreischte sie. Der Mann an ihrer Seite fiel ein und kicherte ebenso laut. Nur die dritte Person, ein Mann mit grausam roten Haaren (Petunia schüttelte sich), starrte sie unbewegt an. Er musste gestützt werden. „Was ist mit ihm?", wagte sie zu fragen. Irgendwie kam er ihr bekannt vor.
„Ksch… Ksch….", machte Vernon, der nun heran getreten war und tat, als ob er ein lästiges Tier verscheuchen würde. „Wagen Sie es nie wieder, diesen Namen hier zu nennen." Er sah sich hektisch um, ob einer der Nachbarn diesen Vorfall mitbekommen hatte. Doch es blieb ruhig.
Die schwarzhaarige Frau reagierte blitzschnell. Sekunden später waren Petunia und Vernon an die Wand gedrückt und mussten hilflos mit ansehen, wie die drei seltsamen Gestallten sich Einlass verschafften.
Die Frau trat neugierig als erstes ins Wohnzimmer. „So lebt ihr Muggel also?" Sie registrierte Dudley und Melitta. „Oh wie putzig. Gibt es in der Muggelliteratur nicht einen Roman namens ‚Die Schöne und das Schwein'?" Sie brach erneut in Gelächter aus. Die anderen beiden Männer standen nun ebenfalls mitten im Zimmer.
Vernon, Petunia und Dudley hatten schon die eine oder andere Erfahrung mit Zauberern gemacht (um nichts anderes konnte es sich hier handeln). Und aus Erfahrung wussten sie, dass es besser war zu schweigen und abzuwarten, was geschehen würde. Unruhig rutschte Dudley hin und her und versuchte seinen Allerwertesten in Sicherheit zu bringen. Hagrids angehextes Schwänzchen hatte er nie vergessen.
„Was wollen Sie?", wagte sich nun Mr. Dursley vor. Er betrachtete die drei Zauberer und schließlich weiteten sich seine Augen. Auch Petunia hatte die Frau erkannt. „Sie sind Bellatrix Lestrange", stammelte sie.
Selbige fuhr herum und fixierte die Muggel. „Woher wissen Sie das?"
„In der Zeit als wir vor Voldemort (Die Hexe kreischte auf. „Wag es ja nicht seinen Namen auszusprechen.") flohen, haben uns unsere Wachhunde ein wenig über Sie und Ihre Welt erzählt. Und Fotos gezeigt und was für einen holköpfigen Anführer Sie hatten." In seiner Wut bemerkte er nicht die Gefahr, in die er sich und seine Familie mitsamt Melitta Maison brachte.
Bellatrix zischte wie eine Schlange und fuhr sich über die ausgetrockneten Lippen. „Wag es ja nicht, so über unseren Herrn zu lästern." Ihre Hand umklammerte den Zauberstab, so dass dieser zu zittern anfing.
„Wenn Sie… Wenn Sie Harry suchen, dann… dann sind Sie hier … falsch", stammelte die Hausherrin.
Dudley wusste nicht, was ihn dazu trieb. „Er… er hasst uns und beim letzten Mal … Da bezeichnete er uns als… als Schlammblüter." In der Zeit, in der sie untergetaucht waren, hatte er dieses Wort aufgeschnappt und versuchte nun die drei Besucher auf eine falsche Fährte zu lenken.
Bellatrix begann wieder hysterisch zu lachen. „Sollte das kleine Potterbalg etwa doch geblickt haben, dass der Herr Recht hatte?"
Der zweite Zauberer, Walden MacNair, kicherte. „So weit ich gehört habe, hat er in der Kaffeepause das Weasleyweib, diese Hermine Granger, als Schlampe bezeichnet. Vielleicht hatte er Schlammblutschlampe sagen wollen und sich nicht getraut – mitten im Ministerium?" Die beiden lachten wieder wahnsinnig.
Nur der dritte Zauberer blieb ruhig. Nein, nicht ganz ruhig. Ein Flackern war in seinen Augen zu erkennen. Er wollte zu seinem Zauberstab greifen, doch Bellatrix war schneller. „Imperio", erneuerte sie den Fluch und begann im Wohnzimmer auf und ab zu laufen. Dabei warf sie den einen oder anderen Gegenstand zu Boden. „Das Schlammblut ist auch bald dran", prophezeite sie. „Sie sind alle dran… Und für den Verräter habe ich mir etwas Besonderes einfallen lassen. Doch nun wollen wir dem Orden ein wenig…", sie sah jeden einzelnen aus gefährlich funkelnden Augen an, „… Angst machen."
Bellatrix trat zu den beiden Zauberern und riss mit spitzen Fingern den Zauberstab aus der Tasche des Rothaarigen. Mit dessen Zauberstab zielte sie auf Melitta. Für einen kurzen Moment überlegte sie, ob sie sich ein wenig Quälerei erlauben konnte, doch sie wollte keine unnötigen Spuren hinterlegen. „Avada Kedavra", sagte sie seelenruhig und sah genüsslich zu, wie die junge Frau zusammen sackte. Als nächstes wandte sie sich Dudley zu. Mit schief gelegtem Kopf sah sie ihn aus ihren kalten, fast schwarzen Augen an und legte die Zunge auf ihre Oberlippe. „Ich frage mich, ob ein so fettes Schwein wie du zwei Avadas braucht, oder ob ich dich mit einem erledige." Sie tippte sich nachdenklich mit der Spitze des fremden Zauberstabes auf die Nase. „Nun, wir werden es sehen." Erneut sprach sie den Todesfluch, und auch Dudley kippte zur Seite.
Petunia und Vernon hatten sich, als sie ihrer Mörderin gegenüberstanden, an den Händen gefasst. Panisch sahen sie diese Frau an. „Sie sind wahnsinnig", flüsterte Vernon.
Bellatrix legte den Kopf in den Nacken. „Ich bin ein … Genie", rief sie und erledigte den Rest ihrer Arbeit. Das Ehepaar Dursley lag, sich noch immer an den Händen fassend, auf dem Boden.
MacNair wurde ungeduldig. „Beeil dich. Jeden Moment könnte hier jemand auftauchen."
Lestrange nickte, zog einen Brief aus der Tasche, drückte ihn George Weasley in die Hand und drückte ihm seinen Zauberstab in die Hand. „Bring dich um", befahl sie heiser. Mit innerer Befriedigung sah sie, dass der junge Weasley nicht länger gegen den Imperiusfluch ankämpfte. Er hob den Zauberstab, richtete ihn auf sich selbst und sprach den Todesfluch mit lauter Stimme ruhig aus. „AvadaKedavra."
Erklärung:
Digestif: frz für Verdauungsfördernd, in der Regel ein alkoholisches Getränk nach einer Mahlzeit.
Burmester Vintage: Burmester Vintage 1997 Port Portwein, „Seltener und teurer Portwein der Spitzenklasse. Nur die besten Trauben aus einem Jahrgang werden für einen Vintage Port abgefüllt. Nach frühestens zehn bis 12 Jahren ist der Vintage trinkreif."
Quelle: http://www.portugal-weinshop.de/productinfo.php?productsid172
Anmerkung:
Verzeiht mir, ich konnte sie einfach nicht sterben lassen
Dieses Kapitel ist für den Mainplot unwichtig, wird aber später zum Verständnis beitragen.
Danke:
- an Saskia: danke für dein Kompliment Meine Tastatur glüht. Dieses Kapitel hab ich eingeschoben, es war so nicht geplant g Mehr von Hermine gibt's dann im nächsten Chap.
- an Jenny: danke auch für dein Kompliment. Wie schön, dass du bei Lucius nicht nein sagen würdest. Er ist auch ein Schnuckelchen. Wobei ….. lach
- an AMJ: wie schön, von dir gelesen zu haben. Natürlich akzeptiere ich deine Weigerung, aber ich lasse es mir nicht nehmen, dir hallo zu sagen ;-) Hermine hat keine Angst vor Lucius. Nicht mehr. Sie hat nur im letzten Kapitel Angst bekommen, weil sie ihn unterschätzt hat. Auch leichtsinnig würde ich sie nicht unbedingt nennen, vielleicht eher „geringe Schmerzgrenze gepaart mit trotzigem Lebenswillen" ;-) Was heißt hier ‚freudlos'? Ich hab von Anfang an gesagt, dass es sich um ein Drama handelt. Und ich habe mich jetzt erst ansatzweise warm geschrieben… zwinker
