Kapitel 33 – Neue Regeln

Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war. Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar.
Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht, den alten Rang, den Raum ihr streitig macht-
Und doch gelingt's ihm nicht, da es, so viel es strebt, verhaftet an den Körpern klebt.
Von Körpern strömt's, die Körper macht es schön,
Ein Körper hemmt's auf seinem Gange. So, hoff ich, dauert es nicht lange,
Und mit den Körpern wird's zugrunde gehn.
"
Faust, Johann Wolfgang von Goethe

Hermine kauerte noch immer in der gleichen Stellung. Sie kniete auf dem Boden, die Arme hatte sie um ihren Körper geschlungen, ganz so als würde diese Haltung ihr Schutz bieten. Wie lange saß sie schon so? Wie lange ließ er sie warten? Sie hatte Angst. Angst vor dem Mann, der sie bisher immer auf Händen getragen und ihr große Lust verschafft hatte.

Von Anfang an hatte sie gespürt, dass Lucius und Severus mehr als nur eine gemeinsame Todesservergangenheit verband. Sie wusste nicht genau worum es sich handelte, aber aus den Gesprächsfetzen, die sie mitbekommen hatte, vermutete sie, dass es sich um eine Frau handelte. Eine Frau namens Artemis. Scheinbar war sie mit Lucius liiert gewesen und dann zu Severus gelaufen. War sie der Grund warum sich die beiden Männer so hassten?

Doch hassten sie sich wirklich? Warum sagte Lucius dann „mein Freund"? Und warum war er der Einzige, der wirklichen Einfluss auf Severus ausüben konnte. Jeder im Schloss nahm an, dass die beiden Freunde waren. Sie schienen sich zu respektieren und wie Brüder zu lieben. Aber andererseits bekämpften sie sich wie erbitterte Feinde. Hermine verstand es nicht, und sie wagte es auch nicht, Lucius danach zu fragen. Nicht an diesem Tag, vielleicht später. Aber nicht heute.

Was wohl gerade im Verwandlungsklassenzimmer vor sich ging? Einerseits war sie froh, dass sie dieser Situation nicht beiwohnen musste, andererseits kränkte es sich, dass Lucius sie wie ein kleines Mädchen aus dem Zimmer geschickt hatte. War es ein gutes Zeichen? Was musste Severus jetzt aushalten? Hätte sie ihm vielleicht helfen können? Sie hatte bislang den Eindruck gewonnen, dass sie Lucius in gewissem Sinne beeinflussen konnte. Wäre es nicht ihre Pflicht gewesen bei Severus zu bleiben und das drohende Unheil abzuwenden zu versuchen?

Sie erinnerte sich daran, dass sie gerade mit Lucius nach dem Frühstück in der Eingangshalle gestanden hatte, als Snape aus dem Kerker gestürmt gekommen war und sie angerempelt hatte. „Verzeih, dass ich die Impertinenz besessen habe, dir im Wege zu stehen... Guten Morgen, Sev", hatte der Geschichtsprofessor freundlich gegrüßt.

Snape hatten sie förmlich ansehen können, wie er versuchte, nicht ausfallend zu werden. Er hatte sich für eine gebrummte Version von „Halt die Klappe, Malfoy" entschieden, worauf hin Lucius mit sanftem Spott reagiert hatte. „Wie ich sehe, ist deine Laune wieder grenzenlos suboptimal." Er hatte Hermine weiter gezogen, und Severus nicht näher beachtet.

Sie genoss seinen trockenen Humor, seine Art und Weise sich auszudrücken, ja selbst die leichte Arroganz empfand sie als sexy. Hermine lachte leise, auf, als sie an die Worte ihrer Mama dachte. „Macht macht sexy." Sie hatte diesen Wortlauf nie wirklich verstanden, im Gegenteil. Sie verband Macht mit verschlagenen Politikern, stets auf ihren eigenen Vorteil bedachten Firmenbosse, aber ganz bestimmt nicht mit ihrem Liebhaber. Erst seitdem sie ihn auf diese Art und Weise kennen gelernt hatte, konnte sie diese Worte begreifen. Er strahle Souveränität aus, Selbstsicherheit und Macht. Wenn er den Raum betrat, füllte er ihn mit seiner Präsenz. Jeder sah ihn an, jeder beachtete ihn. Ein Blick von ihm und die Leute beeilten sich, seinen Wünschen nachzukommen.

Bei ihrem Ausflug in die Winkelgasse hatte Hermine die Unterwürfigkeit ganz genau beobachten können. Sie waren in einem Geschäft gewesen, um etwas für den Unterricht zu besorgen. Der Angestellte hatte sie fürstlich behandelt, und stets darauf geachtet, wie Lucius sich verhielt. Hob er eine Augenbraue, so wurde dafür gesorgt, dass der Gegenstand seines Missfallens sofort aus deinem Blickfeld entfernt wurde. Kräuselte er die Lippen, so folgten zusätzlich zahlreiche Entschuldigungen. Geschah beides zusammen, so konnte sich der Ladeninhaber sicher sein, einen Kunden verloren zu haben. Hermine hatte auch nur andeutungsweise gegähnt, und sofort hatte sie mit einer Tasse Tee in einem herbei gezauberten Sessel gesessen. Sie war wahrhaft königlich behandelt worden.

Ja, sie verstand diesmal den Satz ihrer Mutter. Macht macht sexy - Lucius Malfoy war Macht pur.

Ihre Überlegungen kehrten zurück zu dem gerade eben passierten Vorfall. War die Wut weniger aus Zorn, sondern mehr aus Eifersucht entstanden? Hermine schlug sich innerlich vor die Stirn. ‚Natürlich', dachte sie, ‚er hat Angst, dass Severus ihm schon wieder dazwischen funkt.' Sie lächelte bei diesem Gedanken. Jetzt verstand sie, was er damit gemeint hatte, als er sagte, sie hätte die Macht ihm wehzutun. Es war ganz einfach, wenn er gleich in den Raum hinein stürmen würde, würde sie ihm zeigen, dass er keine Angst zu haben brauchte.

Hermine lächelte versonnen. Das, was sie mit Severus erlebt hatte, war unglaublich gewesen. Nie hätte sie gedacht, dass dieser gefühlskalte, reservierte Mann soviel Nähe zulassen konnte. Vielleicht würden sie wirklich noch Freunde werden können? Sie wusste nicht, warum ihr das so wichtig war, aber das war es. Sie wollte eine Freundschaft, rein platonisch natürlich, zu ihrem ehemaligen Zaubertrankprofessor aufbauen. Er konnte ihr dann an seinem Wissen teilhaben lassen, und sie würden nächtelang durchdiskutieren. Eine reizvolle Vorstellung.

Vielleicht konnte Lucius auch dabei sein? Sein Wissen erstreckte sich ebenfalls über mehrere Themengebiete. Zu dritt hätten sie bestimmt nicht nur Spaß, sondern auch Anregung. Vielleicht konnte sie es schaffen, die beiden zurück zu einer wirklichen Freundschaft ohne Rivalität zu führen. Ein wunderbarer Gedanke….

Aber warum war ihr das wichtig? Warum war Lucius ihr wichtig? War sie verliebt? Vielleicht ein wenig. Natürlich nur ein wenig, in einen Lucius Malfoy verliebte man sich nicht, zu gefährlich waren Gefühle für ihn. Lust fühlte sie, und auch Begehren, Faszination, Wissensdurst, all das empfand sie. Und dennoch war sie geradezu süchtig nach seinem Lächeln, seinem intelligenten Witz, seinem Charme, seiner Erfahrung, seinem selbstbewussten, ziel orientierten Auftreten, seine Weitsicht, seinen verrückten Einfällen….

Sie musste kichern, als sie sich daran erinnerte, wie sie sich, natürlich wieder mal auf einem Spaziergang über die Ländereien Hogwarts, über Literatur unterhalten hatten, und Lucius ihr mit einem schelmischen Lächeln ‚gestand', dass er in der Bibliothek seines Anwesens sogar Muggelbücher habe, und manchmal sogar auch in diese Bücher reingeguckt hatte. Seine Tante väterlicherseits war Muggeln gegenüber aufgeschlossen gewesen, und hatte sich das ein oder andere Buch zugelegt. „Darf ich Sie nach Ihrem Lieblingsbuch fragen?", hatte sie sich irgendwann erkundigt. Zuerst hatte er sie ziemlich verwundert von der Seite angesehen. „Muggel- oder Zaubereiliteratur?"

„Sowohl als auch." Sie wollte alles wissen. Lucius hatte sie gespielt streng angeguckt. „Na na na, nicht so gierig, entscheide dich." Sie hatte die Stirn in Falten gelegt. „Muggelliteratur." Der Mann war sich dieser Antwort sicher gewesen. Fast hätte er seine platinblonde Mähne darauf verwettet. Er hatte einen Moment nachgedacht und sie dann schelmisch angegrinst.

Wenige Sekunden und ein paar eleganter, aber kompliziert aussehender, Schlenker mit dem Zauberstab später hatte sich das Wetter grundlegend geändert. Ein wahrer Sturzregen war auf sie herabgeprasselt und in der Ferne donnerte es gewaltig, Blitze hatten die Landschaft in eine gespenstige und machtvolle Atmosphäre gehüllt. Der Wind war immer stärker und kräftiger geworden und hatte das Laub von den Bäumen gefegt. Es hatte sich langsam im Kreise zu drehen begonnen.

Es war als, hätte der Luftzug alles angesaugt, so als müsste er sich von jedem Blatt, jedem Stückchen Erde, von allem, was er zugeführt bekam, ernähren. Hermine hatte Regentropfen, die auf dieses eigenartige Luftgebilde prasselten, zischten und verdampften sehen. Sie hatte die Energie, die sich langsam freisetzte, und dass sich diese Druckwelle langsam auf sie zu bewegte, gespürt. Die Energie war genauso rasant herangewachsen, wie dieses Schauspiel, das sich langsam in einen regelrechten Windsturm gebildet hatte. Die Haare wurden ihnen ins Gesicht gepeitscht, und Hermine war es gewesen, als zöge sich ihr Innerstes zusammen. Irgendetwas hatte sie in seinen Bann gesogen und langsam, Schritt für Schritt war sie auf den Orkan zugegangen. Der Regen war ihr ins Gesicht gestürzt und Sekunden später war sie völlig durchnässt gewesen. Ihre Zähne hatten zu klappern und sie zu frieren begonnen. Kaum hatte Lucius das bemerkt, hatte er sie mit einem Wärmezauber, trockenen Kleider und einem langen schwarzen Kapuzenumhang, dem seinen identisch, versorgt.

Im Gegensatz zu ihr, schien er gänzlich unbeeindruckt von dem Naturschauspiel gewesen zu sein. Er war zu ihr gekommen, hatte ihre hand festgehalten und sie auf den Orkan zugezogen. Kurz hatte die junge Hexe ein Gefühl verspürt, als ob ihr sämtliche Luft aus der Lunge gepresst worden war. Eine Sekunde später war sie mit Lucius direkt in das Auge getreten.

„Was ist das?", hatte sie gegen den Wind angerufen und gesehen, wie er sich den Umhang überwarf, so dass er Ähnlichkeit mit einer alten Hexe hatte. Er sah ihr tief in die Augen. „When shall we three meet again? In thunder, lightning, or in rain?" [Anm.: Am Ende des Kapitels steht die deutsche Übersetzung

Verblüfft sah sie ihn an. Noch immer war sie von der ganzen Atmosphäre wie betäubt. Sie begriff, dass dies eine Illusion war. Sobald dieser Mann den Zauber unterbrach, konnte nichts mehr auf den Orkan hinweisen, so als hätte es ihn nie gegeben. Die Verblüffung wich einem übermütigen Kicheranfall gewichen. Natürlich kannte sie diesen Text. Sie hob ihren Zauberstab und hexte sich eine Warze mitten auf die Nase, was Lucius sofort mit einem missbilligenden Lippenkräuseln bedachte. Sie grinste und zauberte sich einen Stock in die Hand. „When the hurlyburly's done, when the battle's lost and won." Der Schalk blitzte in ihren Augen und, nach eine lässige Bewegung seinerseits, stand sie mit pinkfarbenen Haaren vor ihm, die Tonks' Konkurrenz gemacht hätten. Beide Arme erhob sie zum Himmel und rief bedeutend, mit einer unnatürlich hohen Stimme: „That will be 'ere the set of sun." Diesmal zog Lucius den Kopf zwischen die Schultern, hob die Hände geheimnisvoll und sah sich langsam suchend um. „Where the place?" Der Wind war noch stärker angeschwollen und Hermine war überwältigt von der aufgepeitschten Atmosphäre gewesen. Sie hatte ihren Finger auf einen imaginären Punkt in der Ferne gerichtet: „Upon the heath." Er hatte in die von ihr gezeigte Richtung gesehen. „There to meet with Macbeth." Leidenschaft war in seinem Blick zu lesen gewesen. Mit irrer stimme, einen Schlafwandler mimend, war er in die von ihr gewiesene Richtung gegangen. „I come, Graymalkin!" Hermine eilte zu ihm und hielt ihn an der Schulter fest. Daraufhin war er herumgewirbelt und hatte sie an den Händen ergriffen. Sich tief in die Augen sehend hatten sie die letzten Zeilen gemeinsam aufgesagt, zu erst leise, dann immer lauter werdend. „Paddock calls: anon! Fair is foul, and foul is fair: Hover through the fog and filthy air." Absoluter Einklang, gemeinsame Begeisterung, aufgepeitschte Atmosphäre, Wahnsinn.

Ein kalter Windstoss ließ sie frösteln, doch die Kerzen hatten sich keinen Millimeter bewegt. Es war als hätte sie die frenetische Stimmung der Vergangenheit gerade wieder erlebt.

Dieses gemeinsame Erlebnis war unglaublich intensiv gewesen. Es hatte ihre Faszination für diesen Mann nur noch mehr gesteigert und den Wunsch, ihm zu gefallen, in ihr intensiviert… Vielleicht war sie wirklich ein wenig verliebt. Vielleicht suchte sie bei ihm all das, was Ron ihr nicht geben konnte. Sie suchte Erfahrung, sie suchte außerordentliche Intelligenz. Sie wollte gefordert werden und sich fallen lassen können. Ab und an wollte sie geführt werden, wie eine Königin behandelt werden… All das fand sie in Lucius. War es da verwunderlich, dass sie ihm zurückgeben wollte, was er ihr so reichhaltig gab?

‚Gleich, wenn er durch die Tür kommt, werde ich ihm sagen, dass er mir etwas bedeutet', nahm sich Hermine ganz fest vor. ‚Und das mit Ron werde ich auch Regeln. Egal was die anderen denken, ich will leben. Und ich werde leben. Ich werde ihm zeigen, dass er nicht eifersüchtig zu sein braucht. Ich werde ihm zeigen, dass ich ihn will. Und ich werde ihm sagen, dass ich endlich bereit bin, mich voll und ganz drauf einzulassen.'

Diese geradezu revolutionären Gedanken fluteten Hermines Gedanken. Für sie erschien alles logisch und einfach. Sie war unglücklich gewesen und jetzt reichte ihr jemand die Hand, um ihr zu einem neuen, besseren, aufregenderen Leben zu finden. Sie ergriff die Hand und somit auch die Chance – und übersah die Gefahr.

ooOoo

Zur gleichen Zeit, währen Hermines Gedanken in ihrem Kopf herumwirbelten und Lucius sie, gemütlich in einem Sessel sitzend und ein Glas Wein trinkend, beobachtete, rappelte sich Snape auf, kroch zu seinem Zauberstab und begann sich notdürftig zu versorgen.

Schließlich, als er sich sicher war, sich wieder auf den Beinen halten zu können und nicht mehr aussah, als hätte er dem Leibhaftigen gegenüber gestanden, verließ er das Klassenzimmer und suchte Minervas Räume auf.

Die stellvertretende Direktorin ließ ihn lange warten. Sie hatte es sich gerade mit einem Buch in der Badewanne gemütlich gemacht und verspürte wenig Lust, sich neuen Problemen zu stellen. Und Severus Snape bedeuteten Probleme, wenn er bei ihr auftauchte. Sie hatte einen Erkennungszauber gesprochen, als es laut an ihrer Tür pochte und ihn somit identifizieren können. Sie glaubte, wenn sie ihn nur lang genug ignorierte, würde er von selber wieder gehen, aber leider erwies sich diese Hoffnung als absolut falsch. Im Gegenteil. Sie hörte ihn rufen. „Minerva, mach auf, ich weiß, dass du da drin bist."

Sie seufzte auf und zehn Minuten später öffnete sie missgelaunt die Tür. „Was willst du, Severus?"

„Ich muss mit dir reden." Er versuchte sich an ihr vorbeizudrängen.

„Bei Merlin, was ist mit dir passiert?"

Scheinbar hatte er vergessen, ein paar Spuren zu beseitigen. „Nicht so wichtig", knurrte er. „Lässt du mich jetzt rein?"

Seine Vorgesetzte trat mürrisch zur Seite und bedeutete ihm, ihr zu folgen. „Da, setz dich." Sie zeigte auf einen Sessel. „Möchtest du einen Tee?"

„Nein, danke."

„Brandy?"

„Nein."

„Whiskey?"

„NEIN."

„Ist ja gut, ich wollte nur freundlich zu dir sein." Auch sie ließ sich in einen Sessel fallen. „Also, was ist denn so wichtig, dass du mich mitten in der Nacht störst."

„Es geht um Lucius."

Minerva lächelte. „Ein wirklich angenehmer Mann. Ich hätte ihm ja nicht so schnell vertraut, aber wenn Albus es getan hat, sehe ich keinen Grund, warum ich mein Misstrauen aufrechterhalten sollte."

Snape sah die ältere Dame irritiert an. „Albus?"

Er erntete einen scheelen Seitenblick. „Ach, das wusstest du gar nicht?" Ein boshaftes Gefühl der Schadenfreude machte sich in Minerva breit. Sie hatte nie verstehen können, warum der verstorbene Direktor dem finsteren Zaubertränkemeister so beharrlich vertraut hatte, und ihn stellenweise in Dinge eingeweiht hatte, über die er selbst mit ihr nicht geredet hatte. Dass besagte Günstling nun vollkommen ahnungslos vor ihr saß, gab ihr ein sicheres Gefühl der Überlegenheit. Ihre Laune besserte sich schlagartig und sie griff hinter sich zu einer Schachtel. „Pralinen, mein Lieber?", fragte sie und hielt ihm das kleine Naschwerk unter die Nase.

Snape hob abwehrend die Hände. „Nein dank. Ich konnte mich noch nie für Pralinen erwärmen.

Minerva nahm eine. „Köstlich", sagte sie genüsslich. „Was ist nun mit unserem Geschichtslehrer?"

„Wusstest du, dass er und Hermine sich näher gekommen sind?"

„Ja." Sie klang gelangweilt.

„Und wusstest du auch, dass Hermine sich ihm vollkommen untergeordnet hat?" Er wurde langsam ungeduldig.

„Severus, komm zur Sache, mein Wasser wird kalt."

„Wozu bist du eine Hexe", knurrte er.

Minerva grinste spitzbübisch. „Ich versuche gerade dich los zu werden, also zerstör meine Ausreden nicht."

Er seufzte genervt. „Lucius ist vordergründig ein lieber, netter Kerl, aber lass dir gesagt sein, dass Hermine in großer Gefahr schwebt."

„Die einzige Gefahr, die ich Erkennen kann, ist, dass sie sich in unser Engelchen verliebt. Und ich bin überzeugt, dass er sie glücklich machen kann."

„ENGELCHEN?" Snape starrte seine Vorgesetzte fassungslos an.

Diese kicherte jetzt. „Das stammt von Poppy."

Er raufte sich die Schulterlangen Haare. Das schien schwieriger als gedacht zu werden. „Minerva, hast du schon einmal was vom Servus- Ritual gehört?"

Sie zauberte sich ein Tässchen Tee herbei und nippte ungerührt daran. „Soweit ich weiß ist das eine Grußformel auf dem Kontinent. Haben die Menschen dort wirklich ein Ritual entwickelt? Wer sich zuerst grüßt? Handkuss?"

Er rollte genervt mit den Augen. „Servus steht im lateinischen für ‚Sklave'."

„Also ein rituelles Begrüßungsritual unter Sklaven? Ich dachte, auf dem Kontinent wäre die Sklaverei abgeschafft?" Sie sah seine Verärgerung und grinste in sich rein. Minerva konnte es nicht lassen, Snape zu ärgern.

„NEIN, liebe Minerva, das heißt, dass Hermine nun Lucius' Sklavin ist, seine Dienerin, sein Eigentum."

Sie legte den Kopf schief. „Ich habe von Menschen gehört, denen das gefällt. Für mich wäre das nichts, ich glaube, dazu bin ich viel zu sehr Widerspenstig." Sie kicherte. „Wobei, gibt es nicht so ein Muggelstück? ‚Der Widerspenstigen Zähmung'? Meinst du, unser Engelchen rennt mit Zaumzeug durch die Gegend? Ob er mich wohl zähmen könnte?" Gespielt nachdenklich legte sie die Stirn in Falten. „Wäre bestimmt eine interessante Erfahrung, ich hätte nichts gegen einen knackigen Mann einzuwenden."

Snape war viel zu aufgebracht, um zu bemerken, dass sich Minerva auf seine Kosten lustig machte. „Nein, dass heißt, dass Hermine an ihn gebunden ist, bis einer von beiden stirbt. Was er sagt, muss sie machen. Sein Wille ist ihr Gesetz. Verstehst du, Minerva? Sie g-e-h-ö-r-t ihm. Und er ist kein Mensch, der viel Wert auf Emanzipation legt. Das kannst du mir ruhig glauben."

„Nun mal den Teufel nicht an die Wand. Ich weiß, dass Lucius in der Vergangenheit Fehler gemacht hat. Die hat er selbst eingesehen, und bereut sie zutiefst. Er schätzt Hermine sehr und ich bin sicher, dass sie bei ihm nicht in Gefahr ist. Hier, nimm eine dieser köstlichen Pralinen." Erneut hielt sie ihm die Schachtel hin. „Sie sind selbst gemacht und schmecken wirklich ausgezeichnet."

„Minerva, du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Lucius sich geändert hat!"

„Doch. Aber warum interessiert dich das so?" Sie legte den Kopf schief. „Bist du eifersüchtig?"

„Merlin steh mir bei. Deine Phantasie möchte ich nicht einmal geschenkt."

„Du bist eifersüchtig-"

„Nein!"

„Du magst Hermine-"

Er knurrte.

„Du hast ein Auge auf sie geworfen." Minerva kicherte.

„Bei Merlin, NEIN. Ich mache mir lediglich Sorgen um das Wohlbefinden einer ehemaligen Schülerin von mir. Da brauchst du nichts weiter hineinzuinterpretieren."

Sie grinst. „Kann es sein, dass dein …. ramponiertes Aussehen aus einer Konfrontation mit unserem Engelchen stammt? Habt ihr euch wie zwei Schuljungen um die Gunst der Jungfrau geschlagen?" Übermut ergriff sie.

„Jungfrau bestimmt nicht mehr", murmelte er. Auf ihren Blick hin beeilte er sich zu sagen: „Vergiss es einfach, Minerva, aber wirf mir hinterher nicht vor, ich hätte euch alle nicht gewarnt. Soll dieses Mädchen doch selbst zusehen, wie sie aus ihrem Grab wieder herauskommt." Er griff frustriert in die Pralinenschachtel.

„Schokolade macht glücklich, Severus, wenn du möchtest, frage ich (er steckte sich gerade eine Praline in den Mund) Lucius, ob er dir auch welche zubereitet… Was siehst du mich an? Er hat sie selbst gemacht und sie sind wirklich vorzüglich… Severus? Alles in Ordnung?"

ooOoo

Die beiden folgenden Handlungen passierten unmittelbar nacheinander. Hermine konnte später nicht mehr sagen, ob zuerst das Licht der Kerzen ausging und sie dann eine Hand an den Haaren in ihrem Nacken spürte, die sie nach hinten zog – oder umgekehrt. Es war auch nicht wirklich wichtig. Es schien gleichzeitig zu passieren.

Aus reinem Reflex wollte sie schreien, doch eine zweite Hand legte sich auf ihren Mund.

Hermine atmete hektisch durch die Nase ein und aus, ihre Augen waren vor Schreck weit aufgerissen und sie versuchte die Hand wegzuzerren, Widerstand zu leisten, aber gegen den festen Griff hatte sie keine Chance.

„Ruhig, mein Herz, ganz ruhig", hörte sie Lucius Stimme heiser an ihr Ohr dringen. Wann war er gekommen? Sie hatte die Tür nicht aufgehen hören. War der eingebildete Windstoß womöglich doch real gewesen?

Hermine kniete weiterhin auf dem Boden, Lucius hockte so nah hinter hier, so dass er ihren Rücken an seiner Brust gedrückt fühlen konnte. Eine Hand noch immer in ihrem Nacken, die andere weiterhin auf ihrem Mund, verweilte er so. Er sprach kein Wort, er tat nichts. Er wartete einfach ab.

Hermines Adrenalinspiegel war in die Höhe geschossen, ihr Puls raste und ihre Nerven waren bis zum Äußersten gespannt. Der Impuls, sich zu wehren, war stark, aber sie schaffte es ihn zu unterdrücken. Sie bemerkte nicht, dass sie zu zittern anfing. Sie wollte schreien, doch die Hand vor ihrem Mund hinderte sie daran.

Die Minuten vergingen quälend. Langsam spürte sie, wie sie ruhiger wurde und das Zittern schließlich ganz aufhörte. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihre Atmung.

Natürlich spürte Lucius, wie sich die junge Frau in seiner Gewalt langsam wieder entspannte. Noch einmal liebkoste er mit seinem Daumen ihre warmen, weichen Lippen und wanderte dann langsam mit seiner Hand abwärts. Hermine stieß erleichtert die Luft aus, nur um sie schnell wieder hörbar einzuziehen. Er hatte seine Hand um ihren Hals gelegt und presste sie an sich. Langsam stand er auf. Sie hatte keine andere Wahl, sie musste mit ihm mit.

„Vielleicht wäre es langsam an der Zeit dir zu zeigen, was für eine Verbindung du eingegangen mist, mein kleine Serva", schnurrte er an ihrem Ohr.

„Lucius, ich … es tut mir Leid … Ich wollte dir noch sagen, dass-" Weiter kam sie nicht. Er hatte sie von sich geschleudert und starrte sie wütend an. „Wir beide haben einiges zu klären", sagte er kalt. Mit der gleichen Bewegung, die er schon bei Snape angewandt hatte, drückte er sie an die Wand und presste auch ihr langsam die Luft ab. „Zum Beispiel, wann unser Spiel beginnt." Er faltete seine Hände vor der Brust, sah kurz auf sie hinab und schleuderte sie in ihre Richtung, die Finger dabei gespreizt.

Hermine sah zehn Messer auf sich zufliegen und kniff die Augen zusammen. Sie wusste, dass das nicht gut gehen konnte. Aber es ging gut. Die Messer bohrten sich mit minimalstem Abstand zu ihr in die Wand und fixierten sie.

Lucius sah sie nachdenklich an. „Noch irgendwelche Fragen?" Kaum merklich schüttelte Hermine den Kopf, was er mit einem zufriedenen Lächeln quittierte. „Nun gut, dann werden wir nun an den Regeln feilen." Er zauberte einen Sessel herbei und setzte sich lässig hinein, nicht, ohne die Augen von ihr zu nehmen.

„Vielleicht sollten wir erst einmal klar stellen, dass ich sehr enttäuscht von deinem Verhalten bin, mein Herz. Du weißt, dass Sev und ich Freunde sind. Und eine Frau wirft sich dem Freund ihres Mannes nicht an den Hals…. Möchtest du irgendetwas einwenden? Nein? Sehr schön. Ich bin dein Mann. Nicht auf dem Papier, nicht vor dem Ministerium, aber ich bin D E I N Mann, dein Partner, dein Liebhaber, dein Meister, dein alles. Und als solcher hast du meinen Anordnungen zu folgen." Ein Whiskeyglas, das obligatorische, erschien und er nahm einen Schluck.

„Dir war klar, auf was für ein Spiel du dich einlässt. Ich habe dir erklärt, dass es Regeln gibt, die du zu befolgen hast. Regeln, die ich dir nach und nach aufstelle." Wieder nippte er an seinem Glas. „Du hast mir in einem Gespräch anvertraut, dass dir Regeln wichtig sind. Regeln und Disziplin sind im Leben elementar, um überleben zu können. Du bist eine schlaue kleine Hexe, du hast genau diesen Punkt erkannt. Würde es keine Regel geben, gäbe es keine Ordnung. Gäbe es keine Ordnung, gäbe es keine Zufriedenheit. Gäbe es keine Zufriedenheit, gäbe es keine Liebe. Gäbe es keine Liebe… Nun wofür leben wir dann? Wir leben, um ein geregeltes Leben zu führen, uns anzupassen, uns unterzuordnen. Ich bin jemand, der die Regeln erstellt. Du bist jemand, der die Regeln befolgt. Sie engen dich nicht ein, sie belasten dich nicht. Im Gegenteil. Sie geben dir ein Gefühl der Sicherheit, du fühlst dich geborgen, geschützt, geliebt. Sie bestätigen dich. Du hast schon früh gelernt, dass ein korrektes Befolgen von Regeln Anerkennung bringt. So wie bei den Muggeln in der Mathematikarbeit zwei plus zwei gleich vier ist, und dieses richtige Ergebnis zu einer guten Note führt, so bringt es dir Anerkennung. Jede Leistung bedeutet, dass du zuvor eine Aufgabe erfüllt hast. Jede Aufgabe bedeutet eine Regel. Du siehst, hier schließt sich der Kreis. Regeln gleich Aufgabe gleich korrekte Erfüllung gleich Anerkennung gleich Glück gleich erfülltes Leben gleich Sehnsucht nach neuen Regeln gleich neue Aufgabe gleich korrekte Erfüllung gleich Anerkennung und so weiter und so fort."

Mit einer Handbewegung zog er die Messer aus der Wand. „Komm her."

Hermine ging auf ihn zu und nach einer kurzen Überlegung und einem noch kürzeren Blick in sein abwartendes Gesicht, setzte sie sich zu seinen Füßen.

Er nickte anerkennend. „Sehr gut. Ich habe die Regel aufgestellt, dass dein Platz zu meinen Füßen ist. Entsprechend setzt du dich ohne Ermahnung auf den Boden, direkt vor meine Füße. Du weißt, dass du somit die von mir vorgegebene Regel befolgst und entsprechend mein Wohlwollen erhältst. Ich erkenne die Leistung, die du mit dem Befolgen dieser Regel erbracht hast an und belohne dich. In diesem Fall mit einem Streicheln über deinen Kopf, was ausdrückt, wie Stolz zu mich machst. Entsprechend erntest du nicht nur Glück und Freude, sondern auch einen Ansporn, dich in Zukunft wieder so zu verhalten. Die Konsequenz dieser Regel lässt keinerlei Unsicherheiten bei dir zu. Du weißt umgehend was zu machen ist. Du weißt, dass du dich zu meinen Füßen zu begeben hast. Keine Strafe, nur Anerkennung und Zuneigung. Keine Unsicherheit, sondern Klarheit und Präzision." Er streichelte ihr erneut kurz über den Kopf.

„Mit jeder neuen Regel verschaffe ich dir mehr Sicherheit. Jede neue Regel führt und leitet dich. Und du weißt, dein Instinkt leitet dich dabei, dass ein Verstoß gegen diese Regeln nicht nur meinen Ärger und mein Missfallen hervorruft, sondern ebenso den Zusammenbruch eben jener, von dir hochgeschätzten Sicherheit. Es folgt ein Gefühl der Enttäuschung in dir. Du hast Angst, dass sich deine Ideale, dass sich alles, woran du geglaubt hast, in Wohlgefallen auflöst. Und du kommst du der Erkenntnis, dass ich dich mit Regeln und Anweisungen nicht bedrängen, sondern dich glücklich machen möchte. Dadurch, dass ich dir die Möglichkeit gebe, meinen Regeln zu folgen, gebe ich dir die Möglichkeit dich selbst neu zu entdecken, dich selbst neu zu definieren. Ich gebe dir die Möglichkeit glücklich zu werden. Solange du meine Regeln befolgst, stehst du unter meinem Schutz. Ich schütze dich nicht nur mit meiner Magie, meiner Kraft, meinem Namen, meiner Macht, meinem Einfluss, meinem Geld, meiner ganzen Person… Nein, ich schütze ebenso deine Seele vor Enttäuschung und Unsicherheit, vor Angst und vor Zweifel. Und daher weißt du, wie wichtig Regeln für dich sind, und dass du mich nicht enttäuschen willst, nicht wahr mein Herz?" Er sah auf sie nieder und ließ seine rechte Hand über die Lehne baumeln. „Komm her."

Hermine krabbelte auf die rechte Seite seines Sessels, und er begann, sie im Nacken zu kraulen.

„Ich sprach von Regeln, nicht wahr mein Herz?"

Sie antwortete nicht. Lucius wartete eine Sekunde, dann griff er ihr in den Nacken und drückte leicht zu. „Das tat ich doch, oder?"

„Ja…. Sir."

Zufrieden lächelnd lehnte er sich zurück und begann sie weiter zu kraulen. „Wie lauten die ersten beiden Regeln?"

Hermine schluckte. Sie war es nicht gewohnt, so behandelt zu werden. Leichte Unsicherheit machte sich in ihr breit. Was geschah, wenn sie versagte? Was geschah, wenn sie einen Fehler machte? Andererseits wusste sie die Antwort. Warum war sie unsicher? Sie brauchte keine Angst zu haben, denn sie kannte die richtige Lösung. Er wollte sie nicht bestrafen, er wollte sie loben. Warum diese Unsicherheit? Dass er sie anlog und bei einem Fehler brutal über sie herfiel?

Der Mann wurde langsam ungeduldig. „Ich hasse es zu warten, mein Herz."

„Die… die erste Regel lautet… dass ich … dass jeder Satz … den ich sage … oder an Sie richte… ein Sir", stammelte sie.

Lucius nickte. „Ein guter Anfang, aber das ganze möchte ich jetzt in einem klaren und flüssigen S

atz hören."

„Die erste Regel lautet, dass ich jeden Satz, den ich an Sie richte, mit einem Sir beenden soll."

Er nickte und lächelte sie an. „Sehr gut, Kleines. So wünsche ich es mir… Und die zweite Regel?"

„Wenn ich Ihre Wohnung betrete, habe ich bis in die Mitte des Raumes zu gehen, mich dort hinzuknien und zu warten, bis Sie das Wort an mich richten", antwortete sie – beflügelt durch sein Lob.

Erneut lächelte Lucius. „Du lernst sehr schnell… Komm steh auf und setz dich auf meinen Schoss." Sie tat wie ihr befohlen, und er begann ihr langsam über den Rücken zu streicheln. „Ich freue mich wirklich, dass du die ersen beiden Regeln behalten hast. Aber noch mehr freue ich mich, und es macht mich stolz, dass du von selbst erkannt hast, wie ich angesprochen werden möchte. Ich habe dir erlaubt, mich im privaten Umfeld zu duzen, da ich der Meinung bin, dass du mittlerweile sehr gut zwischen Spiel und Wirklichkeit unterscheiden kannst. Daher werden wir jetzt das Spiel ein wenig ausdehnen… Wenn wir unter uns sind, spielen wir. Sind dritte Personen dabei, darfst du mir normal gegenüber treten. Allerdings möchte ich dich gleich warnen, selbst im Beisein Dritter hast du mir den nötigen Respekt zu erweisen und auf flegelhafte Worte zu verzichten. Solltest du dich irgendwo daneben benehmen und mich durch dein Verhalten sowohl beschämen als auch in Verruf bringen, wirst du hinterher eine entsprechende Strafe erhalten." Er küsste sie auf die Stirn. „Du weißt, dass ich dir nicht wehtun möchte, mein Herz. Aber manchmal ist es unumgänglich, um dir zu zeigen, wo du an dir zu arbeiten hast. Vermeide Fehler und ich brauche dich nicht zu züchtigen."

Von der Stirn wanderte er hinunter zu ihrem Mund. Sanft und zärtlich, es stand im absoluten Gegensatz zu seinem bestimmenden Tonfall, küsste er sie und teilte ihre Lippen, um mit seiner Zunge ihren Mund zu erforschen. Dabei fuhr er mit seiner Hand über die Innenseite ihrer Oberschenkel und verschwan unter ihrem Rock. Zielsicher und ohne großartiges Vorspiel fanden seine Finger ihren Weg an ihre Scham. Die angespannten Nerven in ihren Fingerkuppen registrierten die Nässe an ihrem Eingang, die darauf wartete ihn aufzunehmen. Doch ihm stand heute nicht der Sinn danach, sich mit ihr zu vereinigen. Dennoch wollte er sie ein wenig belohnen. Schließlich galt das Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche" immer noch als gegeben und aktuell. Seine Finger schoben ihren Slip zur Seite und begannen mit ihren dunklen Locken zu spielen. Er strich ihr über die Scham und tauchte sanft mit zwei Fingern ein. Hermine quittierte es mit einem erregten Stöhnen.

„Ich werde dir, zusätzlich zu den Regeln Aufgaben stellen, mein Herz", begann er, während er damit weitermachte, ihr mit seinen Fingern Lust zu verschaffen. Sie werden in ihrem Schwierigkeitsgrad erst gestaffelt, später gemischt, auftreten. Einige der Aufgaben werden sehr einfach sein und du wirst dich konzentrieren müssen, um keine Flüchtigkeitsfehler zu machen. Andere dagegen werde unerfüllbar sein und du wirst scheitern. In diesem Fall geht es mir nicht darum, dich zu bestrafen, weil du versagt hast. Im Gegenteil. Ich werde dich lehren, dich und deine Kräfte kennen zulernen und einteilen zu können. Ich erwarte, dass du die Aufgabe zu erfüllen versuchst. Sollte der Fall eintreten, dass sie unerfüllbar ist, erwarte ich, dass du mir sagst, warum und wieso. Ich erwarte Ehrlichkeit, und ich will dich lehren, dass es keine Schande ist, gewisse Dinge nicht zu tun. Solltest du ehrlich und aufrichtig zu mir sein, wirst du keinerlei Strafe zu erwarten haben. Wir werden uns gemeinsam um die Aufgabe kümmern, und ich werde dir sagen, was du beachten sollst, um doch noch das gewünschte Ziel zu erreichen."

„Ja… Sir", keuchte Hermine unter größter Kraftaufbringung. „Bitte", begann sie zu flehen. „Bitte, ich …"

„Was willst du, mein Herz?" Er ließ drei Finger in sie verschwinden. „Komm, sag es mir."

„Ich … möchte … Sie … spüren … in … mir." Nun bettelte sie richtig.

Er lachte leise. „Nein, mein Schatz, für heute ist das nicht vorgesehen." Er steigerte seinen Rhythmus und begann sie in Richtung Höhepunkt zu bringen. Als sie sich kurz davor befand, flüsterte er heiser in ihr Ohr: „Und nun genieß es, Kleines. Zeig mir, wie sehr ich dich errege."

Das ließ sich Hermine nicht zwei Mal sagen, sie spreizte die Schenkel noch ein wenig mehr und fuhr sich mit ihren Fingern über ihre harte Perle. Immer und immer wieder strich sie da drüber, zwirbelte sie, drückte sie leicht. Und schließlich, es dauerte nicht mehr lange, kam sie mit einem unglaublich intensiven Orgasmus…

Lucius gab ihr die Gelegenheit wieder zu sich zu kommen und Luft zu holen, bevor er sie wieder ernst ansah. „Ich werde die Regeln in unserem Spiel weiter eingrenzen. Bislang kanntest du zwei, heute möchte dein Repertoire um ein paar erweitern… Die dritte Regel lautet: Ich darf während des Spiels keine Unterwäsche tragen... Anhand deiner großen Augen entnehme ich, dass du weißt, was ich damit meine. Sehr gut. Regel Nummer vier besagt: Ich darf nur von Lucius ausgesuchte Kleidung tragen. Das heißt, dass wir beide morgen deinen Kleiderschrank durchsuchen werden. Du wirst jedes Teil, dass nicht meine Zustimmung findet, umgehend wegschmeißen. Anschließend werden wir nach London aufbrechen und dir die einen oder anderen Dinge neu kaufen – natürlich unter der Prämisse, dass ich die Dinge für dich aussuchen werde. Haben wir uns verstanden?" Sie nickte.

„Nun, Regel fünf besagt, dass du dich nur masturbieren darfst, wenn ich dich dazu auffordere, oder du meine sonstige Erlaubnis hat. Regel Nummer sechs betrifft Dritte. In der Öffentlichkeit wirst du dich so benehmen, wie es dem Namen Malfoy gebührt. Du wirst mir respektvoll, aber nicht ängstlich entgegen treten. Du wirst mich duzen, aber bei wichtigen Entscheidungen um Erlaubnis fragen. Den genauen Ablauf werde ich dir dann zu gegebener Zeit mitteilen." Er fuhr ihr mit dem Finger über die leicht geöffneten Lippen.

„Und schon sind wir bei der vorerst letzten Regel, mein Herz. Ich werde dir einen neuen Namen geben. Werde ich ihn nennen, ist das ein Zeichen, dass unser Spiel beginnt. Auf entsprechenden Feiern wirst du nur unter diesem Namen vorgestellt werden." Er legte den Kopf in den Nacken und fischte ihr eine Strähne aus dem Gesicht. „Ich habe mir reiflich überlegt, wie ich dich nennen könnte, mein Herz. Aber mir fiel nur eine besondere Lösung ein… Matari."


Begriffe:
- Impertinenz: Frechheit
- Suboptimal: schlecht
- Matari: frei nach Mata Hari. „So wird Mata Hari gemeinhin als die große Spionin bezeichnet. Ihre Person gilt geradezu als Verkörperung einer Kurtisane oder der Femme fatale. Andere sehen in ihr die indische Tempelbajadere und schamlose Nackttänzerin." Quelle: Wikipedia.de

Anmerkung:
Natürlich gibt es Macbeth auch auf Deutsch, aber die englische Version klingt einfach besser. Es ist melodischer, die Atmosphäre ist spürbarer als bei einer holprigen deutschen Übersetzung, und außerdem ist es Kult. Wen es dennoch interessiert, hier eine deutsche Übersetzung:
Erste Hexe: Wann kommen wir drei uns wieder entgegen/ Im Blitz und Donner, oder im Regen?
Zweite Hexe: Wenn der Wirrwarr stille schweigt/ Wer der Sieger ist, sich zeigt.
Dritte Hexe: Das ist, eh' der Tag sich neigt.
Erste Hexe: Wo der Ort?
Zweite Hexe: Die Heide dort.
Dritte Hexe: Da wird Macbeth sein. Fort, fort!
(Man hört einen Gesang in der Luft.)
Erste Hexe: Grau Lieschen, ja! ich komme!
Alle drei: Unke ruft: - Geschwind - Schön ist häßlich, häßlich schön: Schwebt durch Dunst und Nebelhöhn!
Quelle: