Kapitel 38 – Kleider machen Hermine
Die Dinge sind nie
so, wie sie sind.
Sie sind immer das,
was man aus ihnen macht.
Jean Anouilh
Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen und atmete tief durch. Als sie neben sich ein dezentes Räuspern hörte, erschrak sie aus ihren Gedanken und bemerkte Lucius' sanftes Drängen. „Komm, mein Herz, wir erregen Aufsehen."
Hermine schnaubte. „Die haben wir bereits erregt, als wir gemeinsam hier aufgetaucht sind, Luc."
Ein sanftes Schmunzeln umspielte seine Lippen. „In der Tat, das haben wir." Er drehte sich zu ihr und nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände (eine Geste, die ein Aufstöhnen sämtlicher Hogwartsschülerinnen nach sich zog). „Aber so ist wird es immer sein, wenn wir irgendwo auftauchen, Liebste. Wir sind das schillernde Licht, nach dem sich ein jeder umguckt." Mit seinem Daumen strich er ihr über die Oberlippe. „Am Anfang ist es schwer, ich weiß dies, mein Herz, aber du wirst dich daran gewöhnen. Und das Äußere ist der erste Schritt sich wie eine Königin zu fühlen. Du bist meine Königin, Liebste. Und ich weiß, dass du mich nicht enttäuschen wirst. Du wirst mit meiner Hilfe die Gesellschaft im Sturm erobern und dich eines Malfoys würdig erweisen." Er beugte sich vor und gab ihr einen sanften Kuss. „Ich liebe dich…"
Während Hermine seiner leisen, melodischen Stimme lauschte und in seine betörenden Augen sah, erfüllte sie eine innere Ruhe. Bislang war ihr nie so deutlich klar geworden, wie sehr sie sich danach sehnte, sich seiner als würdig zu erweisen. Sie hatte nie begriffen, wie Ginny schon als junges Mädchen jeden Zeitungsschnipsel über Harry sammeln konnte, warum sie jeden Brief von ihm aufbewahrte, und sogar, vorm finalen Kampf, eine Haarlocke von ihm in einem Medaillon mit sich herum tragen konnte. Aber jetzt wusste sie, was es bedeutete von jemandem fasziniert, geradezu besessen zu sein. Sie schloss die Augen und sog jedes einzelne seiner Worte in sich aus. Die Welt schien ihr nicht länger wichtig, solang sie sich seiner Liebe sicher sein konnte.
Ein Räuspern holte beide in die Wirklichkeit zurück. Minerva war zu ihnen getreten und lächelte sie an. „Wie schön dein Kleid ist", sagte sie zu Hermine.
Diese lächelte. „Ja, es gefällt mir auch sehr."
Lucius legte den Arm um seine junge Hexe und zog sie an sich. „Es gehörte ursprünglich Narzissa. Aufgrund der kurzen Zeit, war es uns nicht mehr möglich, ein angemessenes Kleid zu kaufen. Aber das möchte ich jetzt nachholen." Er lächelte den Frauen zu.
„Narzissas Kleid?" McGonagall guckte skeptisch. „Warum eins von ihr?"
„Weil meine verstorbene Frau einen exklusiven Kleidergeschmack besaß. Aber nun möchte ich mein Herz mit eigenen Kostbarkeiten überschütten."
Hermine sah ihn verwundert an. „Was hast du vor, Luc?"
„Wir beide gehen jetzt shoppen." Dann wandte er sich an seine Vorgesetzte. „Du hast gesagt, der Unterricht fiele heute aus. Darf ich dein Einverständnis voraus setzten und mit meiner zukündigten Frau einkaufen gehen?"
Sämtliche Umstehende sahen sehr überrascht aus. „Zukünftige Frau?"
Lucius zuckte gleichgültig mit den Schulten. „Was denn sonst? Natürlich müssen wir erst die Scheidung von Mr. Weasley abwarten. Ich hoffe, ihr entschuldigt uns?"
Mit diesen Worten zog er Hermine von den anderen weg und disapparierte gemeinsam mit ihr.
ooOoo
Der Apparierplatz der Winkelgasse tauchte langsam vor Hermines Augen auf. Fragend sah sie zu ihrem Begleiter auf. „Was wollen wir hier?"
Lucius zog sie sanft aber bestimmend mit sich. „Ich werde doch die Frau an meiner Seite nicht in Lumpen gehen lassen. Wir beide gehen nun shoppen. Das mögt ihr Frauen doch?"
Hermine lachte. „Ja, ich glaube, da sind wir Frauen alle gleich. Ginny mag es auch einkaufen zu gehen. Als wir-" Sie brach traurig ab. Zu schmerzhaft war die Erinnerung an die glückliche Zeit mit ihren Freunden.
Lucius wusste, was sie meinte. Er blieb stehen und gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze. „Denk nicht an die Menschen, die versuchen dich zu verändern, weil sie nicht sehen, was für ein wunderbarer Mensch du bist." Dann wischte er ihr eine Träne aus den Augen. „Du bist wie ein Rohdiamant, den zu schleifen ich die Ehre habe."
„Aber … dann akzeptierst du mich doch auch nicht wie ich bin und versuchst mich zu verändern."
Er lächelte. „Der Unterschied ist, dass deine Freunde dich mit aller Macht in eine Richtung drängen wollen, die du nicht willst. Ich dagegen lasse dir die Wahl, ob du meinen Weg gehst oder nicht." Sanft zog er sie weiter.
Sie blieben schließlich vor einem imposanten Geschäft in einem Teil der Winkelgasse stehen, in dem Hermine bislang noch nicht gewesen war. Zu teuer war die Gegend, und die Dinge, die man hier kaufen konnte, waren unerschwinglich für sie.
An Lucius' Arm betrat sie das Geschäft und wurde sofort von einem kleinen, untersetzten Mann mit Bart und Glatze empfangen. „Guten Tag, Mr. Malfoy, wie schön, Sie einmal wieder zu sehen." Er verbeugte sich kriecherisch vor Lucius. „Wie darf ich Ihnen helfen?"
Der blonde Zauberer lächelte. „Nicht mir, Zerphis, meine reizende Frau braucht das eine oder andere Neue." Er ging zu einer Garnitur und ließ sich auf einem herrschaftlichen Sessel nieder. Sofort tauchten zwei Hauselfen auf, die ihm ein Gläschen Champagner kredenzten. „Möchte Mr. Malfoy etwas essen?" fragte die Elfe. „Nein, Sibeja."
Die Hauselfen verschwanden wieder und Mr. Zerphis trat erneut auf den wichtigen Gast zu. „Ich freue mich wirklich außerordentlich, Sie bei uns begrüßen zu dürfen, Mr. Malfoy. Mit Bedauern habe ich die Nachricht Ihrer verstorbenen Gattin vernommen. Eine schreckliche Geschichte. Sie besaß so viel Anmut und Grazie. So etwas trifft man selten. Ein Vergnügen, sie einkleiden zu dürfen. Sie-"
„Zerphis, ich bin nicht hier, um mit Ihnen über Narzissa zu sprechen", unterbrach Lucius ihn. Dann streckte er seine Hand nach Hermine aus und bedeutete ihr näher zu kommen. Er umfasste sanft ihre Taille und zog sie zu sich. „Nicht so schüchtern, mein Herz. Zerphis mag ein kleiner Speichellecker sein, aber er ist zweifellos der Beste auf seinem Gebiet." Ein arroganter Blick zu dem Verkäufer folgte. „Und nun genieße einfach das Folgende." Er vollführte eine Handbewegung und umgehend dreht sich Mr. Zerphis zu Hermine. Mit den Augen nahm er Maß. „Aronja, Boneja, Cereja", rief er und prompt tauchten drei Hauselfen auf. „Malachit, Azurit, Auripigment, Smalte und Schwarz."
Die Hauselfen verschwanden und Mr. Zerphis wandte sich wieder Lucius zu. „Noch ein Gläschen Champagner, Mr. Malfoy?", fragte er unterwürfig.
Lucius hob eine Augenbraue. „Zerphis, nicht ich bin hier die Hauptperson."
Der Verkäufer sah sich einer prekären Lage ausgesetzt. Vernachlässigte er den einflussreichen, und vor allem Geldschweren, Mann, riskierte er einen seiner wichtigsten Kunden zu verlieren. Kümmerte er sich nicht entsprechend um seine junge Begleitung, war ebenfalls unklar, ob Mr. Malfoy sein Kunde blieb. Er schluckte einmal und drehte sich dann mit einem strahlenden Lächeln zu Hermine um. „Es ist mir ein Vergnügen Sie neu einkleiden zu dürfen, meine Teuerste", rief er strahlend. „Was darf es denn sein? Ein Kleid, eine Hose, vielleicht ein neuer Umhang?"
Hermine sah unsicher zu ihrem Geliebten. „Ein Kleid wäre nicht schlecht."
Lucius räusperte sich, was ihm umgehend die Aufmerksamkeit des Ladenbesitzers zusicherte, und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Von allem, Zerphis, ich gedenke meine Frau bei Ihnen vollständig einkleiden zu lassen. Geld spielt keine Rolle, wie Sie wissen."
Die Sickelzeichen waren förmlich in Mr. Zerphis Augen zu sehen. „Natürlich, Mr. Malfoy", beeilte er sich zu sagen und rief nach den Hauselfen. Einen Sekundenbruchteil später standen selbige vor ihm und hielten verschiedene Stoffe in der Hand.
Mr. Zerphis trat auf Hermine zu und drapierte den grünen Stoff um ihre Schultern. „Wie ich bereits gedacht habe, Malachit steht Ihnen." Er wandte sich zu Lucius, der knapp nickte. Sofort wanderte der Stoff auf einen Tresen. Ebenso geschah es mit den anderen Stoffen. Lucius akzeptierte jeden. „Natürlich werden wir überwiegend grün und schwarz verwenden, Zerphis."
Dieser lächelte. „Genau mein Gedankengang, Mr. Malfoy. Darf ich erwähnen, dass ich gerade letzte Woche einen Schnitt gesehen habe, bei dem ich an Sie denken musste?"
Lucius' Lippen kräuselten sich. „Ich bin nicht hier, um mir einen neuen Umhang zu kaufen. Zerphis. Aber wenn Sie meinen, schicken Sie ihn mir nach Hogwarts."
„Wollen Sie ihn nicht anprobieren, Mr. Malfoy?"
„Sie kennen meine Maße und Sie haben ein gutes Auge. Sie denken nicht daran, mich zu enttäuschen, indem Sie mich mit Dingen versehen, die mein Missfallen erregen könnten. Nicht wahr?" Er lächelte zuvorkommend. Dennoch wirkte dieses Lächeln eher wie das eines Pumas, das zum Sprung ansetzte.
„Natürlich nicht, Mr. Malfoy", beeilte sich Mr. Zerphis ihm zu versichern. „Ich werde das Übliche veranlassen." Schnell drehte er sich wieder zu Hermine um. „Nun, die Stoffauswahl haben wir glücklicherweise hinter uns. Nun wollen wir uns dem Schnitt zuwenden." Einen Schlenker später, sein Zauberstab war auf Hochglanz poliert, lagen zwei dicke Bücher auf einem Tisch. Er bedeutete Hermine näher zu treten. Sein Blick glitt prüfend über sie, dann überlegte er und schlug eine Seite eines Buches in der Mitte auf. Hermine beugte sich vor und konnte sich ein Aufkeuchen nicht verkneifen. Sie sah ein Bild einer eleganten Frau, die ein sehr Figurbetontes, enges Kleid trug. Ein weiteres Bild zeigte ebenfalls ein verführerisches, knielanges Kleid.
Der emsige Verkäufer schlug ihr viele Kombinationen vor. So viele, dass sie irgendwann den Überblick verlor und der Verkäufer ein schwarzes Kleid herzauberte, welches sie anziehen sollte. Ein Schlenker und sie trug das jeweilige Kleid auf der entsprechenden Abbildung. Jedes Mal drehte sich Mr. Zerphis zu Lucius um, der manchmal den Kopf leicht neigte (ein Zeichen, dass ihm gefiel was er sah), mal die Lippen kräuselte (Mr. Zerphis beeilte sich dann, die nächste Kreation zu zeigen). Derweil schrieb eine Flotte-Schreibe-Feder die Kleider auf, die die Zustimmung des Kunden erreicht hatten. Hermine wagte einmal einen Blick und sah eine Schwindel erregende Summe. Sie wollte etwas sagen, doch Lucius schüttelte sanft den Kopf.
Als die Auswahl zu Ende war, ging sie zu ihrem Geliebten und gab ihm einen Kuss. „Danke, Luc."
Er lächelte. „Ich umgebe mich gern mit schönen Frauen…"
Mr. Zerphis rieb sich im Inneren die Hände. Er konnte ein sehr gutes Geschäft verbuchen. „Möchten Sie die Zahlungsmodalitäten klären, Mr. Malfoy, oder wie immer?"
Der Angesprochene schenkte dem Verkäufer einen arroganten Blick. „Natürlich wie immer, Zerphis. Schicken Sie die Kreationen nach Hogwarts." Das Paar wurde unter vielen Verbeugungen der Hauselfen und freundlichen Wünschen seitens des Besitzers hinaus begleitet.
„Und nun, mein Herz, werden wir Caties besuchen."
Sie machte große Augen. „Das ist nicht dein ernst, Luc. Das ist der teuerste Juwelier in ganz London."
Er lächelte. „Aber natürlich, kleine Matari. Du solltest meinen Geschmack mittlerweile kennen – ich bin mit dem Besten gerade zufrieden."
Er drehte sich um, und ging ein paar Schritte. Dann bemerkte er, dass Hermine ihm nicht folgte. Sie war vor einem Schaufenster einer exklusiven Buchhandlung stehen geblieben, in der es nur handsignierte Ausgaben berühmter Werke zu kaufen war. Lucius schmunzelte.
Gerade als er zu ihr gehen wollte, wurde er aufgehalten. „Lucius, schön Sie wieder zu sehen." Er wandte sich der Stimme zu und erkannte Orion Rosier, der Bruder von Evan Rosier, und ebenfalls ehemaliger Todesser. Seine Machenschaften waren nie aufgedeckt worden, so dass er noch immer unbehelligt im Ministerium arbeiten konnte.
„Orion." Lucius nickte dem dunklen Mann zu. „Wie ist es Ihnen ergangen?"
Dieser strahlte übers ganze Gesicht. „Sehr gut, Lucius, und ich freue mich wirklich, Sie gesund und munter wieder zu sehen. Wir sollten uns bei Gelegenheit erneut treffen und über alte Zeiten plaudern." Sein Grinsen wurde immer breiter.
Lucius kniff leicht ein Auge zusammen und legte den Kopf schief. „Uns verbindet nichts, Orion. Nur weil ich eine zeitlang mit Fudge befreundet war, und wir uns unabwendbar zum Essen trafen, bedeutet diese Tatsache nicht automatisch eine freundschaftliche Verbundenheit."
Das Grinsen war aus Rosiers Gesicht weggewischt. „Sie sind noch genauso arrogant wie vor ein paar Jahren. Bedauerlich, dass Ihnen bislang noch niemand gesagt hat, dass Sie sich zum scheißen ebenso hinsetzen müssen."
Der Blonde zog spöttisch seinen rechten Mundwinkel hoch. Dann raunte er Rosier zu, so leise, dass ihn niemand hören konnte. „Glaubst du, ich spreche in der Öffentlichkeit über den Dunklen Lord?"
Rosier sah ihn unsicher an. Er legte seine Stirn ein wenig in Falten (was ihm das Aussehen eines Sharpeis verlieh), dann kehrte sein Strahlen zurück. „Aber natürlich mein Freund… Wie sieht es aus, haben Sie Zeit für ein Gläschen Feuerwhiskys? Fudge zu Ehren?"
„Nein, bedaure, ich bin bereits verabredet."
Rosier zuckte mit den Schultern. „Da kann man nichts machen. Vielleicht die Tage?"
„Vielleicht."
Der dunkle Todesser wollte gerade gehen, als er Hermine erblickte. „Ist das nicht die Freundin von Potter? Das Schlammblut? Schade, die hätte es damals wirklich treffen sollen, nicht unseren verehrten Lord. Ein Trauerspiel, fast hätte ich die Schlampe gehabt. Aber leider musste sich Snape, dieser Verräter, dazwischen drängen." Er spuckte vor Hermine, die langsam näher gekommen war, aus. „Irgendwann bist du dran, Schlammblut." Rosier hatte sich Hermine zugewandt. So entging ihm, dass Lucius für einen kurzen Moment beide Augen zusammenkniff und den Kopf leicht senkte. Sein ganzer Körper war versteift, während er den Todesser von unten ansah. Er wirkte wie ein Panther, der sich zum Sprung bereit machte.
„Wie heißt das Schlammblut noch mal, Grunge? Ein passender Name für etwas, das nicht wichtiger ist als Dreck unter meinen Stiefeln. " Er lachte wiehernd.
„Malfoy", sagte Lucius, dessen Haltung nun wieder autoritäre Arroganz ausstrahlte.
Überrascht wirbelte Rosier herum. „Was haben Sie gesagt?"
„Darf ich Ihnen diese bezaubernde Dame vorstellen, Orion?" Er umfasste Hermines Taille. „Mrs. Hermine Malfoy. Wir sind gerade auf dem Weg zu Caties, um unsere Ringe auszusuchen. Ein Muggelbrauch, der meiner Frau wichtig ist. Und wir Männer streben doch danach, unsere Frauen glücklich zu machen, nicht war, Orion?" Obwohl er leise gesprochen hatte, war sein Tonfall drohend. Hermine wollte etwas erwidern, doch Lucius hob ihr Kinn mit seinen Fingern und drückte ihr sanft einen Kuss auf die Lippen.
Rosier dagegen jappste wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Worten. „Ihre … Frau?", krächzte er.
„Allerdings, Orion. Dieses fabelhafte Wesen hat sich unerwarteter Weise in mein Herz geschlichen, und mir gezeigt, wie sekundär die Abstammung ist. Sie ist nicht nur die klügste Hexe, die ich kenne, sondern auch bei weitem die begabteste, währenddessen viele Reinblüter ihre Dekadenz nicht mehr verhindern können."
„Ihre … Frau?" Rosier machte große Augen.
„Sie sollten im Laufe der Jahre durchaus gelernt haben, mein lieber Orion, dass ich es hasse, mich wiederholen zu müssen. Ja, meine Frau. Sollten Sie damit ein Problem haben (er schwang lässig einen Finger im Kreis, allerdings so, dass nur Rosier es sehen konnte, der augenblicklich fühlte, wie sein Gürtel sich zu lösen begann und er Gefahr lief, bald mit heruntergelassener Hose auf der Strasse zu stehen), können wir das gern außerhalb Londons klären."
Rosier wurde bei diesen Worten blasser. Natürlich hatte er mitbekommen, wie Lucius vom Dunklen Lord bevorzugt worden war, und dass sich dessen Macht verdreifacht hatte. „Nein … kein Problem … Herzlichen Glückwunsch, Mrs. Malfoy", stammelte er.
Lucius nickte leicht. „Aber, aber mein Freund. Sie brauchen nicht zu stammeln… Ich mache Ihnen einen kleinen Vorschlag. Ich komme Ihnen entgegen, indem ich diesen kleinen faux-pas vergesse, und Sie nehmen sich in Zukunft zurück und beleidigen meine Frau nicht wieder. Sie beleidigten auch zwangsläufig mich. Ein Umstand, der nicht angenehm ist – wie Sie wissen. Sie möchten doch nicht eines morgens aufwachen und sich dem Araneamordes ausgesetzt fühlen, nicht wahr?" Er lächelte charmant.
„Ja, natürlich. Verzeihung. Ich … mir ist eingefallen … ich muss noch etwas erledigen… Einen schönen Tag." Nachdem er eine tiefe Verbeugung gemacht hatte, verschwand Rosier.
Lucius wollte etwas sagen, doch Hermine legte ihm ihren Zeigefinger auf die Lippen. „Danke", hauchte sie, während sie mit der anderen Hand die seine umklammerte.
„Ich kann nicht zulassen, dass ein niederer Todesser meine Frau beleidigt."
„Deine Frau… Lucius, ich bin noch nicht mal geschieden", zweifelte Hermine.
„Ein bedauerlicher Umstand, den wir bald ändern sollten, nicht wahr mein Herz? Aber verzeih mir diese kleine Lüge. Rosier war immer überzeugt und die Gegebenheit, dass du jetzt als meine Frau giltst, gibt dir ein hohes Maß an Sicherheit. Ich kann dir nicht versprechen, dass dir an meiner Seite keine Gefahr droht. Solange ich bei dir bin, wird dir nichts passieren. Aber ich kann dich nicht immer begleiten." Er sah ihr tief in die Augen. „Ich möchte dich nicht auch noch verlieren." Hermine schluckte bei diesen Worten, dann hob sie seine Hand an ihre Lippen und hauchte ihm einen Kuss auf die Fingerknöchel.
So verharrten sie eine kleine Weile, bis Lucius diesen magischen Moment löste. „Komm, wir wollen doch nicht zu spät nach Hogwarts zurückkehren." Er führte seine Begleitung zu einem exklusiv aussehenden Geschäft, dass von weitem als Juwelier erkennbar war.
Auch hier schien Lucius ein alter Bekannter zu sein. Er wurde genauso zuvorkommen behandelt, wie Mr. Zerphis es vorher tat. Sie entschieden sich nach einiger Zeit für zwei silberne Ringe, die jeweils ein Dreieck mit einer Mittelsenkrechten aufwiesen.
Gerade als die beiden den Laden wieder verlassen wollten, fiel Lucius Blick auf ein silbernes Amulette, das mit fremden Zeichen geschmückt war, und welches in der Mitte ein Pentagramm aufwies. „Was ist das für ein Schmuckstück, Saltre?", wollte er vom Besitzer wissen.
„Ahhhh, ein seltenes Schmuckstück. Wir haben es gerade heute hinein bekommen." Saltre holte das Amulett aus dem Sicherheitsglasschrank. „Ein mächtiges Amulette, voll weißer Magie. Sehen Sie die fremdländischen Zeichen? Ihre genaue Bedeutung konnte mir mein Lehrling noch nicht sagen, aber es muss sich um eine Liebesformel handeln, die das Leben des Trägers schützt…. In der Mitte ist ein Pentagramm. Es gilt seit jeher als ein Bannzeichen gegen sämtliches Böse. Das Amulett wurde in Phoenixtränen gebadet. Es war ein sehr mächtiger Phoenix. Früher lebte er bei einem alten, weisen Zauberer, doch nach dessen Tod hat ihn nie wieder jemand gesehen." Saltre sah betrübt drein. „Nun, dieses Amulett hat einen mächtigen Schutzzauber in sich… Möchten Sie es einmal näher sehen?"
Hermine trat näher. „Hieß der Phoenix zufällig Fawkes?"
„Ja, woher wissen Sie das?" Der Verkäufer war sichtlich irritiert.
„Ich kannte Fawkes. Er hat einem Freund von mir das Leben gerettet, mehrfach."
Lucius' Gedanken wanderten zurück zu der Begegnung mit Rosier. Dann dachte er an die seltsamen Todesumstände von George…. „Ich werde es kaufen", sagte er schließlich und zahlte einen fast unbezahlbaren Preis.
„Soll ich es einpacken, Mr. Malfoy?"
„Nein, Saltre." Lucius nahm das Amulett und drückte sanft einen Kuss auf das Pentagramm. „Möge meine Liebe dich beschützen", murmelte er leise und legte Hermine dann das Amulett um. „Es soll auf dich aufpassen, wenn ich es nicht kann, mein Herz."
Sie gingen in einen der hinteren Räume und apparierten direkt vor die Tore Hogwarts.
Begriffe:
- Malachit: Grüne Farbe
- Azurit: blaue Farbe
- Auripigment: Erdfarben
- Smalte: dunkelblau
- Sharbei chinesische Hunderasse
- grunge: engl. Schmutz
- faux-pas: Fehltritt
Anmerkung:
Ich weiß, dass Lucius ihr nicht wirklich eine Wahl lässt smile
Wer ein Bild des Amulettes haben möchte, möge mir seine Emailadresse zukommen lassen
Frage:
Ich habe kein Geheimnis aus dem Ende gemacht…. Einer wird sterben. Severus oder Lucius? Was GLAUBT ihr? Und wen WOLLT ihr sterben sehen?
Hey, wo seid ihr alle?
