Kapitel 43 – Die alte Shiva

Flieg hoch zu den Wolken, weiter und weiter, der Kälte davon.
Vogel der Sehnsucht, flieg weit fort von hier, ein Teil von mir fliegt mit dir

Vogel der Sehnsucht, von: Gaby Albrecht

Am Morgen nach dieser ereignisreichen Nacht, zu dem gleichen Zeitpunkt als ein Leben auf die Welt kam und ein Zweites entstand, zu dem gleichen Zeitpunkt, als Hermine Charlies Brief erhielt, wanderte ein unruhiger Mann im Kerker umher.

Sie war schön geworden. Das hatte er auf der Beerdigung bemerkt, als er sie in Narzissas altem Kleid gesehen hatte. Ja, das Kleid hatte er erkannt. Es war genau das gleiche, das die verstorbene Lady Malfoy zuvor immer getragen hatte, wenn sie ihren Gatten verführen wollte.

Snape wusste es. Zu tief ging seine Freundschaft zu Lucius, als dass er das nicht gewusst hätte. Er war jahrelang auf Malfoy Manor ein- und ausgegangen. Trotz der Geschichte mit IHR. Snape verbot sich jegliche Gedanken an seine verstorbene Frau. Nie wieder sollte sie Macht über ihn bekommen. Auch nicht als Tote…

Außerdem hatte er zurzeit ein ganz anderes Problem. Ein Problem mit langen braunen Haaren und einem Mund, der geradezu einlud, in zu Küssen und in Besitz zu nehmen.

Snape unterbrach diesen, wenn auch sehr erregenden, Gedanken und fegte mit einer einzigen Handbewegung seinen Schreibtisch lehr. Vielleicht war es an der Zeit, Shiva nach langer Zeit wieder einen Besuch abzustatten.

oOoOo

Sie saß in ihrem Lieblingssessel. Die Sonne war gerade dabei aufzugehen und es versprach, ein schöner Samstag zu werden. Sie spürte die ersten Strahlen auf ihrem Gesicht.

Als es an der Tür klopfte, rief sie den Gast mit tiefer, autoritärer Stimme zu sich. Sie hörte, wie hinter ihrem Rücken die Tür zu gemacht wurde und sich ihr Schritte näherten. Schon lange hatte sie sie nicht mehr vernommen. „Severus, wie schön, dass du kommst."

Er lachte leise und melodisch. „Wie immer allwissend, Shiva."

Sie schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, aber ich habe es gehört." Die Frau namens Shiva hob den Kopf und lächelte Severus an. Dann hob sie langsam ihre rechte Hand und streckte sie ihm entgegen. Der Mann ergriff sie und ließ sich vor der Frau auf die Knie sinken. Sofort begann Shiva ihm über die Wange zu streicheln. Sie nahm auch ihre zweite Hand hinzu, als sie mit erfahrenen Berührungen sein Gesicht liebkoste.

„Ich spüre deine Verzweiflung, Severus, du…" Den Rest des Satzes ließ sie im Raum verklingen. Sie kannte ihn sehr gut. Wahrscheinlich war sie die einzige, die ihm bis in sein Herz sehen konnte.

Severus schluckte, ergriff ihre Hände und verbarg sein Gesicht in ihnen. Er weinte nicht. Schon lange hatte er seinen Tränen nicht nachgegeben. Aber hätte er es gekonnt, Shivas Hände wären jetzt nass gewesen.

Sanft löste sie eine Hand aus seiner Umklammerung und streichelte ihm über das lange, seidige Haar. Sie sagte nichts, sie ließ ihn die Kraft sammeln, die er suchte.

Es schien als wären Stunden vergangen, bis Snape sich schließlich langsam aufsetzte und sie ansah. „Wie lange war Lucius schon nicht mehr hier?", fragte er.

Shiva zuckte mit den Schultern. Ein paar Jahre, vielleicht auch ein paar Jahrzehnte. Ich weiß es nicht mehr. Irgendwann habe ich aufgehört die Tage zu zählen."

Sanft ergriff er ihre langen, dünnen Finger und streichelte sie. „Ich hätte sich niemals allein gelassen."

„Ich weiß, Severus, ich weiß."

„Zu lange war ich fort. Über drei Jahre." Reue schwang in seiner Stimme mit.

„Du wirst deine Gründe gehabt haben." Die Frau lächelte und suchte mit ihren Fingern wieder sein Gesicht.

Er stand auf, trat auf Shiva zu und schob ihr seine Arme unter die Kniekehle und hinter den Rücken. Dann hob er sie hoch und trug sie behutsam auf die Terrasse. Er setzte sie auf einen Gartenstuhl und richtete diesen in Richtung Sonne aus.

„Ahhh", seufzte sie. „Ich war schon lange nicht mehr draußen. Das letzte Mal… als du hier warst."

Snape bekam sofort ein schlechtes Gewissen. In den vergangenen drei Jahren hatte er sie komplett vergessen. Dann zog er sich einen Stuhl neben die Frau und zog seine Beine an seinen Körper, nur um sie mit seinen Armen zu umschlingen und seinen Blick auf einen Springbrunnen in weiter Ferne zu richten.

Shiva lachte leise. „Du ziehst die Beine wieder an… So wie du es schon als Junge getan hast."

„Manche Dinge ändern sich nie", scherzte er und lachte auf. „Soll ich uns Tee bestellen."

Auf ihr Nicken hin schnippste er und eine Hauselfe, fast so alt wie die Dame des Hauses, erschien. „Was kann Lari für Sie tun?"

„Zwei Tee." Die Elfe verschwand, nur um wenig später mit zwei großen Tassen Tee wieder aufzutauchen.

„Noch immer zwei Löffel Zucker, Shiva?" Sie lächelte bestätigend.

Er rührte zwei Löffel Zucker in den Tee und schob die Tasse dann langsam zu ihr rüber. Anschließend nahm er ihre Hände und führte sie zu dem Gefäß. „Es ist noch heiß." Shiva lächelte dankbar. Dann tastete sie sich über die Tasse bis sie den Griff gefunden hatte. Langsam hob sie sie an ihre Lippen und pustete in die dampfende Flüssigkeit.

Nach einer kleinen Ewigkeit stellte sie die Tasse zurück auf den Unterteller, im Laufe der Jahre war sie in ihren Bewegungen sicherer geworden. Auch wenn sie die Welt nicht mehr sehen konnte, so konnte sie sie doch spüren. „Was ist mit Tom, Severus?", fragte sie.

„Tom ist tot. Schon seit drei Jahren."

Ihr Blick glitt in die Ferne. Hätte Snape nicht gewusst, dass sie blind war, er hätte es nicht bemerkt. „Ich vermisse ihn." Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. „Tom war immer ein wunderbarer Mensch gewesen. Doch Voldemort… Voldemort hat ihm das Genick gebrochen."

Snape stutzte. Hatte seine alte Freundin womöglich den Verstand verloren? War sie durch die lange Einsamkeit wirr geworden? Er ergriff ihre Hände. „Shiva… Tom war Voldemort."

Sie lächelte. „Ich weiß, mein Junge. Für die Welt war Tom Riddle Lord Voldemort, doch für mich war er immer der kleine Junge, der mir in seinem ersten Schuljahr großspurig erzählt hatte, dass sein Vater noch reicher, noch mächtiger und noch einflussreicher gewesen sei, als mein Verlobter Cygnus Malfoy." Sie lachte leise. „Er wollte immer der Beste sein, in allem. Welch Schock, dass sich sein Vater als Muggel entpuppte."

Nachdenklich betrachtete Snape die alte, weise Frau vor sich. Sie war damals das Herz der Malfoys gewesen. Bei ihr liefen die Fäden zusammen, nichts geschah ohne ihre Zustimmung. Heimlich wurde sie als ‚der einzige Mann der Malfoys' bezeichnet.

Erinnerungsanfang

„Geh zu ihr", wisperte Lucius in sein Ohr. „Sie mag selbstbewusste Jungen. Sie wird dir nichts tun."

„Aber was ist, wenn sie mich nicht mag?" Ein Angstschatten huschte kurz über sein Gesicht. „Dann darf ich dich nie wieder in den Ferien besuchen kommen."

Der blonde Freund überlegte kurz. „Dann bleiben wir halt gemeinsam in Hogwarts. Professor Dumbledore würde es bestimmt erlauben." Unsanft gab er dem jungen Severus einen Stoß. „Nun geh schon."

Langsam ging der Dreizehnjährige auf die ältere, noch immer schöne, Dame, die gebieterisch in einem Sessel saß, zu. Die langen weißblonden Haare flossen ihr über die Schultern, die eisgrauen Augen ruhten auf ihm. Ihr Blick schien ihm durch und durch zu gehen, gerade so, als sähe sie ihm bis auf den Grund seiner Seele.

Severus nestelte an seiner Hose. Diese Frau war es gewohnt zu herrschen. Ihr Urteil entschied, ob er von der Familie Malfoy willkommen geheißen wurde.

„Ist er das Tom?", fragte sie mit einer tiefen Stimme.

Der Mann, der neben ihr saß und den der junge Severus nicht registriert hatte, zu sehr war er auf Shiva Malfoy fixiert gewesen, stand auf und ging zu ihm.

„Onkel Tom." Severus war erfreut, jemanden wieder zu erkennen. „Was machst du hier?"

Ein Blick von Tom Riddle ließ ihn Schweigen. „Es gibt keinen Tom mehr, Severus." Er hob die Hand und ein in schwarz gekleideter Mann, es musste Cygnus sein, erhob sich. „Mein Herr?"

„Lasse uns auf der Südterrasse Tee servieren." Der Hausherr nickte und verschwand.

Ein perlendes Lachen ertönte. „Tom, du vergisst in wessen Haus du dich befindest", tadelte Shiva den dunkelhaarigen Mann. Dieser lächelte ehrlich, als er sich zu ihr umdrehte. „Verzeih mir, liebste Shiva. Darf ich mir erlauben, auf der Südterrasse Tee servieren zu lassen?"

Die Frau, der sogar Lord Voldemort Respekt zollte, lächelte. „Das hast du bereits getan, wenn ich mich recht erinnere. Aber lasst uns gehen." Sie erhob sich und Severus sah sich einer strahlenden Schönheit, trotz ihres Alters, gegenüber stehen. Das genaue Alter kannte er nicht. Lucius hatte nur gesagt, sie sei bereits über hundert.

Unsicheren Schrittes folgte er ihr.

Zeitsprung, 1981

Ein Hauself führte ihn auf die gleiche Terrasse, auf der er sieben Jahre zuvor den ersten Tee mit Lucius Malfoys Großmutter getrunken hatte. Sie stand an der Balustrade und beobachtete die Gärtner, die die Bäume beschnitten.

Severus war erschrocken als er ihrer ansichtig wurde. Drei Jahre, seit der Zeit seiner eigenen Hochzeit, hatte er sie nicht mehr gesehen. Und, wenngleich sie noch immer alte Macht ausstrahlte, so hatte das Alter doch auch an ihre genagt. Sie stützte sich auf ihren Gehstock. Das weiße Haar fiel ihr immer wieder ins Gesicht.

Schnell eilte er zu ihr und half ihr, sich in einen der Sessel zu setzen.

„Bist du endlich wieder gekommen, Severus." Sie lächelte ihn offen an. „Schockiert, mich so zu sehen?" Ihr leises, noch immer in ihren Bann ziehendes, Lachen erklang.

Besorgt sah er ihr in die trüber werdenden Augen. „Ja, aber doch nicht du. Kann ich etwas für dich tun? Dir einen Trank brauen, der dich stärker macht?"

Sie tätschelte ihm die Hand. „Du bist ein guter Junge, Severus. Doch du kannst gegen diesen Fluch nichts tun."

Er horchte auf. „Fluch? Was für ein Fluch? Shiva, sag mir welcher Fluch und ich setze alles daran ein Gegenmittel zu finden."

„Der Fluch des Alters, mein Junge. Dagegen kann man nichts tun. Und Toms Weg bin ich nicht bereit zu gehen."

„Was meinst du, Shiva? Welchen Weg ist der Dunkle Lord gegangen?"

Sie biss sich auf die mageren Lippen. „Ich kann es dir nicht sagen."

„Warum nicht, Shiva? Ich weiß, dass du ihn verabscheust."

Sie schüttelte den Kopf. „Ich verabscheue ihn nicht. Ich… Ich habe Mitleid mit ihm. Er ist ein guter Junge."

„Bei Merlin. Dein guter Junge ermordet die Menschen Reihenweise. Die Welt liegt in Angst und Schrecken. Dein guter Junge", er spie diesen Namen regelrecht aus, „führt geradezu ein Terrorregime an."

„Ich weiß, Severus." Tränen bildeten sich in den Augen der alten Frau. „Ich bin seine Geheimniswahrerin… Wenn nun auch ich ihn noch verraten, dann hat er niemanden mehr, dem er noch vertrauen kann. Verstehst du nicht, wie wichtig das für Tom ist?"

Snape fuhr sich durch die schwarzen Haare. „Was ist wichtiger, Shiva? Das Seelenleben eines Diktators oder das unzähliger unschuldiger Menschen."

Die alte Frau schluckte. „Selbst wenn, es ist nicht mehr von Bedeutung."

„Warum nicht, Shiva? Verdammt, sprich mit mir."

Tonlos bewegten sich ihre Lippen.

„Was, Shiva? WAS?", schrie Snape.

„Er… Tom… Er plant den Tod… Er… Tom hat von einer Prophezeiung gehört."

Snape riss ungläubig die Augen auf. Eine dunkle Ahnung beschlich ihn.„Und?"

„Er ist auf dem Weg den Jungen zu ermorden. Die Potter-"

Mit einem Ruck war Snape aufgesprungen. Dass das Geschirr vom Tisch fiel, kümmerte ihn nicht. „Potter? James und … Lily Potter?"

Sie nickte. „Deine Lily", wisperte sie.

„Verdammt. Wann, Shiva, wann?"

„Jetzt… Es ist zu spät, mein Junge… Wo willst du hin?"

„Zu Dumbledore", hörte sie ihn nur noch rufen.

Als Dumbledore vor dem Haus der Potters erschien, war schon alles geschehen.

Erinnerungsende

„Tom Riddle, Lord Voldemort, er ist endgültig tot, Shiva", versuchte Snape noch mal die Tatsache zu verdeutlichen.

Die blinde Frau nickte. „Zwanzig Jahre ist es her als ich ihn das letzte Mal gesehen habe." Ihre Hände verkrampften sich kurz.

Als sich die Anspannung löste, wandte sie sich zu ihm um. „Was ist mit dir, Severus? Warum bist du her gekommen?"

„Ich-", er brach ab. „Ich wollte dich besuchen."

Sie lachte leise. „Verzeih mir, wenn ich dir das nicht abnehmen.

Snape hatte die ganze Zeit aufrecht da gesessen, doch nun fiel er in sich zusammen. „Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll, Shiva", flüsterte er.

Die alte Dame nickte. „Geht es um eine Frau?"

„NEIN", bellte er (was ihr ein Schmunzeln auf die Lippen zauberte). „Es ist … mein Leben. Ich habe keine Familie. Der Dunkle Lord ist tot. Meine Tätigkeit als Spion beendet. Was soll ich nun machen? Ich habe kein Ziel mehr. Nichts, wofür es sich lohnt zu leben. Ich-" Wieder brach Snape ab. Diesmal, weil er die alte, knochige Hand seiner noch älteren Freundin auf seiner spürte.

„Es ist nicht wichtig, dass wir um etwas Kämpfen, Severus. Je mehr wir um etwas kämpfen, desto mehr wollen wir etwas. Und oft sind wir, wenn wir es denn endlich besitzen, nur enttäuscht, weil sich unser erkämpftes Ziel als etwas anderes entpuppt als das, was wir uns erhofft haben… Severus, komm zur Ruhe. Du hast niemanden, auf den du Rücksicht nehmen musst. Geh fort von hier. Fang irgendwo neu an. Such dir jemanden, mit dem du das Leben teilen kannst. Geh deinen Forschungen nach. Mach etwas. Such dir einen neuen Sinn, den du dir selbst gewählt hast. Lass Andere nicht länger Macht über dich und dein Leben ausüben. Lass dich nicht länger benutzen. Erst machtest du dich von deiner Mutter abhängig, die dich ohne mit der Wimper zu zucken an Tom, verkauft hat. Dann von Lily, der du solange wichtig warst, wie du ihr nützlich warst. Tom, der sich geködert und missbraucht hat. Artemis, die in dir Dinge sah, die du nicht erfüllen konntest. Und schließlich Dumbledore, der ohne dich nicht soweit hätte gehen können und letztendlich den Ruhm für deine Arbeit eingeheimst hatte."

„Lass Lily und Artemis aus dem Spiel", flüsterte er heiser.

„Die Macht der Frauen kann einen Mann zum Narren machen, Severus. Ich selbst kenne dieses Spiel nur zu gut. Lass es nicht zu. Du musst endlich leben…" Ihr Griff war fest, trotz ihres Alters. „Wer ist sie?"

Verwirrt sah er zu ihr auf. „Wer ist wer?"

„Die, wegen der du jetzt zum Narren wirst?"

„Woher weißt du-?" Er unterbrach sich mit dem Bewusstsein, sich verraten zu haben.

Shiva lachte leise. „Du tauchst nach drei Jahren auf und nimmst als erstes meine Hand. Du suchst menschliche Nähe bei mir, weil du sie woanders nicht gefunden hast. Nähe, die du immer verabscheut hast, und die dich doch immer weiter vorangetrieben hat. Ich kenne dich, mein Junge…"

„Aus deinem Mund klingt das wie eine Drohung", versuchte er zu spotten.

Shiva schnalzte ungeduldig mit der Zunge. „Hast du dich in sie verliebt?"

Der Mann lehnte sich zurück. Lange schwieg er und dachte nach. „Nein, ich liebe sie nicht. Aber sie gibt mir Hoffnung und ich könnte sie lieben."

„Wo liegt das Problem? Ist sie ein Muggel?"

Nun war es an Severus, leise zu lachen. „Nein, liebste Shiva, sie ist ein Schlammblut."

Die alte Frau zog die Luft hastig ein. „Ein Schlammblut, Severus? Hast du aus der Sache mit Lily nichts gelernt?"

„Hör auf diesen alten Quatsch von dir zu geben. Sie ist die klügste Hexe ihrer Zeit und fähiger als die meisten Reinblüter."

„Es tut mir leid, so habe ich es nicht gemeint, mein Junge. Bist du sicher, dass dich eine... muggelstämmige Hexe glücklich machen könnte?"

„Nicht nur mich", murmelte er leise.

„Ist sie vergeben?" Interessiert beugte sich Shiva vor, um ja nichts vom Klang seiner Stimme zu verpassen.

„Ja, sie ist vergeben, Shiva."

„Wie du es sagst, so klingt es, als wäre dieser Zauberer nicht einfach … eliminierbar?"

Snape wusste, dass diese alte Frau früher keinerlei Skrupel gehabt hatte und Menschen, die ihr im Wege standen, früher einfach verschwunden waren.

„Nein, dieser Zauberer ist nicht so einfach auszuschalten."

„Wer ist es?", fragte sie.

„Lucius."

Shiva atmete geräuschlos aus. „Ich verstehe dein Problem, Severus... Ich kenne meinen Enkel. Und nach der Sache mit Artemis… Auch wenn er dein Bruder ist, so wird er aus der Vergangenheit gelernt haben und-"

„Er hat das Servus-Ritual angewandt."

„Bei Merlin." Shiva war schockiert. „Er ist nicht wirklich soweit gegangen?"

„Doch das ist er. Und aus diesem Grund wird zwischen ihr und mir niemals was werden."

„Severus", sie nahm wieder seine Hand. „Gefühle kann man nicht aufhalten."

Barsch unterbrach er sie und stand ruckartig auf. „Eben darum sorge ich dafür, dass erst gar keine aufkommen. Sie und ich sind quitt. Es war eine kleine Emotionale Entgleisung, basierend auf kurzzeitig auftretender geistiger Umnachtung. Nicht mehr und nicht weniger… Ich werde bald wieder kommen Shiva." Er küsste ihr die Wange.

Severus Snape, gefürchteter und unantastbarer Zaubertränkemeister machte sich zurück auf den Weg nach Hogwarts.


Anmerkung:

Nach einem sehr harten und langen Wochenende mit einer noch anstrengenderen Familienfeier melde ich mich zurück.:-)

Und wieder eröffnet sich ein weiterer Handlungsstrang. Allerdings ist Shiva nicht wichtig für den Plot, nur für die Vergangenheit. Dennoch, solltet ihr Fragen haben, wendet euch an ruhig an mich. Ich versuche sie, soweit es der Plot der Geschichte zu lässt, zu beantworten.

Scheinbar kommen jetzt die ersten hinter die Perfidität der neuen Situation bezüglich des Rituals schmunzel
Entweder Ron stirbt oder trennt sich von Hermine und das Ritual wird endgültig wirksam, so dass sie für immer an Lucius gebunden ist (es sei denn, er gibt sie frei, was aber relativ unwahrscheinlich ist). Oder Ron muss weiterleben bzw. darf sich nicht von ihr trennen, so dass sie eine Weasley bleibt und sie kann auch mit Sev anbandeln. Aber da ist dann ja noch Lucius Malfoy, der mit Sicherheit nicht zulässt, dass sie und Sev sich näher kommen…. Nein, Lucius wird Ron nicht ermorden g

Edit: Fehler (AREW-Fan) ausgemerzt. Das mit dem 'Bruder' erwähne ich bereits zum vierten oder fünften Mal g

Danke:
sepsis: Danke für dein Review und dein Kompliment. Ich gebe mir Mühe. lächel