Kapitel 48 – Lucius' Verrat
Das Alte stürzt,
es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den
Ruinen
Friedrich Schiller
Wieder einmal erwachte Hermine am nächsten Morgen neben Lucius in seinem breiten Himmelbett. Die grüne Decke wickelte sich um seinen gut gebauten, nackten Körper. Die langen blonden Haare lagen in alle Himmelsrichtungen auf dem samtenen Kissen. Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen.
Dieser Anblick versetzte Hermine ein wohliges Kribbeln in der Magengegend. Sie rutschte näher an ihn heran und betrachtete ihn lange Zeit. Schließlich fielen auch ihr wieder die Augen zu und sie glitt hinüber in die Traumwelt.
Als Lucius erwarte fiel sein Blick als erstes auf eine Flut von braunen Locken. Hermines ganz eigener Körperduft stieg ihm in die Nase und er atmete ihn tief ein. Ein wohliges Gefühl breitete sich in ihm aus und ergriff von ihm Besitz. Er streckte seine Hand nach ihrer Hüfte aus und zog sie ganz dich an sich heran. Ihr Körper schmiegte sich an ihn, gerade so, als wäre sie für ihn geschaffen worden. Keine andere Frau hatte bislang so zu ihm gepasst, als wäre es von Anfang an ihre Bestimmung gewesen, ihm zu gehören. Die Tatsache, dass alle Frauen, die Lucius bislang in seinem Leben besessen hatte, tot waren, ignorierte er gekonnt.
Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass es noch lange hin war bis sie aufstehen mussten. Er gestattete sich, mit seinen Gedanken in einen Tagtraum zu gleiten. Er träumte von einer Zukunft in der Hermine jeden Morgen neben ihm aufwachte und ihn liebevoll anlächelte. Sie würden die gemeinsame Nähe genießen, bevor sie aufstand, um ihren gemeinsamen Sohn, den Erben, den Nachkommen, zu versorgen. Er würde ihr nach einer Weile folgen und voller Wärme das Bild betrachten, dass sich ihm bieten würde. Sie hätte Malfoy Junior auf dem Schoss und gäbe ihm gerade sein Fläschchen. In ihrem Morgenmantel wäre sie wunderschön anzusehen. Er würde dann, mit sich und der Welt in einem zufriedenen Einklang lebend, in sein Arbeitszimmer gehen, und sich um seine Geschäfte kümmern. Zurzeit waren sie mehr oder weniger auf Eis gelegt. Die Sachen, die noch lieben, konnte er neben seiner Hogwartsprofessur erledigen (keine Frage, dass es sich um Geschäfte im Untergrund, deren Legalität nicht einwandfrei erklärt werden konnten, handelte).
Lucius seufzte wohlig auf und zog seine nackte Hermine noch enger an sich heran und inhalierte ihren Duft.
Hermine wurde von dieser Zuneigungsbekundung langsam wach. Sie drehte sich um und wurde mehr oder weniger unter dem Mann an ihrer Seite begraben. „Guten Morgen", murmelte sie schläfrig.
„Guten Morgen, mein Herz", raunte er ihr ins Ohr und begann sanft ihre Schläfe zu küssen, während seine Hand unter der Decke verschwand und ihren Bauch streichelte. Er sah, wie seine Hexe die Augen schloss und wohlig seufzte. Langsam glitt er tiefer, bis er zu ihren Oberschenkeln vorstieß und begann die Innenseite ihrer Schenkel zu streicheln. Er wollte sie haben, sofort. In sie eintauchen und sie als die Seine kennzeichnen.
„Luc?"
„Mh?"
„Lass mich doch erst einmal aufwachen."
Er knurrte leise. „Du bist doch wach. Ich will dich."
Hermine schlug die Augen auf. „Ich dich doch auch." Sie lächelte. „Aber mir geistert die ganze Zeit schon was durch den Kopf."
„Wasndas?", nuschelte er, während er an ihrem Ohr knabberte.
Sie versuchte sich von ihm wegzudrücken, doch er zog sie noch enger an sich und teilte mit deinem Knie ihre Schenkel. Sie fühlte seine Lippen an ihrem Hals und seine Erregung an ihrem Oberschenkel. Sie fühlte, wie er sich an ihr rieb und stöhnte verlangend auf. Doch sie wollte erst eine Antwort haben. Sie nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände und zog ihn zu sich hoch. „Minerva hat da was fallen gelassen", begann sie belanglos.
Er grinste. „Eine Praline?"
„Praline?"
„Nicht so wichtig", murmelte Lucius und senkte seinen Mund auf ihre Lippen. Mit seiner Zungenspitze begann er, die Konturen des weichen Fleischs nachzuziehen und sog sanft an ihrer Unterlippe. Dabei rieb er weiter seinen Unterleib an ihrer Hüfte und wanderte mit einer Hand höher zu einer Region, die er ganz besonders liebte.
„Luc", kicherte Hermine. „Bitte. Ich…"
„Ja, mein Herz?" Sein Tonfall jagte ihr eine regelrechte Gänsehaut über den Rücken.
„Ich will…" Sie verdrehte vor Lust die Augen, als er sanft mit seinen Fingern an ihrem Nippel spielte.
„Ja, mein Herz? Sag mir, was du willst", hauchte er mit elektrisierender Stimme und rollte sich auf sie. Mit seinen Knien teilte er ihre Schenkel, bereit, sich jeden Moment in ihr zu versenken.
„Ich… Verdammt, Luc, hör auf mich um den Verstand zu bringen", fauchte sie.
Der Getadelte sah aus wie ein zufriedener Kater vor seiner Milchschüssel. „Tu ich das, mein Leben?", schnurrte er, während er nicht aufhörte, ihren Busen zu streicheln und zu liebkosen. Seine Erregung platzierte er vor ihrem Eingang, so dass er ihre einladende Nässe an seinem Schaft spüren konnte.
„Nimm mich..." Hermine konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie wollte nur noch Erlösung. Eine Erlösung, die nur er ihr bieten konnte. „Jetzt.. Oh Luc."
Er küsste sich über ihre Wange bis hin zu ihrer Stirn, anschließend zurück zu ihrem Ohr und begann dann, an ihrem Hals zu nagen. „Möchtest du, dass ich weiter mache?"
„Ja", winselte sie.
„Möchtest du mich spüren?"
„Ja, verdammt Luc, ja."
Er lachte rau, während er sich auf sie presste. „Meinst du nicht, dass du dein Verlangen angemessener ausdrücken könntest?"
„Bitte… Nimm mich… Ich will dich spüren. Bitte, bitte", bettelte Hermine wie von Sinnen. Ihr Schoß schien vor einer Explosion zu stehen.
Mit einem tiefen Stoß bahnte er sich in sie, schließlich konnte, noch wollte er länger warten. Er verzehrte sich nach ihr. Lucius nahm ihre Hände und drückte sie in die Kissen. Sich auf ihren Handgelenken abstützend versenkte er sich immer tiefer und tiefer in ihr. Als er spürte wie Hermine ihre Beine um ihn schlang, um ihn noch tiefer zu spüren, vergrub er sein Gesicht an ihrem Hals und steigerte das Tempo. Er peitschte sie beide auf ihren Höhepunkt zu. Er wollte sehen, wie sie die Augen vor Lust zusammen kniff. Hören, wie sie seinen Namen schrie. Spüren, wie sich ihre Muskeln um seine Erregung schlossen.
Hermine erfüllte mehr als seine Erwartung. Als sie kam schrie sie seinen Namen mit einer Intensität, dass Lucius nicht mehr an sich halten konnte. Heiß und verlangend ergoss er sich in sie…
oOoOo
„Luc?"
„Mh?"
„Es ist gigantisch mit dir…"
Er hob grinsend seinen Kopf. „Alles andere brächte mein Ego nun auch in gefährliche Gegenden", witzelte er und legte seinen Kopf auf ihre Brust.
Während sie ihm durch seine Haare fuhr und dabei liebevoll jeder Strähne um den Finger wickelte, überlegte sie, wie sie das Thema am Geschicktesten anpacken konnte. Schließlich versuchte sie es mit der direkten Methode. „Minerva hat erzählt, du hättest dem Ministerium einen entscheidenden Hinweis für den Endkampf gegeben, weswegen du nicht nach Askaban musstest."
Er tat, als überhörte er die Frage. „Wir sind Mittwoch im Ministerium zum Essen eingeladen. Der Minister lässt dir seinen ergebenen Dank ausrichten, er freue sich dich wieder zusehen. Du hast ihn am Ball der Revers beeindruckt."
Irritiert über den Themenwechsel runzelte Hermine die Stirn. „Ja, ähm, klar. Aber was ist denn nun mit dem Endkampf?"
Er seufzte, dann stützte er sein Kinn auf seine ineinander verschränkten Hände und sah sie nachdenklich an. „Sie hat doch gesagt, welche Geheimwaffe ich Kingsley verraten habe. Voldemort hatte einen Spruch entwickelt, welcher Nagini in eine Art Basilisken verwandelte, so dass alle getötet wurden, die sie anguckten. Warum sollten wir sonst Masken getragen haben? Sie haben uns geschützt."
Hermine dachte über diese Worte nach. „Ja, das hat sie erzählt. Und ich hatte das Bedürfnis zu sagen, ich hätte davon gewusst, sie hätte es uns in der Großen Halle gesagt. Aber", nachdenklich zog sie ihre Stirn in Falten. „Im Nachhinein kann ich mich daran nicht erinnern…" Sie suchte seinen Blick, doch er wich ihm aus. „Lucius was geht hier vor? Du verschweigst mir etwas."
„Ich darf es dir nicht sagen", murmelte er.
„Warum nicht?" Verständnislosigkeit war in ihren Augen zu erkennen. „Wer verbietet es dir, Luc?"
Er stöhnte auf und vergrub ihr Gesicht an ihrem Hals, sagte jedoch nichts.
Sie rutschte unter ihm weg, legte ein Finger unter sein Kinn und sah ihm tief in die Augen. „Vertrau mir, Luc."
Gequält schloss er die Augen und atmete tief durch. „Ich darf es generell keinem erzählen. Es könnte mich die Freiheit kosten. Es … Das Ministerium hat es so gewollt. Ich darf niemandem etwas davon erzählen."
„Haben sie dich mit einem Fluch belegt?"
Widerstrebend schüttelte er den Kopf. „Nein, das hat sich keiner getraut. Außerdem hab ich noch den einen oder anderen mächtigen Bekannten, der mir ein Gefallen schuldig ist."
Sie gab ihm einen Kuss auf die Lippen, sanft und zärtlich. „Vertrau mir, Liebling. Beleg mich mit einem Zauber, der mich Schweigen lässt, wenn du es nicht anders kannst."
Er sah ihr lange und nachdenklich in die Augen. Dann nahm er ihre Hand und hauchte auf jede Fingerspitze einen Kuss. „Du – möchtest – meine – Rache – nicht", flüsterte er, zwischen jeden Kuss ein Wort setzend.
Sie lächelte. „Warum sollte ich dich verraten wollen? Ich werde dich nicht verraten, Luc."
Es dauerte eine sehr lange Zeit bis er schließlich langsam nickte. Mit einer Handbewegung zauberte er das Denkarium herbei und ein paar Sekunden später (er hatte ihnen beiden schnell noch einen Bademantel angezauber), stand Hermine erneut Seite an Seite mit dem Lucius der Gegenwart in dessen Gedanken.
Sie erkannte, eine enge, verdreckte Straße, die zwischen ein Wohngebiet her führte, das offensichtlich heruntergekommen und vollkommen verarmt war. Autos fuhren an ihr vorbei, und, obwohl die Straße nur zweispurig war, schien es kein System zu geben. Es wurde gehupt, geflucht, rüde Handzeichen gemacht. Stellenweise drängelten sich für Fahrzeuge nebeneinander her.
Schmutzige und offenbar unterernährte Kinder saßen am Straßenrand, die Hände gierig zum Betteln ausgestreckt, die nackten Füße standen knöchelhoch im Wasser, das sich am Fahrbahnrand gesammelt hatte. Jedes Augenpaar huschte hungrig hin und her, bereit für ein Stück Brot schreckliche Dinge zu tun.
Lucius legte seinen Arm um Hermine und zog ihren Kopf an seine Brust. Sanft dirigierte er sie die Strasse entlang. „Guck nicht hin, mein Herz. Aber ich war mir nicht mehr sicher, wo genau ich auftauche."
Der Anblick dieser ausgemergelten Kinder hatte ein grauenvolles Bild in Hermine wach gerufen. Die nach Hilfe schreienden Augen dieser kleinen, viel zu schnell erwachsen werden müssenden, Wesen brannte ihr auf der Seele. So etwas hatte sie zuvor noch nie gesehen, und sie begriff, was wahrer Reichtum im Leben bedeutete. „Wo sind wir?", fragte sie hastig.
„Mitten in den Slums in Delhi. Ich müsste hier gleich auftauchen." Kaum hatte er es gesagt, als er ein paar Schritte neben ihnen, unbemerkt in einem Hauseingang auftauchte. Seine teure Kleidung hob sich mehr als deutlich aus der Menge heraus. Die Kinder starrten ihn mit gierigen Augen an, bereit, ihm den Stoff vom Körper zu reißen, nur um wenigstens sich selbst ein Stückweit wärmen zu können, wenn sie abends der Kälte und der Zugluft ausgesetzt waren. Doch niemand wagte es, sich ihm mehr als fünf Fuß zu nähern. Es schien, als wich jeder vor ihm zurück, so dass sich eine kleine Gasse bildete, die er entlang schritt, darauf achtend, seine teuren Designerschuhe nicht zu beschmutzen.
Ein Junge stand gefährlich nah an der Straße. Als sich ein Auto mit halsbrecherischer Geschwindigkeit näherte sprang er auf den Gehweg, um nicht Gefahr zu laufen überfahren zu werden. Er stolperte über einen der anderen Jungen und landete direkt vor den Füßen des jungen Lucius. Dieses musterte den Jungen von unten bis oben als wäre er Abschaum. Angeekelt zog er die Nase kraus und die Augenbraue hoch. Der Junge sah sich vermutlich schon dem Tod höchstpersönlich gegenüber, er wich keinen Zentimeter zur Seite.
Ein ungeduldiges Nicken von dem jungen Malfoy zeigte, dass dieser langsam die Geduld verlor. Es war ihm unangenehm in dieser dreckigen, stinkenden Hölle von Muggeln umgeben zu sein. Der Junge begann am ganzen Körper zu zittern und murmelte flehentlich etwas in einer fremd klingenden Sprache. Offenbar bettelte er um sein Leben. Doch bevor Malfoy überhaupt in irgendeiner Art und Weise reagieren konnte, öffnete sich eine Haustür und ein in Lumpen gekleideter Mann schrie Worte auf indisch. Diese bewirkten, dass sich der völlig verängstigte Junge aus seiner Starre löste und in der Masse anonymer Kinder untertauchte. Malfoy hob sein Kinn und ging mit arrogantem Blick auf den Mann zu. Sie nickten sich einander zu und mit einem letzten Blick verschwanden sie in dem Haus aus dem der Mann gekommen war.
Drei Etagen höher öffnete sich hinter einem großen Sideboard ein versteckter Gang. Da es sich um einen nichtmagischen Geheimraum handelte, war er vor der Aufspürung durch Magie relativ sicher. Die beiden Männer betraten den Raum, indem sich bereits zwei Weitere befanden. Neben dem Tisch, wie immer mürrisch dreinblickend, stand Severus Snape. Neben ihm saß Kingsley Shacklebolt. Seine Augen huschten kurz über Malfoy und dann zu dem Inder. „Ist er sauber?"
Spöttisch zog Lucius einen Mundwinkel nach oben. „Wenn es Sie beruhigt, Minister, kann ich Ihnen gern meinen Zauberstab aushändigen." Er zog seinen Zauberstab aus der Innenseite seines Umhangs, legte ihn vor Kingsley auf den Tisch und ging dann zu Snape. „Sev", sagte Malfoy und legte sich Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand an die linke Halsseite, wobei seine Handfläche nach außen zeigte. Dann fuhr er über seine Brust und legte die beiden Finger mit der Handfläche zu sich auf sein Herz, nur um unmittelbar danach die Hand mit dem Handteller nach oben und den beiden ausgestreckten Fingern zu Snape zu zeigen. „Luc", erwiderte Snape und vollführte den gleichen Bewegungsablauf, wobei er seine Fingerspitzen auf die von Malfoy legte. Die beiden gegensätzlichen Männer lächelten sich an und setzten sich ebenfalls an den Tisch, wobei sich der blonde Zauberer gegenüber von Kingsley nieder ließ.
Die beiden Männer hätten nicht verschiedener sein können. Der eine blond und blass, der andere kahl und dunkelhäutig. Der eine ganz in schwarzen, teuren Stoffen, der andere in gutem Weinrotem gekleidet. Der eine auf der Dunklen, der andere auf der hellen Seite. Sie fixierten sich misstrauisch.
„Danke, dass Sie einem Treffen zugestimmt haben, Minister."
Jener nickte knapp. „Ich muss gestehen, ich war sehr überrascht, als Severus mich in Ihrem Namen um eine Zusammenkunft bat." Er sah seinen Gegenüber knapp lächeln. „Was wollen Sie Malfoy."
„Ihnen ein Angebot machen."
Kingsley sah rasch zu Snape, der zuversichtlich nickte. „Wie kommt es, dass der große Lucius Malfoy mir ein Angebot machen will."
Dieser lächelte spöttisch. „Um meinen Arsch zu retten natürlich."
Kingsley war für einen Moment über diese recht ordinäre Bemerkung irritiert. Gerade als er etwas erwidern wollte, fügte der dunkle Zauberer noch etwas zu seinen Worten hinzu. „Ich möchte die Zusage, dass meiner Familie nichts passiert. Im Gegenzug verrate ich Ihnen was ich über seinen aktuellen Plan weiß und sobald mir das Datum bekannt ist, wann Voldemort angreifen und was sein Ziel sein wird. Sprechen Sie auch Straffreiheit zu garantiere ich Ihnen, mich aus dem Kampf raus zuhalten und das Leben des Potterjungen so gut wie möglich zu schützen."
Kingsley überlegte lange. Sein Blick ging immer und immer wieder zu Snape. Ein Klopfen an der Tür unterbrach seine Überlegungen. Der Inder brachte eine kleine Erfrischung und zog sich dann wieder zurück.
„Nun gut, wer garantiert mir, dass Sie sich an einen solchen Deal halten und nicht von dem Dunklen Lord geschickt wurden."
„Ich verlange Schutz für meine Familie und mich. Nicht mehr und nicht weniger. Der Dunkle Lord würde wohl kaum einen solchen Handel eingehen."
Kingsley nickte wieder nachdenklich, dann sah er Snape an. „Wie wertvoll sind seine Informationen, Severus?"
Dieser zuckte mit den Schultern. Ich weiß es nicht. Ich sehe Lucius das erste Mal seit Monaten wieder. Allerdings kann ich dir versichern, dass er es ernst meint, wenn es um seinen Sohn geht. Undwenn er einen solchen Deal eingeht, der nicht nur sein Leben gefährdet, dann kann ich dir garantieren, dass er sich an den Deal halten wird."
„Was macht dich so sicher, Severus."
Ein Lächeln umspielte die Lippen des Direktors. „Ich würde Lucius mein Leben anvertrauen."
Kingsley nickte. Dann rieb er sich die Schläfe. „Ich verstehe eins nicht, Malfoy. Warum setzen Sie sich nicht einfach ab? Warum riskieren Sie ihr Leben und verraten das, woran Sie all die Jahre geglaubt haben?"
Jetzt war es an besagtem Verräter zu überlegen. „Weil ich nicht mehr sicher bin, dass das, woran ich all die Jahre geglaubt habe, auch wirklich das Richtige ist. Außerdem möchte ich meinen Sohn in Freiheit aufwachsen sehen. Freiheit wird es unter dem Dunklen Lord nicht geben. Und… weil ich nicht der neue Lord sein will. Ich genieße Macht, ich genieße Prestige, ich genieße Luxus. Aber ein Leben als Dunkler Lord …? Nein."
Kingsley war sichtlich irritiert. „Was meinen Sie damit?"
„Gilt unser Vereinbarung?"
Der Minister nickte und nahm seinen Zauberstab. Er hielt ihn mit der Spitze in Richtung Lucius. Dieser zog ebenfalls seinen Zauberstab und berührte den von Kingsley. Lila Funken besiegelten den Vertrag.
Beide Männer nickten.
Lucius trank ein Schluck Whiskey und sah Kingsley dann offen in die Augen. „Der Dunkle Lord wird psychisch schwächer. Niemand weiß wieso. Er verliert mehr und mehr die Beherrschung und scheint sich auf die Stufe eines Kleinkindes zurückzuentwickeln. Nicht von seinem Wissen her. Er ist noch immer sehr mächtig. Sein Wesen ist es. Ich kann mir nicht vorstellen, warum das so sein könnte. Auch er hat keinerlei Vermutung. Wie dem auch sei. In seiner Schwäche wird er angreifbarer. Er wird nachlässiger, er wird aggressiver, er wird unaufmerksamer. Natürlich ist ihm das nicht verborgen geblieben und er hat bereits Nachforschung betrieben. Dennoch war eine Lösung bislang noch nicht greifbar." Er sah kurz zu Kingsley rüber, der ihm gebannt lauschte. „Da ihm genau das bewusst ist, hat er angefangen, mich als seinen Nachfolger auszubilden. Er gab mir Unterricht in verschiedenen ‚Disziplinen', die er als förderungswürdig hält. Zweifelsohne ist dies nicht darauf zurück zu führen, dass er tief in seiner verkümmerten Seele ein Funken Anstand hat. Eher vermute ich, dass er zu rechter Zeit meinen Körper übernehmen will. Zu seinem Leidwesen kann er seine Fähigkeiten bei einem Körperwechsel nicht mitnehmen, so dass er für einen entsprechenden Körper sorgt. Allerdings ist dies sein Notfallplan."
„Notfallplan?", wiederholte Kingsley unverständlich.
„Der Dunkle Lord möchte seinen Körper nicht tauschen, da ein Tauch nicht ungefährlich ist, und niemand weiß, was letztendlich dabei heraus kommt. Also hat er sich auf die Suche nach den so genannten ‚Heiligtümer des Todes' gemacht. Er glaubt an diese Geschichte und ebenfalls an die Möglichkeit, damit seinen Tod zu besiegen."
Kingsley riss schockiert die Augen auf. „Aber… das ist doch nur eine Sage."
Lucius zuckte mit den Schultern. „Ich habe keine Ahnung. Ich weiß es auch nur, weil der Dunkle Lord nachlässig bei seiner Ausbildung war und mir demonstrieren wollte, wie man seinen Verstand verschließt. Sehen Sie mich nicht so ungläubig an, ich sagte bereits, der Dunkle Lord wird schwächer. Nun, er glaubt offenbar daran. Er jagte bis nach Russland, um etwas über den so genannten Elder Wand herauszufinden. Darüber weiß ich nichts genaues, aber scheinbar hat er gefunden was er suchte. Sollte dieser Elder Wand, wie er in der Sage heißt, tatsächlich existieren, so müssen Sie Potter warnen. In seiner grenzenlosen Arroganz glaubt der Dunkle Lord, dass dieser Zauberstab tatsächlich ausreicht, um sich vor Potter zu schützen. Die Todesser haben die Aufgabe, Potter lebend zu ihm zu bringen. Hoffen Sie, dass dieser Elder Wand wirklich nur eine Sage ist. Ansonsten könnte es für Potter sehr schwer werden."
Kingsley schwieg schockiert über das, was er so eben erfahren hatte. Schließlich sah er müde auf. „Warum sagen Sie uns nicht, wo er sich befindet und wir greifen ihn an, ohne dass er vorbereitet ist."
„Weil er niemals unvorbereitet ist."
Kingsley nickte wieder.
„Natürlich werde ich meine Tarnung jetzt nicht aufgeben. Ich werde zum Dunklen Lord zurückkehren und meine Rolle weiter spielen. So weit es mir möglich ist, werde ich Potter den Weg ebenen", brach Malfoy das Schweigen.
Der Zaubereiminister nickte. „Ich garantiere Ihnen die Freiheit für Ihre Frau und Ihren Sohn. Sollte Potter den Dunklen Lord besiegen, so werden auch Sie nicht belangt, da es mir symbolisiert, dass Sie letztendlich auf der richtigen Seite kämpfen."
Malfoy verzog zynisch den Mund. „Was, lieber Minister, ist die richtige Seite?" Er legte eine kurze Pause ein. „Darf ich mir eine Frage erlauben?" Kingsley nickte. „Warum haben Sie sich auf dieses Treffen eingelassen, wo Sie doch annehmen mussten, dass Severus ein Verräter ist."
Kingsley lächelte wehmütig. „Albus Dumbledore war meine große Liebe. Er hat mir von seinen Absichten berichtet, aber das Versprechen abgenommen, ihm nur zur Seite zu stehen, wenn es zu einer Anklage kommt. Ansonsten habe ich Stillschweigen zu wahren."
Für einen Moment sah Malfoy Snape irritiert an. „Ah ja", meinte er nur. „Nun gut. Ich melde mich bei Ihnen Minister, sobald ich Neues erfahre."
„Wie, Mr. Malfoy?"
Er lächelte geheimnisvoll. „Sie werden es wissen." Malfoy nahm seinen Zauberstab an sich, verstaute ihn zurück in die Tasche des Umhangs und nickte Kingsley zu. Gegenüber Snape wiederholte er die Begrüßung, verzichtete aber diesmal auf Körperkontakt.
Der Lucius Malfoy der Gegenwart fasste Hermine an die Schulter. „Halt dich an mir fest", befahl er ihr sanft. Nachdem er spürte, dass sie das tat, klatschte er wieder in die Hände und formte sie kurz zu einer Kugel. Die Umgebung veränderte sich. Sie standen in der Eingangshalle von Malfoy Manor. Lucius machte eine wegwischende Bewegung und wieder änderte sich das Umfeld. Nach der fünften oder sechsten Bewegung schien er zufrieden zu sein.
Die Umgebung hatte sich komplett verändert. Es war eine Lichtung zu erkennen, auf der sich mehrere Gestalten in schwarzen Umhängen um ein Feuer drängten. Hermine sah, dass viele die Todesser ihre Masken nicht auf hatten. Sie sah einige, die sehr müde aussahen, andere dagegen, wie Bellastrix Lestrange, schienen vor Erwartung gerade zu zu sprühen. Ihr Blick fiel sofort auf Lucius, der neben seiner Frau saß und tiefe Ringe unter den Augen hatte. Er sah krank aus.
Voldemort stand neben den Feuer, den Elderstab in der Hand haltend, und schien auf etwas zu warten. Als Dolohow und Yaxley auf die Gruppe zutraten hob der Schrecken der Zaubereiwelt den Kopf. Er hatte sich perfekt im Griff, als er die Nachricht erhielt, dass Harry nicht aufgetaucht sei.
Hermine wusste, dass ihr Freund irgendwo unter seinem Tarnmantel stand und die Szenerie beobachtete. Ein, vielleicht auch zwei Mal meinte sie ihn ausgemacht zu haben, aber sicher war sie sich nicht. Sie spürte die Angespanntheit, die in der Luft lag. Es dauerte eine Weile, bis sie dieses Gefühl als das von Malfoy analysierte.
Schließlich tauchte Harry auf. Den Tarnumhang warf er zur Seite. Hermine stellte bewundernd fest, dass er einen unerschrockenen Eindruck machte. So, als hätte er mit sich und seinem Leben abgeschlossen. In diesem Moment erfüllte sie ein ungeheuer starkes Gefühl von Stolz.
Erst als Hagrid „Harry! NEIN!", schrie, registrierte sie den Halbriesen. Sie war erschrocken, in was für einem Zustand sich Hagrid befand. Gerne wäre sie zu ihm geeilt, doch sie wusste, sie konnte ihm nicht helfen. Hilflos sah sie zu Lucius hoch. Er schenkte ihr ein ebenso hilfloses Lächeln und nahm sie in seine Arme.
Als Harry, vom Todesfluch getroffen, zu Boden ging, schrie Hermine auf. Sie riss sich los und rannte zu Harry. Sie wollte an ihm rütteln, doch ihre Finger glitten durch ihn hindurch. Schließlich war es Lucius, der sie von dem vermeintlich toten Harry weg zog. „Er überlebt, mein Herz."
Voldemort hatte es von den Füßen gehauen. Bellatrix kniete neben ihm, sichtlich besorgt, doch er stieß sie zurück. Für einen Moment meinte Hermine Abscheu auf seinem Gesicht lesen zu können, doch es verflog so schnell, wie es aufgetaucht war. „Ich brauche keine Hilfe", hörte sie ihn sagen. „Der Junge … ist er tot?"
Alle Augen waren auf den leblosen Körper gerichtet. Schließlich zeigte der Dunkle Lord auf Narzissa. „Du. Untersuch ihn. Sag mir, ob er tot ist."
Narzissa und Malfoy tauschten einen Blick. Er schien ihr etwas zu sagen, sie verstand. Sie stand auf, ging langsam zu Harry und sank neben ihm auf die Knie. Mit ihren Händen tastete sie vorsichtig über seine Wangen und hob schließlich ein Augenlid. Sie legte die Hände auf Harrys Brust, die Atmung überprüfend.
Hermine sah gebannt auf das Bild, dass sich ihr bot. Ihr Verstand symbolisierte ihr, dass ihr Freund lebte. Dennoch hielt sie den Atem an. Sie entspannte sich erst, als sie Narzissas Stimme vernahm. „Er ist tot."
Umgehend sah sie zu Malfoy. Er schloss die Augen, aber als er den Blick seiner Frau sah, verstand er.
Lucius nahm ihre Hand und hängte sie sich ein. Dann klatschte er wieder in die Hände und das Bild veränderte sich abermals. Es musste ein Raum irgendwo im Ministerium sein. Malfoy saß auf einem Stuhl, Kingsley gegenüber. Ein Auror ließ die beiden allein im Raum.
„Nun", ergriff Kingsley das Wort. „Ich habe mit Harry gesprochen. Sie scheinen Ihr Wort gehalten zu haben. Ich gebe Ihnen und Ihrer Familie freies Geleit. Wäre es Ihnen machbar eine Summe zu spenden, um zumindest den Anschein einer Strafe zu wahren?"
Malfoy nickte. „Wären eine Million Galleonen genug?"
„EineMillion?", keuchte Kingsley.
„Wir können auch zwei draus machen, wenn sie das für effektiver erachten, Minister."
„Nein, nein. Setzen Sie sich… Ich konnte Harry die Informationen, die Sie uns gegeben haben, leider nicht übermitteln. Zu dem einzigen Zeitpunkt, als wir uns trafen, waren wir nicht allein und der junge Harry war zu gestresst, um mir zuzuhören. Dafür können Sie aber nichts. Sie haben Ihren Teil eingehalten. Ich halte meinen Teil ein… Allerdings hätte ich da noch ein Anliegen."
Malfoy hob die Augenbrauen. „Welches?"
„Nun, ich denke, es wäre von Vorteil, wenn die Geschichte über den Elderstab unter uns bleibt."
„Natürlich."
„Ich habe bereits mit Harry gesprochen. Auch er und seine Freunde verraten nichts."
„Darf ich nach dem Grund fragen, Minister?"
„Nun, Mr. Malfoy, stellen Sie sich vor, es bewahrheitet sich, dass es sich bei den Heiligtümern des Todes nicht um ein Märchen handelt, sondern um wirklich existierende Gegenstände. Irgendjemand würde sich natürlich auf die Suche machen."
„Natürlich. Was denken Sie stattdessen, Minister?" Malfoy beugte sich interessiert vor.
„Nun", sprach Kingsley zögernd. „Der junge Longbottom hat Mut bewiesen, indem er die Schlange tötete. Kaum einer kennt den Grund-"
„Verraten Sie ihn mir?"
„Nein. Es ist besser, wenn auch das ein Geheimnis bleibt, um andere Zauberer nicht zur Nachahmung zu verleiten… Nun. Wir könnten sagen, dass Voldemort eine Möglichkeit gefunden hatte, seine Schlange mit den Eigenschaften eines Basilisken auszustatten. Sie wissen, der tödliche Blick. Hier bedarf es nur einer kleinen, nicht erwähnenswerten Gedächtnisveränderung – natürlich nur im besten Sinne."
„Natürlich." Malfoy nickte verstehend.
„Kann ich mich auf Sie verlassen?"
„Sie können, Minister."
Kingsley lächelte schwach. „Sollten Sie irgendwem davon erzählen, so wird unser Deal hinfällig und Sie landen in Askaban."
Malfoy nickte knapp.
„Auf Wiedersehen, Mr. Malfoy." Kingsley hielt ihm die Hand hin…
Lucius nahm Hermine am Arm und Sekunden später lag sie wieder auf dem Bett. „Wow. Ich wusste die ganze Zeit, dass da etwas nicht stimmte. Aber ich konnte mir nicht erklären was. Du weißt also von den Heiligtümern?"
Der blonde Zauberer sah sie überrascht an. „Offensichtlich du auch."
Sie lächelte. „Ja. Nach der Schlacht gingen Harry, Ron und ich in das Büro des Direktors. Er wollte mit Dumbledores Portrait reden. Ich glaube, er brauchte das. Er beschloss den Tarnumhang zu behalten. Der Stein war weg und den Elder Wand wollte er nicht. Er hing an seinem alten Zauberstab, der durch meine Schuld kaputt gegangen war. Der Elder Wand ist allerdings mächtig genug, so dass Harry seinen Alten reparieren konnte. Er versprach Dumbledore, beziehungsweise seinem Portrait, ihn wieder in dessen Grab zu bringen. Er will die Kette unterbrechen, so dass niemals jemand mehr den Elderstab besitzen kann."
Lucius zog sie wieder in seine Arme. „Es ist besser so. Auch wenn der Elderstab wohl ohne den Tarnumhang und den Stein nicht seine volle Kraft entwickeln kann, so ist er dennoch ein mächtiges Instrument. Mr. Potter hat sehr weise entschieden."
Hermine lächelte ihn an. „Lass uns nicht weiter über Harry reden…" Ihr Finger glitt über seine Lippen und fuhr die Konturen seines markanten, schönen Kinns nach. „ich wüsste da etwas anderes."
Lucius grinste. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es noch eine halbe Stunde Zeit war bis zum Frühstück geläutet wurde. „Aber, aber mein Herz. Du willst doch wohl nicht einen alten Mann verführen?"
Sie kicherte. „Doch." Und schon hatte sie seinen Bademantel geöffnet. Mit flinken Fingern glitt sie unter den Frotteestoff und begann sich ausgiebig um sein bestes Stück zu kümmern, was ihre zärtlichen Berührungen und Küsse scheinbar sehr zu genießen schien….
Anmerkung:
- Zu Minerva: Vergleiche Kapitel 21
- Hey ihr Schwarzleser, meldet euch doch mal. Jedes Kapitel hat zwischen vier und fünfhundert Aufrufe. Ihr seid also da ;-)
Danke:
- sepsis: Ich danke dir für deine Treue und das vergangene Review : - )
