Achtung, dies ist ein
finsteres Kapitel. Es wird gefoltert.
Wer schwache Nerven
hat, möge dieses Kapitel bitte nicht lesen, sondern gleich nach
unten scrollen.
Dort beschreibe ich
kurz, was in diesem Kapitel passiert.
Kapitel 57 – Ein unverzeihlicher Fehler, Drama 2. Akt 1. Aufzug
Kampf ist überall,
ohne Kampf kein Leben.
Und wollen wir weiter
leben, so müssen wir auch auf weitere Kämpfe gefaßt
sein.
Otto Eduard Leopold
Fürst von Bismarck,
Die Schülerin beschleunigte ihre Schritte. „Professor", rief sie. Ihr Blick huschte zum Schloss, von dem nur die Dächer zu sehen waren. Sie befanden sich noch zu tief am Berg, um von dort gesehen zu werden. „Professor", rief sie erneut. „Bleiben Sie stehen, bitte."
Mit einem Stirnrunzeln blieb Snape stehen und drehte sich um. Auch Charlie hielt an.
„Professor", japsend blieb das Mädchen neben Charlie stehen und rang nach Atem.
„Miss Zormat", schnarrte der Tränkemeister und sah von oben auf die Schülerin herab. „Ich hoffe, Sie haben einen guten Grund hinter uns her zuhetzen."
Charlie war überrascht. Das Mädchen entpuppte sich als die Schülerin, die ihn in der Winkelgasse angesehen hatte. Aber er hatte sie doch schon vor einer ganzen Weile zurück ins Schloss gehen sehen. „Guten Tag, Miss Zormat", grüsste er sie.
„Oh, Mister Weasley, Charlie Weasley." Sie klimperte mit den Wimpern und sah ihn strahlend an.
Zum Zweiten Mal war Charlie erstaunt. „Sie kennen mich?" Sein Bruder Ron war wesentlich bekannter, weil dieser der beste Freund Harrys war. Er dagegen hatte weniger Ansehen erreicht, war darüber aber nicht unglücklich. Er wollte nicht im Rampenlicht stehen.
„Aber natürlich", zwitscherte die Schülerin. „Sie sind doch berühmt."
Charlie warf seinem ehemaligen Professor einen Blick zu und registrierte, dass dieser unverschämt grinste. „Ähm", machte er nur. „Bin ich das?"
„Aber ja", sie nickte eifrig, so dass ihr ihre langen schwarzen Haare nur so um den Kopf flogen. „Sie setzen täglich ihr Leben aufs Spiel, um uns vor den gefährlichen Drachen zu retten. Und sie reiten auf den schrecklichen Viechern. Sie gelten als besonders mutig und … und Sie haben gegen den, dessen Name nicht genannt werden darf, gekämpft und dazu beigetragen, dass wir von ihm erlöst wurden." Ihre Stimme überschlug sich fast vor Eifer.
Diesmal gab Snape einen Laut von sich, der sich verdächtig nach einem Lachen anhörte. „Vorsicht, Charlie, nachher machst du Mr. Potter noch Konkurrenz", neckte er den jüngeren Mann.
„OH, Mister Potter", die junge Frau bekam einen bestimmten Glanz in den Augen. Viele Frauen reagierten so, wenn der Name ‚Potter' fiel. „Er ist ja sooooo toll. Unser Held. Und Sie, Mr. Weasley, sind sein enger Freund. Sie sind auch ein Held."
Snape konnte nicht anders, er brach in schallendes Gelächter aus, so dass Charlie irritiert zu ihm rüber sah. DAS war unmöglich Snape.
Die Schülerin strahlte ihn noch immer mit einem verliebten Dackelblick an. „Mr. Weasley. Würden Sie mir ein Autogram geben?"
Snape johlte geradezu auf. „Sehen Sie zu, dass Sie ins Schloss kommen, Zormat", keuchte er.
„Erst wenn ich mein Autogram habe", schmollte das Mädchen.
Snape versuchte ernst zu gucken, doch das gelang ihm nicht. „Los, Charlie, gib ihr die verdammte Unterschrift."
Lauren Zormat trat nah an Charlie heran und kramte aus ihrer Tasche einen Block und einen Stift. „Mein Held", hauchte sie mit einer Stimme, von der sie wohl annahm, dass sie verführerisch klang. „Würden Sie ‚Für Lauren' schreiben?"
Nun war es komplett um Snapes Selbstbeherrschung geschehen. Er japste nach Luft und lehnte sich an einen Baum, während er von einem regelrechten Lachanfall geschüttelt wurde. Er schloss gerade die Augen und wischte sich die Lachtränen aus dem Gesicht, als er das Mädchen einen Zauberspruch murmeln hörte. „Accio Zauberstab." Blitzschnell sah er auf, und was er sah gefiel ihm nicht. Charlie Weasley hatte den Block mit dem Stift noch immer in der Hand. Zormat war ein paar Schritte zurückgegangen und zielte mit dem Zauberstab in ihrer Hand auf Snape.
„Aber Professor, so vollkommen ohne Zauberstab? Wie nachlässig", spottete sie. „Da macht es ja fast schon keinen Spaß mehr."
Snape sah hektisch zu Charlie, der verzweifelt nach seinem Stab suchte.
„Machen Sie sich keine Mühe, Mr. Weasley", sagte Zormat böse und hob ihre andere Hand, in der Charlies Stab lag. „Auch Sie gehen wirklich sehr nachlässig mit ihren Sachen um. Ich würde meinen Zauberstab nie locker in meine Jackentasche stecken. Zu groß ist die Gefahr, dass ihn eine kleine Slytherin rauszieht." Sie lachte dreckig.
Die beiden Männer sahen sich an. Snape schloss die Augen und begann sich zu konzentrieren.
„Na, Snape? Dein letztes Gebet?", spottete Zormat. „An deiner Stelle würde ich schnell mit dem lieben Herrgott ins Reine kommen…Bevor du stirbst."
Sie hatte sich Snape zugewandt. Charlie wollte die Chance nutzen und sie überwältigen, doch sie hatte damit gerechnet. Sie sprang zurück und zielte mit Charlies Zauberstab auf den jungen Weasley. „Avada Kedavra", sagte sie mit einer fürchterlichen Seelenruhe.
Charlie riss die Augen auf. Er stand seinem Tod gegenüber und es war wirklich so, wie es in der Literatur so oft beschrieben wurde. Die Zeit der Welt schien langsamer zu gehen. Wie in Zeitlupe nahm er wahr, was die Schülerin sagte. Wie in Zeitlupe sah er sich einen Fluch aus der Spitze seines Zauberstabes lösen. Seines Stabes. Das Ganze wiederholte sich. George kam ihm ins Bewusstsein. Seine Gedanken überschlugen sich. George war unschuldig. Er wusste nicht wieso und weshalb, aber dieser Gedanke manifestierte sich in seinem Bewusstsein und gaben ihm Kraft.
Der Fluch kam immer näher. Charlie setzte zum Sprung an und hechtete zur Seite. Seine jahrelange Arbeit mit den Drachen hatte ihn wendig machen lassen. Der Fluch traf ein Kaninchen, das im Schatten eines Baumes gesessen hatte. Es war sofort tot. Doch Charlie machte nicht den Fehler, sich auf das Kaninchen zu konzentrieren. Er sah nach vorne und direkt Snape an. Warum stand dieser Mann in aller Seelenruhe und mit geschlossenen Augen da? Er brauchte Hilfe, sah Snape das nicht?
Eben jener Mann versuchte sich mit aller Macht zu konzentrieren, Snape war nicht fähig Zauberstablose Magie anzuwenden. Seinen eigenen Zauberstab hatte er nicht dabei. Er musste sich konzentrieren, so wie er es am Anfang gelernt hatte. „Opes et facilis", murmelte er vier Mal hintereinander, dann hob er seine Hand und ein kleines Feuer erschien auf seiner Handfläche. Sofort richtete er seine Aufmerksamkeit auf Charlie und Zormat. Das Mädchen schickte immer wieder einen Fluch auf Charlie, der auswich. Es spielte mit dem Rothaarigen. Sie wollte ihn gar nicht treffen, denn dazu lachte sie zu freudig. Als das Feuer auf Zormat zu raste, nahm sie es erst im letzten Augenblick wahr, schaffte aber zurück zu springen. „Respekt, Snape. Bist ja ein ganz intelligentes Kerlchen", rief sie aus.
Charlie wollte die Gelegenheit nutzen und hinter einen Baum verschwinden, doch Zormat ließ es nicht zu. Erneut schickte sie ihm einen Avada auf den Hals und erwischte ihn im Rücken. Charlie war sofort tot.
„Der dumme Junge hat doch tatsächlich geglaubt, er könnte mir entkommen", höhnte Zormat. „Aber mir entkommt niemand. Auch du nicht Snape."
Dieser konzentrierte sich wieder. Er spürte, wie langsam die alte Magie in ihm wach wurde, doch er wusste, es würde niemals genug sein, um die kleine Slytherin erledigen zu können. Er konnte lediglich versuchen, Zeit zu schinden und zu hoffen, dass andere vorbei kamen.
„Eigentlich hatte ich ja etwas anderes geplant", plapperte Zormat. „Aber als ich dich gesehen hab, war es wie der berühmte Wink des Schicksals. Und dann auch noch mit so einer Pfeife wie Weasley. Ich hatte dir mehr zu getraut. Wobei, einen schlechten Geschmack hattest du schon immer." Ihr Blick glitt über die schwarzen Roben.
Snape spielte auf Zeit. „Sag mir eins, Zormat. Was bezweckst du eigentlich mit diesem ganzen Blödsinn hier?"
Wieder lachte die Slytherin auf. „Du willst mich wohl zum Reden bringen, nicht wahr? Aber das wird dir nichts nützen. Du wirst sterben, so wie du es schon lange verdient hast."
„Wer bist du wirklich? Bellatrix? Yaxley? MacNair?"
Das Mädchen kicherte. „Du hast wirklich Köpfchen, Severus. Schade, dass du deinen brillanten Geist der falschen Sache zugeschrieben hast… Aber du wirst es gleich sehen. Der Vielsafttrank muss jeden Moment aufhören zu wirken." Er lachte gut gelaunt. „Lauren ist wirklich naiv. Nur weil sie meine Nichte ist, glaubt sie, ich würde sie mögen. HA! Sie, deren Vater vom Dunklen Lord wegen Hochverrats hingerichtet wurde. Sie ist doch genauso. Alles Weicheier-" Er brach ab. Scheinbar hörte die Wirkung des Vielsafttranks auf.
Snape beschwor einen Patronus hoch, den er zum Schloss schickte. Dann wollte er sich wieder Zormat zuwenden, doch das Mädchen war stärker als er geglaubt hat. Ihr Patronus, ein Elefant, jagte seinem hinterher und es dauerte nicht lange, da hatte der Elefant den Puma eingeholt und vernichtet.
„So leicht kommst du mir nicht davon", schrie MacNair, der Snapes Lehmfluch ausgewichen war. „Ach komm schon, ein Petrificus Totalus? Mehr ist nicht drin? Hast du all die schönen kleinen Dinge vergessen, die uns der Dunkle Lord beigebracht hat?"
„Und für deren Verwendung man nach Askaban kommt", knurrte Snape.
„Ein Grund mehr sich nicht erwischen zu lassen", kicherte MacNair. „Lapidis iactus!"
Riesige Steine erschienen aus dem nichts und rumpelten auf Snape zu. Gehetzt sah dieser von einem Stein zum nächsten. Es wäre ein leichtes gewesen, diese Steine aufzuhalten, doch er wollte seine Kraft nicht verschwenden. So begann er zu rennen, doch die Steine folgten ihm mit einem lauten Getöse. Snape setzte zum Sprung an und warf sich über einen Stein. Dann rollte er sich über die Schulter ab und dankte Merlin, dass Shiva darauf bestanden hatte, dass Lucius und Severus darauf trainiert wurden, ohne Magie schwierige Hindernisläufe zu durchqueren.
Drei Steine rollten weiter auf ihn zu. Er hörte MacNair lachen. Doch er konzentrierte sich auf die Steine. Den nächsten konnte er wieder überspringen, rutschte aber beim Aufprall aus und wurde von den anderen beiden an der Schulter getroffen. Schmerz durchzuckte ihn und er schrie getroffen auf.
„Tat das weh?", freute sich MacNair und zielte mit seinem Zauberstab auf umstehende Bäume. „Eruo", schrie er. Die Bäume lösten sich und begannen heran zu schweben. Sie schüttelten ihre Äste und Blätter fielen zu Boden.
„Acor!" Snapes Fluch traf die Bäume. „Tempestas!" Snape beschwor einen Orkan herauf und lenkte ihn auf die Bäume. Hätten diese Stimmen gehabt, es hätte ihn nicht gewundert, wenn sie zu brüllen angefangen hätten. Die Bäume bildeten eine Schlange und versuchten sich gegenseitig zu schützen, indem sie sich dem Orkan entgegenstellten. Doch der Orkan schaffte es den ersten Baum zu zerfetzen. Die Äste brachen vom Stamm und wirbelten umher. Sie verfingen sich ineinander und rissen die Blätter von den Zweigen, so dass sie wie ein Blätterregen zu Boden prasselten. An der Stelle, wo sie im Gras zum liegen kamen, wurde der Boden komplett weg geätzt.
MacNair schrie auf, als ihn ein Blatt am Oberarm erwischte. Es zischte und qualmte als sich die Säure durch seine Kleidung fraß und seine Haut bis auf die Knochen wegätzte. Er heulte wie ein geprügelter Hund auf. „Du verdammtes, hinterhältiges Schwein", schrie er Snape entgegen, musste aberweiteren Blättern ausweichen.
Snape dirigierte den Orkan so, dass dieser MacNair folgte. „Du warst schon immer ein Schwächling, Walden", rief er selbstsicherer als er sich in Wirklichkeit fühlte. Er wusste, lange konnte er es nicht mehr durchhalten.
Der Orkan fetzte und riss und rüttelte und zerrte an den anderen Bäumen und zerstörten diese nacheinander. MacNair hüpfte von einem Bein auf das Nächste, um nicht erneut von den säurehaltigen Blättern getroffen zu werden. Unbarmherzig prasselten diese auf ihn nieder und schließlich konnte er sich in einer Höhle verstecken.
Der Schwarzhaarige wankte, als er den Orkan auflöste. Er wankte so sehr, dass er sich an einem Baum festhalten musste, um langsam wieder zu Kräften zu kommen. Er konnte sich keine Schwäche erlauben. Für einen kurzen Moment dachte er daran, seinen Zauberstab aus dem Schloss zu holen. Ein Accio konnte allerdings nicht die Grenzen Hogwarts überwinden. Er fluchte und sah Richtung Hogsmeade. Das Dorf lag zu weit entfernt. Er blickte zum Himmel. Es begann Dunkel zu werden. Der Ball musste jeden Augenblick beginnen. Hermine, sie-
Ein Fluch traf Snape frontal, so dass er nach hinten taumelte. „Du hast wohl geglaubt, ich würde so schnell zu besiegen sein", kicherte Walden MacNair. „Aber da hast du dich geirrt. Du bist alt geworden, Severus." Er hob Charlies Zauberstab und schleuderte dem Zaubertränkemeister einen laschen Kitzelfluch entgegen, dem dieser mühelos ausweichen konnte. „Du aber auch, Walden", provozierte Snape.
Dieser lachte. „Ich wollte dich ein wenig zu Atem kommen lassen. Ist doch langweilig, dich sofort um die Ecke zu bringen. Erst ein wenig quälen. Du weißt doch, wie viel Spaß ich dabei habe."
Snape war langsam zurückgewichen und sprang hinter einen Baum.
„Versteck dir ruhig, ich werde dich sowieso finden." MacNair ließ ein paar Flüche auf umstehende Bäume los, die sofort zur Seite kippten.
Snape musste weg, wenn er nicht zerquetscht werden wollte. Er sprang hinter dem Baum hervor und jagte MacNair einen Cruciatusfluch auf den Hals.
„Hattest du nicht vorhin noch gesagt, dass man für die Verwendung eines Unverzeihlichen Fluches nach Askaban gesteckt wird?", spottete dieser.
„Ich glaube, Askaban ist gerade nicht mein Hauptproblem", giftete Snape zurück.
„Irgendwie hast du meistens Recht. Crucio", schrie MacNair.
Snape versuchte noch einen Schildzauber heraufzubeschwören, doch das Schild war zu schwach. Der Cruciatusfluch durchbrach es mühelos und erwischte Snape frontal. Schmerz durchzog ihn und seine schmerzvollen Schreie schienen noch kilometerentfernt wahrzunehmen zu sein.
MacNair sah ungerührt zu, wie sich Snapes Körper vor Schmerz zusammenkrümmte und zitterte. Er sah das verzerrte Gesicht und er begann, eine leise Erregung wahrzunehmen.
„Schade, dass der Vielsafttrank aufgebraucht ist. Jetzt würde ich gern Malfoys Schlammblut unter mir haben", witzelte er. „Wir wissen ja, worauf Malfoy abfährt." Wieder lachte er dreckig. „Es würde mir eine Ehre sein, diese Schlampe windelweich zu prügeln und dann zu ficken." Er hob den Cruciatus auf.
Snape krümmte sich noch immer vor Schmerz zusammen. Er wollte etwas sagen, doch es war ihm nicht möglich.
„Verträgst du auch zwei Cruciati?", fragte MacNair. „Wobei, nein. Ich weiß etwas viel Besseres. Das wird ein Spaß."
Er zielte auf ein großes Stück Rasenfläche hinter Snape. „Terrae motus". Die Erde bebte und riss einen Spalt weit auf. „Aqua", befahl MacNair und sofort füllte sich dieser Spalt mit Wasser.
Snape war zu geschwächt von dem Cruciatusfluch. Er versuchte aufzustehen, doch MacNair war bei ihm und gab ihm einen Tritt. Wehrlos rollte er in das eiskalte Wasser und hatte das Gefühl, sämtliche Luft wäre aus seinen Lungen gepresst worden. Mit verzweifelten Schwimmzügen versuchte er wieder aufzutauchen, doch eine Glasplatte hatte sich mittlerweile über den Riss gelegt, so dass er nicht wirklich auftauchen konnte. Zwei Zentimeter trennten das Wasser von der luftundurchlässigen Platte. Snape wusste, er konnte ein paar Mal Luft holen, doch dann wäre diese irgendwann verbraucht.
Er legte den Kopf in den Nacken und atmete ein wenig dieser Luft eine. Dabei versuchte er, nichts von dem schwappenden Wasser in den Mund zu bekommen, da es ihn unweigerlich zum Verschlucken bringen würde und die kostbare Luft wäre aufgebraucht.
Sein Blick fiel auf Walden MacNair, der im Schneidersitz neben dem Riss hingesetzt hatte und mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen Snapes Todeskampf mit ansah. Er beschwor eine Flasche Butterbier hervor und prostete Snape zu.
Dieser tauchte ab und versuchte an den Wänden entlang zutasten. Doch schnell erkannte er, dass MacNair nicht einfach einen Riss in der Erde heraufbeschworen, sondern ein tiefes Loch ausgegraben hatte. Es kam keinerlei Möglichkeiten zu entkommen. Langsam zählte er innerlich bis drei. Er durfte jetzt nicht die Nerven verlieren. Ruhig bleiben, keine Panik bekommen. Irgendeine Lösung würde ihm einfallen.
Ein Tosen schien durch die Erde zu gehen und Snape schwamm hektisch von einer Seite auf die andere. Zwei Schwimmzüge brauchte er dafür. Messerscharf schloss er daraus, dass das Loch etwa zwei Meter breit war. Er speicherte diese Information in seinem Gehirn, um sie eventuell später erneut abzurufen.
Wieder merkte er, wie auch der Rest der Luft seine Lungen verließ und er tauchte auf, um erneut ein wenig Luft zu speichern.
Die Geräusche, die so unglaublich laut in seinem Ohr widerhallten, und die direkt aus der Erde um ihn herum zu kommen schienen, beängstigten ihn. Er versuchte sie auszublenden, doch der Gedanke, dass er gleich elendig ersticken, ertrinken oder zerquetscht werden würde, ließ ihn sein rationales Denken ausblenden.
Zerquetscht? Snape hielt irritiert inne und streckte seine Arme aus. Er konnte die Wände so berühren. ‚Bei Merlin', dachte er. ‚Das Loch wird kleiner.'
Wieder musste er Luft holen. Dabei sah er in MacNairs verzerrtes Gesicht. Dieser Mann genoss es, ihm beim Sterben zuzusehen.
Snape wusste, er hatte keine Chance zu entkommen. ‚Hermine', war sein letzter Gedanke, bevor ihm schwarz vor Augen wurde und die letzte Kraft aus seinem Körper wich…
Begriffe:
- opes et facilis, lat.: Macht und mühelos
- lapidis iactus, lat.: Steinwurf
- eruo, lat.: entwurzeln
- acor, lat.: Säure
- tempestas, lat.: Orkan
- terrae motus, lat.: Erdbeben
Anmerkung:
Ich bin bereit von euch gelyncht zu werden… ;-)
Im nächsten Kapitel gibt's eine wütende Bella, die mit MacNairs eigenmächtiger Handlung so gar nicht einverstanden ist g
Danke an:
- sepsis: juhu danke fürs Rev ;-) Ja, ich wollte eine gewisse schaurige Atmosphäre erzeugen zwinker
- Goldi: auch dir danke ich herzlich für dein Review, freu. Und auch über dein Kompliment. Das liest wohl jeder gern. Lach. So so, du vermutest, wie wohl 90, dass Cesare Borgia gleich Lucius ist? Kicher. Vielleicht. Aber du hast mit dem zauberstablosen Imperio sehr genau gelesen. Respekt. Das spricht wirklich für Luc. Kann es sein, dass du den Spiegel nicht magst? Lach. Dabei war er doch so nett zu Hermine. Kann ich gar nicht verstehen. Lol. Ich habe zwei Sachen gefragt. Einmal, wer soll sterben. Und einmal, was glaubt ihr, wer wird sterben. Ggg. Du willst beide behalten? Zu deinem TLofTR- Zitat: Sorry, ich hab das Ding nie gelesen oder gesehen. Ich kann nichts damit anfangen. Aber was Pippin gesagt hat, klingt sehr weise.
Zusammenfassung:
Die
Schülerin Lauren Zormat holt Snape und Charlie ein. Mit dem
Vorwand ein Autogramm von Charlie haben zu wollen, gelingt es ihr,
ihm seinen Zauberstab zu entwinden und ihn zu ermorden. Da Snape
seinen nicht dabei hat, kann er Zormat wenig entgegensetzen.
Zormat
entpuppt sich als MacNair, der Vielsafttrank zu sich genommen hat.
Das Haar hat er dem Mädel in Hogsmeade in der Gasse abgenommen
(Kapitel 52).
Es
kommt zu einem Kampf zwischen den beiden, bei dem Snape unterliegt
und in ein von MacNair heraufbeschworenes Loch fällt, das mit
Wasser gefüllt ist. Eine Glasplatte liegt oben auf, so dass
Snape keine Chance hat zu entkommen.
