Kapitel 62 – DerTeufel ist ein Eichhörnchen

Kind aus der Dunkelheit, treibend durch Raum und Zeit.
Dein Weg ist einsam. Lern, im Dunkeln ihn zu finden!

„Dein Weg ist einsam", aus: Phantom der Oper

Hermine bemerkte nicht, wie die Tage an ihr vorüber zogen. Ihr Tag bestand aus aufwachen, Zähne putzen, Frühstücken, mit Lucius reden, Mittag essen, Mit Lucius reden, Abend essen, mit Lucius reden, Zähne putzen, schlafen. Zwischendurch ließ sich Snape blicken und auch die Direktorin kam einmal am Tag, um nach ihr zu sehen.

Hermines Stimmung schwankte ständig zwischen extrem traurig und ängstlich, so dass Poppy ihr immer wieder besorgte Blicke zuwarf, und extrem gutgelaunt und fast schon albern, was besonders Snape nervte. Poppy versuchte Hermine dazuzubewegen, endlich aufzustehen und wieder ihren normalen Tagesablauf aufzunehmen, doch sie stieß damit bei Hermine auf taube Ohren. „Luc braucht mich jetzt" war ihr Hauptargument. Auch Minerva McGonagall konnte nichts ausrichten. „Dann entlass mich halt. Mein Erspartes reicht bis er wieder aufwacht, dann heiraten wir und dann brauch ich eh nicht mehr zu arbeiten", trotzte sie.

Schließlich blieb nur noch Professor Snape über. Minerva saß an ihrem Schreibtisch, als es klopfte und eben jener Tränkemeister in ihr Büro trat. „Setz dich, Severus", forderte sie ihn freundlich auf. „Ich habe dich aus einem bestimmten Grund hergebeten", sagte sie besorgt und sah ihm fest in die Augen.

Er erwiderte den Blick ungerührt. „Was hab ich jetzt schon wieder angestellt?", fragte er belustigt. „Irgendwelche Schüler verschwunden? Ich hatte ein sehr reichhaltiges Frühstück. Wenn du dich beeilst, kannst du deren Knochen bestimmt noch als Beweismittel verwenden, bevor die Elfen sauber gemacht haben."

Ein strenger Blick traf ihn. Doch dann wurden die Gesichtszüge der Direktorin weich und sie lächelte. Er kannte diesen Blick zur Genüge. „Egal was es ist, Minerva, nein, nein und nochmals nein. Ich fühle mich gut. Ich muss nicht unter Leute gehen. Ich will nicht frei haben und das Wetter plagt meinen armen Körper auch nicht."

Sie biss sich auf die Lippen, um nicht zu grinsen. „Ausnahmsweise wollte ich nicht mit dir über dein unterentwickeltes Privatleben sprechen" erwiderte sie bemüht beherrscht.

„Besser ist das", knurrte Snape. „Du hörst dich schon an wie Albus."

Ein trauriger Schatten huschte über McGonagalls Gesicht und ihr Blick glitt zu einem Portrait an der Wand. Der Stuhl stand verlassen da. Die gemalte Schale Zitronenbonbons war unberührt. Albus schien irgendwo einem anderen Bildnis einen Besuch abzustatten.

„Hermine macht mir Sorgen", kam die Direktorin schließlich auch auf den Punkt. „Sie wirkt apathisch und depressiv. Ich habe ihr gesagt, dass sie ab Montag wieder unterrichten soll. Und weißt du, was sie mir da gesagt hat?" Sie war regelrecht empört.

„Nein, ich unterrichte leider Zaubertränke. Wüsste ich es, würde ich mich um Sibylls Stelle bewerben", schnarrte er.

„Sie hat gesagt, sie habe genug Geld, bis Lucius sich erholen würde und dann würden die beiden sowieso heiraten und es spielt keine Rolle, ob sie einen Job hat oder nicht."

Snape lachte kurz auf, dann sank er zurück in seinen Stuhl und wischte sich mit einer müden Geste über die Augen. „Sie ist doch noch mit dem Wiesel verheiratet. So schnell geht das nicht", entgegnete er schließlich.

„Du weißt genau, dass ich DAS nicht gemeint habe", knurrte McGonagall. „Rede du mit ihr. Wenn sie selbst das nicht zur Vernunft bringt, werde ich mit ihren Eltern sprechen." Sie griff nach einem frischen Pergament und ihrer Feder. „Du kannst gehen."

Zehn Minuten später lungerte Snape vor der Krankenstation und führte ein inneres Zwiegespräch. Der eine Teil in ihm wollte schnellen Schrittes in den Kerker gehen und sich der liegenden Arbeit zuwenden. Was kümmerte es ihn, was mit Hermine passierte? Lucius würde durchkommen und solange sie nicht das Schloss verließe, solange gab es keinen Anlass zur Sorge. Je mehr er sich einmischte, desto größer wurden die Probleme, das war ihm klar und er hatte weder das Bedürfnis nach weiteren schwierigen Angelegenheiten, noch den Wunsch, Lucius in irgendeiner Art und Weise in die Quere zukommen. Das war alles bereits da gewesen und eine Wiederholung der Geschichte lag ganz und gar nicht in seinem Sinne. Der andere Teil in ihm wollte durch die vor ihm liegende Tür schreiten und mit der jungen Frau reden. Weil er Minervas Befürchtungen teilte. Er hatte Hermine in den letzten Tagen beobachtet und gesehen, wie sie immer blasser und magerer wurde. Ihr besorgniserregendes Äußeres rief eine dunkle Vorahnung in ihm hervor. Er wusste, wie es ihr ging. Er kannte das Gefühl…

Entnervt lehnte er sich an die Wand und schloss die Augen. Tief durchatmend rührte er sich Minutenlang nicht und versuchte sich gedanklich zu ordnen. Er mochte Hermine und ihr momentaner Waffenstillstand war ein erholsamer Zustand und er gedachte nicht, selbigen aufs Spiel zu setzen, indem er sich in romantische Träume reinsteigerte. Hermine, er hatte begonnen, sie so zu nennen, sämtliche distanzierte Anreden gab es nicht mehr, hatte sich zu ihrem Vorteil verändert. Aus der nervigen, alles wissenden Streberin war eine kluge, ansehnliche Frau geworden, die zumindest versuchte, ihm Kontra zu geben. Etwas, was bei den Meisten nicht im Ansatz zu finden war. Er lächelte. Lucius war einfach schneller gewesen. Er hatte Hermines Potenzial eher erkannt und sie zu seiner Hexe gemacht. Damit musste Snape klar kommen, ob er wollte oder nicht. Er hatte nicht vor, seinem Freund die Zauberin auszuspannen. Wenn er dadurch in Bedrängnis geriete, musste er zusehen alleine damit fertig zu werden.

Es wäre besser gewesen, wäre er in den Keller gegangen, doch er konnte es nicht…

Rückblick August 1976

Die beiden jungen Männer saßen im Schneidersitz auf dem Boden im Wohnzimmer des jungen Herrn von Malfoy Manor. Der zwanzigjährige Lucius sah seinen vier Jahre jüngeren Freund an und lächelte. Severus stellte einmal mehr fest, wie attraktiv dieser war, besonders, wenn er so verwegen grinste. „Was willst du, Luc", knurrte er. Er wusste, sobald dieses Grinsen auf dem Gesicht seines Freundes auftauchte, sollte er sich in Acht nehmen.

Der Blonde grinste, sagte jedoch nichts weiter.

„Lord Wiltshire Lucius Malfoy", knurrte der Jüngere, woraufhin sich dieser amüsiert auf die Lippen biss. „Hätte seine Gnaden das gnädige Wohlwollen, den erlauchten Diener nicht so provokativ anzusehen?"

Nun konnte Lucius nicht mehr an sich halten. Er legte den Kopf in den Nacken und lachte bis ihm die Tränen kamen.

Der junge Severus wartete ungeduldig und trommelte mit den Fingern auf sein Knie.

„Ich frage mich gerade", begann Lucius, nachdem er sich irgendwann beruhigt hatte, „ob sie dich schon rangelassen hat."

„WER?", zischte Snape.

„Die heilige Lilly." Sekunden später lag er wie ein Käfer auf dem Rücken und spürte eine Hand, die langsam seinen Hals zudrückte.

„Heute kein Schlammblut?", knurrte Severus. „Heute Lilly?"

Der Blonde zuckte mit den Schultern. „Du weißt, was ich von diesem ganzen Schlammblutkram halte… Mir persönlich ist das egal, was für Eltern man hat. Jeder muss selbst zusehen, wie er klar kommt. Dass selbst im Hause Malfoy nicht immer alles rosig ist, brauche ich dir ja nicht zu erzählen", grinste er schief.

„Was wohl deine ehrenwerten blaublütigen Freunde sagen würden, wenn sie ihren Anführer so reden hören", spottete der Jüngere.

Lucius sah ihn gequält an. „Du weißt, dass ich diese Dummköpfe nicht sonderlich mag."

„Ja, und ich frage mich immer wieder, wieso du mit ihnen abhängst, wenn du sie nicht magst. Ok, ich kann verstehen, dass Goyle und Crabbe nicht die idealen Begleiter für einen intellektuellen Weinabend sind, aber-"

„Die sind für gar nichts zu gebrauche, außer zum Prügeln", unterbrach ihn der Blonde verächtlich. „Sev, du hast noch immer nicht verstanden, wie das Spiel geht, oder?"

Der dunkelhaarige ließ seinen Freund los, kippte nach hinten und lehnte sich an einen Sessel. „Erklär's mir."

Auch Lucius rappelte sich auf und fuhr sich übers Gesicht, wobei er seine langen Haare hinter die Ohren schob. „Bei uns läuft das anders ab, als bei euch. Shiva mag dir wie eine liebe, nette, alte Dame vorkommen, aber glaube mir, sie kann eine harte Frau sein", seufzte er. „Seitdem ich der Malfoyerbe bin, kümmert sie sich um alles, lediglich meine Gedanken sind frei. Ansonsten wird vorgeschrieben was ich zu tun und zu lassen habe. Morgens beginnt der Tag an dem Otis mir die Kleidung rauslegt, natürlich hat er sich vorher mit ihr abgesprochen, dann muss ich meine Post beantworten, die natürlich vorher gelesen wurde, im Anschluss gibt es den Unterricht-"

Severus verzog das Gesicht. „Fechten und Muggelverteidigung kann ich ja noch verstehen, aber Tanzunterricht? Das ist wirklich übel. Zumal Donnercy wirklich zum Kotzen… Verzeihung Eure empfindsame Lordschaft… zum Essen wieder von sich geben verleitet", spottete er.

Lucius grinste. „Hast ja Recht… Nach dem Unterricht ist Konservation", er sprach dieses Wort mit einer geübten überzogenen aristokratischen Arroganz aus, „geplant. Montags bis Donnerstag muss ich den Damen meine Aufwartung machen und die Herren zum weiß-Merlin-was einladen. Freitag ist das Manor Ort der Begegnung… Ich hab das alles so satt. Zum Glück toleriert Shiva unsere Freundschaft, ansonsten hätte ich mir selbst schon einen Avada aufgehalst."

Nun war es an Severus zu grinsen. „Wenigstens würdest du in Samt und Seide sterben… Aber ich glaube, ich versteh was du meinst. Die Leute, mit denen du dich abgibst, wurden ausgesucht nach Einfluss und Rang, aber nicht nach Sympathie."

„Genau. Und als Shiva mir befohlen hat-" Malfoy brach ab.

„Was hat Shiva dir befohlen?"

„Zuviel… Aber lass uns nicht darüber sprechen. Ich bin wirklich froh, dass ich dich hab. Du verstehst wenigstens von was ich rede. Du bist anders aufgewachsen, ach manchmal beneide ich dich."

Schon als junger Erwachsener hatte Severus die Gabe besessen, durch das Heben einer Augenbraue einen markanten Eindruck zu hinterlassen. „Sag das noch mal. Ich meinte, kann ja sein, dass ich was verpasst habe, aber … hat der hochwohlgeborene Lucius Malfoy, der schon in der Wiege eine goldene Rassel hatte, tatsächlich zugegeben, den, in Armut aufgewachsenen, Severus Snape zu beneiden?"

Der Blonde nickte nachdenklich. „Unglaublich, nicht wahr? Aber du hattest Freiheiten, die ich so nie kennen gelernt habe. Darum beneide ich dich. Und du hast den Dunklen Lord schon so früh getroffen." Ehrfurcht schwang in seinen Worten mit.

Severus winkte ab. „Irgendwie ist er mir unheimlich. Und die Treffen mit ihm waren wirklich nicht so… besonders. Er interessierte sich mehr für das was ich kann, als für das was ich bin." Er zuckte mit den Schultern. „Ist das nicht irgendwie … faszinierend? Du hast all das was ich gern gehabt hätte und du beneidest mich um meine Vergangenheit." Er lachte.

Lucius lehnte den Kopf an die Wand und sah seinen Freund nachdenklich an. „Ja … das hat schon eine gewisse Situationskomik… Wenn du vom Dunklen Lord nicht so angetan bist, warum willst du dann einer von uns werden?"

„Oh... Ich verehre ihn..." Der dunkelhaarige Junge rutschte auf Lucius zu und sah ihn nachdenklich an. Dann nahm er dessen linken Arm und fuhr ihm zärtlich über die Innenseite des Unterarms. Nach einem prüfenden Blick öffnete er fast schon verehrend die Knöpfe an dem teuren Hemd und begann sie vorsichtig hoch zu rollen. Das Dunkle Mal, sein Zeichen, prangte in klarer, bestechender Schönheit auf der zarten Haut des jungen Aristokraten. Severus berührte mit seinem Zeigefinger vorsichtig die Stellen der Haut, an denen es wir mit schwarzer Tinte gemalt worden war. Er fuhr geradezu verliebt die Konturen des Schädels nach und hob den Blick.

Lucius erschrak geradezu als er die emotionale Zärtlichkeit seines sonst so beherrschten Freundes sah. Es schüchterte ihn geradezu ein. Er wusste, dass er selbst begeisterter Anhänger war, doch die Leidenschaft, die in Snapes Augen zu sehen war, machte ihm geradezu Angst. „Sev…", flüsterte er heiser.

„Ich kann es kaum noch erwarten", sagte der Junge belegt. „Endlich ein Teil einer Gemeinschaft sein. Der Dunkle Lord wird mein Erlöser sein… Raus aus der Vergangenheit… Schluss mit der Qual und Pein des Abschaums… Endlich ich… Ich werde diese historische Aufgabe mit einer Zufriedenheit lösen, die dem Dunklen Lord zeigt, was für ein guter Mensch ich bin… Er wird stolz sein auf mich. Endlich…"

Lucius entriss ihm seinen Arm und packte ihn an den Schultern. „Sev, verdammt. Was ist mit dir?" Er schüttelte ihn und sah fast schon glücklich, als der verklärte Ausdruck aus den Augen seines Freundes schwand. „Sev… Sev… Du machst mir Angst?"

„Warum?", zischte dieser. „Weil ich es satt habe, mich von Potter und Black drangsalieren zu lassen? Weil ich nie kennen gelernt habe, wie es ist, einer Gemeinschaft beizuwohnen. Weil ich, verdammt noch mal endlich geliebt werden will? Weil ich-"

„Ich liebe dich", unterbrach ihn Lucius und hob vorsichtig seine Hand, um Sev über die Wange zu streicheln. „Ich liebe dich, Severus. Du bist mein Freund… Und morgen wirst du mein Bruder sein. Ich bin stolz darauf."

„Bist du es wirklich?", fragte Severus. „Ich kann nicht mithalten. Ich habe keinen Einfluss, keine Freunde, kein Geld… Nichts, was mich auszeichnet oder prädestiniert-"

„Sch…" Lucius legte ihm einen Finger auf die Lippen. „Du hast sehr viel… Du bist der ehrlichste Mensch, den ich kenne. Du traust dich, mir die Wahrheit zu sagen, unabhängig von meinem Stand oder Status. Du wäschst mir den Kopf wenn ich es verdient habe und holst mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Du lässt dich nicht von der Tatsache, dass ich ein Malfoy bin, beeindrucken. Du bist du… und darum bin ich froh. Dafür danke ich dir. Deswegen will ich es."

„Willst du es wirklich? Oder nur wegen dieser komischen Prophezeiung?", fragte Severus skeptisch.

„Ich will es um deinetwegen… Sev. Nicht wegen Shiva, nicht wegen der Prophezeiung, sondern deinetwegen. Wir beide sind Freunde… Aber sobald du zu uns kommst, sind wir Verbündete. Es mag dir vielleicht als geradezu idealistisch erscheinen, was bei uns herrscht, aber glaub mir, mein liebster Freund… Jeder Todesser hält nur dann zu den anderen, wenn etwas für ihn raus springt. Solltest du ihm im Wege stehen, wird er nicht zögern, die ungeniert das Messer in den Rücken zu rammen und dich zu verraten…" Er nahm Severus' Hand. „Wir beide sind dazu erzogen worden, dem Lord zu dienen und ihm zur Seite zu stehen. Er wird auf uns angewiesen sein und daher werden wir eine Sonderrolle einnehmen. Wir werden beneidet und gehasst werden… Und sie werden versuchen, uns zu Fall zu bringen… Wir beide müssen zusammenhalten… Ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann… Und ich brauch das Ritual nicht. Mir ist es egal, ob wir durch den Fratuceus miteinander verbunden werden oder nicht, denn ich weiß, dass du mir näher als ein Bruder stehen wirst… Aber Shiva will es. Die Prophezeiung will es. Wir werden es tun müssen… Sev… Es wird uns beiden Sicherheit geben, wenn wir kurz vor der Verzweiflung stehen… Und das werden wir..."

Der Jüngere schloss die Augen und drückte die Hand seines Freundes. „Ich danke dir", flüsterte er. Er lehnte seine Stirn an die seines Freundes. „Aber du weißt, dass ich diese Liebe nicht meinte…"

„Ja… Ich weiß…", seufzte Malfoy.

Minuten saßen sie so. Solange, bis Lucius schließlich den Moment unterbrach, die Hand seines Freundes los ließ und zu einer Anrichte ging, um sich einen Whiskey einzuschenken. „Bist du eigentlich deiner liebsten näher gekommen?", fragte er neugierig und bot Severus ebenfalls ein Glas an, welcher dieser aber ablehnte.

„Sie ist nicht meine Liebste", knurrte Severus.

„Natürlich nicht, Sev", grinste Lucius. „Aber das hättest du gern."

Der dunkelhaarige ließ seinen Freund los, kippte nach hinten und lehnte jetzt seinerseits an der Wand. „Und wenn schon, das kann ich jetzt eh vergessen!"

„Warum?"

Severus stand auf und ging auf seinen Freund zu. „Ich nehme doch einen." Dann berichtete er von der Szene, die Harry Potter in seinem fünften Schuljahr im Denkarium gesehen hatte. Wie er nach einer ZAG- Prüfung gegen Potter und Black angetreten war. Wie er gnadenlos unterlag, weil er gegen zwei Jungs nicht angekommen war und wie Potter ihn gedemütigt hatte. Wie Lilly ihn verteidigen wollte und er sie ‚Schlammblut' genannt hatte…

Lucius hörte stillschweigend zu. Als sein Freund seinen Vortrag beendet hatte, seufzte er leise. Er ging auf den Jungen zu, legte seinen Arm um dessen Schulter und zog ihm zu einem Sofa. „Ach Sev… Ich habe dir doch erzählt, wie ein Mann mit Frauen umgehen muss. Sie wollen die Einzige für dich sein. Sie wollen angehimmelt werden. Sie wollen Komplimente, Blumen, Geschenke, den Mond vom Himmel sollst du ihnen holen."

Der Angesprochene schloss die Augen.

„Natürlich ist die kleine Lilly jetzt verletzt und beleidigt. Aber miss dem nicht so viel Bedeutung zu. Wenn du in anderthalb Wochen wieder nach Hogwarts gehst, entschuldigst du dich. Du wirst ihr ein Geschenk machen und sie wird dir verzeihen."

„Geschenk? Wovon denn? Ich habe kein Geld für Geschenke."

„Das lass mal meine Sorge sein", zwinkerte Lucius. „Ich werde dir helfen, dein Mädchen für dich zu gewinnen."

„Solange, bis du selbst erkennst, wie toll sie ist?", grinste Severus und erwiderte das Zwinkern.

Lucius legte sich gespielt getroffen eine Hand auf die Brust. „Aber, aber mein Freund, was denkst du von mir? Niemals würde ich dir deine Hexe ausspannen. Frauen sind faszinierende Wesen, schön und ich bin süchtig nach Ihnen", gab er zu, „aber keine Frau ersetzt meinen einzigen, wahren Gefährten…" Lucius hob sein Glas und prostete Severus zu. „Auf die Freundschaft." Beide tranken den Rest des Whiskeys in einem Schluck runter.

Während Lucius nachfüllte, sah er den hageren Jungen an. „Glaubst du das wirklich?"

„Nein…"

„Ich würde mich niemals an Lily heranmachen. Zumal mir meine Großmutter ihre Cruciatusvariation demonstrieren würde, würde ich mit einem … Schlammblut ankommen", grinste er. „Aber davon mal abgesehen… Sev, egal was passiert, ich werde mich nie an deine Frau ranmachen. Und wenn dir was passiert, dann werde ich mich um sie kümmern, aber wie ein großer Bruder… Versprochen."

Sev lächelte, als er in die eisgrauen Augen sah. „Ich ebenso."

Rückblickende


Begriffe:

Otis: Kammerdiener des jungen Lucius Malfoy

Anmerkung:

Vielleicht erscheint euch Lucius hier arg ooc, aber das ist bewusst und natürlich verfolge ich einen bestimmten Plan zwinker Ich stelle ihn bewusst so da, um später eine bestimmte Veränderung zeigen zu können, die ihn zu dem gemacht hat, als den wir ihn bei JKR kennen gelernt haben.

Ich möchte noch einmal betonen, die Liebe, die zwischen Luc und Sev herrsch ist frei von jedweden sexuellen Hintergründen. In QED haben die beiden nichts miteinander und hatten auch keine Beziehung

Lucius wurde, als typischer Aristokrat, durch eine Ausbildung gejagt, die ihn lehren sollte, seinen Platz in der magischen Gesellschaft einzunehmen. Immer, wenn Severus ihn besucht hat, also im Sommer, nahm jener auch dran teil.

Danke an:

Danke an alle lieben Reviewer. Heute gibts ein Sammeldanke. Ich muss gleich zu meiner Oma ins KH, hoffe ihr verzeiht mir. Ab dem nächsten Mal gibts wieder Einzelantwort. Versprochen, lächel.