23. Kapitel

Die wichtigsten drei Dinge

Hermines Kehle war wie ausgedörrt - Snapes Nähe hatte ihr eindeutig den Atem geraubt. Alles in ihr sträubte sich dagegen, dass er sie so besitzergreifend behandelte - und dennoch schien eine Region ihres Körpers regelrecht darum zu betteln, dass er sie ganz und gar besitzen sollte.

Sie griff zu ihrer Tasse und stürzte den inzwischen lauwarmen Tee mit zwei Schlucken hinunter.

Snape hatte sich wieder ihr gegenüber gesetzt und wartete auf ihren Bericht.

Als sie die Tasse abgestellt hatte, verschränkte sie die Arme vor der Brust, was Snape mit dem Hochziehen einer Augenbraue zur Kenntnis nahm. Sie war sich bewusst, dass sie eine Abwehrhaltung eingenommen hatte, aber sie fühlte sich unfähig diese in diesem Moment aufzugeben.

"Ich habe bislang drei Muggel ausfindig machen können", sagte sie mit heiserer Stimme - sie räusperte sich.

"Drei? In zwei Tagen? Ich muss schon sagen, das ist die Miss Granger, die ich in Erinnerung habe", sagte er mit einem undefinierbaren Lächeln.

"Bevor du mir so etwas wie Lob zukommen lässt, solltest du mich lieber erst zu ende erzählen lassen", sagte sie und ihre Arme zogen sich etwas fester vor ihrem Körper zusammen.

Er schien dies durchaus nicht als gutes Zeichen zu werten und sein Blick wurde finster.

"Ich...ich habe Peter Deeping ausfindig gemacht. Er macht intensives Krafttraining und hat ein unglaubliches Talent Dinge oder Personen zu zeichnen, die er nur einmal gesehen hat. Er hat das dunkle Mal gezeichnet." Sie hielt inne und schöpfte Atem.

Bevor sie weitersprechen konnte, unterbrach Snape sie mit leiser Stimme: "Wie bist du an diese Informationen gekommen?"

Hermine sah auf den Tisch vor sich: "Ich war in seinem Haus."

"Wie das?", fragte Snape mit einem Unterton, der Hermine zusammenschrecken ließ.

"Ich...ich hab geklingelt und er hat mich reingelassen."

Der Mann ihr gegenüber stand auf und blieb einen Moment vor ihr stehen, ehe er damit begann, die paar Meter die das Wohnzimmer Platz bot, auf und ab zu schreiten.

"Du hast geklingelt? Du warst in seinem Haus? Was ist passiert? Ich will jede Kleinigkeit hören! JEDE!"

Hermine schluckte und gab ihre Abwehrhaltung auf, indem sie ihre Hände vor die Augen schlug.

Ihr Atem ging viel zu schnell und die Erregung, die er zuvor bei ihr ausgelöst hatte, verwandelte sich in ein ungutes Gefühl, das zweifellos tiefe Scham war.

"Himmel! Was hätte ich denn tun sollen? Ich sollte die Leute ausfindig machen - was wolltest du denn? Dass ich ihre Adressen aufschreibe und nachsehe welche Autos sie fahren? Ob sie ihren Hund Gassi führen und ihren Briefkasten täglich leeren? Wir müssen doch wissen was für Menschen dies sind - warum sie für den Lord bedeutsam sind - wer von ihnen eine führende Position einnehmen wird und wer gewillt ist, neue Mitglieder für den Lord zu werben...wie soll ich all dies herausfinden, wenn ich nicht mit ihnen rede...wenn ich keinen Kontakt mit ihnen habe?"

Hermine versuchte all das völlig überzeugt zu sagen, doch der Schreck über ihren Besuch bei Deeping steckte ihr immer noch so tief in den Knochen, dass sie fast in Tränen ausbrach.

Snape schien ihre Reaktion mit mühsamer Geduld aufzunehmen.

"Erzähl mir was passiert ist!", forderte er erneut.

Hermine begann damit, dass sie sein Haus beobachtet hatte. In der Einsicht, dass dies nichts bringen würde, hatte sie den Plan gefasst, nur einen kurzen Blick in das Haus zu werfen, in dem der Mann lebte - in der Hoffnung, dass ihr etwas auffallen würde. Sie erzählte von dem vorgetäuschten Telefonat und davon, dass sie plötzlich die Zeichnung auf seinem Tisch gesehen hätte und dass er ihr noch mehr Zeichnungen gezeigt habe.

"Dann habe ich mich verabschiedet und das Haus verlassen", endete sie mit ihrem Bericht.

"Ist dir kalt?", fragte er sanft.

"Nein - warum?", erwiderte sie verunsichert.

"Weil du eine Gänsehaut hast. Erzähl mir jetzt den Teil, den du ausgelassen hast!" Nun war seine Stimme keineswegs mehr sanft - sie war fordernd und Hermine wurde klar, dass er sich die Informationen notfalls mit Gewalt holen würde, da er glaubte, sie seien für den Orden wichtig.

"Er hat mir angedroht, mich zu zeichnen", sagte sie leise.

"Angedroht?", wiederholte er und eine Augenbraue schnellte in die Höhe.

"Ja, er hat mir einige Zeichnungen von nackten Frauen gezeigt und wollte auch eine von mir machen."

Snape sog scharf die Luft ein, dann schüttelte er den Kopf.

"Verdammt, ich hätte dir den Auftrag wieder entziehen sollen. Du solltest keinen Kontakt aufnehmen! Das entsprach nicht unseren Abmachungen! Ab sofort bist du aus der Geschichte raus!"

Hermine sprang auf und stellte sich ihm wütend gegenüber.

"Warum regst du dich so auf? Es war mein Risiko! Meine Entscheidung! Wie oft begeben sich die anderen Ordensmitglieder in Gefahr? Wie oft begibst DU dich in Gefahr, Severus?"

"Das ist nicht dasselbe!"

"Warum? Warum ist es nicht dasselbe?"

Snape funkelte sie wütend an - er öffnete den Mund, um ihr eine Antwort entgegen zu schleudern, doch plötzlich hielt er inne und seine Gesichtszüge entspannten sich.

"Weil du nicht nur dich in Gefahr gebracht hast, sondern die Mission gefährdet hast. Was ist, wenn ein Todesser das Bild zu sehen bekommt, und er dich erkennt? Was glaubst du wie lange es dauert, bis der Lord die Spuren zu uns verfolgt hat?"

Hermine wurde kreidebleich und ließ sich kraftlos auf das Sofa sinken.

"Welche Kontakte hattest du noch?", Snapes Stimme hatte einen sachlichen Ton angenommen.

Die Gedanken in Hermines Kopf wirbelten durcheinander.

"Ich hatte Kontakt zu den beiden Frauen auf der Liste. Sie arbeiten in einem Friseursalon - die eine ist scheinbar die Inhaberin. Sie stehen in Kontakt mit jemandem, der ihnen vorgaukelt, etwas gegen Ausländer unternehmen zu wollen. Sie sollen Gleichgesinnte finden, doch sie waren sich über die Vorgehensweise absolut nicht einig."

"Daher also dein Friseurbesuch", sagte er kopfschüttelnd.

"Ja - ich habe keinen Verdacht erregt...allerdings habe ich ihnen deutlich zu verstehen gegeben, was ich von Fremdenfeindlichkeit halte."

"Nein! Das hast du nicht!", sagte Snape fast flehend.

"Ich verabschiedete mich mit den Worten, dass ich einen Inder heiraten würde."

Snape atmete tief durch, schließlich sagte er matt: "Ich hoffe, dass sie dich einfach nur für eine dumme, unpatriotische Ziege halten."

"Danke", erwiderte sie ironisch, dann fügte sie ernst an: "Du zumindest hältst mich jetzt wohl für eine dumme Ziege."

Er ließ sich auf die Couch sinken und massierte seine Schläfen.

"Nein, dafür halte ich dich nicht - aber ich hatte unterschätzt, wie schnell du bereit bist Risiken einzugehen und unverhältnismäßig zu handeln, wenn du Unrecht siehst."

"Hör zu - ich habe um diesen Job nie gebeten. Du hast an mich gedacht, weil ich relativ problemlos mit den Leuten Kontakt aufnehmen kann. Du gabst mir eine Liste und ich tat mein Bestes. Es tut mir leid, wenn ich Probleme bereitet habe...ich werde aussteigen."

Snape war dazu übergegangen seine Nasenwurzel zu reiben und hielt nun damit inne, um Hermine zu fixieren.

"Das wirst du nicht", sagte er entschieden, ihren Einwand unterbrach er sofort; "du wirst jedoch mehr Rücksprachen mit mir halten - und lernen, Hermine...das dürfte dir geläufig sein...ich werde dich unterrichten!"

Sie sah ihn ungläubig an. Er fuhr sanfter fort: "Ich habe dich vollkommen allein mit dieser Aufgabe gelassen - das war ein Fehler! Ab sofort möchte ich wissen wohin du gehst und ich werde dich überwachen."

"Das ist nicht dein Ernst!", sagte sie schwach.

Seine Miene blieb unnachgiebig.

"Wenn du mich überwachst, dann kannst du es ebensogut alleine machen", warf sie ein.

Snape schüttelte den Kopf.

"Nein - denn mich werden diese Muggel höchstwahrscheinlich in Verbindung mit dem Lord zu sehen bekommen. Selbst wenn es nur in dem Moment sein sollte, in dem sie hingerichtet werden, so reicht ein Fingerzeig auf mich, um Voldemort zu verraten, dass ich ein doppeltes Spiel spiele. Wir brauchen dich - aber ich werde dich nicht nochmal in einer Gefahrensituation alleine lassen."

Hermine sah ihn lange an - sie wollte etwas einwenden - wollte ihm sagen, dass sie auch alleine klar kam - doch wenn sie ehrlich war, so war sie froh, dass er ihr in Zukunft zur Seite stehen wollte.

Langsam griff sie nach einer der Klammern und zog sie aus ihrem Haar. "Es muss wie vorher aussehen - immerhin war ich heute krankgeschrieben, da sollte man keinen Friseurbesuch wahrnehmen", sagte sie leise.

Snape saß da und sah ihr schweigend zu. Eine Strähne löste sich und fiel ihr über die Schulter. In einer sanften Welle kam sie auf ihrer Brust zu liegen.

Snape war dieser Bewegung mit seinen Augen gefolgt und räusperte sich nun.

"Darf ich?", fragte er mit belegter Stimme und deutete auf ihr Haar.

Hermine wusste nicht was er vorhatte, dennoch nickte sie.

Er griff nach einer der Strähnen und ließ sie zwischen seinen Fingern hindurchgleiten. Dann holte er seinen Zauberstab hervor und sah sie noch einmal fragend an. Hermine nickte stumm und hörte dann, wie er einen knappen Spruch murmelte. Kurz darauf steckte er seinen Zauberstab wieder ein und sagte: "Ich werde nun besser gehen. Ich möchte, dass du morgen zu deiner ersten Unterrichtsstunde bei mir erscheinst. Sagen wir gegen 19.00 Uhr?"

"Du meinst das wirklich ernst...dass du mich unterrichten willst?"

Snape stand bereits und warf ihr einen Blick aus funkelnden Augen zu.

"Natürlich ist es mein Ernst. Diese Mission hat Vorrang, Hermine!"

"Vorrang vor was?", fragte sie irritiert nach.

Er schien einen Moment ärgerlich auf sich selbst zu sein: "Vorrang vor allem anderen!", sagte er dann knapp und ging Richtung Wohnungstür.

Hermine folgte ihm schnell, sie sah jedoch nur noch wie er nach seinem Jackett griff und dann ohne ein weiteres Wort ihre Wohnung verließ.

Mit bebendem Herzen ging sie zum Spiegel.

Er hatte ihr Haar genau in den Zustand zurückversetzt, in dem es vor ihrem Friseurbesuch gewesen war. Sie konnte kaum glauben, wie genau er scheinbar sogar ihren natürlichen Farbton kannte.

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"Oh, er war wirklich nicht schlecht. Eigentlich ein ganz netter Kerl. Sehr...einfallsreich. Wir haben uns gestern Abend gleich noch einmal getroffen." Ginny sah ihre Freundin an, die offensichtlich mit ihren Gedanken wieder einmal ganz woanders war.

"Dann sind wir zum Piccadilly Circus gefahren, haben uns ausgezogen und es mitten auf der Straße getrieben, was den gesamten Stadtverkehr lahmgelegt hat."

Immer noch keine Reaktion von Hermine.

"Aber plötzlich kam ein Mann, tippte mir auf die Schulter und sagte: 'Miss Weasley, 100 Punkte Abzug von Gryffindor weil Sie Sex ohne ein Kondom haben. Und rate mal wer das war - der miese alte Spielverderber Snape."

Hermine schreckte aus ihren Gedanken hoch und fragte: "Was ist mit Snape?"

Ginny sah Hermine kopfschüttelnd an.

"Sag mal ist dir eigentlich klar, dass ich dir seit zehn Minuten etwas erzähle?"

"Ich...nein...tut mir leid", stammelte Hermine.

Ginny kniff die Augen ein wenig zusammen und musterte ihre Freundin ganz genau.

"Weißt du was mich wirklich nachdenklich macht?"

Hermine schüttelte den Kopf.

"Ich kann dir erzählen was ich will, aber sobald ich diesen Namen erwähne, kehrst du sofort in die Wirklichkeit zurück. So, als wäre er wichtiger als alles andere was ich dir erzähle. Kannst du mir sagen, was das zu bedeuten hat?"

Hermine wich Ginnys Blick aus und sah auf ihre Uhr.

"Oh Gott, ich komme noch zu spät! Ich muss in den großen Hörsaal - zum Glück liegen meine Unterlagen schon bereit...Literatur der Spätromantik - ich muss sofort los!"

In Windeseile griff Hermine nach ihrer Tasche und begann zum Universitätsgebäude zu laufen.

"So leicht kommst du mir nicht davon - ich werde darauf zurückkommen", rief ihr Ginny hinterher.

Hermine war froh, sich die nächsten Stunden auf bekanntem Terrain zu befinden. Sie genoss es sehr, ihr Wissen zu vermitteln und Fragen zu beantworten.

Ein junger Student brachte sie zum Lachen, als er eine Zusammenfassung von 'Die Elixiere des Teufels' als Rap vortrug.

Während die Studenten schließlich den Hörsaal verließen, packte Hermine ihre Unterlagen sorgsam in ihre Tasche. Nach ehe sie damit fertig war, spürte sie jemanden hinter sich stehen.

Sie fuhr herum und sah Charles Grant.

"Sie haben mich erschreckt, Charly", sagte sie ehrlich.

"Wussten Sie, dass hier Lobeshymnen auf Sie gesungen werden?", fragte er nach.

Hermine schüttelte irritiert den Kopf.

Er deutete vage mit der Hand Richtung Tür.

"Als ich eben auf dem Weg hierher war, kamen mir ein paar Ihrer Studenten entgegen - ich hatte die Ehre den Granger-Rap zu Ohren zu bekommen."

Hermine riss die Augen auf und sagte: "Sagen Sie, dass das nicht wahr ist...ich will lieber nicht hören, was man über mich zusammenreimt."

"Nun, ich sagte es ist eine Lobeshymne - und ich finde, Sie sollten sie unbedingt hören. Lassen Sie das nächste mal diesen begabten Studenten hier im Hörsaal auftreten - die Akkustik ist gut und Sie könnten vermutlich ein neues Talent fördern."

"Ich glaube das werde ich lieber nicht tun - auch wenn ich zugegebenermaßen neugierig geworden bin."

Er lachte und ließ sich auf einem der Hörsaalstühle nieder.

Hermine hatte eigentlich gerade gehen wollen, spürte jedoch, dass er sie zum Bleiben überreden wollte.

Zögerlich begann sie zu sprechen: "Charly, ich habe noch einen Termin und muss heute..."

"Wie alt ist er?", fiel er ihr ins Wort.

"Wie bitte?", fragte sie zurück.

"Ihr Freund - wie alt ist er?"

Hermine legte ihre Tasche auf den Tisch und sagte: "Das tut nichts zur Sache. Sein Alter ist unwichtig. Wir sind glücklich...das ist alles was zählt."

"Überaus romantisch", sagte Charles und lächelte gönnerhaft.

"Hören Sie Charles, ich glaube nicht, dass ich Ihnen irgendetwas erklären muss und ich muss jetzt wirklich gehen!"

Er erhob sich schnell und hob beide Hände zum Zeichen der Kapitulation.

"Es tut mir leid. Ich habe nur irgendwie den Eindruck, dass er...nun ja, dass er nicht der Richtige für Sie ist. Bringt er Sie zum Lachen, Hermine? Tröstet er Sie? Sagt er Ihnen, dass er Sie liebt? Wenn Sie dies alles bejahen können, dann werde ich nie wieder davon anfangen. Aber ich sehe es in Ihren Augen, Hermine - diese Dinge bekommen Sie nicht von ihm zu hören...und solange ich dies sehe, gibt es noch Hoffnung für mich!"

Einen Moment konnte Hermine gar nicht glauben, wie genau Charles Grant alles durchschaut zu haben schien und sie war nicht im Stande ihm zu antworten.

Dies schien ihn in seiner Meinung noch zu bestätigen und er schenkte ihr ein sanftes Lächeln, dann verabschiedete er sich freundlich, als sei dies lediglich ein Gespräch unter Kollegen gewesen.

Hermine griff zu ihrer Tasche, doch statt den Hörsaal zu verlassen, ließ sie sich auf den Stuhl sinken und starrte auf die leeren Sitze vor ihr.

Natürlich hatte Snape all dies nicht zu ihr gesagt - warum sollte er auch?

Sie waren kein Paar.

Noch nicht.

Es lag an ihr ob sie es würden, hatte er gesagt.

Hatte er das gesagt?

Warum hatte ihr Herz einen Hüpfer gemacht, als sie ihn 'Schatz' genannt hatte?

Warum war es fast zersprungen, als er ihr mit 'Liebling' geantwortet hatte?

Seine Eifersucht auf Charles hätte nur gespielt sein sollen - doch das war sie nicht - sie war echt gewesen.

Ein einziger Kuss verband sie mit ihm. Nichts, als ein lächerlicher Kuss. Er war weiß Gott nicht der erste Mann, den sie geküsst hatte - aber er war der erste gewesen, bei dem sie gespürt hatte, dass sich dieser Kuss direkt in ihrem Unterleib fortsetzte. Er hätte sie in diesem Moment an Ort und Stelle haben können - doch er hatte sie fortgeschickt und sie in dem Glauben gelassen, dass er von ihr angewidert gewesen war.

Inzwischen wusste sie, dass er von sich selbst angewidert gewesen war - nicht von ihr. Dass er gewillt gewesen war, sie nur zu benutzen. Und sie saß hier, und konnte an nichts anderes denken, als daran, warum er es nicht einfach getan hatte.

Charly hatte Recht - Snape würde ihr nie sagen, dass er sie lieben würde - er würde sie nie zum Lachen bringen und er würde sie nicht einmal trösten.

Endlich erhob sich Hermine und erklomm schnellen Schrittes die Stufen der Treppe auf dem Weg zur Tür. Ehe sie den Saal verließ, schaute sie noch einmal über die leeren Stuhlreihen, doch sie sah sie eigentlich gar nicht. Was sie sah war ein Plan für die Zukunft.

Snape würde sie unterrichten, dies hatte er sich zur Aufgabe gemacht.

Sie würde lernen und den nötigen Abstand wahren, damit diese verfluchte Energie zwischen ihnen nicht noch einmal so verstandvernichtend fließen konnte.

tbc