41. Kapitel

Der nicht ganz alltägliche Alltag

In Severus Räumen angekommen, ließ er Hermine einen Moment allein, um in seinem Arbeitszimmer die Strafarbeit von Mira zu holen, die sie auf dem Tisch hatte hinterlegen sollen. Hermines Blick fiel auf das Bild, das immer noch in der dunklen Ecke darauf zu lauern schien, dass ein unvorsichtiger Betrachter hineingezogen wurde, in die Hölle, die es zum Motiv hatte.

Hermine wandte sich ab und sah in das Feuer, das Severus im Weggehen mit seinem Zauberstab entzündet hatte. Sie trat näher heran und streckte ihre Handflächen den lodernden Flammen entgegen.

Sie würde mit Severus wegen des Mädchens noch einmal sprechen müssen - er hatte ihr gesagt, dass sie sich da raushalten sollte, aber das schien ihr unmöglich, aufgrund ihrer Kenntnisse über den näheren Sachverhalt. Doch sie ahnte, dass sie ihn ernsthaft verärgern würde, wenn sie heute schon dieses Thema ansprach - das würde Mira kaum nützlich sein - zudem fühlte sie sich keineswegs in der Lage, nach dieser Nacht noch einen verbalen Kampf mit ihm zu führen - sie würde es verschieben müssen.

Die Müdigkeit schien sich in diesem Moment gewaltsam Bahn brechen zu wollen und Hermine wurde übel bei dem Gedanken, dass sie keine Minute Schlaf finden würde, bevor sie nicht die Pflichten des Tages erfüllt hatte.

Als Severus plötzlich von hinten seine Arme um ihre Hüften schlang, zuckte sie zusammen. Sofort nahm er seine Arme wieder weg und Hermine drehte sich mit entschuldigendem Blick zu ihm um.

"Ich bin völlig übermüdet. Für einen Moment dachte ich, dass ich im Stehen einschlafen könnte - du hast mich nur erschreckt, weiter nichts."

Seine Miene war undurchdringlich, als er erwiderte: "Du solltest es inzwischen gewohnt sein, dass ich dich erschrecke."

"Noch nicht ganz, wie du siehst", gab sie genauso ernst zurück und blickte dann auf seine Hand, in der er ein Schriftstück hielt.

Er reichte es ihr und sie sah das Bild eines Mannes, der zwar nur spärlich Haare auf dem Kopf hatte, dafür jedoch einen dunklen und üppigen Vollbart. Er lächelte leicht, was ihm ein gutmütiges Aussehen verlieh und an seinem Hals war deutlich ein Priesterkragen zu erkennen.

Hermine las die wenigen Zeilen, die unter dem Bild in Severus Handschrift verzeichnet worden waren.

Pater Balthasar Berenger

Saint Barbara Church, Notting Hill

Geboren am 31. Dezember 1952 in Greenwich

Fragend sah sie zu Severus, dessen Gesichtsausdruck sie immer noch nicht einordnen konnte.

"Er ist mein neuer Auftrag?", fragte sie zweifelnd.

"Du wirst bei ihm eine Beichte ablegen", erwiderte Serverus, während er begann, seinen verschmutzten Umhang auszuziehen.

Hermine schüttelte lachend den Kopf: "Das ist nicht dein Ernst. Ich soll eine Beichte ablegen? Bei einem Muggelpriester? Die Beichte hättest du wohl nötiger als ich!"

Ohne auf ihre Provokation einzugehen, fuhr er fort: "Er ist ein unmittelbarer Kontaktmann zu Voldemort. Wir wissen inzwischen, dass er eine Gruppe Muggel befehligt, die er regelmäßig in seinem Hause versammelt. Versuche in diese Gruppe zu gelangen und finde heraus, was sie geplant haben."

Hermine konnte es immer noch nicht recht glauben: "Aber er ist ein Mann Gottes!"

"Er WAR ein Mann Gottes, bis er dem Teufel begegnete und ihm nicht widerstehen konnte. Das ist ein weiterer Aspekt, den ich dich bitte zu untersuchen - finde heraus, wie treu er Voldemort ergeben ist und was er über ihn weiß."

"DU bittest mich darum? Also ist das kein Auftrag vom Orden, sondern DEINER?"

"Die Ziele, der Gruppe um Pater Berenger herauszufinden, ist ein Auftrag des Orden des Phönix - herauszufinden, wie Voldemort es schaffte, ihn auf seine Seite zu ziehen, ist eine persönliche Bitte von mir." Er sah sie kurz an, bevor er damit begann, seinen Gürtel zu öffnen, um sich der schlammbespritzten Hose zu entledigen.

Hermine sah zu, wie er nun ebenfalls das Hemd abstreifte und ihr Blick heftete sich auf seine striemenübersäte Brust - eindeutig ihr Werk, nachdem er sie endlich losgebunden hatte.

Er schien nichts von ihrer stillen Genugtuung zu bemerken, als er mit einem Accio saubere Sachen aus seinem Schrank herbeizauberte.

"Du musst sehr vorsichtig sein, Hermine - denke an das, was ich dich gelehrt habe...du wirst es vermutlich einsetzen müssen."

"Er ist ein Priester - ich kann mir gar nicht vorstellen, dass mir von ihm Gefahr drohen könnte - er sieht so freundlich aus", erwiderte Hermine und warf erneut einen Blick auf das Bild.

"Er ist durchaus gefährlich, glaube mir", erklärte er ruhig, bevor er sich seiner Unterhose entledigte.

Hermine empfand diesen letzten Satz als erheiternd, stellte er doch eine merkwürdige Verbindung zu Severus schlaffem Glied dar, das durchaus auch eine Gefährlichkeiten in sich barg, wie ihr wunder Schritt ihr erneut ins Gedächtnis brachte.

Er schien nichts von ihrer Erheiterung zu bemerken, während er sich langsam wieder anzog.

Als er den Gürtel geschlossen hatte, wies er vage auf Hermine und sagte: "Zieh deine Sachen aus."

Da sie erst vor ein paar Minuten deutlich hatte sehen können, dass ihm nicht der Sinn erneut nach Sex stand, kam sie zögerlich seiner Aufforderung nach, während er sich an einigen seiner Tiegel zu schaffen machte, die er ebenfalls durch einen Accio herbeigerufen hatte.

Hermine bemerkte, dass der Verbotene Wald zwei ihrer Blusenknöpfe gefordert hatte und dass auch ihre Kleidung reichlich schmutzig war.

Sie entkleidete sich, bis sie in Unterwäsche vor ihm stand und blickte an sich hinab.

Mehrere Schürfwunden zierten ihre Vorderansicht, wo sie zu engen Kontakt mit dem Baumstamm gesucht hatte. Einige der Wunden verschwanden unter ihrem BH, während die unangenehmste Wunde immer noch unter dem dünnen Stoff ihres Höschens verborgen war.

Severus trat auf sie zu und sein Zeige- und Mittelfinger war weiß von der Salbe, die er für ihre Heilung auserkoren hatte. Sanft strich er damit über die geschundenen Stellen, und Hermine spürte sofort die Wohltat, als die Rötungen verschwanden und ein beschleunigter Heilprozess einsetzte.

Als er kurzerhand ihren BH hochschob, um die Abschürfungen ihrer Brust zu behandeln, hielt Hermine die Luft an.

Er tat es jedoch mit soviel Konzentration und ohne jedes Anzeichen von Erregung, dass sie bald entspannt wieder durchatmete und die erlösende Wirkung genoss.

Abrupt riss er sie aus dieser Entspannung, als er seine knappe Aufforderung aussprach: "Zieh den Slip aus."

Hermine schüttelte den Kopf und murmelte: "Nein, das ist nicht nötig...es geht schon."

Seine Stimme klang ruhig, als er erwiderte: "Du bist völlig wund. Die Rinde des Baumes hat gute Vorarbeit geleistet und ich denke, dass die anschließende Reibung den Rest getan hat, um jetzt die Illusion zu wecken, du hättest dich breitbeinig über einem Feuer positioniert."

Hermine zuckte unwillkürlich zusammen, als er seine Hand über den Stoff in ihrem Schritt schob.

"Zieh es aus", sagte er freundlich, während seine Hand kräftiger rieb.

Hermine sog zischend die Luft ein, so schmerzvoll war, was eigentlich ein Gefühl von Lust hervorrufen würde.

Sie presste die Beine zusammen und quetschte damit seine Hand ein.

"Hör auf", sagte sie bestimmt und funkelte ihn wütend an.

Mit einem Ruck zog er seine Hand zwischen ihren Beinen hervor, was ihr erneut einen Schmerzenslaut entlockte.

Dann reichte er ihr wortlos den Tiegel mit der Salbe.

"Ich werde sie anwenden, wenn ich zu hause bin", sagte Hermine und bückte sich, um ihre Kleidung aufzuheben.

Kaum eine Sekunde später spürte sie, wie er ihren Slip hinunterschob.

Hermine erhob sich, wandte sich um und wollte nach ihm schlagen. Er fing den Schlag ab, indem er ihre Hand festhielt. "Danke", sagte er leichthin, während er ihr den Tiegel aus der Hand entwand.

Als seine Hand zwischen ihre Beine glitt, spürte Hermine fast augenblicklich die wohltuende Kühle und Heilung, die er mit jeder Berührung ihren Schamlippen zuteil werden ließ

Mit völliger Ruhe nahm er erneut Salbe aus dem Tiegel, während Hermine mit leicht gespreizten Beinen darauf wartete, dass er sie weiter mit diesem Wundermittel einrieb. Diesmal teilten seine Finger ihre Schamlippen und er fuhr mit sanften Bewegungen zwischen ihnen hindurch, bevor er schließlich noch mehr Salbe auftrug, um in ihre Vagina einzudringen. Langsam bewegte er sich in ihr und Hermine spürte, wie sie unter dieser Behandlung feucht wurde. Er schien es zu bemerken und ließ einen zweiten Finger in sie gleiten. "Ist es besser jetzt?", fragte er, wobei Hermine bewusst war, dass er es offen ließ, ob er die Heilung meinte, oder seine Finger, die sie inzwischen inständig massierten.

"Bitte, Severus - ich muss nach Hause...die Uni..."

Als habe er plötzlich begriffen, dass auch er sich langsam beeilen musste, um seinen Unterricht für den Tag pünktlich zu starten, schob er sie nachdrücklich zum Tisch und sorgte dafür, dass sie sich über die Kante beugte. Hermine spreizte die Beine und als er von hinten in sie drang, spürte sie erleichtert, dass es nicht schmerzte, sondern sie in wohlige Erregung versetzte. Sie hatte keine Ahnung, zu welchem Zeitpunkt sein Glied angeschwollen war, so dass es sich jetzt hart in sie bringen konnte. Still fragte sie sich, ob es der Moment gewesen war, in dem er ihre wunde Scham gerieben hatte und ihr damit Schmerz zugefügt hatte, oder ob es erst geschehen war, als er bemerkt hatte, wie feucht sie unter seiner Behandlung mit der Salbe geworden war.

Tatsache war jedoch, dass sie es jetzt als höchst angenehm empfand, was er tat. Er traf den magischen Punkt in ihrer Vagina mit jedem seiner Stöße, und sorgte somit dafür, dass sie sich nach kürzester Zeit unter einem Orgasmus wand, der sie daran erinnerte, dass ihre Muskeln immer noch nicht den langen sexuellen Exzess der letzten Nacht verziehen hatten. Er ließ ihr einen Moment, um durchzuatmen, bevor er seine Bewegungen wieder aufnahm und sie nur kurz darauf mit seinem warmen Samen füllte. Hermine spürte förmlich die tiefe Zufriedenheit, die ihn ergriff, als er sich fest in sie brachte, um sich in ihr zu ergießen.

Als er sich aus ihr zurückgezogen hatte, drehte sie sich zu ihm um und erhaschte gerade noch einen Blick darauf, wie er seine Hose wieder schloss.

Hermine griff nach ihrer Kleidung und zog sich schweigend an.

"Versprichst du mir vorsichtig zu sein, wenn du mit Pater Berenger sprichst?", fragte er, als Hermine die übriggebliebenen Knöpfe ihrer Bluse geschlossen hatte.

Sie schüttelte lächelnd den Kopf: "Es gibt nur einen Mann, der mich unvorsichtig werden lässt...ich werde acht geben, Severus - mach dir keine Sorgen."

Es kam ihr beinahe lächerlich vor, diese Worte an den Mann zu richten, der ihr immer wieder aufs neue Schmerzen zufügte, aber es klang irgendwie richtig und sein kurzes Lächeln zeigte ihr, dass er ihre Worte willkommen hieß.

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"Sie wirken etwas erschöpft, Kollegin, sind Sie krank?"

Die Worte ließen Hermine aufschrecken, die ihren Kopf auf die Hand gestützt hatte und ihr Mittagessen mit noch keinem Blick gewürdigt, geschweige denn, einmal die Gabel zum Mund geführt hatte.

"Nein, alles in Ordnung, Professor White. Ich habe nur...schlecht geschlafen letzte Nacht."

Der ältere Mann lächelte sie warm an, ehe er sich zu seinem Tisch zurückbegab und sich wieder Charles Grant gegenübersetzte, um ihm offensichtlich mitzuteilen, was Hermine auf seine Besorgnis geantwortet hatte.

Na toll, jetzt schickte dieser Kerl schon Vermittler, damit sie ihm nicht vorwerfen konnte, er würde sie belästigen.

Charles Blick heftete sich auf Hermine - ein guter Zeitpunkt, um sich entschieden ihrem Essen zu widmen.

Der Rest des Tages verlief ohne große Zwischenfälle, jedoch auch ohne ihre übliche Begeisterung für neue Ideen ihrer Studenten. Hermine hatte heute jegliche Extratouren im Keim erstickt und sich ausschließlich den Themen gewidmet, die für den Tag vorgesehen waren.

Das hatte zur Folge gehabt, dass zum Ende der Stunde einige junge Leute sich ebenfalls besorgt nach ihrem Gesundheitszustand erkundigten. Als sie alle beschwichtigt hatte und der Hörsaal endlich leer war, entwich ihrer Kehle ein beinahe hysterisches Lachen.

Vielleicht sollte sie sich ein Schild umhängen:

Ich bin nicht krank - ich bin nur die halbe Nacht durch einen gefährlichen Zaubererwald gewandert, in dem ich den Rest der Nacht höchst unsanft gevögelt worden bin.

Hermine wurde ernst. Ein solches Schild würde vermutlich ansatzweise ihren guten Ruf zerstören...erneut begann sie zu kichern und schlug sich entsetzt die Hand vor den Mund.

Es wurde Zeit, nach Hause zu gehen und etwas Schlaf nachzuholen.

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Es gab nichts Schöneres als ein weiches Bett, in dem man sich verkriechen, und die Welt dadurch ausschalten konnte, dass man die Augen schloss und in den Schlaf hinüberdämmerte.

Als sie schließlich wieder erwachte war es bereits später Abend und Hermine beschloss, sich einfach umzudrehen, um weiterzuschlafen.

Beim zweiten mal erwachte sie durch ein leises Geräusch, das sie lange nicht gehört hatte, und dennoch sofort richtig einordnete.

Ein Eulenschnabel klackerte in wildem Rhythmus gegen ihre Fensterscheibe, da der Vogel Schwierigkeiten hatte, seine Position noch länger zu halten.

Als Hermine das Fenster öffnete, bemerkte sie, dass es nieselte und die Eule mit einem leichten Film aus Feuchtigkeit überzogen war. Sie ließ das Tier ein und sah kurz auf die Straßen hinunter, ob es einen Zuschauer gegeben hatte, der sich wundern könnte, dass ihr eine Eule einfach so zuflog. Als sie niemanden sah, schloss sie das Fenster schnell wieder und widmete sich der Waldohreneule, die pflichtbewusst ihr Bein ausstreckte.
Hermine nahm den gerollten Brief in Empfang, ging jedoch ohne ihn zu öffnen in die Küche, um ein paar Cracker zu holen, von denen sie vorsorglich das Salz abrieb, ehe sie sie der Eule vor den Schnabel hielt.

Der Vogel schnappte sich den Cracker, der in einige Teile zerfiel und das meiste davon auf Hermines Teppich landete. Die Eule breitete kurz ihre Flügel aus, als wolle sie über das ungeeignete Futter lamentieren, ließ sich dann jedoch dazu herab, den Kopf zu senken und das Gebäck aus dem Teppich zu picken.

Hermine öffnete derweil die Briefrolle.

Sofort erkannte sie Severus Handschrift - er kam ohne Anrede sofort zur Sache:

Lege deine Erkenntnisse über Pater Berengers Vorgehensweise schriftlich nieder. Verschlüssele deine Aufzeichnungen. Sie werden Gegenstand unseres nächsten Ordenstreffens sein.

Sei vorsichtig!

Severus

P.S. Schicke mir die Eule erst zurück, wenn du mir Nachricht geben kannst, ob du den Kontakt herstellen konntest.

Hermine sah auf den Vogel, der nun einige der Teppichfasern im Schnabel hatte. Instinktiv griff sie danach, um sie herauszuziehen. Dann zog sie die Hand schnell zurück und betrachtete die Wunde, die der spitze Schnabel geschlagen hatte. Ein Tropfen Blut trat hervor und Hermine wischte ihn schnaubend mit der anderen Hand ab. Dann fuhr sie den Vogel an:

"Hätte ich mir denken können, dass Severus mir das bissigste Vieh schickt, das er auftreiben konnte - aber eines sage ich dir...benimm dich, wenn du möchtest, dass ich dir anständige Eulenkekse besorge...und hör auf, meinen Teppich zu fressen!"

Während die Eule sich einen Platz auf dem Bücherregal suchte, um Hermines Wohnung besser im Blick zu haben, sah diese gähnend auf die Uhr. Es blieben ihr noch ein paar Stunden, bevor sie endgültig aufstehen musste, und so kroch sie zurück in ihr Bett, während im Wohnzimmer Severus' Eule das Furnier vom Bücherschrank knabberte.

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Am nächsten Morgen fühlte Hermine sich endlich wieder wie ein normaler Mensch. Nichts schmerzte mehr und ihre Müdigkeit war auskuriert. Sie saß am Tisch ihrer kleinen Küche und holte Milch aus dem Kühlschrank, während sie zusah, wie die Eule sich an der Cornflakespackung zu schaffen machte.

"Darf ich mal?", fragte Hermine und griff entschieden nach der Packung. Die Eule hopste ungeduldig zur Seite und öffnete protestierend den Schnabel.

Hermine griff mit der Hand in die Packung und holte ein paar der Weizenchips heraus, um sie vor die Eule zu legen.

Während sie sich selbst Milch über ihr Frühstück goss, nahm Hermine erneut ein Gespräch mit der Eule auf: "Ich werde dich Kelloggs nennen. Vermutlich hat Severus dich aus der Eulerei und ich weiß auch schon, wie er ausgerechnet auf dich kam. Er fragte vermutlich: 'Wer von euch hat Lust, die Möbel einer jungen Frau zu ruinieren, ihr die Haare vom Kopf zu fressen und ihr ab und an die Hand blutig zu hacken?' Und ich wette, dein Flügel war als erstes oben, so dass er dich kurzerhand auswählte, um mein Leben gehörig durcheinander bringen zu lassen."

Sie betrachtete die Eule noch eine Weile, dann fügte sie versöhnlicher an: "Aber vermutlich war es ganz anders. Er wird in die Eulerei gekommen sein, dich gepackt haben, und ohne ein freundliches Wort die Nachricht an dein Bein gebunden haben. Ich wette, er hat dich nicht einmal länger in der Hand behalten, als unbedingt nötig, um dich in die regnerische Nachtluft zu werfen. Weißt du, ab und an hält er mich auch, aber in die dunkle, furchteinflößende Nacht stößt er mich ebenfalls immer wieder...für mich ist es vermutlich wie für dich...ich fühle mich erst dann frei und unendlich stark, nachdem er mich in seinem harten Griff hatte."

Hermine seufzte schwer über ihren Monolog, der von der Eule mit dem Wegdrehen des Kopfes quittiert wurde.

"Schon satt, Kelloggs?", fragte Hermine herausfordernd und klaute der Eule einen Chip vor ihren Füßen weg. Sofort krächzte der Vogel sie vorwurfsvoll an und fraß in Windeseile weiter.

Als es Zeit für Hermine wurde, die Wohnung zu verlassen, sah sie noch einmal zu Kellogs, die sich wiederum auf das Bücherregal zurückgezogen hatte, und diesmal jedoch offensichtlich schon tief ins Land der Eulenträume versunken war. Hermine schloss die Tür leise und machte sich auf den Weg zur Universität.

Der Tag verlief ohne Zwischenfälle und in Hermine kam die alte Lust am Unterrichten auf. Sie erhielt nur kurzfristig einen Dämpfer, als sich eine ihrer Studentinnen beim Verlassen des Hörsaals, schwärmerisch über Charles Grant ausließ. Natürlich, Hermine hätte es sich denken können - der junge, gutaussehende Professor kam bei den meisten weiblichen Wesen dieser Universität verdammt gut an; dabei hatte er nicht einer von ihnen ein halb so verlockendes Zusatzangebot gemacht, wie er es bei ihr getan hatte.

Der Gedanke an sein Angebot, sie als Aurorin für das Ministerium werben zu wollen, führte sie gedanklich zu ihrem neuen Auftrag für den Orden.

Hermine packte ihre Sachen zusammen und sah nur kurz zu Hause vorbei, um Kelloggs sein neues Leibgericht in eine Schüssel zu füllen, die sie auf den Wohnzimmertisch stellte. Die Eule schlief immer noch und würde vermutlich erst erwachen, wenn Hermine längst zurück war.

Während sie ihre Jacke anzog, stopfte sich Hermine schnell selbst ein paar Cornflakes in den Mund und versah ihre Tür zum ersten mal seit langem mit einem magischen Spruch, nachdem sie sie von innen auf Muggelart abgeschlossen hatte; dann disapparierte sie.

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Die Kirche lag, von Bäumen umgeben, ein wenig abseits der Straße. Ein kleines Wohnhaus schloss sich direkt daran an und Hermine vermutete, dass Pater Berenger darin lebte.

Sie legte den Kopf in den Nacken, um bis zur Kirchturmspitze zu sehen. Der kühlere Wind hatte Regenwolken mitgebracht, die dunkel am Himmel dahinzogen.

Als Hermine die schwere Holztür aufzog, schlug der erste Blitz vom Himmel.

Das Donnergrollen ging im Quietschen der Tür unter, die sich langsam wieder hinter Hermine schloss.

Der Geruch von kaltem Weihrauch vernebelte ihr einen Moment die Sinne. Die Kirche war leer. Hermine schritt am Weihwasserbecken vorbei und war froh, dass ihre Schritte bald durch einen Teppich im Gang gedämpft wurden, der die rechte Reihe Holzbänke von der linken trennte.

Als sie bei der ersten Reihe angekommen war, ließ sie sich auf eine der Bänke gleiten und sah sich unsicher um. Noch vor ein paar Tagen hätte sie die Kälte in der Kirche vielleicht als angenehm empfunden, doch jetzt fröstelte sie ein wenig. Das erneute Quietschen einer Tür riss sie aus ihren Gedanken. Diesmal war es jedoch eine kleine Seitentür, durch die jetzt ein Mann trat, der durch seine Priestermontur noch gutmütiger wirkte, als schon auf dem Bild. Ohne zu zögern, und mit dennoch gemäßigten Schritten, ging er zum Beichtstuhl, öffnete eine der Türen und verschwand darin.

Hermine versuchte ihren Atem zu beruhigen. Die Show konnte beginnen.

tbc

Auch ich freue mich über Reviews, oder hab ich euch alle verschreckt:)