Epilog
Unsere Reise zurück nach England war wie ein wunderschöner Traum. Wir reisten bei Tag, im schönsten Sonnenlicht. Sebastian wirkte glücklich und gelöst, er war, wie er mir oft versicherte, froh wieder ein Mensch zu sein. Ich selbst freute mich über so viele Dinge. Ich hatte einen Geliebten mit dem ich all die Dinge wie jedes andere Paar genießen und teilen konnte und doch verband uns noch mehr. Ich fühlte, dass unsere Liebe etwas besonders und einzigartiges war. Er hielt während dem ganzen Flug meine Hand fest umschlungen. Es war so knapp gewesen, beinahe hätten wir uns für immer verloren. Noch immer wachte ich mitten in der Nacht schweißgebadet auf. All die Ereignisse in Ungarn lasteten schwer auf meiner Seele. Sebastian versuchte mir zu helfen, so gut es ging, aber ich werde Zeit brauchen, um all die fürchterlichen Dinge die ich gesehen und erlebt habe zu verstehen und zu verarbeiten. Wir landeten am frühen Nachmittag und fuhren sofort zu meinen Eltern. Ich wollte ihnen endlich meinen tageslichttauglichen Freund zeigen. Sie freuten sich für mich, obwohl alles ein bisschen viel auf einmal war. Nicht nur das ich von meiner Weltreise so plötzlich wieder zurück war, präsentierte ich ihnen noch einen neuen Mann in meinem Leben, von dem sie bisher noch nie etwas gehört hatten. Aber meine Eltern sind die gütigsten und liebevollsten Menschen der Welt und ich wusste, auch wenn alles sehr überraschend kam, so freuten sie sich aufrichtig mit mir. Ich drücke Ernest an mein Herz und überschüttete ihn mit meiner ganzen Liebe, schließlich war er vor Sebastian der einzige Mann in meinem Leben gewesen. Ich würde ihn heute mit zu Sebastian nehmen, das würde ihm sicher gefallen, bei Sebastian gabs sicher jede Menge Mäuse. Wir verbrachten einen sehr schönen Nachmittag bei meinen Eltern und ich spürte wie viel Sebastian das bedeutete, im Kreise einer Familie zu sein. So etwas hatte er schon seit Jahrhunderten nicht mehr erleben dürfen. Vampire haben keine Familie. Schweren Herzens brachen wir auf, unser Weg war noch weit. Wir mussten noch zu Sebastians, wie er immer betonte, unserem Haus fahren.
Kaum dort angekommen blieb Sebastian vor dem Haus stehen und betrachtete es. Die Dämmerung begann bereits einzusetzen und die Schatten der Bäume wurden immer länger. Und doch war das ein sehr bedeutsamer Moment, Sebastian hatte sein geliebtes Haus, seine Zuflucht noch nie bei Tageslicht gesehen. Auch wenn dieses im Schwinden war. Leise zog ich mich zurück und brachte Ernest ins innere des Hauses. Minuten später folgte mir Sebastian. Schweigend ging er von Zimmer zu Zimmer und öffnete die schweren Vorhänge. Nie wieder, das sah ich ihm an, sollte im Haus Dunkelheit herrschen. Dann kam er zu mir und verschlang seine Finger mit den meinen. „Komm!" sanft zog er mich mit sich. Er brachte mich in mein altes Zimmer. Unser Zimmer, korrigierte ich mich selber im Geist. Vor dem Bett blieb er stehen und ließ meine Hand los. Lange sah er mich einfach nur an. Obwohl ich ihn liebte, fragte ich mich plötzlich nervös, was sah er. Wie sah er mich? Gefiel ich ihm immer noch? Langsam ließ er seine Finger über mein Gesicht gleiten und gab mir dabei das Gefühl unglaublich kostbar zu sein. In seinen Augen entdeckte ich ein Leuchten, das mein Herz mit Wärme erfüllte und da wusste ich es bevor er es aussprach. „Anne ich liebe dich so sehr." Er senkte den Kopf und berührte zärtlich meine Lippen. Seit jener Nacht, wo wir beide wieder zu Menschen wurden, hatten wir einander nicht mehr berührt, umso ergreifender war für mich dieser Moment. „Ich liebe dich, Sebastian!" flüsterte ich an seinen Lippen. Er hob den Kopf, sah mich an und hatte Tränen in den Augen, und da merkte ich, auch ihn quälten die gleichen Ängste wie mich. Mit beiden Händen umfasste ich sein Gesicht und zog es dicht vor meines. „Du bist das wichtigste in meinem Leben! Ich will nie wieder ohne dich leben müssen! Ohne dich bin ich nicht vollkommen! Du bist ein Teil von mir!" Meine Worte berührten ihn tief und stürmisch zog er mich in seine Arme um mich innig zu küssen. Dann trat er wieder einen Schritt zurück. Heftig atmend standen wir vor einander. Er fasste nach meiner Hand und legte sie sich auf sein Herz, das heftig unter meiner Hand schlug, für mich schlug. Ich hob meine andere Hand und begann unendlich langsam die Knöpfe an seinem Hemd zu öffnen. Ich wollte jede Sekunde mit ihm auskosten und genießen. Beinahe träge zog ich es ihm aus dem Bund der Hose und öffnete die verbliebenen Knöpfe. Spielerisch ließ ich meine Hände über seinen Brustkorb streichen, was ihn heftig einatmen ließ. Aufstöhnend schloß er die Augen. Langsam schob ich es ihm über die Schultern und leise raschelnd fiel es zu Boden. Schmetterlings gleich verteilte ich unzählige Küsse auf seiner Brust, was ihn sanft erbeben ließ. Seine Reaktion entlockte mir ein leises Lächeln, was er an seiner Brust spürte. Ich fuhr mit den Fingerspitzen seinen Hosenbund entlang und knurrend schob er mich zurück. Ein Teil von ihm war immer noch Wild. Entschlossen begann er mich zu entkleiden. Beinahe stürmisch riss er mein T-Shirt aus dem Bund meiner Jeans und zog es mir mit einem Ruck über den Kopf. Nur zu bereitwillig half ich ihm dabei. Kaum hatte er es fallen lassen, waren seine Hände schon dabei meine Hose zu öffnen und sie mir über die Hüften zu schieben. Ich vergrub meine Hände in seinem dichten schwarzen Haar und seufzte genießerisch unter der Berührung seiner Hände. Er zog die Jeans nach unten und wartete bis ich heraus gestiegen war. Dann kam er wieder hoch zu mir und sofort fanden sich unsere Lippen. Beinahe ohne dass ich es merkte, verschwand mein BH und noch ehe ich auf den Lacken unter ihm zu liegen kam, war auch mein Slip Vergangenheit. Ich lächelte an seinen Lippen über seine Ungeduld, doch als er seine Hand über meinen Körper wandern ließ, verging mir das Lachen. Hitze durchströmte mich von Kopf bis Fuß und fiebrig vor Erregung wand ich mich unter ihm. Trieb ihn zur Eile an, was ihn zum lächeln brachte. Plötzlich erhob er sich und ließ mich mit meiner Erregung alleine. Ungehalten griff ich nach ihm. Lachend entledigte er sich der restlichen Kleidung und war im nächsten Moment wieder bei mir. Ganz still lag er da, sah mir tief in die Augen, schob mir die feuchten Strähnen aus dem Gesicht und küsste mich unendlich zärtlich, dabei drang er in mich ein. Wir hatten uns schon öfters geliebt und doch war es heute wie beim ersten Mal. Immer weiter, immer höher trug er mich hinauf zu den Sternen wo meine Welt in einem Kaleidoskop von Farben explodierte.
Danach hielten wir einander fest umschlungen. Ich wünschte die Zeit würde stehen bleiben und ich könnte ewig so in seinen Armen liegen. Irgendwann überwältigte mich die Müdigkeit und ich schlief ein.
Am nächsten Morgen erwachte ich alleine. Sebastian war fort. Ich setzte mich auf und zog das Lacken fest um mich. Auf dem Boden entdeckte ich eine Spur. Rosenblätter führten vom Bett weg zur Tür. Ich packte das Lacken, schlang es um mich und folgte ihr. Auf dem Flur führten mich die Rosenblätter nach unten zur Bibliothek. Ich öffnete die Tür und trat ein. Im Kamin brannte ein Feuer. Sebastian hatte davor eine Decke ausgebreitet und auf einem Tablett daneben stand frische Croissant, Erdbeeren, Schlagsahne und der Duft von Kaffee erfüllte den Raum. Nur eines Fehlte – Sebastian. Obwohl er kein Geräusch verursachte, wusste ich, dass er hinter mir stand. Zärtlich schlang er die Arme um mich und drückte mich an seine Brust. „Guten Morgen, Liebes." Flüsterte er an meinem Hals und küsste mich. Dann trat er hervor, nahm meine Hand und zog mich zu sich auf die Decke. Ohne meine Hand loszulassen, sah er mich ernst an. „Anne willst du meine Frau werden?" Leicht begann ich zu zittern und Tränen traten mir in die Augen. Ich schluckte. Gespannt wartete er auf meine Antwort. In Ungarn hatte er einfach bestimmt ich müsste ihn heiraten, gefragt hatte er mich damals nicht richtig, was er jetzt nachholte. Ich weiß. Ich sollte darüber nachdenken, aber eigentlich musste ich das gar nicht, ich wusste bereits wie meine Antwort lautete, nur lauten konnte. „Ja! Sebastian ich will deine Frau werden!" rief ich freudig aus. So vieles hatten wir gemeinsam erlebt, so vieles war geschehen und eins wusste ich ganz genau, wir gehörten zusammen, für immer. Sebastian zog ein kleines Etui aus seiner Tasche und ließ es aufschnappen. Darin eingebetet lag ein zierlicher Goldreif mit einem einzigen Diamanten. Mit zitternden Händen nahm er ihn heraus uns streifte ihn mir auf den linken Ringfinger. Meine Hand fest in der seinen, küsste er mich zärtlich. Wir waren zusammen, für immer.
